Gitarren-Typen auf einen Blick
Sechs Spielarten der Gitarre — jede mit eigenem Klangcharakter, eigenen Anforderungen und eigenem Preisgefüge. Die folgende Tabelle hilft dir, schnell auf den richtigen Typ zu zeigen.
| Typ | Typischer Stil | Empfohlenes Alter | Zubehör nötig | Einstieg CHF |
|---|---|---|---|---|
| Akustik-Western | Folk, Pop, Country, Singer/Songwriter | ab 12 (4/4), ab 8 (3/4) | Stimmgerät, Picks, Tasche | 130–280 |
| Klassikgitarre | Klassik, Flamenco, lat. Musik, Schulmusik | ab 6 (1/2), ab 8 (3/4), ab 12 (4/4) | Stimmgerät, Fussstütze, Tasche | 100–250 |
| E-Gitarre | Rock, Blues, Metal, Jazz, Pop | ab 10 (kurze Mensur), ab 12 (Std.) | Verstärker, Kabel, Picks, Stimmgerät | 180–350 (ohne Amp) |
| E-Akustik | Singer/Songwriter live, Bühne, Café-Gig | ab 14 | PA/Akustik-Amp oder DI, Kabel | 280–600 |
| Bassgitarre | Rock, Funk, Jazz, Pop — Bandkontext | ab 12 | Bass-Verstärker, Kabel | 180–350 (ohne Amp) |
| 12-Saiter | Folk-Rock, Indie, Folk-Pop | ab 16 (Handstärke nötig) | Stimmgerät, Picks, Tasche | 280–600 |
Akustik-Western-Gitarre im Detail
Die Akustik-Western-Gitarre ist in der Schweiz das meistgekaufte Gitarrenmodell — und das aus gutem Grund. Stahlsaiten erzeugen einen klaren, präsenten Klang, der sich für Akkordbegleitung, Fingerpicking und Strumming gleichermassen eignet. Kein Verstärker, keine Kabel: einfach aufnehmen und spielen.
Body-Formen und ihr Klang
Die Form des Resonanzkörpers beeinflusst Lautstärke, Bassanteil und Bequemlichkeit spürbar:
- Dreadnought — die «Allround-Form». Voluminöser Klang mit kräftigen Bässen, ideal für Strumming und lautes Gitarrenspiel. Etwas klobiger beim Sitzen. Günstigstes Preis-Leistungs-Verhältnis (z. B. Yamaha FG800, Fender CD-60S).
- Orchestra / OM (Concert) — schmalere Taille, ausgewogenerer Klang, angenehmer auf dem Schoss. Gut für Fingerpicking und Singer/Songwriter (z. B. Taylor 214ce, Martin 000-15M).
- Parlour — kleine, kompakte Form mit intimer Lautstärke und klarem Mittenklang. Ideal für Reisen und kleines Repertoire. Günstige Einstiegsmodelle ab CHF 140.
- Jumbo — grösster Resonanzkörper, maximaler Bassanteil. Gut für Countrygitarristen; fürs Sitzen auf dem Schoss teils unbequem.
Tonabnehmer und Elektroakustik
Wer live auftreten will, braucht entweder ein Mikrofon vor der Gitarre oder einen eingebauten Tonabnehmer (Pickup). Elektroakustische Gitarren («E-Akustik») kombinieren Hohlkörper mit einem Undersaddle- oder Soundhole-Pickup und einem Vorverstärker mit Batterie. Typische Systeme: Fishman Sonitone, LR Baggs Stage Pro. Preis-Aufpreis: CHF 80–200 gegenüber dem reinen Akustikmodell.
Klassikgitarre im Detail
Die Klassikgitarre hat einen flacheren, breiteren Hals und Nylonsaiten — das erzeugt einen wärmeren, runderen Klang und schont die Fingerkuppen erheblich. Deshalb ist sie an Schweizer Musikschulen das Standardinstrument für Kinder ab 6 Jahren.
Nylonsaiten vs. Stahlsaiten
Nylonsaiten sind weicher und erfordern weniger Griffkraft — ideal für kleine Hände und empfindliche Kuppen. Allerdings nehmen sie Stimmung anders an (sie dehnen sich bei Wärme etwas aus) und müssen nach dem Aufziehen mehrere Tage eingespielt werden. Stahlsaiten klingen heller und lauter, verlangen aber anfangs mehr Ausdauer an den Fingerkuppen.
Mensur und Grössen — die richtige Wahl für Kinder
| Grösse | Mensur (ca.) | Empfohlenes Alter | Typischer CHF-Bereich |
|---|---|---|---|
| 1/2 | 52–54 cm | 5–7 Jahre | 80–160 |
| 3/4 | 57–60 cm | 8–11 Jahre | 100–220 |
| 4/4 (Standard) | 65 cm | ab 12 Jahre / Erwachsene | 130–350+ |
Entscheidend ist nicht allein das Alter, sondern die Handspanne. Das Kind sollte den Hals bequem umgreifen können, ohne den Arm zu überstrecken. Bei Unsicherheit empfehlen Schweizer Musikschullehrer meist, eher kleiner zu wählen: eine zu kleine Gitarre frustriert weniger als eine zu grosse.
Körperhaltung und klassischer Unterricht
Klassisches Gitarrenspiel erfordert eine spezifische Sitzhaltung mit Fussstütze (oder Gitarrenstütze auf dem Oberschenkel), aufrechtem Rücken und präziser Handposition. Diese Technik lässt sich kaum aus YouTube-Videos erlernen — professioneller Unterricht von Anfang an zahlt sich aus, um schlechte Angewohnheiten zu vermeiden, die sich schwer korrigieren lassen.
E-Gitarre im Detail
Die E-Gitarre klingt erst im Zusammenspiel mit einem Verstärker oder einer Amp-Simulations-App vollständig. Unverstärkt ist sie leise — für Wohnungen praktisch, für Bandproben aber ungeeignet. Wer Rock, Blues, Metal oder modernere Pop-Sounds spielen möchte, ist auf der E-Gitarre richtig. Mehr Modellvergleiche und Verstärker-Empfehlungen findest du auf der Seite E-Gitarre kaufen Schweiz.
Solidbody, Semi-Hollow und Hollow-Body
- Solidbody (z. B. Fender Stratocaster, Gibson Les Paul) — massiver Holzkörper ohne Resonanzraum. Robust, feedback-arm, für Rock und Metal gut geeignet. Häufigstes E-Gitarren-Format.
- Semi-Hollow (z. B. Gibson ES-335, Epiphone Dot) — halboffener Korpus mit mittlerem Klangblock. Wärmerer Klang, gut für Blues und Jazz. Leichtes Feedback bei hoher Lautstärke möglich.
- Hollow-Body — voller Hohlkörper, archtop. Jazz-Klang, feedback-anfällig bei hohem Gain, aber klangschön für clean gespielten Jazz.
Single-Coil vs. Humbucker
Der Tonabnehmer (Pickup) prägt den Grundklang massgeblich:
- Single-Coil — klarer, brillanter, glasiger Klang. Typisch Fender (Strat, Tele). Bei hohem Gain Brummgeräusche möglich.
- Humbucker — dicker, warmer, rauschärmer. Typisch Gibson (Les Paul, SG). Ideal für Rock und Metal. Weniger «Glasigkeit», dafür mehr «Druck».
- P90 — Mischung: breiter Humbucker-Output, aber Single-Coil-Charakter. Beliebt bei Indie und Blues.
Verstärker: Was brauche ich wirklich?
Für das Üben zu Hause reicht ein Transistor-Combo mit 10–20 Watt (CHF 60–150). Für Bandproben braucht man mindestens 30–40 Watt (Transistor) oder 15–20 Watt (Röhre, die klingen bei Zimmerlautstärke nicht optimal). Alternativ: Amp-Simulator-Plug-in (z. B. Neural DSP, Positive Grid Spark) direkt am Computer — ideal für Schweizer Mietwohnungen mit dünnen Wänden.
Hals & Skalenlänge — was bedeutet das für dein Spielgefühl?
Die Mensur (Skalenlänge) ist der Abstand zwischen Sattel und Steg — sie bestimmt die Saitenspannung und damit das Gefühl beim Greifen.
| Mensur | Beispiel-Modell | Eigenschaft | Eignung |
|---|---|---|---|
| 628 mm (Standard) | Fender Strat, Dreadnought-Akustik | Hohe Spannung, klarer Klang | Erwachsene, grosse Hände |
| 648 mm (Gibson) | Gibson Les Paul | Etwas kürzer als Fender, wärmer | Standard E-Gitarre |
| 580–610 mm (kurz) | Squier Mini, Kinder-Akustik 3/4 | Niedrige Spannung, leichtes Greifen | Kinder, kleine Hände |
| 650 mm (Klassik) | Klassikgitarre 4/4 | Standardmensur Klassik | Erwachsene Klassikgitarristen |
Sattelbreite und Halsbreite
Die Sattelbreite (Nut Width) beeinflusst den Abstand zwischen den Saiten am Kopfende. Klassikgitarren haben typisch 52 mm — viel Platz für Fingerstyle. Akustik-Western haben 43–44 mm, E-Gitarren 41–43 mm. Wer dicke Finger hat oder viel Fingerpicking spielt, profitiert von 44–45 mm. Die Saitenlage (Abstand Saite zur Bundstäbchen-Oberkante) sollte beim 12. Bund nicht höher als 2,5 mm (Bass-E) und 2,0 mm (Diskant-E) sein — alles darüber macht das Spielen unnötig anstrengend.
Holzarten & Klang — was steckt im Instrument?
Das verwendete Holz prägt den Klang, die Haltbarkeit und den Preis einer Gitarre. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Decke (Top), Zargen (Sides) und Boden (Back).
Decke — das wichtigste Holz
- Fichtendecke (Spruce) — hellerer, projizierender Klang, schnelle Ansprache. Häufigstes Deckholz bei Akustik-Western. Klingt mit den Jahren voller.
- Zederndecke (Cedar) — wärmer, weicher, direkt ansprechend. Beliebter bei Klassik- und Fingerpicking-Gitarren. Klingt von Anfang an voller, wird aber weniger «hell».
- Massivholzdecke vs. Sperrholz — Massivholz klingt bei gleicher Preisklasse besser und verbessert sich mit dem Alter. Sperrholzdecken (bei Gitarren unter CHF 200 üblich) sind stabiler gegenüber Feuchtigkeits-Schwankungen, klingen aber weniger lebendig.
Zargen und Boden
- Mahagoni — warm, mit betonten Mitten, etwas weniger Höhen. Ideal für Blues und fingergespielten Folk.
- Ahorn (Maple) — klar, hell, definiert. Gut für Strumming und lautes Spiel.
- Palisander / Rosenholz (Rosewood) — reich, komplex, mit guten Bässen und Höhen. Klassiker für hochwertige Akustik-Gitarren. Achtung: Palisander unterliegt seit 2017 dem CITES-Abkommen (Artenschutzliste). Import/Export auch innerhalb Europas erfordert Dokumentation — beim Kauf einer gebrauchten hochwertigen Gitarre Herkunftsnachweis verlangen.
- Ovangkol, Sapele — CITES-freie Alternativen zu Palisander, klanglich ähnlich.
Schweizer Lärche und einheimische Hölzer
Einige Schweizer Gitarrenbauer (Luthiers) verwenden einheimische Hölzer wie Schweizer Fichte (Picea abies) aus dem Engadin oder der Zentralschweiz — mit jahrhundertelanger Tradition als Resonanzkörperholz (Stradivari-Bezug). Diese Instrumente sind handgemacht und kosten entsprechend ab CHF 2 000, bieten aber besondere Klangqualität und Herkunftsgeschichte.
Saiten — Stärken, Wechsel und Marken
Saiten sind das günstigste Zubehör mit dem grössten Einfluss auf Klang und Spielgefühl. Trotzdem werden sie oft zu selten gewechselt.
Stahlsaiten-Stärken (Gauge) für Akustik und E-Gitarre
| Bezeichnung | Gauge (Diskant-E) | Charakter | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Extra Light | .010 | Sehr leicht spielbar, weniger Klangvolumen | Anfänger, kurze Mensur |
| Custom Light | .011 | Ausgewogen, gut für Akustik | Vielseitig, Einsteiger bis Fortgeschrittene |
| Light | .012 | Voller Klang, mehr Spannung | Standard für Akustik, Strumming |
| Medium | .013–.014 | Sehr laut, hohe Spannung | Erfahrene Spieler, Dreadnought |
Für E-Gitarren sind .009–.042 («Nines») oder .010–.046 («Tens») die gängigsten Grössen. Dünnere Saiten erleichtern Bendings (Saitenziehen), dickere klingen füller und bleiben besser in Stimmung.
Nylonsaiten für Klassikgitarren
Nylonsaiten unterscheiden sich in der Spannung: Normal Tension (am häufigsten), High Tension (voller, aber schwerer zu greifen), Low Tension (für Kinder gut geeignet). Bekannte Marken: Augustine (Standard-Wahl an vielen Musikschulen), Hannabach, D'Addario Pro-Arté, Savarez.
Wann Saiten wechseln?
Akustik-Gitarre bei regelmässigem Spielen (3–4× pro Woche): alle 3–4 Monate. E-Gitarre: alle 4–8 Wochen bei intensivem Spielen. Zeichen für veraltete Saiten: dumpfer Klang, schwierige Intonation (Ton klingt am 12. Bund nicht wie das Flageolett), sichtliche Verfärbung und Kerben in den Saiten. Aufziehkosten CHF 8–18 (selbst), oder CHF 20–40 im Fachhandel inklusive Aufziehen und Stimmen.
Pflege & Klimatisierung — Gitarren im Schweizer Raumklima
Das Schweizer Klima stellt Gitarren vor eine besondere Herausforderung: Im Winter sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen oft auf 20–35 %, im Sommer kann sie auf 70–80 % steigen. Beide Extreme können Schäden verursachen.
Warum Holz und Feuchtigkeit zusammenhängen
Gitarrenholz ist ein natürliches Material, das Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit (unter 40 %) schrumpft das Holz: Die Decke senkt sich ab, Bünde überragen die Griffbrettkanten («Bundüberstand»), und in extremen Fällen entstehen Risse in Decke oder Boden. Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit (über 60 %) quillt das Holz auf, was den Klang dumpfer macht und die Saitenlage erhöht.
So schützt du deine Gitarre
- Zielbereich: 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit, 15–25 °C. Ein günstiges Hygrometer (CHF 10–20) im Gitarrenkoffer zeigt den aktuellen Wert.
- Gitarrenbefeuchter: Schallloch-Befeuchter (z. B. Oasis OH-1, D'Addario Humidipak) geben kontrolliert Feuchtigkeit ab. Im Winter pflichtmässig einsetzbar, besonders in der Deutschschweiz mit Zentralheizung.
- Lagerung: Gitarre im Koffer oder Case aufbewahren, nicht dauerhaft an der Wand hängen (Wand ist oft trockener und kälter).
- Saiten und Griffbrett reinigen: Nach dem Spielen Saiten und Griffbrett mit einem trockenen Tuch abwischen — Schweiss beschleunigt die Oxidation. Palisander- und Ebenholz-Griffbretter alle paar Monate mit Griffbrettöl (Dunlop Lemon Oil) pflegen.
- Lack: Nitrolack (oft bei teuren Gitarren) ist empfindlicher gegenüber Lösungsmitteln als Polyester- oder Polyurethanlack. Reinigungsprodukte daraufhin prüfen.
Musikunterricht in der Schweiz — Schulen, Subventionen und Online-Plattformen
Die Schweiz hat ein dichtes Netz an Musikschulen — oft öffentlich mitfinanziert. Je nach Kanton und Gemeinde profitieren Kinder und Jugendliche von stark subventionierten Tarifen.
Kantonale und kommunale Musikschulen
In Kantonen wie Zürich, Bern, Basel-Stadt, Aargau, Luzern und der Waadt sind Musikschulen Teil des Bildungsangebots. Unter dem Dachverband VMS (Verband Musikschulen Schweiz) sind rund 400 Musikschulen mit über 200 000 Lernenden zusammengefasst. Gitarrenunterricht für Kinder kostet an subventionierten Schulen häufig CHF 20–50 pro Lektion (45 min), je nach Kanton und Familieneinkommen.
- Musikschule Zürich — Stadtzürcher Kinder mit Wartelisten; Privatanmeldung über die Schule
- Musikschule Bern — Gruppen- und Einzelunterricht, kantonales Beitragsystem
- Musikschule Basel-Stadt — öffentlich, stark subventioniert für Kinder bis 18
- Conservatoire de Lausanne / Conservatoire Populaire de Genève — westschweizer Angebote, auch für Erwachsene
Förderung und Kulturgutscheine
Einige Kantone und Gemeinden bieten Kulturgutscheine oder Musikbeiträge für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten an. Zürich, Basel-Stadt und einige Aargauer Gemeinden haben solche Angebote. Informationen: direkt beim kantonalen Kulturamt oder beim Schulamt der Wohngemeinde anfragen.
Konservatorien und Hochschulen für Profis
Wer Gitarre auf höchstem Niveau studieren möchte, findet folgende Institutionen in der Schweiz:
- Hochschule der Künste Bern (HKB) — Bachelor/Master klassische Gitarre und Jazz
- Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) — breites Gitarrenprogramm, classical und popular
- Haute école de musique de Genève (HEM) — klassische Gitarre, international vernetzt
- Musikhochschule Basel (FHNW) — klassische Gitarre, historische Instrumente
Aufnahmeprüfungen verlangen in der Regel ein Pflichtprogramm (Tonleitern, Etüden nach Segovia oder Villa-Lobos), ein freies Repertoire über mehrere Stilepochem und teils einen Allgemeinen Musikalitätstest. Voranmeldung 6–12 Monate vor dem Prüfungstermin.
Privatlehrende und Online-Plattformen
Privatlehrende findest du über Superprof.ch, Agentur «music 123» oder Anschlagtafeln in Musikgeschäften. Preis: CHF 60–120 pro Stunde, abhängig von Qualifikation und Region. Online-Plattformen:
- Yousician — gamifiziertes Lernen mit Mikrofon-Feedback, gut für Einsteiger
- Simply Guitar (JoyTunes) — strukturierter Kurs, einsteigerfreundlich, gute App
- TakeLessons / Lessonface — Video-Einzelstunden mit Lehrenden weltweit
- YouTube — kostenlos, Kanäle wie Justin Guitar (englisch, sehr empfohlen) oder zahlreiche deutsch-sprachige Gitarristen
Gitarren-Marken — Überblick und Stärken
Der Markenmarkt ist breit — von Massenware aus Fernostproduktion bis zu handgefertigten Instrumenten aus Nordamerika. Hier ein sachlicher Überblick der gängigsten Namen.
Akustik-Western und Klassik
- Yamaha — verlässliche Qualitätskontrolle in jeder Preisklasse. FG800 (CHF 260) und F310 (CHF 180) sind meistgekaufte Einsteiger. FG-Serie mit Fichtendecke, FS-Serie mit kompaktem Körper.
- Fender — bekannt von E-Gitarren, aber CD-60S und Newporter-Serie sind ordentliche Akustikgitarren im Mittelpreissegment.
- Taylor — amerikanischer Hersteller, ausgezeichnete Verarbeitung und Bespielbarkeit (niedriger Werkssetup). Academy-Serie ab CHF 550, 200er-Serie ab CHF 1 000.
- Martin — Traditionsmarke seit 1833, erste Wahl für Singer/Songwriter und Country. 000-15M aus massivem Mahagoni um CHF 900, Road-Series für Einsteiger ab CHF 550.
- Seagull — kanadische Marke, Massivholzdecken bereits ab CHF 350. Weniger bekannt, aber ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Maton — australische Marke, hervorragende Elektroakustik-Systeme (AP5-Pickup). In der Schweiz bei spezialisierten Händlern erhältlich, ab CHF 900.
- Harley Benton — Thomann-Eigenmarke, günstigste Preispunkte (CHF 80–200) mit erstaunlich guter Grundqualität für den Preis. Setup oft nötig. Nur online erhältlich (kein Schweizer Ladenhandel).
- Takamine — japanische Marke, robust und bühnentauglich. Beliebt für Elektroakustik ab CHF 500.
E-Gitarren
- Fender / Squier — Stratocaster und Telecaster sind Ikonenmodelle. Squier (Einstieg CHF 200–400), Fender Player-Serie (CHF 750–1 000), American Professional (CHF 1 800+).
- Gibson / Epiphone — Les Paul und SG. Epiphone (CHF 300–700), Gibson (ab CHF 2 000). Humbucker-Sound, warmer Klang.
- PRS (Paul Reed Smith) — Mittelweg zwischen Fender und Gibson, hochwertige Fertigung. SE-Serie ab CHF 600, Core-Serie ab CHF 2 800.
- Ibanez — stark im Metal- und Fusion-Bereich, schnelle Hälse. RG-Serie ab CHF 300 bis hin zu Prestige-Modellen ab CHF 1 500.
- Gretsch — Hollow- und Semi-Hollowbody, Rockabilly und Country. Electromatic-Serie ab CHF 650.
Preissegmente in CHF — was bekomme ich wofür?
Der Preis einer Gitarre hängt von Holzqualität, Fertigung, Herkunft und Marke ab. Diese Segmente orientieren dich:
| Segment | CHF-Bereich | Merkmale | Für wen? |
|---|---|---|---|
| Einstieg CHF 100–250 | 100–250 | Sperrholzdecke oder Laminat, meist Fernostfertigung, Setup oft nötig | Erste Gitarre, Kinder, Hobby-Tester, Geschenke |
| Fortgeschritten CHF 250–700 | 250–700 | Teilmassiv (Massivholzdecke + Laminat Zargen/Boden), bessere Hardware, Werkssetup verbessert | Regelmässige Spieler, erster echter Qualitätssprung |
| Semi-Profi CHF 700–1 500 | 700–1 500 | Vollmassiv (Decke, Zargen, Boden aus Massivholz), präziseres Setup, besserer Klang und Sustain | Erfahrene Spieler, Bühnenauftritte, Studio |
| Professionell CHF 1 500–3 000 | 1 500–3 000 | Top-Holzqualität, hochwertige Bundeinstimmung, US-/EU-Fertigung, stabile Stimmung, exzellenter Klang | Profis, semiprofessionelle Auftritte, Sammler |
| Luthier / Custom ab CHF 3 000 | ab 3 000 | Handgefertigt, individuelle Holzauswahl, Sonderformen, Schweizer Fichte möglich | Sammler, Profis mit spezifischen Anforderungen |
Gebrauchte Gitarren — oft der bessere Deal
Im Einstiegs- und Mittelklasse-Segment bieten gebrauchte Gitarren oft deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als neue No-Name-Instrumente. Eine gut erhaltene Yamaha FG800 aus zweiter Hand für CHF 180 spielt sich besser als eine neue Discountgitarre für CHF 120. Beim Gebrauchtkauf prüfen:
- Hals entlangsehen: kein Knick, allenfalls leichte Vorwölbung (anpassbar mit Halsstab)
- Bünde: keine starke Abnutzung, keine Stufen
- Saitenhalter und Steg: keine Risse, keine Ablösung
- Mechaniken: alle drehen gleichmässig, keine Spiele
- Lackrisse: können ästhetisch stören, beeinflussen Klang selten stark
5 Gitarren im Vergleich — nach Typ und Budget
| Modell | Typ | Korpus | Saiten | Mensur | Tonabnehmer | CHF-Preis | Wertung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Yamaha F310 | Akustik-Western | Dreadnought, Fichtentop/Meranti | Stahl | 634 mm | Nein | ~185 | Einsteiger ★★★★ |
| Yamaha C40 | Klassikgitarre 4/4 | Fichtendecke, Meranti Zargen | Nylon | 650 mm | Nein | ~110 | Einsteiger ★★★★ |
| Fender CD-60S | Akustik-Western | Dreadnought, Massiv-Fichtendecke | Stahl | 648 mm | Nein | ~260 | Mittelklasse ★★★★½ |
| Squier Classic Vibe 50s Strat | E-Gitarre Solidbody | Pappelkorpus, Ahornhals | Stahl .009–.042 | 648 mm | 3× Single-Coil | ~420 | Fortgeschrittene ★★★★½ |
| Taylor Academy 10e | E-Akustik | Grand Concert, Fichtendecke massiv | Stahl | 628 mm | ES-B Undersaddle | ~580 | Semi-Profi ★★★★★ |
Preise in CHF sind Richtwerte (Stand 2026); Strassen- und Online-Preise variieren. Einzelheiten und aktuelle Angebote über die Händlerwebseiten oder Preisvergleichsportale prüfen.
Vier goldene Kaufregeln
Stil zuerst, Optik zuletzt
Kaufe die Gitarre, die zum Musik-Stil passt, den du spielen willst — nicht zur Farbe oder zum Markenlogo. Eine Akustik-Western klingt auf Rock-Riffs anders als eine E-Gitarre.
Setup ist kein Luxus
Jede neue Gitarre profitiert von einem professionellen Setup: Saitenlage einstellen, Halsstab justieren, Bünde prüfen. Kostet CHF 30–80 und macht den Unterschied zwischen Frust und Freude.
Gebraucht kennen lernen
Digitec, Ricardo.ch und lokale Inserate führen gut erhaltene Gitarren. Ein CHF 300 Budget gebraucht kann eine Semi-Profi-Gitarre im Wert von CHF 600–700 kaufen — wenn du weisst, worauf zu achten ist.
Zubehör von Anfang an einplanen
Stimmgerät, Picks, Gitarrenständer, Tasche und (bei E-Gitarre) Verstärker und Kabel gehören zum Gesamtbudget. Komplettsets sparen CHF 30–60 gegenüber Einzelkauf.
8-Punkte-Kaufcheckliste
- Gitarrentyp anhand des Musikstils bestimmt (Akustik / Klassik / E-Gitarre / Bass)
- Budget realistisch festgelegt — inklusive Zubehör und allfälligem Setup
- Grösse geprüft (besonders bei Kindern: 1/2 / 3/4 / 4/4)
- Holzart und Decke berücksichtigt (massiv vs. Sperrholz, Fichte vs. Zeder)
- Hals und Saitenlage vor dem Kauf angeschaut (oder beim Händler einstellen lassen)
- Bei Gebrauchtkauf: Risse, Bundabnutzung, Halsstab, Mechaniken geprüft
- Zubehör auf der Einkaufsliste: Stimmgerät, Picks, Ständer, Tasche, ggf. Verstärker
- Gitarrenbefeuchter für den Winter in der Schweiz eingeplant
Häufige Fragen (FAQ)
Gibt es in der Schweiz Subventionen für Gitarrenunterricht?
Ja. In vielen Kantonen werden öffentliche Musikschulen subventioniert, sodass Kinder und Jugendliche stark vergünstigte Tarife erhalten. Kantone wie Zürich, Bern, Basel-Stadt und Waadt haben gesetzlich verankerte Musikschulstrukturen. Darüber hinaus bieten einzelne Gemeinden Kulturgutscheine oder einkommensabhängige Beitragssenkungen an. Direktanfrage beim kantonalen Kulturamt oder der Gemeindeverwaltung lohnt sich.
Wie beeinflusst das Schweizer Raumklima das Gitarrenholz?
In der Schweiz sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Winter oft auf 20–35 % — zu trocken für Gitarrenholz. Das lässt das Holz schwinden, was Risse in Decke und Zargen, Bundüberstand und veränderte Saitenlage verursachen kann. Ideal sind 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit. Gitarrenbefeuchter (Schallloch- oder Case-Variante) halten das Instrument in diesem Bereich. Im Sommer kann hohe Feuchtigkeit das Holz aufquellen lassen — Lüftung schafft Ausgleich.
Wo finde ich eine Gitarrenreparatur oder einen Gitarrenbauer in der Schweiz?
Gitarrenbauer (Luthiers) und Reparaturwerkstätten gibt es in grossen Schweizer Städten (Zürich, Bern, Basel, Lausanne, Genf). Musikfachgeschäfte betreiben oft eigene Werkstätten. Für ein professionelles Setup rechnet man mit CHF 80–180. Bei Rissen, Lackreparaturen oder Bundwechseln sind die Kosten höher — ein Kostenvoranschlag vor der Reparatur ist empfehlenswert.
Linkshand-Gitarren — was soll ich in der Schweiz wissen?
Linkshänder haben zwei Optionen: eine gespiegelte Linkshand-Gitarre (kleineres Sortiment, häufig Sonderbestellung oder Online-Kauf) oder das Erlernen auf einer Rechtshänder-Gitarre (mehr Auswahl, spontanes Spielen auf beliebigen Gitarren). Für Online-Käufe aus Deutschland: Ab CHF 150 Warenwert kann Schweizer Mehrwertsteuer anfallen — beim Einfuhrsteuersatz (derzeit 8,1 %) einplanen.
Selbst lernen oder Gitarrenunterricht nehmen?
Diese Frage stellt sich fast jeder Einsteiger. Beides funktioniert — entscheidend ist, welches Lernmodell zu deiner Situation und deinen Zielen passt.
Selbstständig lernen: Apps, YouTube und Bücher
Wer zeitlich flexibel ist, ein bestimmtes Repertoire im Kopf hat und konsequent übt, kann auf Apps und Online-Ressourcen aufbauen:
- Justin Guitar (justinguitar.com) — wohl das beste kostenlose Online-Kurssystem, strukturiert von Beginner bis Intermediate. Englisch, aber sehr klar. App verfügbar.
- Yousician — gamifiziertes Lernen mit Mikrofon-Feedback (hört, ob du richtig spielst). Basis kostenlos, Vollversion CHF 15–20 pro Monat.
- Simply Guitar (JoyTunes) — besonders einsteigerfreundlich, auch für Kinder geeignet. App-basiert, Abo.
- YouTube-Kanäle — «Gitarrespielen.de», «Akustikgitarre.de» (deutsch), Justin Guitar, Marty Music (englisch). Kostenlos und sehr breit.
- Gitarren-Schulbücher — Hal Leonard Guitar Method, Voggenreiter-Verlag, Alfred's Basic Guitar Method. Günstig, kein Internet nötig.
Nachteil des reinen Selbstlernens: Falsche Haltung und Technik schleichen sich ein, ohne dass man es merkt. Das kann nach Monaten zu Schmerzen (Sehnenentzündung, Mausarm) oder zu Plateaus führen, die schwer zu überwinden sind.
Professioneller Gitarrenunterricht
Ein guter Lehrer korrigiert Handposition, Sitzhaltung, Anschlagtechnik und Akkordwechsel von Anfang an. Das zahlt sich besonders für Kinder und Jugendliche aus, für Menschen die klassische Technik erlernen wollen, und für alle, die langfristig weiterkommen möchten. Kosten in der Schweiz:
- Öffentliche Musikschule (subventioniert): CHF 20–55 pro Lektion (45 min)
- Private Musikschule: CHF 60–90 pro Lektion
- Freischaffende Privatlehrende: CHF 70–120 pro Stunde
- Online-Einzelstunden (Zoom/Skype): CHF 40–80 — mehr Flexibilität, etwas weniger direkte Korrektur
Die Hybridlösung
Viele Erwachsene beginnen mit einer App (erste Akkorde, Rhythmusgefühl aufbauen) und suchen sich nach 2–3 Monaten einen Lehrer für gezieltes Feedback. Das reduziert die Zeit im teuren Unterricht und erlaubt flexibles Üben in der Zwischenzeit. Für Kinder empfehlen Schweizer Musikschulen aber grundsätzlich Unterricht von Beginn an — damit keine Technikfehler einschleichen, die später mühsam korrigiert werden müssen.
Zubehör-Überblick — was du wirklich brauchst
Zubehör kann den Gitarrenspass erheblich steigern oder, wenn man es übersieht, schnell frustrieren. Hier die vollständige Liste nach Priorität:
Pflichtausstattung (sofort kaufen)
- Clip-Stimmgerät — hängt am Kopf der Gitarre, erkennt die Vibrationen direkt. Keinen Umweg über das Mikrofon nötig, auch in lauten Umgebungen präzise. CHF 8–18 (z. B. Snark SN-5, D'Addario NS Mini). Alternative: Gratis-App GuitarTuna (fürs Üben zu Hause ausreichend).
- Plektren (Picks) — drei bis fünf verschiedene Stärken ausprobieren: Thin (0.46–0.60 mm) für weichen Strumming-Sound, Medium (0.73 mm) für Allround, Heavy (1.0 mm+) für präzises Einzelsaitenspiel. CHF 0.50–2.00 pro Stück.
- Gitarrenständer — hält die Gitarre griffbereit und schützt sie vor dem Umfallen. CHF 12–30. Wichtig: Gummipads, die nicht mit Nitrolack reagieren (ältere Ständer können Flecken hinterlassen).
- Ersatzsaiten — ein Satz gehört in jede Gitarrentasche. Stahlsaiten: CHF 8–16 (z. B. Elixir, D'Addario, Ernie Ball). Nylonsaiten: CHF 6–12 (Augustine, Hannabach).
Empfohlen (bald kaufen)
- Gitarrentasche / Case — Gigbag (gepolsterte Nylontasche) ab CHF 20; Hartschalenkoffer ab CHF 60. Für Transporte und Reisen wichtig.
- Kapodaster — Klemme am Hals, die alle Saiten gleichzeitig erhöht. Ermöglicht Transpositionswechsel ohne Umstimmung; unverzichtbar für Mitsingen. CHF 10–20 (Shubb, Kyser, D'Addario NS).
- Gitarrengurt und Gurtpins — für das Spielen im Stehen. CHF 12–35 für den Gurt; Gurtpins manchmal schon eingebaut, sonst CHF 5–10 nachzurüsten.
- Gitarren-Polierstein / Pflegetuch — Mikrofasertuch nach jedem Spielen die Saiten und das Finish abreiben; verlängert Saitenlebensdauer deutlich. CHF 5–10.
- Gitarrenbefeuchter — besonders im Schweizer Winter unverzichtbar (Schallloch-Variante). CHF 15–30.
Speziell für E-Gitarristen
- Gitarrenverstärker — Übe-Amp 10–20 W: CHF 60–150 (Fender Frontman 10G, Boss Katana Mini, Blackstar Fly). Probe-Amp 30–50 W: CHF 150–400.
- Gitarrenkabel — 3 m für zu Hause, 6 m für die Bühne. Qualität zahlt sich aus: billige Kabel rauschen und brechen schnell. CHF 15–40 (Mogami, Planet Waves, Monster).
- Multi-Effektpedal — kompakter Einstieg in Effekte (Verzerrung, Delay, Hall). Boss ME-90, Line 6 POD Go, Zoom G3Xn: CHF 150–400. Ersetzt viele Einzelpedale.
- Amp-Simulator (Software) — Neural DSP, Positive Grid BIAS Amp, IK Multimedia AmpliTube: CHF 0 (Lite-Versionen) bis CHF 200 (Vollversionen). Ideal für die Wohnung, Aufnahmen, leises Üben.
- Gitarren-Interface — Verbindet E-Gitarre mit Computer (Focusrite Scarlett Solo, IK Multimedia iRig). Ab CHF 50. Voraussetzung für Amp-Simulatoren am Laptop.
Grundlegende Spieltechniken — ein kurzer Überblick
Gitarrenspielen umfasst viele Techniken, die je nach Stil sehr unterschiedlich sind. Hier ein sachlicher Überblick der wichtigsten Grundbegriffe, damit du Kaufentscheidungen und Unterricht besser einschätzen kannst.
Greifhand und Anschlagshand
Bei Rechtshändern greift die linke Hand Töne und Akkorde auf dem Griffbrett, die rechte Hand zupft oder schlägt die Saiten an. Bei Klassikgitarren werden beide Hände sehr spezifisch positioniert — Unterricht hilft hier von Anfang an. Bei Akustik und E-Gitarre gibt es mehr Spielraum in der Haltung.
Akkordspiel (Chords)
Akkorde sind mehrere gleichzeitig gegriffene Töne. Die häufigsten Anfänger-Akkorde: E-Moll, A-Moll, G-Dur, C-Dur, D-Dur — mit diesen fünf lassen sich Hunderte Songs spielen. Barré-Akkorde (Zeigefinger quer über alle Saiten) sind der nächste grosse Lernschritt und dauern meist 4–8 Wochen, bis sie klingen.
Strumming und Fingerpicking
Strumming (Schlagen mit Plektrum oder Daumen über alle Saiten) erzeugt einen vollen, rythmischen Klang — ideal für Akkordbegleitung. Fingerpicking (jede Saite einzeln mit einem Finger anzupfen) erzeugt melodischeren, nuancierten Klang — ideal für Balladen, klassische Stücke und Singer/Songwriter.
Bending und Vibrato (E-Gitarre)
Auf der E-Gitarre kann man Saiten seitwärts ziehen (Bending), um den Ton zu erhöhen — typisch für Blues und Rock. Vibrato ist ein regelmässiges Schwingen der gegriffenen Saite für mehr Ausdruck. Diese Techniken sind auf Akustikgitarren ebenfalls möglich, erfordern dort aber mehr Kraft durch die höhere Saitenspannung.
Gitarrenreparatur und Gitarrenbauer in der Schweiz
Gitarren brauchen gelegentlich Pflege, Einstellung oder Reparatur. Wer hier den richtigen Ansprechpartner kennt, spart Zeit und Geld.
Was kann der Fachhandel?
Die meisten Musikfachgeschäfte mit Werkstatt bieten folgende Leistungen an:
- Setup / Einstellung — Saitenlage, Halsstab, Intonation: CHF 60–150 je nach Aufwand
- Saiten aufziehen — CHF 15–30 inklusive Saiten
- Bundkrönung (Fret Level) — abgenutzte Bünde egalisieren: CHF 100–200
- Bundwechsel (Refret) — alle Bünde ersetzen: CHF 200–500 je nach Gitarre
- Sattelreparatur — neuer Knochen- oder Tusq-Sattel: CHF 40–80
- Elektronikreparatur (E-Gitarre) — Potenziometer, Klinkenbuchse: CHF 30–80
Gitarrenbauer (Luthiers)
Für hochwertige Reparaturen, Restaurationen alter Instrumente oder Sonderanfertigungen gibt es spezialisierte Gitarrenbauer in der Schweiz. Sie arbeiten mit Massivholz, erstellen Schadensanalysen vor der Reparatur und verfügen über spezifisches Wissen für akustische und klassische Gitarren. Kostenvoranschlag einholen ist Standard und in der Regel kostenlos.
Was selbst reparieren?
Einige Aufgaben kann man nach etwas Einarbeitung selbst erledigen: Saiten aufziehen und stimmen, einfaches Sattel-Anpassen (feilen), lose Stimmwirbel anziehen, Pickguard-Kleber anlegen. Bei allem mit Leim, Lack oder Elektronik ist professionelle Hilfe sicherer — Fehler können den Wert der Gitarre dauerhaft mindern.
Gitarren bei eBay Schweiz finden
Akustik-Western, Klassikgitarren, E-Gitarren und Bass — oft zu günstigeren Preisen als im stationären Handel. Privat- und gewerbliche Angebote, Lieferung in die Schweiz möglich.
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Fazit — die richtige Gitarre für dich
Der Kauf einer Gitarre ist keine komplizierte Entscheidung, wenn man die eigenen Musikziele kennt. Die wichtigsten Leitsätze:
- Der Stil bestimmt den Typ — nicht das Budget, nicht die Optik, nicht die Marke
- Lieber etwas mehr ausgeben (CHF 200 statt 90) als an Spielspass sparen — Einstiegsgitarren unter CHF 120 sind oft eine Quelle von Frust, nicht Freude
- Ein Setup beim Fachhändler (CHF 40–80) macht aus einer mittelmässigen Gitarre ein gut spielbares Instrument
- Im Schweizer Winter immer befeuchten — das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht für Massivholz-Instrumente
- Gitarrenunterricht für Kinder von Anfang an; für Erwachsene: 2–3 Monate App-Lernen, dann Lehrer für Feedback
Wer noch völlig unentschlossen ist, liegt mit einer soliden Akustik-Western-Gitarre zwischen CHF 180 und 300 selten falsch: Sie ist vielseitig, klingt unplugged, braucht kein Zubehör und lässt sich gut wieder verkaufen, falls man die Richtung wechselt. Viel Freude beim Spielen.
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