Selbstständig & Büro im Griff — der ehrliche Ratgeber

Rechnung, Steuern, Stundensatz, Liquidität, Mahnwesen: alles Wichtige fürs Büro verständlich erklärt — für Selbstständige in der Schweiz, Deutschland & Österreich. Mit Beispielen und kostenlosen Rechnern. Kein Hype, keine Werbeversprechen.

Stand: Juni 2026 · Allgemeine Information, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

💡 Schnellstart: Das meiste hier erledigst du direkt im kostenlosen Business-Cockpit — Rechnungen, Kassenbuch, Mahnungen und 14 Rechner in einer Offline-App. Und die Gratis-Checkliste fasst alle Punkte zum Abhaken zusammen.

1) Rechnung richtig stellen

Eine Rechnung muss bestimmte Pflichtangaben enthalten — fehlt etwas, kann sie beanstandet werden oder der Vorsteuerabzug deines Kunden kippt. Diese Angaben gehören (in CH/DE/AT ähnlich) drauf:

Tipp: Im Cockpit füllen sich Absender, IBAN & Steuernummer automatisch aus den Stammdaten — und du kannst eine fortlaufende Nummer per Klick vergeben, ein Logo einsetzen und einen Zahl-QR aufdrucken. Gratis Rechnung schreiben →

2) MwSt & Kleinunternehmer

Ob du MwSt ausweisen musst, hängt vom Land und deinem Umsatz ab. Die gängigen Sätze:

LandNormalsatzErmäßigt
Schweiz8,1 %2,6 % / 3,8 %
Deutschland19 %7 %
Österreich20 %10 % / 13 %

Kleinunternehmer/Befreiung: Unter bestimmten Umsatzgrenzen kannst du ohne MwSt fakturieren — dann gehört ein Hinweis auf die Rechnung (z. B. „Kein Ausweis von MwSt gemäß Kleinunternehmerregelung"). Die Grenzen und Regeln unterscheiden sich je Land und ändern sich gelegentlich — prüfe deinen konkreten Fall oder frag eine Fachperson.

3) Stundensatz berechnen

Der häufigste Anfängerfehler: zu billig anbieten. Dein Stundensatz muss nicht nur deinen Wunsch-Gewinn decken, sondern auch alle Kosten — und die Tatsache, dass nicht jede Stunde abrechenbar ist (Akquise, Buchhaltung, Pausen, Krankheit).

Faustformel:
Stundensatz = (Wunsch-Gewinn pro Jahr + Betriebskosten pro Jahr) ÷ wirklich abrechenbare Stunden pro Jahr

Beispiel: 60.000 Wunsch-Gewinn + 12.000 Kosten = 72.000. Bei ca. 5 abrechenbaren Stunden/Tag und ~225 Arbeitstagen ≈ 1.125 Stunden → ~64 pro Stunde (vor Steuern). Wer hier 40 verlangt, arbeitet faktisch unter Wert.

4) Steuer-Rücklage bilden

Die Steuer kommt sicher — wer nichts zurücklegt, hat später ein Loch. Leg von jeder Einnahme sofort einen Teil beiseite, am besten auf ein separates Konto.

⚠️ Der genaue Prozentsatz hängt von deinem Gewinn und Land ab. Im Zweifel mit einer Steuerfachperson abstimmen — einmal richtig eingestellt, läuft es dann von selbst.

5) Liquidität & Notgroschen

Cashflow ist König. Auch profitable Selbstständige geraten in Not, wenn Kunden spät zahlen.

6) Mahnwesen & Verzug

Zahlt ein Kunde nicht, geh ruhig, aber konsequent vor:

  1. Freundliche Zahlungserinnerung (höflich, „sicher übersehen").
  2. 1. Mahnung mit klarer neuer Frist.
  3. Danach Verzugszinsen & Mahnkosten; im Ernstfall rechtliche Schritte.

Spätestens ~30 Tage nach Fälligkeit tritt in der Regel Verzug ein. Verzugszinsen darfst du dann meist berechnen — Höhe je nach Land/Vertrag.

✅ Fertige Mahn-Texte zum Kopieren gibt es im Cockpit (Tab „Mahnung"). Verzugszinsen-Rechner Fälligkeits-Rechner

7) Belege & Kassenbuch

Ordnung spart bei der Steuer Zeit und Geld. Sammle Belege das ganze Jahr — nicht erst im April panisch suchen.

✅ Cockpit: Kassenbuch mit CSV-Export + Beleg-Scanner (Foto, Betrag, Kategorie). Cockpit gratis öffnen →

8) Skonto & Zahlungsfristen

Skonto (ein kleiner Rabatt für schnelle Zahlung) kann sich für beide Seiten lohnen: Du bekommst schneller Geld, dein Kunde spart ein paar Prozent. Aber rechne nach — ein hoher Skonto-Satz entspricht oft einem sehr hohen effektiven Jahreszins.

9) Absicherung & Vorsorge

⚠️ Versicherungen & Vorsorge sind sehr individuell. Lass dich unabhängig beraten und vergleiche, bevor du abschließt.

10) Alle Gratis-Tools auf einen Blick

Alles hier kannst du sofort kostenlos nutzen — offline, ohne Login, deine Daten bleiben auf deinem Gerät:

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🚀 Empfehlung: Starte mit dem Business-Cockpit — öffne es, drücke „🎬 Demo-Daten laden" und sieh in 2 Minuten, wie Rechnung, Kassenbuch, Umsatz & Co. zusammenspielen. Jetzt gratis ausprobieren →

Vertiefung — einzelne Themen

Zu diesen Themen gibt es eigene, ausführliche Ratgeber:

🧾 Rechnung als Kleinunternehmer ⏱️ Stundensatz für Freelancer 🧮 Was von der Steuer absetzen? ⚠️ Scheinselbstständigkeit vermeiden 🚀 Selbstständig anmelden 📄 Angebot schreiben 💻 Buchhaltungssoftware-Vergleich 📝 Rechnung Schritt für Schritt 🏦 Geschäftskonto-Vergleich 🏠 Homeoffice absetzen ↩️ Rechnung stornieren 🤝 Erste Kunden gewinnen 📋 Steuererklärung Selbstständige 🆓 Kostenloses Rechnungsprogramm ⚖️ lexoffice vs. sevdesk 🏦 Qonto vs. Kontist 🏪 Gewerbe anmelden — Kosten 🌍 Rechnung ins Ausland 🧾 Privatrechnung schreiben 🌐 Rechnung auf Englisch 📊 Kleinunternehmer-Grenze 2026 🩺 Krankenversicherung Selbstständige 📚 Buchhaltung für Anfänger 📒 Kassenbuch führen 🧮 Umsatzsteuervoranmeldung 🧾 Rechnung-Muster 🏦 Kostenloses Geschäftskonto 💡 Selbstständig machen: Ideen 🌙 Nebenberuflich selbstständig 📈 Businessplan erstellen 🧑‍💻 Freelancer-Plattformen

Häufige Fragen

Was muss zwingend auf eine Rechnung?

Name & Anschrift beider Parteien, Datum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Betrag und MwSt (oder Kleinunternehmer-Hinweis), Steuer-/MwSt-Nummer sowie Zahlungsziel und IBAN.

Wie viel Steuer-Rücklage ist sinnvoll?

Als grober Richtwert 25–30 % jeder Einnahme auf ein separates Konto. Der genaue Wert hängt von Gewinn, Land und Steuersatz ab — im Zweifel mit einer Fachperson abstimmen.

Wie berechne ich meinen Stundensatz?

(Wunsch-Gewinn + Betriebskosten pro Jahr) ÷ wirklich abrechenbare Stunden pro Jahr. Nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar — kalkuliere Akquise und Verwaltung mit ein.

Ab wann ist ein Kunde im Verzug?

In der Regel spätestens etwa 30 Tage nach Fälligkeit. Dann darfst du je nach Land/Vertrag meist Verzugszinsen und Mahnkosten berechnen.

Ist das hier Steuerberatung?

Nein. Das ist allgemeine, verständliche Information. Für deinen konkreten Fall hilft eine Steuer- oder Rechtsfachperson.