1) Rechnung richtig stellen
Eine Rechnung muss bestimmte Pflichtangaben enthalten — fehlt etwas, kann sie beanstandet werden oder der Vorsteuerabzug deines Kunden kippt. Diese Angaben gehören (in CH/DE/AT ähnlich) drauf:
- Voller Name & Anschrift von dir und dem Kunden
- Rechnungsdatum und eine fortlaufende, eindeutige Rechnungsnummer
- Klare Leistungsbeschreibung und Leistungszeitraum/-datum
- Betrag, Steuersatz und MwSt-Betrag — oder ein Kleinunternehmer-Hinweis (siehe unten)
- Deine MwSt-/Steuernummer (CH: UID, DE: USt-IdNr./Steuernr., AT: UID)
- Zahlungsziel und Bankverbindung (IBAN)
2) MwSt & Kleinunternehmer
Ob du MwSt ausweisen musst, hängt vom Land und deinem Umsatz ab. Die gängigen Sätze:
| Land | Normalsatz | Ermäßigt |
|---|---|---|
| Schweiz | 8,1 % | 2,6 % / 3,8 % |
| Deutschland | 19 % | 7 % |
| Österreich | 20 % | 10 % / 13 % |
Kleinunternehmer/Befreiung: Unter bestimmten Umsatzgrenzen kannst du ohne MwSt fakturieren — dann gehört ein Hinweis auf die Rechnung (z. B. „Kein Ausweis von MwSt gemäß Kleinunternehmerregelung"). Die Grenzen und Regeln unterscheiden sich je Land und ändern sich gelegentlich — prüfe deinen konkreten Fall oder frag eine Fachperson.
3) Stundensatz berechnen
Der häufigste Anfängerfehler: zu billig anbieten. Dein Stundensatz muss nicht nur deinen Wunsch-Gewinn decken, sondern auch alle Kosten — und die Tatsache, dass nicht jede Stunde abrechenbar ist (Akquise, Buchhaltung, Pausen, Krankheit).
Stundensatz = (Wunsch-Gewinn pro Jahr + Betriebskosten pro Jahr) ÷ wirklich abrechenbare Stunden pro Jahr
Beispiel: 60.000 Wunsch-Gewinn + 12.000 Kosten = 72.000. Bei ca. 5 abrechenbaren Stunden/Tag und ~225 Arbeitstagen ≈ 1.125 Stunden → ~64 pro Stunde (vor Steuern). Wer hier 40 verlangt, arbeitet faktisch unter Wert.
4) Steuer-Rücklage bilden
Die Steuer kommt sicher — wer nichts zurücklegt, hat später ein Loch. Leg von jeder Einnahme sofort einen Teil beiseite, am besten auf ein separates Konto.
- Grober Richtwert: 25–30 % jeder Einnahme zurücklegen (je nach Land, Gewinn & Steuersatz).
- Geschäftlich und privat strikt trennen (eigenes Konto/Karte) — spart Buchhaltungs-Chaos.
- Im Cockpit kannst du deinen Rücklage-Prozentsatz hinterlegen — die empfohlene Rücklage erscheint dann automatisch in der Umsatz-Übersicht.
5) Liquidität & Notgroschen
Cashflow ist König. Auch profitable Selbstständige geraten in Not, wenn Kunden spät zahlen.
- Notgroschen 3–6 Monatskosten aufbauen, bevor du investierst.
- Liquiditätspuffer für laufende Betriebskosten halten.
- Rechnungen sofort stellen, klare Fristen setzen, freundlich nachfassen.
- Offene Posten regelmäßig prüfen — im Cockpit siehst du auf einen Blick, was offen oder überfällig ist.
6) Mahnwesen & Verzug
Zahlt ein Kunde nicht, geh ruhig, aber konsequent vor:
- Freundliche Zahlungserinnerung (höflich, „sicher übersehen").
- 1. Mahnung mit klarer neuer Frist.
- Danach Verzugszinsen & Mahnkosten; im Ernstfall rechtliche Schritte.
Spätestens ~30 Tage nach Fälligkeit tritt in der Regel Verzug ein. Verzugszinsen darfst du dann meist berechnen — Höhe je nach Land/Vertrag.
7) Belege & Kassenbuch
Ordnung spart bei der Steuer Zeit und Geld. Sammle Belege das ganze Jahr — nicht erst im April panisch suchen.
- Einnahmen & Ausgaben laufend erfassen (Kassenbuch), Saldo im Blick behalten.
- Belege fotografieren/scannen und kategorisieren.
- Am Jahresende sauber als CSV an die Steuerfachperson/ins Buchhaltungstool exportieren.
8) Skonto & Zahlungsfristen
Skonto (ein kleiner Rabatt für schnelle Zahlung) kann sich für beide Seiten lohnen: Du bekommst schneller Geld, dein Kunde spart ein paar Prozent. Aber rechne nach — ein hoher Skonto-Satz entspricht oft einem sehr hohen effektiven Jahreszins.
9) Absicherung & Vorsorge
- Nur versichern, was dich ruinieren würde (Existenzrisiken) — nicht jeden Kleinschaden.
- Altersvorsorge früh beginnen: regelmäßig, breit gestreut, langfristig (CH: u. a. Säule 3a; DE/AT: private/betriebliche Vorsorge, ETF-Sparplan). Früh + stetig schlägt jedes Timing.
- Wichtige Verträge, Passwörter & Zugänge sicher ablegen.
10) Alle Gratis-Tools auf einen Blick
Alles hier kannst du sofort kostenlos nutzen — offline, ohne Login, deine Daten bleiben auf deinem Gerät:
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Vertiefung — einzelne Themen
Zu diesen Themen gibt es eigene, ausführliche Ratgeber:
🧾 Rechnung als Kleinunternehmer ⏱️ Stundensatz für Freelancer 🧮 Was von der Steuer absetzen? ⚠️ Scheinselbstständigkeit vermeiden 🚀 Selbstständig anmelden 📄 Angebot schreiben 💻 Buchhaltungssoftware-Vergleich 📝 Rechnung Schritt für Schritt 🏦 Geschäftskonto-Vergleich 🏠 Homeoffice absetzen ↩️ Rechnung stornieren 🤝 Erste Kunden gewinnen 📋 Steuererklärung Selbstständige 🆓 Kostenloses Rechnungsprogramm ⚖️ lexoffice vs. sevdesk 🏦 Qonto vs. Kontist 🏪 Gewerbe anmelden — Kosten 🌍 Rechnung ins Ausland 🧾 Privatrechnung schreiben 🌐 Rechnung auf Englisch 📊 Kleinunternehmer-Grenze 2026 🩺 Krankenversicherung Selbstständige 📚 Buchhaltung für Anfänger 📒 Kassenbuch führen 🧮 Umsatzsteuervoranmeldung 🧾 Rechnung-Muster 🏦 Kostenloses Geschäftskonto 💡 Selbstständig machen: Ideen 🌙 Nebenberuflich selbstständig 📈 Businessplan erstellen 🧑💻 Freelancer-Plattformen
Häufige Fragen
Was muss zwingend auf eine Rechnung?
Name & Anschrift beider Parteien, Datum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Betrag und MwSt (oder Kleinunternehmer-Hinweis), Steuer-/MwSt-Nummer sowie Zahlungsziel und IBAN.
Wie viel Steuer-Rücklage ist sinnvoll?
Als grober Richtwert 25–30 % jeder Einnahme auf ein separates Konto. Der genaue Wert hängt von Gewinn, Land und Steuersatz ab — im Zweifel mit einer Fachperson abstimmen.
Wie berechne ich meinen Stundensatz?
(Wunsch-Gewinn + Betriebskosten pro Jahr) ÷ wirklich abrechenbare Stunden pro Jahr. Nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar — kalkuliere Akquise und Verwaltung mit ein.
Ab wann ist ein Kunde im Verzug?
In der Regel spätestens etwa 30 Tage nach Fälligkeit. Dann darfst du je nach Land/Vertrag meist Verzugszinsen und Mahnkosten berechnen.
Ist das hier Steuerberatung?
Nein. Das ist allgemeine, verständliche Information. Für deinen konkreten Fall hilft eine Steuer- oder Rechtsfachperson.