Das DACH-KI-Starter-Kit

Sieben Prompts, die du direkt kopieren und einsetzen kannst, plus ein kurzer Datenresidenz-Check für DSGVO-konforme Tool-Auswahl. Gemacht für Solo-Selbstständige und kleine Teams im DACH-Raum. Kostenlos, kein Login, kein Email-Gate. Du liest es, du nimmst mit, was du brauchst.

Das Kit ist absichtlich klein gehalten. Kein 80-seitiges PDF, keine Tool-Liste, die in zwei Wochen veraltet ist. Stattdessen: konkrete Prompts für Aufgaben, die im DACH-Alltag wirklich anfallen — von der Angebots-Mail bis zum Tool-Stack-Aufräumen. Jeder Prompt hat einen kurzen Hinweis, wofür er gut ist und worauf du achten solltest. Pass die [Platzhalter] an deinen Fall an und prüf das Ergebnis, bevor du es rausschickst.

7 Prompts für DACH-Solopreneure

1. Angebots-Text entschärfen

Nimmt Marketing-Sprech und Übertreibungen raus, damit dein Angebot glaubwürdig klingt statt aufgeblasen.

Du bist ein nüchterner Lektor für deutsche Geschäftstexte.
Hier ist mein Angebots-Text:

[TEXT EINFÜGEN]

Schreib ihn so um, dass er sachlich und glaubwürdig wirkt.
Konkret:
- Streiche Superlative und leere Versprechen.
- Ersetze vage Behauptungen durch konkrete, prüfbare Aussagen
  (oder markiere mit [BELEG?], wenn ein Beleg fehlt).
- Behalte die Sie-/Du-Form aus dem Original bei.
- Halte die Länge gleich oder kürzer.
Gib danach in 3 Stichpunkten an, welche Stellen ich vor dem
Versand noch prüfen sollte.

2. Rechnungs-OCR-Check

Du hast eine Rechnung per OCR oder Foto-Text vorliegen und willst die Pflichtangaben gegenprüfen, bevor sie in die Buchhaltung geht.

Du prüfst eine deutsche/österreichische/Schweizer Rechnung auf
formale Vollständigkeit. Hier ist der (per OCR erfasste) Text:

[RECHNUNGSTEXT EINFÜGEN]

Prüfe, ob diese Pflichtangaben vorhanden sind, und liste sie als
Checkliste mit ✓ / fehlt:
- Vollständiger Name + Anschrift von Aussteller und Empfänger
- Steuernummer oder USt-IdNr.
- Rechnungsdatum und fortlaufende Rechnungsnummer
- Menge/Art der Leistung und Leistungsdatum
- Netto-Betrag, Steuersatz, Steuerbetrag, Brutto-Betrag
Markiere mögliche OCR-Lesefehler (z. B. unplausible Zahlen) extra.
Du gibst keine Steuerberatung — weise am Ende kurz darauf hin.

3. DSGVO-Datenresidenz-Check

Schnelle Vorab-Einschätzung, ob ein Tool ins DSGVO-Setup passt — als Vorbereitung, nicht als Ersatz für die echte Prüfung.

Ich prüfe, ob ich das Tool "[TOOL-NAME]" für [USE-CASE, z. B.
"Kundendaten in einem Support-Postfach"] einsetzen kann.

Stell mir nacheinander die Fragen, die ich klären muss, bevor
ich personenbezogene Daten reingebe:
- Wo werden die Daten gespeichert und verarbeitet (Region/Land)?
- Gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA)?
- Werden Daten an Drittländer (z. B. USA) übertragen, und auf
  welcher Rechtsgrundlage?
- Werden meine Eingaben zum Training genutzt, und kann ich das
  abschalten?
Fasse meine Antworten am Ende als kurzes Prüfprotokoll zusammen
und markiere offene Punkte. Hinweis: Das ersetzt keine
Rechtsberatung.

4. Wochen-Recap-Zusammenfassung

Aus deinen Notizen und Stichpunkten wird ein klarer Wochenrückblick — für dich selbst oder fürs Team.

Hier sind meine ungeordneten Notizen aus dieser Woche:

[NOTIZEN EINFÜGEN]

Mach daraus einen knappen Wochen-Recap auf Deutsch, du-Ansprache:
1. "Erledigt" — was diese Woche fertig wurde (max. 5 Punkte).
2. "Hängt" — was offen blieb und woran es lag (max. 3 Punkte).
3. "Nächste Woche" — die 3 wichtigsten nächsten Schritte.
Schreib sachlich, keine Floskeln. Wenn etwas in den Notizen
unklar ist, frag nach, statt zu raten.

5. Kalt-Mail, die nicht nervt

Eine kurze Erstansprache, die wie von einem Menschen klingt — ohne aufgesetzte Dringlichkeit oder Schmeicheleien.

Schreib eine kurze Kalt-Mail auf Deutsch (Sie-Form).

Absender: [WER DU BIST, 1 Satz]
Empfänger: [ROLLE/FIRMA]
Anlass: [KONKRETER GRUND, WARUM GERADE DIESE PERSON]
Angebot: [WAS DU ANBIETEST, 1 Satz]

Regeln:
- Maximal 90 Wörter.
- Erster Satz nennt einen konkreten, echten Bezug — keine
  Schmeichelei, keine "Ich hoffe, es geht Ihnen gut"-Floskel.
- Genau eine klare, niedrigschwellige Frage am Schluss.
- Keine künstliche Dringlichkeit, keine Superlative.
- Betreffzeile separat, max. 6 Wörter, nicht reißerisch.

6. Tool-Stack-Audit

Bringt Ordnung in deine Abos: Was überschneidet sich, was kannst du streichen, wo zahlst du doppelt?

Hier ist mein aktueller Tool-Stack mit grobem Monatspreis und
Zweck:

[LISTE: Tool — Preis/Monat — wofür ich es nutze]

Analysiere den Stack:
- Welche Tools überschneiden sich in der Funktion?
- Wo könnte ich zwei Tools durch eines ersetzen?
- Welche Posten sind im Verhältnis zum Nutzen teuer?
- Was würdest du als Erstes kündigen und warum?
Gib mir am Ende eine Tabelle: Tool | behalten/prüfen/streichen |
1 Satz Begründung. Sei konkret, nicht diplomatisch.

7. LinkedIn-Post ohne Buzzword-Bingo

Ein Post, der eine Sache klar erklärt — statt aus Haken, Emojis und Worthülsen zu bestehen.

Schreib einen LinkedIn-Post auf Deutsch über:

[THEMA / WAS DU GELERNT ODER GEMACHT HAST]

Regeln:
- Du-Ansprache, sachlicher Ton.
- Erste Zeile ist eine konkrete Aussage, kein Cliffhanger-Haken.
- Keine Buzzwords (z. B. "game-changer", "disruptiv",
  "Mehrwert", "10x"), keine Emoji-Aufzählungen.
- Maximal 5 kurze Absätze, eine konkrete Erkenntnis pro Absatz.
- Schluss: eine echte Frage an die Leser, kein "Was meint ihr?".
Wenn das Thema dünn ist, sag mir ehrlich, dass es als Post
zu wenig hergibt.

Datenresidenz-Check

Bevor du personenbezogene Daten in ein KI-Tool gibst, lauf diese vier Punkte durch. Das ersetzt keine Rechtsberatung — es hilft dir, die Tools auszusortieren, die offensichtlich nicht passen.

  • Speicherort klären: In welcher Region werden Eingaben verarbeitet und gespeichert? EU/Schweiz ist die einfache Variante; bei US-Anbietern brauchst du eine Rechtsgrundlage für den Transfer.
  • AVV vorhanden: Bietet der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) an, den du abschließen kannst? Ohne den geht es bei personenbezogenen Daten nicht.
  • Training abschaltbar: Werden deine Eingaben zum Modell-Training genutzt? Prüfe, ob du das in den Einstellungen deaktivieren kannst, und dokumentiere die Einstellung.
  • Löschung möglich: Kannst du Daten und Verlauf auf Anfrage löschen lassen, und ist klar, wie lange Logs aufbewahrt werden? Notiere die Aufbewahrungsfrist.

Nimm dir aus dem Kit, was du brauchst, und pass es an. Weitere Prompts und Vorlagen findest du in den Resourcen; Tools mit DACH-Ratings in der Tool-Database.