☕ China zieht den Vorhang zu, DeepSeek dreht am Preis
Mittwoch, halb durch. Heute drei News, die mich tatsächlich was angehen — der Rest aus den Feeds ist Branchen-Geplauder, das ich für dich aussortiert hab. Schwerpunkt: Preise, Privacy, und ein DACH-Tool, das ich diese Woche selbst antesten werd.
📰 Was heute zählt
DeepSeek viertelt die Preise für V4-Pro (2 Min)
Das chinesische Startup DeepSeek hat sein Top-Modell V4-Pro dauerhaft auf 25 % des bisherigen Preises gesenkt. Möglich macht das laut Trending Topics der Wechsel von Nvidia-GPUs auf Huawei Ascend 950 in der Inference-Infrastruktur — kein Sale, kein Aktions-Rabatt, sondern strukturell.
Für dich heißt das: Wenn du für Bulk-Tasks (Klassifizierung, Summary-Pipelines, Batch-Übersetzungen) einen Anbieter neben OpenAI/Anthropic hast, lohnt sich ein A/B-Test diese Woche. Bei meiner eigenen Newsletter-Pipeline rechne ich nach Caching mit Anthropic immer noch günstiger, aber für Pre-Processing-Layer könnte DeepSeek interessant werden.
Quelle: DeepSeek viertelt Preise für V4-Pro (Trending Topics)
Paul Graham ignoriert KI-Mails — und du solltest das wissen (2 Min)
Y-Combinator-Gründer Paul Graham hat öffentlich gesagt: Wer ihm offensichtlich KI-generierte Mails schickt, kriegt keine Antwort. Er empfindet sie als „belügend". Erste Studien (im Decoder-Artikel verlinkt) deuten an: das ist kein Solo-Reflex, sondern wird zum Pattern bei Empfängern, die viel Inbox haben.
Für dich heißt das: Wenn du Cold-Outreach machst (Sponsoring, Partnerschaften, Lead-Gen), ist „die Mail durch ChatGPT jagen und absenden" gerade aktiv kontraproduktiv geworden. Nicht weil KI-Mails schlecht sind, sondern weil das Muster (Drei-Absätze-perfektes-Deutsch-keine-Persönlichkeit) erkennbar geworden ist.
Quelle: Investor warnt Startups: Wer KI-Mails schickt, wird nicht ernst genommen (The Decoder)
eustella geht in offene Beta — und ist aus Wien (1 Min)
Das Wiener KI-Startup eustella hat eine Web-Version released und Bildgenerierung via FLUX.2 integriert. Plattformübergreifend: Browser, Android, iPhone. Open Beta, kostenlos.
Für dich heißt das: Wenn du dir bei ChatGPT/Claude wegen EU-Hosting Sorgen machst oder einfach mal einen DACH-AI-Companion probieren willst — guter Moment. Ich teste das diese Woche selbst und schreib Mo dazu ein ehrliches Fazit.
Quelle: eustella startet mit Web-Version (Trending Topics)
Marken-Sichtbarkeit in ChatGPT prüfen — neue Tools (1 Min)
t3n hat heute eine Übersicht zu Software gebracht, mit der du checken kannst, ob und wo deine Marke in KI-Chats auftaucht (Stichwort: GEO / „Generative Engine Optimization"). Tools wie Profound, AthenaHQ und Otterly werden genannt.
Für dich heißt das: Falls du Brand-Verantwortung hast — Brand-Sichtbarkeit in LLMs ist 2026 das, was Google-SERP 2010 war. Lohnt sich, einmal pro Quartal zu prüfen, bevor's Standard-Reporting wird.
Quelle: Kennt ChatGPT dein Unternehmen? (t3n)
🛠 Tool des Tages
eustella — Pricing: Open Beta gratis, Pro-Tier laut Website 14 € / Monat
Ein AI-Companion aus Wien — also EU-Hosting, DSGVO-nativ, kein US-Datentransfer. Kann jetzt auch Bilder (via FLUX.2 integriert) und läuft auf Browser, Android, iPhone synchron.
Use Case für dich: Wenn du ChatGPT für persönliche Arbeit nutzt (Brainstorming, Texte, Bildideen) und ein Bauchgefühl bei US-Servern hast — diese Woche ist Open Beta, also gratis-Test ohne Karte. Ich nutz das parallel zu Claude diese Woche und vergleich Output-Qualität auf deutschsprachige Tasks.
Wer's nicht braucht: wenn du eh schon Claude oder ChatGPT zahlst und das Daten-Thema dich nicht juckt — kein Killer-Feature, das dich migrieren muss.
💡 Heute ausprobieren
Anschluss an die Paul-Graham-News oben — wenn du Cold-Outreach machst (oder Sponsoring-Mails für deine eigene Sache), häng diesen Mini-Prompt an deinen Standard-Email-Workflow:
Hier ist ein Cold-Outreach-Mail-Entwurf von mir an [Empfänger, Kontext].
Mach NICHT die typische KI-Politur. Stattdessen:
1. Lies den Text und finde die EINE Stelle, die generisch klingt
(z.B. "Ich hoffe, diese Mail erreicht Sie gut").
2. Schreib NUR diese eine Stelle um — so wie ich es im echten
Gespräch sagen würde (mit Namen-Dropping, konkretem Anlass,
oder einem kleinen "ehrlich gesagt").
3. Lass den Rest in Ruhe.
Output: nur der neue Satz + Begründung in einem Halbsatz.
Erwarteter Output: 1 konkrete Stelle, 1 menschlicher Satz, 1 Halbsatz Begründung. Anders als „verbessere meine Mail" — weil's nach EINER chirurgischen Stelle fragt statt nach Komplett-Rewrite, der die Mail wieder generisch macht.
Outro
Wenn du diese Woche eines der vier Tools testest — schreib mir kurz welches und ob's was bringt. Ich antworte auf jede Mail.
— Aban