Wann ist eine GbR sinnvoll?
Die GbR passt, wenn mindestens zwei Personen mit gemeinsamem Zweck loslegen wollen — schnell, ohne Startkapital und ohne Notar. Typisch: ein gemeinsamer Laden, eine Agentur zu zweit, eine Praxisgemeinschaft. Sie eignet sich für kleine bis mittlere Vorhaben, bei denen das volle Vertrauen der Partner gegeben ist.
Die Haftung — ehrlich gesagt
Das ist der wichtigste Punkt: In der GbR haftet jeder Gesellschafter persönlich, unbeschränkt und mit dem Privatvermögen — und zwar gesamtschuldnerisch. Heißt: Ein Gläubiger kann sich den vollen Betrag von einem einzigen Gesellschafter holen, auch für Fehler der anderen.
Der Gesellschaftsvertrag
Eine GbR entsteht rechtlich schon durch mündliche Absprache — aber ohne schriftlichen Vertrag streiten Partner später oft. Schreib das Wichtige fest:
- Gesellschafter & Zweck der Gesellschaft
- Einlagen (Geld, Arbeit, Sachwerte) jedes Partners
- Gewinn- und Verlustverteilung (sonst gilt: zu gleichen Teilen)
- Geschäftsführung & Vertretung — wer darf was entscheiden
- Ein- und Austritt, Kündigung, Auflösung
Schritte zur Gründung
- Gesellschaftsvertrag aufsetzen (am besten schriftlich).
- Jeder Partner meldet sein Gewerbe an, falls eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt (siehe Gewerbe anmelden Kosten).
- Finanzamt: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, gemeinsame Steuernummer beantragen.
- Ggf. Eintrag ins Gesellschaftsregister (seit 2024 als „eGbR" möglich, z. B. nötig für Grundbuch-Geschäfte).
- Geschäftskonto und Buchhaltung einrichten.
Häufige Fragen
Wie viel kostet die Gründung einer GbR?
Die GbR selbst ist günstig: kein Mindestkapital, kein Notar. Es fallen vor allem die Gebühren für die Gewerbeanmeldung jedes Partners an und je nach Bedarf Kosten für Vertrag und Beratung.
Brauche ich einen schriftlichen Vertrag?
Rechtlich nein, eine mündliche Einigung genügt. In der Praxis ist ein schriftlicher Vertrag dringend zu empfehlen, weil er bei Streit, Austritt oder Auflösung Klarheit schafft.
Wie werden Gewinne versteuert?
Die GbR zahlt selbst keine Einkommensteuer. Der Gewinn wird auf die Gesellschafter verteilt, und jeder versteuert seinen Anteil über die eigene Einkommensteuer. Gewerbesteuer kann zusätzlich anfallen.
Was passiert, wenn ein Partner aussteigt?
Das regelt idealerweise der Vertrag. Ohne Regelung kann der Austritt eines Gesellschafters die GbR auflösen. Deshalb gehören Austritts- und Fortführungsklauseln unbedingt in den Vertrag.
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