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☕ China zerlegt die Preisliste

Ausgabe 001 · aban news

News-Recap LLM-News Tools Prompts

Status: Launch-Tag. Erste reguläre Ausgabe von aban news. Format: News-Recap (Launch-Welle). Topic-Mix-Slot 1 von 5. Quellen-Stand: RSS-Sweep 26./27.05.2026 (The Decoder, t3n, Trending Topics, heise).


Einstieg

Erster Montag. Wenn du das liest: danke, du bist dabei. Ich versprech dir: kein Feature-Geschwurbel, keine PR-Pressetexte abgeschrieben. Was dir diese Woche wirklich was bringt — sortiert. Und heute ist das vor allem eins: Geld. Wer KI in Production nutzt, sollte spätestens jetzt rechnen.

📰 Was heute zählt

Xiaomi und DeepSeek brechen die API-Preise (3 Min)

Doppel-Schlag aus China am Wochenende: Xiaomi senkt seine API-Kosten um bis zu 99 %, DeepSeek viertelt den Preis seines Top-Modells V4-Pro dauerhaft auf 25 % vom alten Tarif. Kein Promo-Aktion, struktureller Cut — DeepSeek begründet das mit dem Wechsel von Nvidia-GPUs auf Huawei Ascend 950 in der Inferenz.

Für dich heißt das: Wenn du Bulk-Tasks fährst (Klassifizierung, Zusammenfassungen, Übersetzungs-Pipelines) und bisher OpenAI oder Anthropic gewohnt bist — ein A/B-Test diese Woche kostet dich 20 Minuten, kann aber 60-80 % deiner Token-Rechnung wegrationalisieren. Meine Einschätzung: für sensible Kundendaten weiterhin Anthropic oder Mistral, für Pre-Processing-Layer wird China-Inference jetzt rational.

Quelle: Bis zu 99% Rabatt: Xiaomi und DeepSeek attackieren mit AI-Token zu Schleuderpreisen (Trending Topics)

OpenRouter holt 113 Mio. $ und wird zum AI-Seismographen (2 Min)

OpenRouter — die Plattform, über die Entwickler beliebig zwischen Modellen routen — hat 113 Millionen Dollar in einer Runde mit CapitalG eingesammelt und ist jetzt Unicorn. Spannender als die Bewertung ist die Zahl, die sie veröffentlichen: 25 Billionen Tokens pro Woche, die durch die Plattform laufen.

Für dich heißt das: Wenn du Modelle in Production nutzt, ist OpenRouter aktuell die ehrlichste Möglichkeit, Vendor-Lock-in zu vermeiden. Ein Account, ein API-Key, du switchst zwischen Claude, GPT, DeepSeek, Mistral mit einer Code-Zeile. Ehrlich: ich hatte das lange ignoriert, weil’s nach Zwischenhändler-Aufschlag klang — ist es bei den meisten Modellen nicht.

Quelle: OpenRouter: Der Seismograph der AI-Welt holt 113 Millionen Dollar (Trending Topics)

Claude Mythos löst das Erdős-Problem — billiger als AlphaProof (2 Min)

Vor einer Woche feierte OpenAI noch einen Erdős-Beweis aus 1946 als KI-Marker. Diese Woche: Anthropic zeigt, dass Claude Mythos dasselbe Problem auch knackt — laut Bericht mit „hübschem, einfachem Beweis”. Parallel hat Google Deepmind mit AlphaProof Nexus neun weitere Erdős-Probleme autonom gelöst, „für wenige hundert Dollar”.

Für dich heißt das: Wenn du Reasoning-Tasks an LLMs auslagerst (komplexe Recherche, Datenanalyse-Logik, Multi-Step-Begründungen) — die Top-Modelle sind in einer neuen Klasse angekommen. Praktisch relevant: bei harten mehrstufigen Prompts lohnt sich Vergleichs-Test zwischen Claude und Gemini diese Woche.

Quelle: Anthropics Claude Mythos löst das Erdős-Problem (The Decoder)

China verbietet KI-Forschern das freie Reisen (1 Min)

Beijing erweitert Ausreisebeschränkungen: KI-Spezialisten brauchen behördliche Genehmigung für Auslandsreisen. Geopolitik-Eskalation, kein Tech-Detail — aber relevant für die Frage, woher in zwei Jahren die Modelle kommen.

Für dich heißt das: Diversifizier deine Tool-Auswahl. Wenn du heute zu 100 % auf ein US-Lab oder zu 100 % auf ein chinesisches Modell setzt, baust du dir ein Risiko ein, das politisch ist, nicht technisch.

Quelle: China weitet Ausreisebeschränkungen für KI-Talente aus (heise)

🛠 Tool des Tages

OpenRouter — Pricing: pay-per-token, kein Abo. Kein Aufschlag bei den meisten Modellen.

Was es macht: API-Aggregator. Ein Endpoint, ein Key, du sprichst Claude, GPT-5, DeepSeek, Mistral, Gemini, Llama. Modell-Switch ohne Code-Refactor.

Use Case für dich: Du hast einen Workflow in n8n oder Make, der heute Claude nutzt. Mit OpenRouter ändert du eine einzige Konfig-Zeile, um auf DeepSeek umzustellen und einen Tag lang Kosten zu vergleichen. Ich nutz das für meine Newsletter-Recherche-Pipeline, weil ich Routing-Logik bauen kann („teure Tasks zu Claude, billige zu DeepSeek”) ohne zwei Provider-Accounts zu pflegen.

Wer’s nicht braucht: Wenn du nur einen Provider nutzt und keinerlei Vergleich planst — dann direkter Account, weniger Latenz.

💡 Heute ausprobieren

Anschluss an die China-Preis-News: ein 10-Minuten-Kosten-Audit für deinen aktuellen KI-Stack. Wenn du Claude oder ChatGPT regelmäßig nutzt, frag dein eigenes Modell um Hilfe:

Ich nutze [Modell + Anwendungsfall] etwa [X] Stunden pro Woche.
Häufigste Tasks: [Liste 3-5].

Analysiere bitte:
1. Welche dieser Tasks sind "billig genug" auch für ein
   Modell der 25-%-Preisklasse (Klassifizierung, Standard-
   Zusammenfassung, einfache Übersetzung)?
2. Welche brauchen wirklich das Top-Modell (komplexes
   Reasoning, Kunden-Output, sensible Daten)?
3. Schätzung: wie viel Token-Volumen pro Woche pro Kategorie?

Output: zwei Listen + grobe €-Schätzung pro Monat
für split vs. all-premium.

Erwarteter Output: zwei klare Kategorien plus eine konkrete Zahl, die du in einem A/B-Test ab nächster Woche validieren kannst. Anders als ein vages „mach KI günstiger” — weil’s nach Task-Klasse trennt statt pauschal zu sparen.

Outro

Wenn du diese Woche einen der Preis-Vergleichs-Tests machst — schick mir gerne kurz, was rauskam. Ich antworte auf jede Mail. Morgen gibt’s einen Tool-Tiefen-Test, der dich überraschen wird.

—Aban