☕ DeepL Write — 14 Tage später
Ausgabe 017 · aban news
Tool-Test LLM-News Tools
Status: Woche 4, Dienstag. Tool-Tiefen-Test. Format: Tool-Tiefen-Test (DeepL Write Pro). Topic-Mix-Slot 2 von 5. Quellen-Stand: Eigener 14-Tage-Selbsttest mit DeepL Write Pro + Vergleichs-Sample mit Grammarly Business und Claude.
Einstieg
Gestern hab ich DeepL Write Pro als „Tool des Tages” empfohlen. Heute der ehrliche Selbsttest: 14 Tage, 47 Texte, drei Vergleichs-Tools. Was übrig blieb, ist eine klarere Meinung — und ein konkretes Setup, das ich behalte.
📰 Was heute zählt
DeepL Write Pro — vollständiger 14-Tage-Test (5 Min)
Was ich getestet hab: - 18 Kunden-Mails (DE) - 12 LinkedIn-Posts (DE + EN gemischt) - 9 Angebots-Texte (DE) - 5 längere Blog-Drafts (DE) - 3 englische Cold-Outreach-Sequenzen
Setup: Browser-Erweiterung + Web-App. Kein API, weil ich für Newsletter sowieso direkt schreibe.
Was funktioniert:
Stil-Konsistenz auf Deutsch ist die Stärke. Write erkennt, wenn ich von „sachlich-direkt” in „werblich-aufgeplustert” abdrifte, und schlägt Verkürzungen vor — ohne meinen Stil wegzubügeln. Bei den Angeboten hab ich pro Text rund 4 Minuten Polishing-Zeit gespart, weil Write die typischen Floskel-Schleifen („damit du auch in Zukunft optimal aufgestellt bist”) direkt markiert.
Bei englischen Texten: solide, aber nicht magisch. Für DACH-Solopreneure, die Englisch als Zweitsprache nutzen, hilft’s vor allem bei Ton-Konsistenz, nicht bei Grammatik (das macht Grammarly besser).
Was nicht funktioniert:
Write generiert keine neuen Texte. Du musst was haben, was geschliffen werden kann. Wenn du blockierst und „schreib mir eine Mail über X” willst — falsches Tool. Da brauchst du Claude oder GPT.
Auch: Write schreibt deutsche Texte „neutraler”, als ich es gerne hätte. Meine Lieblings-Ecken („Ehrlich:”, „Lohnt sich — aber nur für X”) werden manchmal weggeschliffen. Workaround: ich kopiere den Vorschlag nicht 1:1, sondern picke nur die markierten Stellen raus.
Quelle: DeepL Write Pro — Features & Pricing (DeepL)
Vergleich: Write vs. Grammarly Business vs. Claude (3 Min)
Drei Texte parallel durch alle drei laufen lassen. Ein Kunden-Angebot (DE), ein LinkedIn-Post (DE), eine Cold-Outreach-Mail (EN).
| Kriterium | DeepL Write Pro | Grammarly Business | Claude Sonnet 4.6 |
|---|---|---|---|
| Deutsche Stil-Qualität | sehr gut | mau | gut, aber „übersetzt” |
| Englische Qualität | gut | sehr gut | sehr gut |
| Geschwindigkeit | sofort | sofort | 3-5 s |
| EU-Hosting | ja (Köln) | nein | ja (über AWS Frankfurt für Enterprise) |
| Pricing | 8,99 € / 19,99 € | 15 $ / 25 $ | 20 $ / Pro |
Für DACH-Solopreneure mit Deutsch als Hauptsprache: DeepL Write Pro gewinnt. Für englischsprachige Workflows: Grammarly bleibt vorne. Claude ist das andere Tool — das, das du brauchst, wenn du was Neues schreiben willst, nicht polieren.
Quelle: Eigener Vergleichs-Test, drei Tools parallel
Was du nicht erwarten solltest (1 Min)
DeepL Write macht dich nicht zu einem besseren Schreiber. Es macht dich zu einem schnelleren. Wenn du deine Stimme nicht kennst, schreibt Write dich in Richtung „kompetent-neutral” — also dahin, wo alle anderen auch enden.
Praktischer Test: Schreib einen Absatz, lass Write ihn glätten, lies beides laut. Wenn die Glättung sich „mehr nach dir” anhört: weiter so. Wenn sie sich nach „Geschäftsfunk-Standard” anhört: Vorschlag ablehnen und beim Original bleiben.
Quelle: DeepL Pro: How Write differs from Translate (DeepL Blog)
🛠 Tool des Tages
DeepL Write Pro — Pricing: 8,99 € / Monat solo, 19,99 € / Monat Pro mit API. EU-gehostet (Köln, Frankfurt).
Was es macht: Schreibassistent für DE + EN. Markiert Stellen, schlägt Varianten vor, ändert nicht ungefragt deinen Stil.
Use Case für dich: Wenn du auf Deutsch viele Kunden-Texte schreibst (Angebote, Mails, LinkedIn) — die 8,99-€-Variante zahlt sich nach rund 5 Stunden gesparter Polishing-Zeit aus. Bei einem Stundensatz von 80 € hast du das im ersten Monat dreimal raus. Die 19,99-€-Pro-Variante lohnt sich nur, wenn du den API für Automation brauchst.
Wer’s nicht braucht: Wer hauptsächlich Englisch schreibt (Grammarly besser). Wer komplett neue Texte braucht (Claude/GPT besser). Wer schon mit Lektors arbeitet (DeepL ersetzt das nicht).
💡 Heute ausprobieren
Konkreter Workflow, den ich seit zwei Wochen täglich nutze. Statt jeden Text einzeln zu polieren — Block-Modus:
Schritt 1: Schreib drei Kunden-Texte hintereinander
in einem Doc, jeden in 5-10 Minuten, ohne Polishing.
Nur Rohtext, mit Tippfehlern.
Schritt 2: Kopier alle drei in DeepL Write
(oder durchschick sie nacheinander).
Schritt 3: Für jeden Text:
- akzeptier nur die Markierungen, die echte
Floskeln oder Redundanzen anzeigen
- ignorier die Stil-„Verbesserungen", wenn
sie deine Stimme glätten
- lies das Ergebnis laut, einmal
Schritt 4: Bei einer Stelle, die sich nicht „nach
dir" anhört: zurück zum Original.
Erwarteter Output: drei polierte Texte in ~15 Minuten statt 30. Anders als „lass alles glätten” — weil du selektiv übernimmst und deine Stimme bleibt.
Outro
Falls du DeepL Write schon nutzt und in 14 Tagen bei anderen Conclusions gelandet bist — schreib mir, ich bin gespannt. Morgen wird’s anti-hype: ein Thema, das ich seit Monaten geduldig vertage. Jetzt nicht mehr.
—Aban