🎸 Einsteiger-Budget
CHF 150–350 für ein vollständiges Set mit Gitarre, Mini-Amp, Kabel und Picks. Reicht für die ersten 1–2 Jahre.
🔊 Kopfhörer-Ausgang
Wohnungsfreundlich: Ein Modelling-Amp mit Kopfhörer-Buchse (z. B. Fender Frontman 10G oder Boss Katana Mini) ist Pflicht für Mietwohnungen.
🏪 Schweizer Fachhandel
Musik Hug in Zürich, Basel und Bern lässt Gitarren vor dem Kauf anspielen — wichtig, damit der Hals wirklich passt.
📦 Zoll-Grenze beachten
Thomann.de-Bestellungen unter CHF 300 Warenwert kommen meist ohne Nachzollkosten an. Drüber: ca. 7,7 % MWST + Handling-Gebühr.
Bauformen im Vergleich: Stratocaster, Les Paul, Telecaster & mehr
Die Bauform einer E-Gitarre beeinflusst den Klang, das Gewicht, die Balance am Körper und das Spielgefühl stark. Es gibt zwar Dutzende Variationen, aber vier Grundtypen decken 90 % aller Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Entscheidungen ab. Wer sich noch nicht sicher ist, welchen Musikstil er spielen will, liegt mit einem Stratocaster-Typ am flexibelsten — er funktioniert von Country über Pop bis zu leichterem Rock.
Der Les Paul-Typ klingt voller und wärmer, weil er aus Mahagoni gefertigt ist und Humbucker-Tonabnehmer trägt. Er ist etwas schwerer (rund 4 kg), was bei langen Proben spürbar wird. Telecaster-Typen sind schlanker, klingen twangiger und sind bei Country- und Indie-Musikern beliebt. Semi-Hollow-Modelle (Halbhohlkörper wie Gibson ES-335) sind für Jazz und Blues ideal, aber weniger geeignet für hohe Lautstärken, da sie zum Rückkoppeln neigen.
| Bauform | Klang | Gewicht | Typische Stile | Einsteiger-Tipp |
|---|---|---|---|---|
| Stratocaster | Klar, glockig, vielseitig | ca. 3,4 kg | Rock, Pop, Blues, Funk | Squier Classic Vibe 50s Strat (ca. CHF 480) |
| Les Paul | Warm, voll, sustain-stark | ca. 4,0 kg | Hard Rock, Blues, Classic Rock | Epiphone Les Paul Standard (ca. CHF 450) |
| Telecaster | Klar, twangy, durchsetzungsstark | ca. 3,2 kg | Country, Indie, Rock'n'Roll | Squier Affinity Telecaster (ca. CHF 330) |
| Semi-Hollow | Warm, luftig, natürlich | ca. 3,0 kg | Jazz, Blues, Soul | Epiphone ES-335 (ca. CHF 550) |
| Metal/Superstrat | Aggressiv, tief, hohe Gainreserve | ca. 3,6 kg | Metal, Thrash, Djent | Ibanez GRX70QA (ca. CHF 280) |
Pickups: Single-Coil vs. Humbucker
Tonabnehmer (Pickups) sind der wichtigste Klanggeber einer E-Gitarre — wichtiger als das Holz. Single-Coil-Pickups, wie sie auf Stratocaster- und Telecaster-Gitarren verbaut sind, klingen hell, knackig und detailliert. Sie neigen jedoch in der Nähe von Leuchtstoffröhren oder schlechter Elektroinstallation zu leichtem Brummen (50-Hz-Einstreuungen). Das ist bei Übungszwecken kein Problem, kann aber im Studio stören.
Humbucker (Doppelspulen-Tonabnehmer, typisch für Les Paul) verwenden zwei gegenläufig gewickelte Spulen, die Einstreuungen gegenseitig aufheben — daher der Name „Brummunterdrücker". Der Klang ist wärmer, voller und gut für verzerrte Sounds. Viele Gitarren kombinieren beide Typen: SSH-Bestückung (2 Single-Coil + 1 Humbucker) ist auf Superstrats sehr verbreitet und bietet maximale Flexibilität.
Für Einsteiger empfehlen sich Gitarren mit Humbucker-Pickup am Steg (Brücken-Position), da diese mit verzerrten Amp-Einstellungen weniger rückkoppeln und sich für die gängigen Rocksongs gut eignen. Wer Jazz oder cleane Sounds bevorzugt, greift besser zu reinen Single-Coil-Bestückungen.
| Pickup-Typ | Klang | Brummen | Typische Stile |
|---|---|---|---|
| Single-Coil | Hell, klar, twangy | Möglich bei schlechter Verkabelung | Pop, Funk, Country, Blues |
| Humbucker | Warm, voll, druckvoll | Sehr gering | Rock, Hard Rock, Metal, Jazz |
| P-90 | Mittig, leicht rau, charaktervoll | Moderat | Blues, Indie, Alternative |
| SSH (Kombination) | Vielseitig: Klarheit + Druck | Gering (Humbucker-Position) | Alles: Pop bis Metal |
Aktive vs. passive Tonabnehmer: Was steckt dahinter?
Neben Single-Coil und Humbucker gibt es eine zweite wichtige Unterscheidung: aktive und passive Elektronik. Passive Tonabnehmer (die meisten Fender- und Gibson-Modelle) arbeiten ohne Stromversorgung — der Klang reagiert dynamisch auf die Anschlagstärke und den Volume-Regler der Gitarre. Aktive Tonabnehmer wie EMG 81/85 oder Fishman Fluence enthalten einen kleinen Vorverstärker, der von einer 9-Volt-Blockbatterie im Elektronikfach gespeist wird. Sie liefern einen höheren, rauschärmeren Ausgangspegel mit sehr straffen Bässen — deshalb sind sie bei Metal- und Djent-Gitarren Standard.
Der praktische Nachteil aktiver Systeme: Die Batterie muss regelmässig gewechselt werden — bei täglichem Spiel etwa alle 2–3 Monate. Wird sie vor einem Konzert vergessen, verliert der Ton spürbar an Höhen und Lautstärke. Fishman Fluence-Pickups umgehen dieses Problem teilweise mit sehr niedrigem Stromverbrauch (Batterie hält oft über ein Jahr) und bieten zusätzlich per Zug-Poti umschaltbare Klangvoicings (aktiv/passiv in einer Gitarre). Für Einsteiger ist passive Elektronik unkomplizierter; wer gezielt modernen Metal-Sound sucht, profitiert von aktiven Pickups.
| Merkmal | Passiv | Aktiv |
|---|---|---|
| Stromquelle | Keine | 9-V-Blockbatterie |
| Klang | Dynamisch, obertonreich | Straff, komprimiert, hoher Output |
| Wartung | Keine | Batteriewechsel alle 2–12 Monate |
| Typische Marken | Fender, Gibson, Squier, Epiphone | EMG, Fishman Fluence, Seymour Duncan Blackouts |
| Typische Nutzer | Rock, Pop, Blues, Jazz, Country | Metal, Djent, Hard Rock mit hohem Gain |
Mehrsaiter-Gitarren: 7- und 8-Saiter für Metal & Djent
Neben der klassischen 6-saitigen E-Gitarre gibt es 7- und 8-Saiter mit einer oder zwei zusätzlichen, tiefer gestimmten Saiten (meist H oder F# unterhalb des tiefen E). Diese Mehrsaiter sind vor allem im modernen Metal, Djent und Progressive Rock verbreitet — Bands wie Meshuggah oder Periphery prägten den Stil. Der breitere Hals und der grössere Saitenabstand erfordern etwas Eingewöhnung, besonders bei kleineren Händen.
Beliebte Einsteigermodelle in der Schweiz sind die Ibanez RG7421 (7-Saiter, ca. CHF 550) und die Schecter Reaper-7 (ca. CHF 650). Für 8-Saiter empfiehlt sich die Ibanez RGIB21 (Iron Label, ca. CHF 900) oder Modelle von Solar Guitars, die direkt für tiefe Stimmungen und hohen Gain ausgelegt sind. Wichtig: Die meisten 6-Saiter-Verstärker und -Boxen kommen mit den tieferen Frequenzen gut zurecht, aber ein Amp mit sauberem Bassbereich (z. B. Boss Katana mit Tight-Regler) klingt bei Mehrsaitern definierter. Wer nur gelegentlich tiefer spielen will, erreicht mit Drop-Tunings auf einer normalen 6-Saiter-Gitarre oft schon einen ähnlichen Effekt, ohne in ein neues Instrument zu investieren.
| Typ | Zusatzsaiten | Typisches Modell (CH) | Preis (CHF) | Einsatzgebiet |
|---|---|---|---|---|
| 7-Saiter | +1 tiefe H-Saite | Ibanez RG7421 | ~CHF 550 | Metal, Djent, Progressive |
| 8-Saiter | +2 Saiten (H, F#) | Ibanez RGIB21 Iron Label | ~CHF 900 | Modern Metal, Djent |
| Baritone 6-Saiter | Längere Mensur statt Zusatzsaiten | Schecter Hellraiser Baritone | ~CHF 700 | Tiefe Stimmungen ohne Mehrsaiter |
Marken im Überblick: Fender, Gibson, Squier, Ibanez, PRS
Fünf Marken decken in der Schweiz den grössten Teil des Marktes ab. Fender ist der Ursprung von Stratocaster und Telecaster; Modelle reichen von der mexikanischen Player-Serie (CHF 700–900) bis zur US-gefertigten American Professional II (ab CHF 2'000). Gibson steht für Les Paul und SG mit Mahagoni-Korpus und Humbuckern; Einstiegspreise für „echte" Gibson-Modelle liegen erst ab CHF 1'800, weshalb die Tochtermarke Epiphone (CHF 350–700) für die meisten Einsteiger die realistischere Wahl ist.
Squier ist Fenders Einsteigermarke und liefert seit Jahren solide Qualität für CHF 200–500 — die Classic-Vibe-Serie wird selbst von Fortgeschrittenen geschätzt. Ibanez deckt ein extrem breites Feld ab: von günstigen GIO-Modellen (CHF 250) über vielseitige RG-Superstrats bis zu Jazz-Archtops und Mehrsaitern für Metal. PRS (Paul Reed Smith) gilt als Premium-Allrounder zwischen Fender- und Gibson-Charakter, mit sehr sauberer Verarbeitung; die SE-Serie (Indonesien/Korea gefertigt, CHF 700–1'200) bietet US-Feeling zu einem noch bezahlbaren Preis, während PRS Core-Modelle aus den USA CHF 2'500–4'000+ kosten.
| Marke | Bekannt für | Preisspanne (CHF) | Einsteiger-Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Squier | Fender-Einsteigermarke | 200–500 | Classic Vibe 50s Strat |
| Fender | Stratocaster, Telecaster | 700–3'000+ | Player Series Strat |
| Ibanez | Vielseitig, Metal, Jazz | 250–1'500 | GRX70QA, RG-Serie |
| Gibson / Epiphone | Les Paul, SG | 350 (Epiphone) – 4'000+ (Gibson) | Epiphone Les Paul Standard |
| PRS | Premium-Allrounder | 700 (SE) – 4'000+ (Core) | PRS SE Standard 24 |
Verstärker-Ratgeber: Typen, Watt und Kopfhörer-Ausgang
Ohne Verstärker klingt eine E-Gitarre kaum lauter als eine gedämpfte Akustikgitarre. Der Amp prägt den Klang massgeblich — manchmal sogar stärker als die Gitarre selbst. Für Wohnungen und Mietwohnungen in der Schweiz ist ein Modelling-Verstärker mit Kopfhöreranschluss die praktischste Wahl: Man hört alles über Kopfhörer, ohne Nachbarn zu stören, und bekommt trotzdem einen guten Übungssound.
Röhrenverstärker klingen für viele Gitarristen am besten — warm, dynamisch, lebendig — sind aber teuer (ab CHF 400) und müssen laut gespielt werden, um wirklich zu klingen. Transistorverstärker (Solid-State) sind günstiger und pflegeleichter, klingen aber in der Mittelklasse oft steril. Modelling-Amps (digital) simulieren Röhren-Sounds und bieten viele eingebaute Effekte; sie sind im Preisbereich CHF 80–250 sehr gut. Der Boss Katana und der Fender Mustang LT25 sind in der Schweiz besonders beliebt.
| Amp-Typ | Watt | Einsatz | Preis (CHF) | Kopfhörer-Ausgang |
|---|---|---|---|---|
| Modelling (z. B. Boss Katana Mini) | 7 W | Wohnung, leises Üben | ~CHF 110 | Ja |
| Fender Frontman 10G | 10 W | Wohnung, Anfänger | ~CHF 95 | Ja |
| Fender Mustang LT25 | 25 W | Wohnung, Proberaum | ~CHF 210 | Ja |
| Boss Katana 50 MkII | 50 W | Proberaum, kleine Bühne | ~CHF 380 | Ja |
| Röhre (z. B. Fender Blues Junior) | 15 W | Proberaum, Bühne | ~CHF 850 | Nein |
| Marshall DSL20CR | 20 W | Proberaum, Bühne | ~CHF 680 | Ja (Emulated Out) |
Combo, Topteil + Box oder Modeling: Welches Verstärker-Setup passt?
Ein Combo-Verstärker vereint Vorstufe, Endstufe und Lautsprecher in einem Gehäuse. Das ist die einfachste und günstigste Lösung für Zuhause und die meisten Proberäume — leicht zu transportieren und ohne zusätzliche Verkabelung. Ein Topteil (Amp-Head) getrennt von einer Box (Lautsprecherbox) ist modularer: Man kann die Box wechseln, ohne die Elektronik zu tauschen, und bekommt oft mehr Leistungsreserven für grössere Bühnen. Der Nachteil ist das höhere Gewicht beim Transport und ein höherer Gesamtpreis, da zwei Geräte gekauft werden müssen.
Modeling-Verstärker und Profiler wie der Kemper Profiler oder der Line 6 Helix simulieren digital Dutzende Röhrenamps, Boxen und Effekte in einem Gerät. Sie lassen sich direkt an ein Audio-Interface, eine PA-Anlage oder Kopfhörer anschliessen — ideal für Homerecording und „stille" Bühnensetups ganz ohne Backline-Lärm. Der Einstieg kostet mehr: Ein Line 6 Helix liegt bei ca. CHF 900–1'600, ein Kemper Profiler Stage bei ca. CHF 1'700–2'000. Für Einsteiger lohnt sich diese Investition selten; sie wird meist erst für Live- oder Studio-Musiker relevant, die viele unterschiedliche Sounds brauchen.
| Setup | Vorteil | Nachteil | Preis (CHF) |
|---|---|---|---|
| Combo | Kompakt, günstig, einfach | Weniger flexibel bei Lautsprecherwahl | 90–850 |
| Topteil + Box | Modular, mehr Leistung, Bühnentauglich | Schwerer, teurer in Summe | 500–2'000 |
| Modeling / Profiler | Unzählige Sounds, silent-stage-tauglich | Hoher Einstiegspreis, Lernkurve | 900–2'000 |
Effektpedale-Grundausstattung: Tuner, Overdrive, Delay & Reverb
Wer über die reine Amp-Verzerrung hinaus Klangvielfalt sucht, greift zu Effektpedalen. Für den Einstieg reicht eine kleine, sinnvoll zusammengestellte Auswahl statt eines vollen Pedalboards. Die gängige Signalkette läuft von der Gitarre aus meist so: Stimmgerät (Tuner) zuerst in der Kette, danach Kompressor (optional), gefolgt von Verzerrer-Pedalen (Overdrive/Distortion), dann Modulationseffekte (Chorus, Phaser) und zuletzt zeitbasierte Effekte wie Delay und Reverb, die idealerweise nach dem Amp-Vorverstärker sitzen.
Ein bewährtes Einsteiger-Set: Boss TU-3 Tuner (~CHF 90), ein Tube-Screamer-artiger Overdrive wie der Ibanez TS9 (~CHF 110) oder ein günstiger Klon wie MXR/Behringer-Alternativen (~CHF 40–60), ein einfaches Delay wie das Boss DD-8 (~CHF 150) und ein Hall-Pedal wie das TC Electronic Hall of Fame 2 (~CHF 100). Für dieses Grundset sollte man CHF 150–400 einplanen. Wichtig beim Kauf: True-Bypass-Pedale lassen das unverzerrte Signal durch, wenn sie ausgeschaltet sind, während gepufferte (buffered) Schaltungen bei langen Kabelwegen das Signal auffrischen — für ein kleines Heim-Setup spielt der Unterschied kaum eine Rolle.
| Pedal | Funktion | Position in der Kette | Preis (CHF) |
|---|---|---|---|
| Tuner (Boss TU-3) | Stimmen, stummschalten | Ganz am Anfang | ~90 |
| Overdrive (Ibanez TS9) | Warme Verzerrung, Solo-Boost | Vor dem Amp | ~110 |
| Kompressor | Gleichmässige Dynamik | Vor dem Overdrive | ~90–130 |
| Delay (Boss DD-8) | Echo-Wiederholungen | Nach dem Amp-Vorverstärker (Effektweg) | ~150 |
| Reverb (TC Hall of Fame 2) | Raumklang, Halligkeit | Ganz am Ende | ~100 |
Skalenlänge und Bünde: Gibson 628 mm vs. Fender 648 mm
Die Skalenlänge (Mensur) ist der schwingende Saitenabstand zwischen Sattel und Steg. Sie beeinflusst, wie weit die Finger für Griffwechsel gestreckt werden müssen und wie stark die Saiterspannung ist. Fender-Gitarren (Stratocaster, Telecaster) haben eine Mensur von 648 mm — das fühlt sich etwas weiter und strammer an. Gibson-Gitarren (Les Paul, SG) spielen mit 628 mm, was besonders bei kleinen Händen angenehmer ist.
Kurze Mensuren (Short Scale, 610 mm) gibt es bei Modellen für Kinder oder Gitarristinnen mit kleinen Händen — zum Beispiel die Fender Squier Mini Stratocaster (ab CHF 180). Wer unsicher ist, sollte im Musikgeschäft beide Varianten anspielen und auf den Streckaufwand für den F-Barré-Griff achten.
Die Anzahl der Bünde spielt für Einsteiger kaum eine Rolle: 22 Bünde sind Standard, 24 Bünde (bei Superstrats) erlauben höhere Töne. Im ersten Lehrjahr spielt man ohnehin fast nur in den unteren Positionen (Bünde 1–12).
| Mensur | Länge | Typische Modelle | Gefühl |
|---|---|---|---|
| Short Scale | 610 mm | Squier Mini Strat, Mustang | Ideal für Kinder, kleine Hände |
| Gibson Scale | 628 mm | Les Paul, SG, ES-335 | Weicher, weniger Saitenspannung |
| Fender Scale | 648 mm | Stratocaster, Telecaster | Klarer, etwas straffer |
| Baritone | 686 mm+ | Spezialmodelle für Metal | Tief gestimmt, sehr stramm |
Holz und Klang: Erle, Mahagoni und Linde
Das Korpusholz beeinflusst zwar den Klang, aber weniger dramatisch als Pickups und Verstärker. Bei günstigen Gitarren (unter CHF 300) sollte man sich nicht zu stark auf das Holz fokussieren — da spielen Verarbeitung und Saitenqualität eine grössere Rolle. Trotzdem gibt es klare Tendenzen: Erlenholz (Alder), das Fender-Standard-Material, klingt ausgewogen mit leichtem Betonung der Mitten und Höhen. Mahagoni (Mahogany), typisch für Gibson/Epiphone, klingt dunkler, wärmer und hat mehr Sustain.
Lindenholz (Basswood) findet sich häufig in günstigen asiatischen Gitarren (z. B. Yamaha Pacifica 112V). Es klingt neutral und ist leicht — kein schlechtes Holz, nur etwas weniger charaktervoll. Eschen (Ash) klingt heller als Erle und wird für Telecaster-Modelle traditionell verwendet. Der Hals ist meist aus Ahorn (klar, schnell) oder Mahagoni (warm, cremig), das Griffbrett aus Palisander (Rosewood, warm, griffig) oder Ahorn (klar, glatt).
| Holz | Position | Klangcharakter | Typisch für |
|---|---|---|---|
| Erle (Alder) | Korpus | Ausgewogen, Mitten-betont | Stratocaster, Telecaster |
| Mahagoni | Korpus/Hals | Warm, dunkel, viel Sustain | Les Paul, SG |
| Linde (Basswood) | Korpus | Neutral, leicht | Günstige Ibanez, Yamaha |
| Esche (Ash) | Korpus | Hell, twangy | Telecaster (vintage) |
| Ahorn (Maple) | Hals/Griffbrett | Klar, schnell, glatt | Stratocaster-Hals |
| Palisander (Rosewood) | Griffbrett | Warm, griffig | Meiste Modelle |
Zubehör: Was brauchst du wirklich?
Ein E-Gitarren-Set enthält meist die wichtigsten Grundausstattungen — aber nicht immer alles, was sinnvoll wäre. Wenn du Gitarre und Amp separat kaufst, plane CHF 50–80 für Basiszubehör ein. Das Wichtigste: Ein Stimmgerät (oder gratis-App wie GuitarTuna), Kabel, Picks in verschiedenen Stärken und ein stabiler Ständer. Gurtschlösser (Strap Locks) können beim ersten Aufstehen viel Ärger verhindern — eine gefallene Gitarre kann Hals und Mechaniken beschädigen.
Ersatzsaiten sind ein unterschätzter Kauf: Frische Saiten klingen heller und lassen sich besser stimmen. D'Addario oder Ernie Ball in der Stärke .009 (leicht, gut für Einsteiger) kosten CHF 8–12 pro Satz bei Thomann oder Musik Hug. Wechsle sie alle 3–4 Monate oder wenn sie matt und schwer stimmbar werden. Ein Kapo ist nicht zwingend für E-Gitarre, aber für Mitspielen mit Sängern und offenen Chords nützlich.
| Zubehör | Preis (CHF) | Priorität | Tipp |
|---|---|---|---|
| Gitarrenkabel (3 m) | CHF 15–35 | Pflicht | Qualitätskabel vermeiden Knacken |
| Stimmgerät (Klemme) | CHF 12–25 | Pflicht | Snark oder Korg Pitchclip |
| Plektren (Picks) 10er-Pack | CHF 5–10 | Pflicht | Stärke 0.73 mm zum Start |
| Gitarrenständer | CHF 15–30 | Empfohlen | Kommt häufiger zum Üben, wenn er griffbereit steht |
| Gitarrentasche/Case | CHF 20–80 | Empfohlen | Gig-Bag reicht für Einsteiger |
| Ersatzsaiten (.009) | CHF 8–15 | Empfohlen | D'Addario EXL120 oder Ernie Ball Super Slinky |
| Gitarrengurt + Strap Locks | CHF 15–40 | Empfohlen | Strap Locks schützen vor Stürzen |
| Metronom / App | Gratis–CHF 20 | Sinnvoll | GuitarTuna-App gratis, oder Korg MA-2 |
| Kapo | CHF 12–25 | Optional | Nützlich beim Mitspielen von Akkordliedern |
Mietwohnung & Lärmschutz: Leise üben ohne Ärger
In Schweizer Mietwohnungen gelten üblicherweise Ruhezeiten, die in der Hausordnung oder im Mietvertrag festgelegt sind: Mittagsruhe (meist 12–13.30 Uhr), Nachtruhe (meist 22–7 Uhr) sowie Sonntags- und Feiertagsruhe. Die genauen Zeiten variieren je nach Kanton, Gemeinde und Liegenschaft — im Zweifel lohnt ein Blick in die Hausordnung. Eine unverstärkte E-Gitarre ist praktisch geräuschlos; das eigentliche Lärmthema ist der Verstärker.
Wer konsequent über einen Modelling-Amp mit Kopfhörer-Ausgang übt (siehe Verstärker-Ratgeber oben), umgeht das Thema Ruhezeiten fast vollständig — auch spätabends ist das Üben dann kein Problem für die Nachbarschaft. Für lautes Bandproben oder Verstärker ohne Kopfhörer bieten viele Schweizer Städte Übungsräume zur Miete an: In Zürich etwa Bandräume über Kulturhäuser und private Anbieter, in Basel und Bern ähnliche Angebote über Jugendkulturhäuser. Stundenweise Miete liegt meist bei CHF 15–30, ein fester Bandraum im Monatsabo bei CHF 150–400 (oft geteilt durch mehrere Bandmitglieder). Wer öfter mit Schlagzeug oder lauter Verstärkeranlage proben will, informiert sich am besten frühzeitig bei der Hausverwaltung oder weicht direkt auf einen gemieteten Proberaum aus.
Saiten & Wartung: Gauge, Wechselintervall und Halsjustierung
Die Saitenstärke (Gauge) beeinflusst Spielgefühl und Klang spürbar. Für Einsteiger eignet sich ein leichter Satz .009–.042 Zoll — er lässt sich leicht drücken und ist ideal zum Erlernen von Bendings. Fortgeschrittene, die mehr Fülle und Standard-Stimmung wollen, greifen oft zu .010–.046. Wer regelmässig tiefer stimmt (Drop D, Drop C) oder einen 7-/8-Saiter spielt, braucht dickere Saiten (.011 oder mehr), damit die Spannung erhalten bleibt und die Saiten nicht scheppern.
Saiten sollten je nach Spielhäufigkeit alle 6–8 Wochen gewechselt werden, spätestens wenn sie matt aussehen, verfärbt sind oder sich schwer stimmen lassen. Ein Satz D'Addario oder Ernie Ball kostet CHF 8–15 und ist mit etwas Übung in 15–20 Minuten selbst gewechselt. Der Halsspannstab (Trussrod) reguliert die leichte Vorwölbung des Halses (Neck Relief) und lässt sich meist mit einem Inbusschlüssel an Kopfplatte oder Halsfuss verstellen — hier gilt: nur in kleinen Viertel- bis Achtel-Umdrehungen justieren und der Gitarre 24 Stunden Zeit geben, sich zu setzen, bevor weiter nachgestellt wird.
Wenn Bünde trotz korrekt eingestelltem Hals über mehrere Lagen hinweg scheppern, ist meist eine Bundabrichtung (Fret Levelling/Crowning) nötig — dabei werden die Bünde plangeschliffen und neu abgerundet. Das ist Feinarbeit für Fachleute: In der Schweiz bieten Musik Hug (Service-Werkstatt) sowie freie Gitarrenbauer diese Arbeit für ca. CHF 80–150 an. Kleinere Aufgaben wie Saitenwechsel, grobe Halsjustierung oder Reinigung lassen sich hingegen gut selbst erledigen und sparen Servicekosten.
| Saitenstärke (Gauge) | Spielgefühl | Empfohlen für |
|---|---|---|
| .009–.042 (Extra Light) | Sehr leicht, einfach zu biegen | Einsteiger, Solo-Spiel, Standardstimmung |
| .010–.046 (Regular) | Ausgewogen, voller Ton | Fortgeschrittene, Allround-Nutzung |
| .011–.048+ (Heavy) | Straffer, mehr Spannung nötig | Drop-Tunings, tiefere Stimmungen |
| 7-/8-Saiter-Sätze | Angepasst an tiefe Zusatzsaiten | Mehrsaiter-Gitarren |
Homerecording: Interface, DI-Box und Amp-Simulation
Wer E-Gitarre aufnehmen möchte, ohne den Nachbarn den ganzen Abend zu widmen, kommt an einem Audio-Interface kaum vorbei. Ein Einsteigermodell wie das Focusrite Scarlett Solo (~CHF 140) verbindet die Gitarre per Instrumenten-Eingang direkt mit dem Computer. Alternativ leitet eine DI-Box (Direct Injection Box, ~CHF 40–100) das Signal sauber ab und splittet es gleichzeitig zu Verstärker und Interface — praktisch, wenn man live über Amp spielen und parallel eine trockene Spur für spätere Bearbeitung aufnehmen will.
Für den eigentlichen Amp-Sound am Computer sorgt Amp-Simulationssoftware: kommerzielle Optionen wie Neural DSP-Plug-ins oder Positive Grid BIAS FX liefern realistische Röhrenamp- und Boxensounds direkt im Rechner, während kostenlose Lösungen wie der Neural Amp Modeler (NAM) mit sogenannten Profilen ebenfalls überzeugende Ergebnisse liefern. Der grosse Vorteil für Mietwohnungen: Das komplette Setup — Gitarre, Interface, Kopfhörer, Software — bleibt bei jeder Lautstärke geräuschlos für die Umgebung. Ein solides Einsteiger-Setup für Homerecording liegt bei CHF 200–400, inklusive Interface, Kabel und Kopfhörer.
Schweizer Musikszene: Rockschulen, Jam-Sessions und Förderung
Neben klassischem Einzelunterricht bieten mehrere Schweizer Musikschulen bandorientierten E-Gitarren-Unterricht mit Fokus auf Zusammenspiel an — etwa Rockschulen und private Musikschulen in Zürich, die gezielt Bandcoaching, Rhythmusgefühl und Zusammenspiel mit Schlagzeug und Bass vermitteln. Viele kantonale Jugendmusikschulen fördern Kinder und Jugendliche zusätzlich mit vergünstigten Tarifen; die genaue Höhe der Förderung unterscheidet sich je nach Kanton (Zürich, Bern, Basel-Stadt und Aargau haben etwa eigene Tarifmodelle) und richtet sich oft nach Wohnort und Familieneinkommen.
Wer über den Unterricht hinaus Praxis sucht, findet in grösseren Städten offene Jam-Sessions, bei denen Gitarrist:innen aller Niveaus mit einer Hausband spielen können — ein guter Weg, um Bühnenerfahrung ohne eigene Band zu sammeln. Musikfachgeschäfte wie Musik Hug veranstalten zudem gelegentlich Instore-Events mit Produktvorführungen und Workshops. Wer grössere Fachmessen besuchen möchte, findet die nächstgelegene grosse Musikmesse meist im nahen Ausland (z. B. in Deutschland) — für den Alltag reicht in der Schweiz aber bereits der reguläre Fachhandel mit seinen Beratungs- und Anspiel-Möglichkeiten völlig aus.
Reisen mit der E-Gitarre: Flugzeug, Transport und Versicherung
Wer mit der E-Gitarre verreist, sollte die Handgepäckbestimmungen der jeweiligen Airline vorab prüfen. Schweizer Fluggesellschaften erlauben Gitarren teils als Handgepäck, wenn Grösse und Gewicht den Kabinen-Vorgaben entsprechen — andernfalls ist eine Aufgabe am Gate oder ein zusätzlich gebuchter Sitzplatz nötig. Für den Transport im Frachtraum ist ein stabiler Hardcase (Formkoffer) fast Pflicht: Ein einfacher Gig-Bag schützt kaum vor Stössen und Druck beim Verladen.
Finanziell lohnt sich vor der Reise ein Blick in die eigene Versicherung: Die private Hausratversicherung deckt Musikinstrumente oft nur innerhalb der Wohnung oder mit engen Limiten auf Reisen ab. Für Gitarren ab etwa CHF 1'000 Wert bietet sich eine separate Wertsachen- oder spezialisierte Musikinstrumenten-Versicherung an, die auch Transportschäden und Diebstahl unterwegs abdeckt. Wichtig für den Schadenfall: Kaufbeleg, Fotos des Instruments und gegebenenfalls die Seriennummer vor der Reise dokumentieren.
Gitarre lernen in der Schweiz: Unterricht, Apps und Gratis-Ressourcen
Wer in Zürich lebt, kann an der Musikschule Zürich Unterricht buchen — für Kinder und Jugendliche bis 20 Jahre sind die Gebühren subventioniert (ca. CHF 20–40 pro Stunde je nach Kanton und Einkommensklasse). Für Erwachsene kostet eine 45-Minuten-Lektion bei einer städtischen Schule oft CHF 50–80. In Bern bietet die Musikschule Bern ähnliche Tarife. Private Gitarrenlehrer kosten in der Schweiz typischerweise CHF 60–120 pro Stunde.
Online ist JustinGuitar.com die beste kostenlose Ressource weltweit — strukturiert, anfängerfreundlich, auf Englisch. Wer lieber auf Deutsch lernt, findet auf YouTube zahlreiche gute Kanäle (z. B. „Gitarre lernen mit Simon"). Fender Play und Yousician sind kostenpflichtige Apps (ca. CHF 15–20/Monat) mit strukturierten Kursen und Feedback-Funktion. Für sehr Günstige: Justin Guitar hat auch eine eigene App (CHF 0 für die Basis-Kurse).
Empfehlung: In den ersten drei Monaten täglich 20 Minuten üben — konsequentes kurzes Üben bringt mehr als seltene lange Sessions. Fokus in Monat 1: die Grundakkorde E, Em, A, Am, D, G und C sowie saubere Barré-Griffe ab Monat 3. Mit JustinGuitar schafft das jeder Erwachsene als Anfänger ohne Vorkenntnisse.
| Lernweg | Kosten | Sprache | Für wen? |
|---|---|---|---|
| JustinGuitar.com | Gratis | Englisch | Alle Stufen, beste Wahl für Selbstlerner |
| YouTube (Simon, LickLibrary) | Gratis | DE / EN | Ergänzung, spezifische Licks/Songs |
| Fender Play | ~CHF 15/Mt. | Englisch | Song-basiertes Lernen, strukturiert |
| Yousician | Gratis (Basis) / ~CHF 20/Mt. | DE / EN | Gamifiziertes Lernen, Feedback via Mikrofon |
| Musikschule Zürich/Bern | CHF 20–80/h | Deutsch | Kinder/Jugendliche (subventioniert), Erwachsene |
| Privater Lehrer | CHF 60–120/h | Deutsch/EN | Alle Altersstufen, individuelle Betreuung |
Gebraucht kaufen: Ricardo.ch, tutti.ch und Prüfpunkte
Der Gebrauchtmarkt für Gitarren in der Schweiz ist lebhaft. Auf Ricardo.ch und tutti.ch findet man regelmässig gut erhaltene Einsteiger-Gitarren zu 30–50 % unter dem Neupreis. Besonders attraktiv: Viele Einsteiger kaufen ein Set, üben ein halbes Jahr und verkaufen es dann — man bekommt also eine kaum gespielte Gitarre zu einem günstigen Preis.
Beim Kauf gebrauchter E-Gitarren gibt es einige Prüfpunkte, die man unbedingt beachten sollte. Den Hals auf Durchbiegung prüfen: von der Kopfplatte aus die Saiten entlangschauen — der Hals soll leicht gebogen (kaum merklich) oder gerade sein, nicht stark nach vorne gewölbt. Alle Bünde sollten gleichmässig hoch sein, keine losen oder vorstehenden Bundstäbe. Mechaniken (Stimmmechaniken) drehen sich sauber ohne Spiel. Potis und Pickup-Schalter knacken nicht.
Im Vergleich zu Neuware: Für ein Budget von CHF 200 bekommt man gebraucht eine Gitarre, die neu CHF 350–400 kosten würde. Wichtig: Immer auf Seriennummer prüfen und wenn möglich anspielen. Wer per Post kauft, sollte beim Verkäufer nach Fotos von Hals, Bünden und Mechaniken fragen. Ein Sonderfall sind Vintage-Gitarren aus den 1960er- und 1970er-Jahren: Originale Fender- oder Gibson-Modelle dieser Ära gelten inzwischen als Sammlerstücke mit eigenem, oft stark schwankendem Marktwert — hier lohnt sich vor dem Kauf eine unabhängige Einschätzung durch einen erfahrenen Gitarrenbauer, da Reparaturen, Bauteiletausch oder Refinishing den Sammlerwert erheblich mindern können.
| Prüfpunkt | Was prüfen? | Warnzeichen |
|---|---|---|
| Hals | Von Kopfplatte entlang der Saiten schauen | Starke Vorwölbung, Risse im Halsübergang |
| Bünde | Mit Finger über alle Bünde fahren | Vorstehende, scharfe oder abgenutzte Bünde |
| Mechaniken | Alle 6 Stimmmechaniken drehen | Rattern, Spiel, Schlupf |
| Elektronik | Kabel einstecken, Volume/Tone/Pickup-Wahlschalter testen | Knacken, Aussetzer, kein Signal |
| Korpus | Auf Risse, Delle, Lackschäden achten | Risse am Halsübergang sind ernst zu nehmen |
| Sattel und Steg | Saitenabstand (Aktionshöhe) prüfen | Saiten sehr hoch = schwer spielbar, muss justiert werden |
Händler-Vergleich Schweiz: Musik Hug, Bax-shop.ch und Thomann.de
Der grösste stationäre Musikfachhändler in der Schweiz ist Musik Hug mit Filialen in Zürich (Limmatquai), Basel (Freie Strasse) und Bern (Marktgasse). Der wichtigste Vorteil: Man kann Gitarren vor dem Kauf anspielen und wird von geschultem Fachpersonal beraten. Die Preise liegen etwas höher als bei Online-Händlern, aber der Service und die Rückgabemöglichkeit sind für Einsteiger sehr wertvoll. Musik Hug bietet auch Gitarren-Service (Einstellung, Bünde abziehen) an.
Thomann.de in Deutschland ist Europas grösster Musikversandhändler und liefert problemlos in die Schweiz. Bei Bestellungen unter dem Freigrenzen-Warenwert (aktuell grob CHF 300 — die genaue Grenze hängt vom Wechselkurs ab) fällt keine Schweizer MWST-Nachforderung an. Für teurere Gitarren kommen Zollabgaben und MWST (7,7 %) hinzu — dies lässt sich bei der Zollverwaltung vorab berechnen. Thomann bietet 30 Tage Rückgaberecht, was den Online-Kauf sicherer macht.
Bax-shop.ch hat eine Schweizer Domain und verkauft mit inkludierter MWST und unkomplizierter Retoure. Die Preise liegen zwischen Musik Hug und Thomann. Für den Mittelweg — bequeme Online-Bestellung ohne Zoll-Kalkulation — eine gute Wahl. Gebrauchtmodelle gibt es bei Ricardo.ch und tutti.ch; grosse internationale Plattformen wie eBay.ch sind ebenfalls eine Option, aber auf Versandkosten und Rückgabebedingungen achten.
| Händler | Typ | Preisebene | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|---|
| Musik Hug (musik-hug.ch) | Fachhandel CH | Mittel–Hoch | Anspielen, Beratung, Service | Höhere Preise als Online |
| Thomann.de | Online DE | Günstig | Riesige Auswahl, 30 Tage Rückgabe | Zoll/MWST bei Warenwert > ~CHF 300 |
| Bax-shop.ch | Online CH | Mittel | CH-MWST inkl., einfache Retoure | Kleinere Auswahl als Thomann |
| Ricardo.ch | Gebrauchtmarkt CH | Sehr günstig | 30–50 % unter Neupreis | Kein Garantie, Prüfung nötig |
| tutti.ch | Kleinanzeigen CH | Sehr günstig | Lokale Abholung, Anspielen möglich | Kleines Angebot, keine Garantie |
| eBay.ch | Online-Marktplatz | Variiert | Neu und gebraucht, Käuferschutz | Versandkosten, Seriosität prüfen |
Klangstile und Modell-Empfehlungen
Welche E-Gitarre am besten passt, hängt stark vom Musikstil ab, den man spielen möchte. Wer Jimi Hendrix oder John Mayer spielt, greift zur Stratocaster. AC/DC und Guns N' Roses-Fans sind mit einem Les Paul-Typ gut bedient. Indie-Rock und Country funktionieren mit einer Telecaster. Metal-Gitarristen brauchen aktive Humbucker und tief abgesenkte Stimmung — da sind Ibanez, Jackson oder ESP/LTD die richtigen Marken.
Jazz-Gitarristen bevorzugen meist einen Halbhohlkörper (Semi-Hollow) oder sogar eine Vollhohlkörper-Gitarre (Archtop). Wichtig für Jazz: klaner Amp-Sound und Pickup in Hals-Position (neck pickup). Für alle Stile gilt: Im Zweifelsfall lieber ein vielseitiges Modell (Stratocaster oder HSS-Bestückung) wählen, das mehrere Stile abdeckt, als sich zu früh festzulegen.
| Musikstil | Empfohlene Bauform | Einsteiger-Modell | Preis (CHF) |
|---|---|---|---|
| Rock / Pop | Stratocaster | Squier Affinity Strat HSS | ~CHF 330 |
| Blues | Stratocaster oder Les Paul | Epiphone Les Paul Standard | ~CHF 450 |
| Hard Rock / Classic Rock | Les Paul | Epiphone Les Paul Custom | ~CHF 530 |
| Jazz | Semi-Hollow | Epiphone ES-335 Pro | ~CHF 550 |
| Metal | Superstrat / V-Form | Ibanez GRX70QA oder Jackson JS22 | ~CHF 280–350 |
| Country / Indie | Telecaster | Squier Affinity Telecaster | ~CHF 330 |
| Alles (Anfänger) | Stratocaster-Typ oder HSS | Yamaha Pacifica 112V | ~CHF 380 |
Preisklassen und die 8-Punkte-Kaufcheckliste
E-Gitarren gibt es in jeder Preisklasse — von CHF 80 (No-Name aus Asien) bis CHF 5'000+ (US-made Fender/Gibson). Die Qualitätssprünge sind in den unteren Preisregionen am grössten: Zwischen CHF 100 und CHF 300 liegt ein deutlicher Unterschied in Bundbearbeitung, Tonabnehmer-Qualität und Stimmstabilität. Ab CHF 300–500 bekommt man eine Gitarre, die jahrelang zuverlässig spielt und auch für Fortgeschrittene geeignet ist.
Für den Kauf empfehlen wir diese 8-Punkte-Checkliste — sie hilft dir, keine wichtigen Fragen zu vergessen und die richtige Entscheidung zu treffen, egal ob du beim Musik Hug in Zürich oder bei Thomann online bestellst.
| Preisklasse | Was bekommst du? | Beispiele |
|---|---|---|
| Unter CHF 150 | No-Name, oft schwer spielbar; Stimmprobleme; nur für kurze Probierphasen | Angebote auf Tutti / diverse No-Name |
| CHF 150–300 | Gute Einstiegsqualität (Squier Bullet, Epiphone DR-100-Typen); für erste 1–2 Jahre | Squier Bullet Strat, Ibanez GRX40 |
| CHF 300–600 | Deutlich bessere Pickups, Bundbearbeitung, Stimmstabilität; für Einsteiger bis Mittelklasse ideal | Squier Classic Vibe, Epiphone Les Paul Standard, Yamaha Pacifica 112V |
| CHF 600–1'500 | Profi-nah: MIM Fender, Epiphone Prophecy, PRS SE; langfristige Instrumente | Fender Player Strat, PRS SE Standard 24 |
| CHF 1'500+ | US-made oder hohe Serienqualität: Fender American, Gibson USA, PRS Core | Fender American Professional II Strat (~CHF 2'100) |
- Musikstil festlegen: Welchen Sound willst du erreichen? (Rock, Blues, Metal, Jazz)
- Bauform wählen: Stratocaster, Les Paul, Telecaster oder Semi-Hollow?
- Budget planen: Gitarre + Amp + Zubehör realistisch budgetieren (nicht nur die Gitarre).
- Hals anspielen: Wenn möglich im Fachhandel (Musik Hug) halten und prüfen, ob er in der Hand liegt.
- Verstärker mitbedenken: Für Wohnung: Modelling-Amp mit Kopfhörer-Ausgang. Für Proberaum: mindestens 50 Watt.
- Zubehör einplanen: Kabel, Stimmgerät, Picks, Ständer — mindestens CHF 50 einkalkulieren.
- Händler vergleichen: Thomann für günstigste Preise, Musik Hug für Service und Beratung, Ricardo für gebrauchte Schnäppchen.
- Rückgaberecht prüfen: 30 Tage Rückgabe (Thomann, Bax-shop) gibt Sicherheit beim Kauf ohne Anspielen.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche E-Gitarre ist für absolute Einsteiger am besten geeignet?
Für den allgemeinen Einstieg empfiehlt sich die Yamaha Pacifica 112V (ca. CHF 380) — sie ist gut verarbeitet, hat eine SSH-Pickup-Konfiguration (vielseitig), einen angenehmen Hals und stimmt zuverlässig. Wer weniger ausgeben möchte, greift zur Squier Affinity Stratocaster (ca. CHF 280) oder kauft ein Komplettset von Epiphone oder Squier (CHF 150–300 mit Mini-Amp). Wichtig: Kein No-Name-Billigmodell unter CHF 100 kaufen — diese sind oft so schlecht eingestellt, dass Lernen zur Qual wird.
Muss ich einen Verstärker kaufen oder reicht ein Kopfhörer-Adapter?
Ein kleiner Übungsverstärker mit Kopfhörer-Ausgang ist die beste Lösung für Wohnungen (ab CHF 90). USB-Audio-Interfaces (z. B. Focusrite Scarlett Solo, ~CHF 140) in Kombination mit einer DAW oder App wie GarageBand sind für Fortgeschrittene eine gute Alternative — sie ermöglichen auch Aufnahmen. Einfache Kopfhörer-Adapter (Rockman-Typen) klingen sehr begrenzt und sind keine gute Dauerlösung. Für den Einstieg: Fender Frontman 10G oder Boss Katana Mini.
Kann ich bei Thomann.de bestellen ohne Probleme mit dem Zoll?
Ja — Bestellungen unter dem aktuellen Freigrenzen-Warenwert (grob CHF 300, abhängig vom Wechselkurs) kommen in der Regel ohne Nachzoll an. Günstige Einsteiger-Gitarren und viel Zubehör fällt damit in diese Kategorie. Bei teureren Gitarren (über CHF 300 Warenwert) fallen ca. 7,7 % Schweizer MWST plus eine Handling-Gebühr des Spediteurs (CHF 15–25) an. Thomann rechnet in Euro — beim Bestellen den aktuellen Kurs beachten. Thomann bietet 30 Tage Rückgaberecht, was den Kauf trotzdem risikoarm macht.
Ab welchem Alter kann man mit der E-Gitarre beginnen?
E-Gitarre kann man ab ca. 7–8 Jahren lernen, wenn man eine Short-Scale-Gitarre (Squier Mini Strat, ~CHF 180) wählt, die dem kleinen Körper angepasst ist. Für Kinder unter 10 Jahren empfehlen Lehrerinnen und Lehrer oft zunächst eine Ukulele oder Kindergitarre. Ab 10–12 Jahren passt eine Standard-Gitarre meist problemlos. Erwachsene können in jedem Alter beginnen — es gibt keine obere Altersgrenze. Die Musikschule Zürich und Musikschule Bern bieten speziell Kinder-Gitarrenunterricht ab CHF 20/Stunde (subventioniert für Einwohner der Gemeinde).
Neu und gebraucht — von Einsteiger-Sets bis zu Profi-Instrumenten. Mit Käuferschutz und Rückgaberecht.
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