Kurzantwort: Für Balkone in Mietwohnungen ist der Elektrogrill die sicherste Wahl — kein Rauch, meist erlaubt. Im Garten bringt der Holzkohlegrill das beste Aroma zum tiefsten Preis; der Gasgrill ist schneller bereit und sauberer. Den Pelletgrill lohnt sich erst ab einem gewissen Enthusiasmus und Budget. Wer sich für einen bestimmten Typ bereits entschieden hat, findet vertiefte Kaufkriterien in unseren Spezial-Guides zu Elektrogrills.
🔥 Grilltyp zuerst wählen
Balkon oder Garten, Rauch oder nicht, schnell oder aromatisch — das entscheidet, welcher Typ passt.
📋 Hausordnung prüfen
Vor dem Kauf beim Vermieter nachfragen. Gas/Kohle ist in vielen Mietobjekten am Balkon untersagt.
📐 Grillfläche planen
Faustregel: 500 cm² pro Person. 4 Personen = mindestens 2000 cm² Grillfläche.
🧰 Zubehör mitbudgetieren
Abdeckhaube, Thermometer, Bürste und Grillzange kosten nochmals CHF 30–80 extra.
Die Grilltypen im Überblick
Bevor du dich für eine Marke oder ein Modell entscheidest, steht die Grundsatzfrage: Welcher Grilltyp passt zu deiner Wohnsituation, deinem Geschmack und deinem Zeitbudget? Fünf Bauformen dominieren den Schweizer Markt.
Gasgrill
- In 5–10 Min. grillbereit
- Temperatur exakt regelbar
- Wenig Rauch, gute Reinigung
- Propangas: Flasche nötig
- CHF 200–3000+
- Für Garten und grosse Terrassen
Holzkohlegrill
- Bestes Rauch-Aroma
- Günstigster Einstieg
- 30–45 Min. Vorheizzeit
- Mehr Reinigungsaufwand
- CHF 30–500+
- Nur im Freien, am Balkon oft verboten
Elektrogrill
- Kein Rauch, kein offenes Feuer
- Für Balkon und Innenbereich
- Sofort betriebsbereit
- Weniger Grillaroma
- CHF 30–400
- Braucht Steckdose, 230 V
Kugelgrill
- Klassische Bauform, meist Kohle
- Auch als Gas-Kugelgrill erhältlich
- Gut für direktes und indirektes Grillen
- Deckel ermöglicht Räuchern und Schmoren
- CHF 100–800
- Kompakt, ideal für kleine Gärten
Smoker & Pelletgrill
- Bestes Smoke-Aroma aller Typen
- Niedrig-und-langsam-Garen (Low & Slow)
- Digitale Steuerung, oft WiFi
- Pellets oder Holz nötig (teurer Betrieb)
- CHF 400–3000+
- Für Garten, nicht Balkon
Für eine Vertiefung zu den zwei balkontauglichsten und meistverkauften Typen lohnt sich ein Blick in unseren Elektrogrill-Kaufberater mit Leistungsangaben, Wattzahlen und Modell-Kategorien. Wer bereits weiss, dass es ein Gasgrill werden soll, findet die wichtigsten Faustregeln zu Brennern, BTU-Angaben und Flaschenwahl weiter unten in diesem Artikel im Abschnitt zu Propangas.
Vergleichstabelle: Alle Typen auf einen Blick
| Merkmal | Gasgrill | Holzkohle | Elektrogrill | Pelletgrill |
|---|---|---|---|---|
| Aufheizzeit | 5–10 Min. | 30–45 Min. | 3–8 Min. | 10–15 Min. |
| Aroma | Neutral | Stark rauchig | Kaum Grillaroma | Sehr aromatisch (Holz) |
| Rauch | Wenig | Viel | Keiner | Mittel |
| Balkon CH | Oft verboten | Meist verboten | Meist erlaubt | Nicht empfohlen |
| Einstiegskosten | CHF 200–600 | CHF 30–150 | CHF 30–150 | CHF 600–1200 |
| Betriebskosten | Propangas | Holzkohle / Briketts | Strom (günstig) | Holzpellets (mittel) |
| Reinigung | Mittel | Aufwendig | Einfach | Mittel |
| Für wen? | Gärtner, Familien | Aroma-Fans, Budgetbewusste | Mieter, Balkone | BBQ-Enthusiasten |
Grillen auf dem Balkon: Was das Mietrecht sagt
Ob du auf dem Balkon grillen darfst, hängt von drei Ebenen ab: dem Mietvertrag, der Hausordnung und dem kommunalen Recht. Es gibt keine einheitliche Schweizer Bundesregelung, die das Grillieren generell erlaubt oder verbietet — entscheidend ist immer der Einzelfall und, was schriftlich vereinbart wurde.
Rechtlich relevant ist Art. 257f des Obligationenrechts (OR): Der Mieter muss auf Mitbewohner und Nachbarn Rücksicht nehmen und darf die Mietsache nicht so nutzen, dass Dritte übermässig gestört werden. Ein Vermieter kann sich auf diesen Artikel stützen, um Grillverbote in der Hausordnung zu rechtfertigen, wenn Rauch, Geruch oder Funkenflug andere Mietparteien beeinträchtigen. Umgekehrt gilt: Enthält weder Mietvertrag noch Hausordnung ein ausdrückliches Verbot, ist Grillieren grundsätzlich zulässig, solange die Rücksichtnahmepflicht eingehalten wird.
- Elektrogrill: In den meisten Fällen erlaubt — kein offenes Feuer, kein nennenswerter Rauch. Trotzdem beim Vermieter nachfragen.
- Gasgrill: Häufig verboten oder eingeschränkt, da Gasflaschen auf Balkonen als Gefahrenquelle gelten. Manche Hausordnungen erlauben kleine Gasgrills bei Einhaltung der Abstände.
- Holzkohlegrill: Auf Balkonen in Mehrfamilienhäusern fast überall verboten — Raucheintrag in Nachbarwohnungen, Funkenflug, Brandgefahr.
- Pelletgrill / Smoker: Nicht für Balkone geeignet — zu gross, zu schwer, zu viel Rauchentwicklung.
Praktischer Rat: Schriftlich beim Vermieter oder der Hausverwaltung anfragen und die Antwort per E-Mail aufbewahren. Kommt es später zu einer Beschwerde eines Nachbarn, lässt sich damit belegen, dass eine Erlaubnis vorlag. Bei Stockwerkeigentum (Eigentumswohnungen) regelt zusätzlich das Reglement der Stockwerkeigentümergemeinschaft (STWEG), ob und wo auf gemeinschaftlichen Balkonen oder Terrassen grilliert werden darf.
Rauch und Nachbarschaftsrecht: ZGB Art. 684
Neben dem Mietrecht greift bei Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Gärten mit direktem Nachbargrundstück das Nachbarrecht nach Art. 684 des Zivilgesetzbuchs (ZGB). Dieser Artikel verbietet „übermässige Einwirkungen" auf Nachbargrundstücke — ausdrücklich genannt werden unter anderem Rauch, Russ, üble Gerüche und Erschütterungen.
Für das Grillieren bedeutet das in der Praxis: Gelegentliches Grillieren mit etwas Rauch gilt als ortsüblich und muss toleriert werden. Wer aber mehrmals wöchentlich stundenlang mit dichtem Holzkohlerauch grilliert und der Nachbar dadurch nachweislich in der Nutzung seines Gartens oder offener Fenster beeinträchtigt wird, kann eine Klage wegen übermässiger Immission riskieren. Gerichte urteilen hier stets im Einzelfall unter Berücksichtigung von Häufigkeit, Dauer, Windrichtung und Wohnlage (dicht bebautes Quartier vs. freistehendes Haus).
CH-Feuerschutz: Merkblatt VKF und Mindestabstände
Die wichtigsten Regeln im Überblick:
- Mindestabstand 1 Meter zu brennbaren Materialien (Holzzaun, Sitzbank, Markise, Pergola aus Holz)
- Kein Grillen unter brennbaren Überdachungen — Holzvordächer, Pergolen mit Latten, Sonnensegel
- Grill nie unbeaufsichtigt lassen, solange Glut vorhanden ist
- Löschmittel bereithalten: Eimer Wasser, Sand oder CO₂-Löscher in Griffweite
- Asche komplett erkalten lassen, bevor sie in den Kehrichtsack kommt (mindestens 12–24 Stunden)
- Gasflaschen immer aufrecht lagern, nicht in Innenräumen oder Untergeschossen
- In Wald- und Naturschutzgebieten ist offenes Feuer in trockenen Perioden verboten; auf kantonale Feuerkarten achten (z. B. zh.ch, be.ch)
Aktuelle kantonale Feuerkarten und Verbotszonen findest du auf den jeweiligen Kantonswebseiten oder über das Bundesamt für Umwelt (BAFU).
Waldbrandgefahr: Kantonale Feuerverbote im Sommer
In heissen, trockenen Sommerwochen erlassen Kantone regelmässig temporäre Feuerverbote, die weit über einzelne Waldgebiete hinausgehen können. Grundlage dafür ist die kantonale Waldgesetzgebung in Verbindung mit den Feuerschutzvorschriften. Die Warnstufen reichen typischerweise von „geringe Gefahr" bis „sehr grosse Gefahr" und werden von den Kantonspolizeien, Feuerwehren oder Forstämtern laufend aktualisiert.
- Vor jedem Grillabend im Sommer prüfen: die aktuelle Gefahrenstufe auf der Website des jeweiligen Kantons oder der Gemeinde.
- Gasgrills sind bei Verboten oft die einzige Alternative, da sie kein offenes Feuer im klassischen Sinn erzeugen — hier lohnt sich ein Blick in die jeweilige kantonale Verfügung, denn nicht überall gilt dieselbe Ausnahme.
- Feste, gemauerte Feuerstellen mit Umrandung sind häufig von Verboten ausgenommen, private Feuerschalen und Einweggrills auf Rasen in der Regel nicht.
- Bussen für Zuwiderhandlungen variieren je nach Kanton, können aber empfindlich ausfallen, insbesondere bei fahrlässiger Verursachung eines Brandes.
Praktisch heisst das: Wer im Hochsommer flexibel bleiben will, ist mit einem Elektro- oder Gasgrill oft besser bedient als mit reiner Holzkohle, da bei einer plötzlichen Verbotsstufe weniger Optionen wegfallen.
Öffentliche Feuerstellen und Grillplätze der Gemeinden
Wer keinen eigenen Garten oder Balkon hat, kann in fast jeder Schweizer Gemeinde auf öffentliche Feuer- und Grillstellen ausweichen. Diese sind meist in Waldrandnähe, an Flussufern oder in Naherholungsgebieten eingerichtet und mit gemauerten Feuerringen sowie Sitzbänken ausgestattet.
- Nutzung: In den meisten Gemeinden kostenlos und ohne Anmeldung für kleine Gruppen nutzbar.
- Anmeldepflicht: Für grössere Vereinsanlässe, Firmen- oder Familienfeste verlangen manche Gemeinden eine Reservation, teils gegen eine kleine Gebühr — Auskunft gibt die Gemeindeverwaltung oder das örtliche Forstamt.
- Eigenes Brennmaterial: An den meisten öffentlichen Feuerstellen muss Holz oder Kohle selbst mitgebracht werden; ein bereitgestellter Holzvorrat ist die Ausnahme.
- Verbote beachten: Auch öffentliche Feuerstellen werden bei erhöhter Waldbrandgefahr gesperrt — ein Hinweisschild vor Ort oder die Gemeinde-Website informiert aktuell.
- Sauberkeit: Abfall und Asche selbst mitnehmen beziehungsweise vollständig erkalten lassen; viele Gemeinden drohen sonst mit Nutzungssperren für alle.
1. August grillieren: Tradition, Cervelat und Feuerverbot-Risiko
Der 1. August, der Schweizer Nationalfeiertag, ist gleichzeitig einer der grössten Grillabende des Jahres. Familien, Vereine und Quartiere treffen sich traditionell zum gemeinsamen Grillieren, oft verbunden mit Feuerwerk und Höhenfeuern. Kulinarisches Zentrum des Abends ist dabei praktisch immer die Cervelat, die inoffizielle Nationalwurst der Schweiz.
- Alternative bei Verbot: Gas- oder Elektrogrill nutzen, sofern die kantonale Verfügung das zulässt — im Zweifel bei der Gemeinde nachfragen.
- Cervelat-Engpässe: In den Tagen vor dem 1. August sind Cervelats in Grossverteilern zeitweise ausverkauft — wer sicher planen will, kauft frühzeitig oder friert ein.
- Höhenfeuer und Feuerwerk: Unterliegen eigenen, meist noch strengeren Vorschriften als das Grillieren selbst und werden bei Trockenheit als Erstes verboten.
- Öffentliche Feiern: Viele Gemeinden organisieren ein offizielles 1.-August-Fest mit Feuerstelle — eine sichere und gesellige Alternative, falls private Feuer verboten sind.
Propangas kaufen und tauschen in der Schweiz
Für Gasgrills brauchst du eine Propanflasche (Propan bleibt auch bei Schweizer Wintertemperaturen gasförmig, Butan nicht). Die gängigsten Grössen:
| Flaschengrösse | Empfohlene Verwendung | Reichweite (ca.) | Bezugsort |
|---|---|---|---|
| 5 kg | Balkon, kleiner Grill, 1–2 Personen | 10–15 Grillsessions | Coop, Migros, Jumbo |
| 10 kg | Standard-Gasgrill, Garten | 20–30 Grillsessions | Coop, Migros, Jumbo, Hornbach |
| 11 kg | Grosser Grill, Parties | 30–45 Grillsessions | Fachhandel, Tankstellen |
Das Tausch-System (leere Flasche abgeben, volle mitnehmen) ist bei Coop, Migros und Jumbo weit verbreitet und günstiger als der Kauf einer neuen Flasche. Beim ersten Kauf bezahlst du eine Pfandgebühr; danach nur noch das Gas.
Grillfläche: Wie gross muss der Grill sein?
Die Grillfläche (in cm²) ist die wichtigste Kennzahl. Zu kleine Grills bedeuten mehrere Durchgänge — und kaltes Essen für die ersten Gäste.
| Personenzahl | Empfohlene Grillfläche | Typisches Gerät |
|---|---|---|
| 1–2 Personen | 1000–1500 cm² | Tischgrill, kleiner Elektrogrill |
| 3–4 Personen | 1500–2200 cm² | Standard-Gasgrill (2 Brenner), Kugelgrill 57 cm |
| 5–6 Personen | 2200–2800 cm² | Gasgrill 3 Brenner, grosser Kugelgrill |
| 7+ Personen / Feste | 2800 cm² und mehr | Party-Gasgrill, Pelletgrill gross |
Bei runden Kugelgrills ist die nutzbare Fläche etwas kleiner als angegeben, da die Ränder kühler sind. Beim Kauf lohnt es sich, die tatsächliche Grillfläche — nicht die äussere Durchmesserfläche — zu prüfen.
Material: Edelstahl, Emaille oder Gusseisen?
Das Rostmaterial entscheidet über Hitzeverteilung, Pflegeaufwand und Langlebigkeit:
Edelstahl-Roste
- Rostfrei und langlebig
- Leicht zu reinigen
- Heizt schnell, kühlt schnell
- Mittlere Hitze-Speicherung
- Preis: mittel bis hoch
Emaillierte Roste
- Antihaft-Effekt, einfach zu reinigen
- Kratzempfindlich (Metallwerkzeuge schaden)
- Kann bei Stössen abplatzen
- Günstiger im Einstieg
- Preis: günstig bis mittel
Gusseisen-Roste
- Sehr hohe Hitze-Speicherung
- Schöne Grillmuster
- Schwer (gut für Stand-Grills)
- Rostet ohne Pflege
- Einölen nach Reinigung nötig
Grillsicherheit: Kohlenmonoxid, Kinder und Fettbrand
Weitere Sicherheitsrisiken, die beim Grillkauf und -betrieb mitgedacht werden sollten:
- Kindersicherheit: Ein Sicherheitsabstand von mindestens 1–2 Metern zum Grill sollte für Kinder klar erkennbar sein (z. B. mit einem kleinen Absperrgitter). Grillzangen, heisse Roste und Aschebehälter nie unbeaufsichtigt in Reichweite von Kindern lassen.
- Fettbrand vorbeugen: Fettauffangschalen regelmässig leeren — angesammeltes Fett kann sich bei hoher Hitze selbst entzünden. Ein Fettbrand darf nie mit Wasser gelöscht werden (Stichflammengefahr); ein Deckel zum Ersticken der Flamme oder ein Fettbrand-geeigneter Feuerlöscher gehört griffbereit dazu.
- Anzündhilfen: Spiritus oder Benzin sind für Holzkohlegrills tabu — hohe Verpuffungsgefahr. Sicherer sind Anzündkamine oder feste Anzünder.
- Standfestigkeit: Grill auf ebenem, festem Untergrund aufstellen, nie auf wackeligen Tischen oder direkt auf Holzterrassen ohne hitzebeständige Unterlage.
- Gasleitungen prüfen: Vor der ersten Nutzung der Saison Schläuche und Anschlüsse auf Risse kontrollieren; mit Seifenwasser lassen sich undichte Stellen an Blasenbildung erkennen.
Preisbereiche in CHF — was bekommst du wofür?
| Segment | Preisrahmen | Grilltypen | Erwartungen |
|---|---|---|---|
| Einstieg | CHF 30–150 | Elektrogrill, Kleinkohle, Einweggrill | Grundfunktion, dünnere Materialien, weniger Extras |
| Mittelklasse | CHF 150–600 | Gasgrill 2 Brenner, Kugelgrill, bessere Elektros | Gute Verarbeitung, solide Lebensdauer, Deckelthermometer |
| Premium | CHF 600–2000 | Gasgrill 3–4 Brenner, Weber Genesis, Napoleon | Hochwertige Roste, lange Garantie, gute Hitzeverteilung |
| Profi / Pellet | CHF 1000–3000+ | Pelletgrill, grosse Gasgrills, Kamados | Maximale Ausstattung, WiFi-Steuerung, professionelle Ergebnisse |
Gebrauchte Grills aus dem Vorjahr sind oft eine gute Alternative. Auf Flecken am Rost, Rost an Brennern und den Zustand der Gasleitungen achten. Abdeckhauben fehlen häufig bei Gebrauchtgeräten. Second-Hand-Angebote lassen sich bequem über den aban Marktplatz oder die Angebotssuche vergleichen.
Marken: Wer baut Grills für die Schweiz?
- Weber (USA): Marktführer weltweit. Spirit-Serie (Einstieg Gas), Genesis (Mittelklasse), Summit (Profi). Sehr gute Ersatzteil-Verfügbarkeit in der CH.
- Outdoorchef (Schweiz): Schweizer Traditionsmarke mit Sitz in Regensdorf ZH. Bekannt für den runden Kugelgrill mit patentiertem Gas-Zündsystem und gleichmässiger Hitzeverteilung. Als Swiss-Made-Hersteller legt Outdoorchef Wert auf lokale Entwicklung und ist im Schweizer Fachhandel besonders breit vertreten — Ersatzteile und Garantieservice sind entsprechend unkompliziert erhältlich.
- Napoleon (Kanada): Hochwertige Gas- und Pelletgrills, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Premium-Segment.
- Broil King (Kanada): Robuste Gasgrills, solide Verarbeitung, in CH bei Fachhändlern erhältlich.
- Landmann (Deutschland): Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Einstieg bis Mittelfeld, breite Modellpalette bei Gas und Kohle.
- Rösle (Deutschland): Bekannt für hochwertige Edelstahl-Verarbeitung bei Kugel- und Gasgrills, eher im Premium-Segment angesiedelt.
- Traeger (USA): Spezialist für Pelletgrills mit App-Steuerung. Teuer im Betrieb, aber sehr gute Ergebnisse beim Slow-Cooking.
Sinnvolles Zubehör — und was du nicht unbedingt brauchst
Empfehlenswert von Anfang an:
- Abdeckhaube: Verlängert die Lebensdauer erheblich, besonders im Winter. Auf passende Grösse achten.
- Grillzange (lang): Mindestens 40 cm, damit die Hände weit genug vom Feuer sind. Edelstahl ist besser als Holzgriff.
- Drahtbürste oder Schaber: Für saubere Roste vor dem Grillen — heiß bürsten geht besser als kalt.
- Deckelthermometer: Bei Grills ohne eingebautes Thermometer wichtig, um indirekte Hitze zu kontrollieren.
- Feuerlöschdecke oder Eimer Sand: Pflicht auf dem Balkon und empfohlen im Garten.
Erweitert das Repertoire (lohnt sich mit wachsender Erfahrung):
- Grillplatte / Plancha: Glatte Metallplatte für Gemüse, Meeresfrüchte oder Frühstück auf dem Grill — verhindert, dass Kleinteile durch den Rost fallen.
- Räucherchips oder Räuchermehl: Für Rauchgeschmack auf Gas- oder Elektrogrills, meist in einer kleinen Metallbox oder Alufolie verwendet.
- Smoker-Box: Für Gasgrills, wenn du gezielt Rauchgeschmack ohne kompletten Wechsel zu Holzkohle willst.
- Grillstein / Pizzastein: Für indirekte Hitze-Anwendungen und knusprige Pizzaböden auf dem Grill.
- Grillkorb: Praktisch für Gemüse und Fisch, die sonst leicht durch den Rost fallen.
- Fleisch-Thermometer: Sinnvoll für Kerntemperatur-Kontrolle bei dickeren Fleischstücken, aber kein Muss am Anfang.
Reinigung und Wartung: So bleibt der Grill lange in Form
Regelmässige Pflege verlängert die Lebensdauer jedes Grilltyps deutlich und ist mitentscheidend dafür, ob ein Gerät nach fünf Jahren noch gut aussieht oder durchrostet.
- Grillrost: Direkt nach dem Grillieren bei noch warmem Rost mit der Drahtbürste reinigen — Reste lösen sich dann am leichtesten. Bei Gusseisen anschliessend dünn mit Speiseöl einreiben, um Rostbildung vorzubeugen.
- Fettauffangschale: Nach jeder Nutzung leeren und regelmässig auswaschen — verhindert Fettbrand und unangenehme Gerüche beim nächsten Gebrauch.
- Brenner beim Gasgrill: Gelegentlich auf verstopfte Öffnungen prüfen (ungleichmässige Flamme ist ein Warnsignal) und mit einer weichen Bürste reinigen.
- Gehäuse und Deckel: Mit warmem Seifenwasser aussen reinigen, keine aggressiven Scheuermittel bei emaillierten oder lackierten Oberflächen verwenden.
- Winterlagerung: Grill nach der letzten Nutzung der Saison gründlich reinigen, trocknen lassen und mit einer passenden Abdeckhaube schützen. Wer Platz hat, lagert Gasgrills idealerweise in einem trockenen Aussenraum statt ungeschützt im Freien.
- Gasflaschen-Handling im Winter: Flaschen kühl, trocken und aufrecht lagern — nie in beheizten Innenräumen oder Kellern ohne ausreichende Belüftung. Vor der ersten Nutzung im Frühjahr Schläuche und Dichtungen auf Risse und Sprödigkeit kontrollieren.
Nachhaltigkeit: Holzkohle, CO2-Bilanz und Saisonverlängerung
Wer beim Grillieren auf die Umweltbilanz achten will, kann bereits bei der Wahl von Brennstoff und Grilltyp einiges bewirken:
- Holzkohle-Herkunft: Auf FSC-zertifizierte Holzkohle oder Kokosnussschalen-Briketts aus nachhaltiger Forstwirtschaft achten. Günstige Importkohle stammt teils aus Regenwaldabholzung — ein Blick auf das Zertifikatssiegel auf der Verpackung schafft Klarheit.
- Gas vs. Holzkohle: Propangas verbrennt bei vergleichbarer Grillzeit tendenziell mit einer etwas günstigeren CO2-Bilanz als Holzkohle, da bei der Kohleherstellung selbst (Verkohlungsprozess) zusätzliche Emissionen anfallen. Der Unterschied ist in der Praxis jedoch meist kleiner als der Effekt der Brennstoffmenge und -qualität.
- Elektrogrill und Ökostrom: Wer den Elektrogrill mit Ökostrom betreibt, grilliert nahezu emissionsfrei — ein Vorteil, der bei Diskussionen um Nachhaltigkeit oft übersehen wird.
- Saison verlängern statt neu produzieren: Ein Elektrogrill lässt sich auch bei kühlerem Wetter oder auf dem Balkon nutzen und verlängert die Grillsaison, ohne dass zusätzliche Geräte angeschafft werden müssen.
- Langlebigkeit als Nachhaltigkeitsfaktor: Ein hochwertiger Grill mit Edelstahl- oder Gusseisenrost, der zehn statt drei Jahre hält, schlägt in der Gesamtbilanz oft mehrere günstige Wegwerf-Modelle.
Einweggrills und Entsorgung — was in der Schweiz gilt
- Asche: Erst vollständig erkalten lassen (mind. 24 Stunden), dann in den Kehrichtsack — nie in den Kompost oder ins WC.
- Alufolie / Einweggrills: Separat entsorgen (Metall-Recycling, kein Hauskehricht mit Resten).
- Gasflaschen: Über den Fachhandel oder die Sammelstelle der Gemeinde entsorgen — nie in den Hauskehricht oder Container.
- Holzkohle: Reste im abgedichteten Behälter kühl aufbewahren oder im Hauskehricht (vollständig abgekühlt).
- Alte Grills: Über den kommunalen Wertstoffhof entsorgen oder verschenken — Edelstahlteile sind Metall-Recycling.
Wo kaufen: Fachhandel, Baumarkt oder online?
Grills gibt es in der Schweiz über mehrere Vertriebskanäle, die sich deutlich in Beratung, Auswahl und Preis unterscheiden:
Grill- & Gartenfachhandel
- Persönliche Beratung vor Ort
- Grill vor Kauf anschauen/anfassen
- Aufbau- und Reparaturservice
- Meist etwas höhere Preise
- Gut für Premium-Marken wie Outdoorchef, Napoleon
Bau- & Gartenmärkte
- Breite Auswahl in Mittelklasse
- Saisonale Aktionen im Frühling
- Propangas oft gleich vor Ort erhältlich
- Weniger Fachberatung als im Spezialgeschäft
- Gute Wahl für Einstiegs- und Mittelklasse-Geräte
Online-Handel & Occasionen
- Grösste Modellauswahl und Preisvergleich
- Lieferung meist direkt nach Hause
- Rückgaberecht innert gesetzlicher Frist prüfen
- Gebrauchte Grills oft deutlich günstiger
- Vor Kauf Fotos von Rost und Brennern verlangen
Für ein erstes Modell lohnt sich häufig ein kurzer Besuch im Fachhandel, um Grösse und Verarbeitung in echt einzuschätzen — der eigentliche Kauf kann dann online oder gebraucht erfolgen, sobald klar ist, welcher Typ und welche Grillfläche passen. Gebrauchte Geräte lassen sich unkompliziert über den aban Marktplatz vergleichen, aktuelle Neugeräte-Angebote über die Angebotssuche.
- Roste auf Durchrostung und tiefe Riefen prüfen — oberflächliche Verfärbungen sind meist unproblematisch.
- Bei Gasgrills: Schlauch und Druckminderer auf Alter und Risse kontrollieren, im Zweifel neu ersetzen.
- Fehlende Abdeckhauben oder Ersatzteile in die Preisverhandlung einrechnen.
- Bei Markengeräten (Weber, Outdoorchef) sind Ersatzteile meist noch Jahre später einzeln nachkaufbar.
Grillsaison in der Schweiz: Wann anfangen, wann aufhören?
Die Hauptsaison läuft von Mitte April bis Ende September. Elektro- und Gasgrills können ganzjährig betrieben werden. Für Kohle- und Pelletgrills ist das Wetter entscheidend: Regen und starker Wind machen das Grillen unangenehm und gefährlich.
- Trockenperioden im Sommer: Kantonale Feuerverbote können kurzfristig in Kraft treten (siehe Abschnitt Waldbrandgefahr weiter oben). Die Verbote gelten auch für Holzkohle- und Pelletgrills in Freizeitgebieten. Immer die kantonale Feuerkarte prüfen.
- Winter: Elektro- und Gasgrills funktionieren ohne Einschränkung. Propangas bleibt auch bei Minustemperaturen gasförmig (im Gegensatz zu Butan).
- Ende Saison: Grill reinigen, Brenner mit Schutzfett behandeln, Gasflaschen sicher lagern (nicht in Keller oder Garage ohne Belüftung), Abdeckhaube aufziehen.
Häufige Fragen (FAQ)
Welcher Grill eignet sich für den Balkon in der Schweiz?
Für Balkone in Mietwohnungen eignet sich ein Elektrogrill am besten, da er keinen Rauch erzeugt und in den meisten Hausordnungen erlaubt ist. Gas- und Holzkohlegrills erzeugen Rauch und sind oft durch Mietvertrag oder Gemeindevorschriften eingeschränkt. Vor dem Kauf immer beim Vermieter oder der Hausverwaltung nachfragen und die Antwort schriftlich aufbewahren. Auf dem Balkon ausserdem: Feuerlöschmittel griffbereit halten, niemals unter brennbaren Sonnensegeln grillen.
Was besagt das CH-Feuerschutz-Merkblatt für das Grillen?
Das Merkblatt der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) schreibt vor: mindestens 1 Meter Abstand zu brennbaren Materialien, kein Grillen unter Holzvordächern oder brennbaren Überdachungen, Grill nie unbeaufsichtigt lassen und einen Löscheimer Wasser bereithalten. In Wald- und Naturschutzgebieten gilt bei Trockenheit ein generelles Feuerverbot — die jeweiligen Kantonsseiten informieren über aktuelle Verbotszonen. Gasflaschen müssen aufrecht und belüftet gelagert werden, nie im Keller.
Wie gross sollte die Grillfläche für 4 Personen sein?
Für 4 Personen wird eine Grillfläche von mindestens 2000 cm² empfohlen, damit alle gleichzeitig grillen können ohne mehrere Durchgänge. Für 2 Personen reichen etwa 1500 cm², für 6 oder mehr Personen sollte die Fläche 2500 cm² oder mehr betragen. Bei runden Kugelgrills ist die tatsächlich nutzbare Fläche am Rand etwas kleiner als der Durchmesser suggeriert — beim Kauf die Rostfläche in cm² direkt vergleichen.
Wo kaufe ich Propangas für den Gasgrill in der Schweiz?
Propangas gibt es in der Schweiz bei Coop, Migros, Jumbo und Hornbach sowie an vielen Tankstellen. Üblich sind 5-kg-Flaschen (gut für Balkon/kleine Grills) und 10-kg-Flaschen (Standard). Beim Tauschsystem gibt man die leere Flasche zurück und zahlt nur das Gas; beim Erstkauf ist eine Pfandgebühr fällig. Propan bleibt auch bei Kälte flüssig und ist für den Schweizer Winter besser geeignet als Butangas, das ab etwa 0 °C schlecht vergast.
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