☕ Cap.so vs. Loom — ein Wochenende lang getauscht
Ausgabe 007 · aban news
Tool-Test Tools
Status: Tag 7. Woche 2. Format: Tool-Tiefen-Test (Cap.so vs. Loom). Topic-Mix-Slot 2 von 10. Quellen-Stand: Eigene Tool-Tests Juni 2026 + RSS-Sweep 07.06.2026.
Einstieg
Dienstag. Letztes Wochenende hab ich eine Sache gemacht, die ich seit Monaten aufschiebe: meinen Screen-Recorder gewechselt. Loom kostet mich 15 $ / Monat, Cap.so ist Open-Source und kostenlos. Drei Tage echter Test mit echten Aufnahmen — heute das ehrliche Fazit.
📰 Was heute zählt
Cap.so 0.4 mit AI-Transkripten und Studio-Mode (3 Min)
Cap.so, das Open-Source-Screen-Recorder-Projekt aus San Francisco, hat Version 0.4 ausgerollt. Highlights: Multi-Track-Editor (Stimme, Screen, Cam getrennt), automatische Transkripte mit Whisper-Large-v3 lokal auf dem Mac, und ein Studio-Mode, der direkt zu MP4 oder GIF exportiert. Pricing: kostenlos für Solo-User, 9 $ / Mo für Teams (Sharing, Cloud-Storage).
Für dich heißt das: wenn du Loom für 15 $ nutzt und nur 20 % der Features brauchst (Recording + Link teilen) — Cap.so ist jetzt funktional gleichwertig, bei deutlich weniger Lock-in. Meine Einschätzung nach drei Tagen Wechsel: für Solo-Users der bessere Default ab heute.
Quelle: Cap.so 0.4: Studio-Mode und lokale Transkripte (cap.so Blog)
Loom integriert sich tiefer in Atlassian-Stack (2 Min)
Atlassian (Eigentümer von Loom seit 2023) hat angekündigt, Loom enger in Jira und Confluence zu verzahnen — Auto-Embed in Tickets, AI-generierte Summary in Confluence-Pages, automatische Issue-Verlinkung beim Aufnehmen aus Jira heraus.
Für dich heißt das: wenn dein Team Atlassian nutzt, lohnt sich Loom weiterhin — das ist die Tiefe, die du als Solo-User nicht hast und auch nicht brauchst. Wenn du nicht in Atlassian unterwegs bist, frag dich diese Woche, wofür du genau 15 $ / Monat zahlst.
Quelle: Atlassian vertieft Loom-Integration in Jira und Confluence (Atlassian Blog)
Granola eröffnet EU-Region in Frankfurt (1 Min)
Knappe News, große Folge: Granola — das AI-Meeting-Notes-Tool — hat eine EU-Hosting-Region in Frankfurt eröffnet. Daten bleiben in der EU, AVV-Vertrag verfügbar. Pricing bleibt bei 18 $ / Mo Personal, 14 $ / Seat Business.
Für dich heißt das: wenn du Granola wegen US-Hosting nicht nutzen konntest (Kanzleien, Steuerberatung, sensible Branchen), ist die Hürde weg. Ich teste das ab dieser Woche — Vergleich mit tldv und Otter folgt in einer späteren Ausgabe.
Quelle: Granola startet EU-Region Frankfurt (Granola Blog)
Notion AI bekommt Custom Agents — aber langsam (2 Min)
Notion rollt Custom Agents in Enterprise-Tier aus — kleine AI-Workflows, die auf einer Datenbank operieren. Solo-Plus bleibt vorerst draußen. Pricing für Enterprise: 28 $ / Seat / Mo, plus AI-Add-on.
Für dich heißt das: noch zu früh zum Begeistern. Was du als Solopreneur stattdessen heute schon machen kannst: ein Make- oder n8n-Workflow auf deine Notion-DB. Weniger schick, identisches Resultat. Ich erspare dir den 28-$-Sprung, bis das Feature stabil ist.
Quelle: Notion AI: Custom Agents in Enterprise (Notion Blog)
🛠 Tool des Tages
Cap.so — Pricing: Free für Solo, 9 $ / Mo Pro (Sharing, Cloud). Open-Source, Mac + Windows + Linux.
Was es macht: Screen-Recorder mit Studio-Editor und lokalen AI-Transkripten. Direkt-Export zu MP4, GIF, WebM. Sharing via eigenem Cloud-Link oder selbst-gehostet.
Use Case nach drei Tagen Selbsttest: ich nehme zwei bis vier Loom-ähnliche Videos pro Woche auf (Tutorials für Kunden, Bug-Replays an Devs, Async-Updates). Cap.so hat die letzten drei Tage alle Aufnahmen sauber gemacht. Die Whisper-Transkripte sind lokal — heißt: meine Aufnahmen verlassen den Rechner nicht, außer ich teile sie aktiv. Studio-Mode reicht für meine Editing-Bedürfnisse (Cut, kein Effekt-Zirkus).
Wer’s nicht braucht: wenn du tief in Atlassian sitzt oder ein Team von 10+ Leuten managst, das schon auf Loom-Library angewiesen ist — der Wechsel rentiert sich für dich nicht. Bleib bei Loom.
Was mich gestört hat: Auto-Captions auf Deutsch sind okay, aber nicht so sauber wie auf Englisch. Bei reinen DE-Aufnahmen lieber das Transkript ins Modell deiner Wahl werfen und Captions extern bauen.
💡 Heute ausprobieren
Wenn du ein Screen-Recorder-Abo hast, das du kaum nutzt — heute ein 5-Minuten-Audit, ob’s bleibt oder fliegt:
Ich zahle aktuell für [Tool] [X €] pro Monat.
Was ich damit tatsächlich tue:
- [Liste der Use Cases, die ich diesen Monat damit gemacht habe]
- Frequenz: [X mal pro Monat]
- Wie viele Minuten Aufnahme ungefähr pro Recording: [Y]
- Wo landen die Videos: [Kunde / intern / Doku]
Frage:
1. Was an meinem aktuellen Use ist nur mit diesem Tool möglich
und mit keinem anderen?
2. Welcher Teil ist „Komfort, aber austauschbar"?
3. Wenn ich auf eine kostenlose Alternative wechsle —
wie viele Stunden Migrations-Aufwand sind realistisch?
Sei direkt. Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst ohne
Tool-spezifische Daten von mir, sag das.
Erwarteter Output: drei klare Spalten plus Migrations-Zeitschätzung. Anders als „brauchst du das Tool wirklich” — weil du nach Use-Case fragst, nicht nach Bauchgefühl.
Outro
Wenn du Cap.so testest oder schon nutzt — schick mir kurz, wie’s bei dir läuft. Sammle Erfahrungen für eine größere Open-Source-vs-SaaS-Übersicht. Morgen: ein Anti-Hype-Take, der euch ein paar Investitions-Entscheidungen ersparen soll.
—Aban