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Wärmepumpe kaufen Schweiz 2026: Luft-Wasser, Erdwärme & Kosten im Vergleich

Heizungsersatz in der Schweiz: Welcher Typ passt zu deinem Haus? Was kostet die Anlage wirklich, wie viel Förderung gibt es — und welche Fehler sind teuer? Ehrlicher Ratgeber, ohne Verkaufsdruck.

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🇨🇭 Schweizer Markt ✓ Gebäudeprogramm & kantonale Förderung ✓ Preise in CHF ✓ Aktualisiert Juli 2026

Was kostet eine Wärmepumpe in der Schweiz? Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inkl. Installation CHF 15'000–25'000; Sole-Wasser-Anlagen mit Tiefenbohrung liegen bei CHF 28'000–45'000. Mit Fördergeldern aus dem nationalen Gebäudeprogramm (pronovo.ch) und kantonalen Beiträgen lässt sich der Eigenanteil oft um CHF 4'000–10'000 senken — den Antrag immer vor der Bestellung stellen.

🌡️ COP-Wert verstehen

Der COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Wärme pro Kilowattstunde Strom erzeugt wird. Ein COP von 3,5 bedeutet: 1 kWh Strom → 3,5 kWh Wärme. Für die Jahresbilanz ist jedoch die JAZ (Jahresarbeitszahl) entscheidend.

💰 Förderung CH beantragen

Antrag beim kantonalen Energiefachamt stellen — vor Baubeginn. Danach ist es oft zu spät. Infos auf pronovo.ch (Gebäudeprogramm) und beim Kanton. Viele Gemeinden haben zusätzliche Beiträge.

📋 Baubewilligung prüfen

Luft-Wasser-WP: In vielen Kantonen bewilligungsfrei — aber Lärmschutz-Grenzwerte beachten (≤45 dB(A) am Nachbargebäude). Erdsondenbohrungen: Bohrungsbewilligung beim Kanton obligatorisch.

🔇 Schallschutz Nachbarn

Aussengeräte können im Betrieb 45–60 dB(A) erzeugen. Mindestabstand zur Grundstücksgrenze und zum Nachbargebäude einhalten. Monoblock-Geräte mit Nachtmodus oder schallgedämmte Aufstellung wählen.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe entnimmt Wärmeenergie aus der Umgebung — Luft, Erdreich oder Grundwasser — und hebt sie auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem Kühlschrank, nur in umgekehrter Richtung: Statt Wärme aus einem Raum abzuführen, wird sie hineingebracht.

Der Prozess läuft in vier Schritten ab: Ein Kältemittel nimmt in einem Verdampfer Wärme aus der Umgebungsquelle auf und verdampft dabei. Ein elektrischer Verdichter (Kompressor) erhöht den Druck und damit die Temperatur des Gases. Im Verflüssiger gibt das Kältemittel die Wärme ans Heizsystem ab und verflüssigt sich wieder. Ein Expansionsventil senkt den Druck erneut, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Der elektrische Strombedarf des Kompressors ist deutlich geringer als die erzeugte Wärmemenge — deshalb ist eine gut dimensionierte Wärmepumpe effizienter als eine reine Elektroheizung. Entscheidend dafür sind die Quelltemperatur (je wärmer die Quelle, desto effizienter) und die Vorlauftemperatur des Heizsystems (je tiefer, desto besser).

Wärmepumpen-Typen im Überblick

Je nach Wärmequelle unterscheidet man fünf gängige Typen. Für Schweizer Einfamilienhäuser sind Luft-Wasser und Sole-Wasser (Erdwärme) am häufigsten — die übrigen Typen decken spezifische Situationen ab.

Typ Preis CHF (inkl. Installation) COP / JAZ typisch Empfehlung
Luft-Wasser CHF 15'000–25'000 COP 3–4 / JAZ 2,8–3,8 Häufigste Wahl in CH — keine Bohrung, einfache Installation. Für gut gedämmte Neu- und Altbauten geeignet.
Sole-Wasser (Erdwärme) CHF 28'000–45'000 COP 4–5 / JAZ 4,0–5,0 Höchste Effizienz, gleichmässige Leistung ganzjährig. Tiefenbohrung (80–200 m) und kantonale Bewilligung nötig.
Luft-Luft (Split) CHF 3'500–9'000 COP 3–5 / JAZ 2,5–3,5 Heizen und Kühlen möglich. Kein Warmwasser. Als Ergänzung oder in Räumen ohne Zentralheizung sinnvoll.
Wasser-Wasser CHF 20'000–35'000 COP 5–6 / JAZ 4,5–5,5 Nutzt Grundwasser — sehr effizient, aber Wasserrecht-Bewilligung und zwei Brunnen (Schluck & Schluck) erforderlich. Nur bei geeignetem Grundwasservorkommen.
Brauchwasser-WP CHF 1'800–3'500 COP 3–4 / JAZ 2,5–3,5 Nur für Warmwasserbereitung. Ideal als Ergänzung zu PV-Anlage oder bestehendem Heizsystem. Kein Ersatz für die Raumheizung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe — die häufigste Wahl in der Schweiz

Rund zwei Drittel aller neu installierten Wärmepumpen in der Schweiz sind Luft-Wasser-Systeme. Sie entziehen der Aussenluft Wärme und geben sie über Wasser an die Heizflächen ab — damit versorgen sie sowohl die Raumheizung als auch oft das Warmwasser.

Monoblock vs. Split

Monoblock: Das gesamte Kältemittelkreislauf-System befindet sich im Aussengerät. Nur Wasserrohre führen ins Haus. Kein Kältemittel-Fachmann für die Inneninstallation nötig. In der Schweiz am häufigsten verbaut.

Split: Aussengerät und Innengerät sind mit Kältemittelleitungen verbunden. Etwas effizienter bei tiefen Aussentemperaturen, aber die Kältemittelleitungen müssen durch einen zertifizierten F-Gas-Fachmann verlegt werden.

Typische Einsatzbedingungen

  • Neubauten und sanierte Altbauten mit Vorlauftemperatur ≤ 55 °C
  • Fussbodenheizung oder Niedertemperatur-Radiatoren
  • Grundstücke ohne Möglichkeit zur Erdsonde (Fels, beengtes Grundstück)
  • Leistungsbereich 5–20 kW für Einfamilienhäuser
Leistung bei Kälte: Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten bis zu Aussentemperaturen von −20 °C. Die Effizienz sinkt bei tiefen Temperaturen, bleibt aber selbst bei −10 °C noch deutlich besser als eine Elektro-Direktheizung. Viele Anlagen haben einen eingebauten Elektro-Heizstab (2–4 kW) für extreme Kältetage — dieser sollte möglichst selten aktiviert werden.

Erdwärme — Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrung

Sole-Wasser-Wärmepumpen (auch Geothermie-Wärmepumpen genannt) nutzen die konstante Temperatur des Erdreichs. In der Schweiz liegt die Erdtemperatur in 100–200 m Tiefe ganzjährig bei 10–15 °C — eine hervorragende Wärmequelle, die unabhängig von der Aussenluft ist.

Tiefenbohrung in der Schweiz

Für eine Erdsondenbohrung müssen in der Schweiz mehrere Bedingungen erfüllt sein:

  • Kantonale Bewilligung: In allen Kantonen erforderlich; zuständig ist das Hochbauamt oder das Amt für Umwelt.
  • Geologisches Gutachten: Viele Kantone verlangen eine Überprüfung des Untergrunds (Karstzonen, Grundwasserschutz).
  • Grundwasserschutzzonen: In Schutzzonen S1–S3 sind Tiefenbohrungen in der Regel verboten oder stark eingeschränkt.
  • Sondentiefe: Typisch 80–200 m, je nach Jahresheizwärmebedarf des Gebäudes (ca. 50–70 W/m).
  • Mindestabstand: Zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und anderen Sonden (kantonale Vorgaben, oft ≥ 6 m).
Wichtig: Die Bohrkosten machen einen grossen Teil des Preisunterschieds gegenüber der Luft-Wasser-WP aus — CHF 80–120 pro Bohrmeter sind üblich. Eine 150-m-Bohrung kostet demnach CHF 12'000–18'000 allein für den Bohrunternehmer. Dafür sind die Betriebskosten langfristig tiefer, weil die JAZ deutlich höher ist.

Flächenkollektor als Alternative

Wer kein Budget für eine Tiefenbohrung hat, aber über genügend Grundstücksfläche verfügt, kann einen Flächenkollektor (Erdkollektor) verlegen lassen. Die Rohre werden horizontal in 1–2 m Tiefe verlegt. Kosten: CHF 8'000–15'000 für den Erdkollektor selbst. Nachteil: Bei extremem Winter können die Kollektoren einfrieren, wenn das Erdreich nicht ausreichend regeneriert.

COP & JAZ — Effizienz richtig verstehen

Zwei Kennzahlen sind beim Wärmepumpen-Kauf zentral: der COP und die JAZ. Sie werden oft verwechselt — dabei messen sie unterschiedliche Dinge.

COP — Leistungszahl unter Laborbedingungen

Der COP (Coefficient of Performance) wird nach einer Norm (EN 14511) unter festgelegten Bedingungen gemessen, z. B. bei A7/W35 (7 °C Aussenluft, 35 °C Vorlauf). Er zeigt die maximale Effizienz unter idealen Bedingungen — in der Realität ist die Aussenluft mal kälter, mal wärmer, und der Vorlauf variiert je nach Heizsystem.

Typische COP-Werte Luft-Wasser bei A7/W35: 3,5–5,0. Je höher der COP-Testwert, desto effizienter die Anlage — aber nur vergleichbar, wenn die Testbedingungen identisch sind.

JAZ — die Jahresarbeitszahl zählt wirklich

Die JAZ (Jahresarbeitszahl) ist die tatsächliche Effizienz über ein ganzes Jahr, bezogen auf den realen Betrieb am Standort. Sie berücksichtigt alle Betriebsstunden mit unterschiedlichen Aussentemperaturen, den Einfluss des Heizsystems, Abtauphasen und Hilfsenergieverbräuche.

Faustformel: JAZ = erzeugte Wärme (kWh) ÷ verbrauchter Strom (kWh) über ein Jahr. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: 1 kWh Strom → 3,5 kWh Wärme. Das entspricht Heizkosten von ca. CHF 0,07/kWh Wärme bei einem Strompreis von CHF 0,25/kWh — deutlich günstiger als Öl (ca. CHF 0,12–0,15/kWh) oder Gas (ca. CHF 0,10–0,13/kWh).

Was beeinflusst die JAZ?

  • Vorlauftemperatur: Je tiefer, desto höher die JAZ. Fussbodenheizung (35 °C) besser als alte Radiatoren (70 °C).
  • Gebäudedämmung: Gut gedämmte Häuser benötigen weniger Heizleistung → Anlage läuft effizienter.
  • Klima-/Standort: Mildere Lagen (Mittelland) haben höhere JAZ als Berglagen.
  • Anlagentyp: Sole-Wasser (JAZ 4–5) > Wasser-Wasser (JAZ 4,5–5,5) > Luft-Wasser (JAZ 2,8–3,8).
  • Dimensionierung: Überdimensionierte Anlagen takten häufig an/aus → schlechtere JAZ und mehr Verschleiss.

Ziel: JAZ ≥ 3,0 für Luft-Wasser, JAZ ≥ 4,0 für Erdwärme. Anlagen mit schlechterer Bilanz lohnen sich in der Schweiz wirtschaftlich selten.

Kosten inkl. Installation — was budgetieren?

Die Gesamtkosten einer Wärmepumpenanlage setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Nachfolgend eine realistische Übersicht für die Schweiz (2026):

Luft-Wasser-Wärmepumpe (Einfamilienhaus, 150 m²)

PositionKostenrahmen CHF
Gerät (Ausseneinheit + Hydraulikmodul)CHF 8'000–14'000
Installation Heizung/HydraulikCHF 3'000–6'000
Elektroinstallation (Anschluss, Freigabe)CHF 1'000–2'500
Warmwasserspeicher (300–400 L)CHF 1'500–3'000
Fundament/Wandhalterung AussengerätCHF 300–800
Planung, Abnahme, InbetriebnahmeCHF 500–1'500
Total Luft-WasserCHF 14'300–27'800

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Einfamilienhaus, 150 m², Bohrung 150 m)

PositionKostenrahmen CHF
Gerät (Sole-Wasser-WP)CHF 8'000–15'000
Tiefenbohrung 150 m (CHF 90/m)CHF 12'000–18'000
Sondenverrohrung, Befüllung, AnschlussCHF 2'000–4'000
Installation Heizung/HydraulikCHF 3'000–5'500
ElektroinstallationCHF 1'000–2'000
WarmwasserspeicherCHF 1'500–3'000
Planung, Bewilligung, InbetriebnahmeCHF 1'000–2'500
Total Sole-WasserCHF 28'500–50'000
Altbau-Zuschlag: Wenn bestehende Heizkörper für höhere Vorlauftemperaturen ausgelegt sind, kann eine Anpassung (Niedertemperatur-Radiatoren, Fussbodenheizung nachrüsten) CHF 5'000–20'000 zusätzlich kosten. Das sollte vor dem Kauf mit einem Heizungsfachmann abgeklärt werden.

Förderung in der Schweiz — Gebäudeprogramm & kantonale Beiträge

In der Schweiz gibt es zwei Förderebenen: das nationale Gebäudeprogramm und die kantonalen Förderprogramme. Viele Gemeinden zahlen zusätzlich eigene Beiträge. Wer alle Ebenen ausschöpft, kann den Eigenanteil erheblich senken.

Nationales Gebäudeprogramm (pronovo.ch)

Das Gebäudeprogramm wird vom Bund und den Kantonen gemeinsam finanziert und über pronovo.ch abgewickelt. Es fördert den Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen mit pauschalen Einmalvergütungen. Die Beiträge hängen vom Gebäudetyp, der Heizleistung und dem kantonalen Beitrag ab.

Typische Pauschalen (2026, variiert nach Kanton): CHF 2'500–6'000 für den Heizungsersatz allein. Zusätzlich werden Gebäudehüllen-Sanierungen gefördert, die Hand in Hand mit dem Wärmepumpenersatz gehen.

Kantonale Förderprogramme

Viele Kantone legen erhebliche Beträge zusätzlich drauf. Beispiele 2026:

  • Kanton Zürich: Heizungsersatz-Förderung via GVZ + eigenes Förderprogramm, bis CHF 5'000.
  • Kanton Bern: Kantonale Klimaförderung, bis CHF 6'000 für Luft-Wasser-WP beim Heizungsersatz.
  • Kanton Genf: SIG-Förderprogramm, bis CHF 8'000.
  • Kanton Aargau: Effizienzförderprogramm, CHF 3'000–6'000.
  • Stadt Zürich, Basel, Bern: Zusätzliche Stadtzuschüsse möglich.

Die genauen aktuellen Beträge sind auf dem kantonalen Energiefachamt oder direkt auf pronovo.ch abrufbar. Die Programmbedingungen und Ansätze ändern sich jährlich — immer die aktuellen Merkblätter herunterladen.

EnergieSchweiz und MINERGIE

EnergieSchweiz (Bundesamt für Energie, BFE) ist die Dachorganisation und bietet über energieschweiz.ch eine kantonale Förderübersicht. Für MINERGIE-zertifizierte Gebäude gibt es teilweise zusätzliche Förderpfade — insbesondere wenn gleichzeitig eine PV-Anlage installiert wird.

  1. Kantonales Energiefachamt kontaktieren und aktuelle Fördersätze erfragen.
  2. Antrag auf pronovo.ch (Gebäudeprogramm) stellen — vor der Bestellung.
  3. Offerte von einem suissetec-zertifizierten Installateur einholen (oft Voraussetzung für Förderung).
  4. Anlage installieren lassen und Installationsnachweis einreichen.
  5. Auszahlung der Fördergelder (meist innert 4–8 Wochen nach Einreichung).
Achtung: Wer den Antrag erst nach der Installation stellt, geht bei den meisten kantonalen Programmen leer aus. Das Gebäudeprogramm verlangt, dass der Antrag vor Baubeginn genehmigt und die Kostengutsprache erteilt wurde. Einzige Ausnahme: Notfall-Heizungsersatz bei Defekt — in diesem Fall sofort beim Kanton melden.

Baubewilligung in der Schweiz — was braucht man wo?

Die Bewilligungspflicht für Wärmepumpen ist Kantonssache und variiert erheblich. Hier ein Überblick:

Luft-Wasser-Wärmepumpen

In den meisten Kantonen sind Luft-Wasser-Wärmepumpen bewilligungsfrei, wenn:

  • Das Aussengerät an einem bestehenden Gebäude montiert wird (kein Neubau).
  • Der Schallpegel am massgeblichen Immissionsort (Nachbarfenster etc.) ≤ 45 dB(A) nachts bleibt (Planungswert, ES II).
  • Das Gerät in keiner Schutzzone (Ortsbildschutz, Naturschutz) steht.
  • Kein Kältemittel der Kategorie A2L oder A3 verwendet wird (Brandschutz Kanton).

Empfehlung: Beim Gemeindebaurechtlichen Amt oder dem kantonalen Hochbauamt anfragen — der Installateur kennt die lokalen Regeln meist.

Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonde)

Für jede Tiefenbohrung ist in allen Kantonen eine Bewilligung erforderlich. Das Verfahren dauert in der Regel 3–8 Wochen und kostet CHF 200–1'000 Gebühren. Zu prüfen:

  • Grundwasserschutzzone (S1/S2/S3 → oft verboten oder eingeschränkt).
  • Karstgebiete und Kavernenrisiken (Jura, gewisse Voralpen).
  • Abstände zu Gewässern, Leitungen, Gebäuden.
  • Katastereintrags-Pflicht für die Sonde (dauerhaftes Grundbuchrecht).

Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Für Grundwassernutzung ist eine wasserrechtliche Konzession des Kantons erforderlich, die die Entnahme- und Rückgabemenge reguliert. Das Verfahren ist aufwändig und dauert mehrere Monate.

MuKEn und das Ölheizungsverbot — was gilt in deinem Kanton?

Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) sind eine Vorlage für kantonales Energierecht — kein direkt anwendbares Bundesgesetz. Jeder Kanton übernimmt die Module in eigenem Tempo und mit eigenen Anpassungen. Für Hausbesitzer:innen, die eine fossile Heizung ersetzen wollen, ist vor allem das sogenannte Basismodul relevant.

Was das Basismodul verlangt

Beim Ersatz einer Öl- oder Gasheizung schreibt das Basismodul in den meisten umsetzenden Kantonen vor, dass ein Teil des Wärmebedarfs künftig aus erneuerbaren Quellen oder Abwärme stammen muss. In der Praxis bedeutet das für viele Gebäude: Eine reine Öl-für-Öl-Ersatzheizung ist nicht mehr ohne Weiteres zulässig, ausser das Gebäude ist bereits sehr gut gedämmt (tiefer GEAK-Wert) oder es liegt eine Ausnahme vor (z. B. Anschluss an ein Fernwärmenetz in absehbarer Zeit).

Kanton (Beispiele)Umsetzungsstand 2026Praxisfolge für Öl/Gas-Ersatz
Basel-Stadt, GenfSehr striktReiner Öl-Ersatz faktisch kaum mehr bewilligungsfähig; Wärmepumpe oder Fernwärme meist Pflichtlösung.
Zürich, Bern, WaadtMuKEn-Basismodul umgesetztAnteil erneuerbarer Energie beim Heizungsersatz vorgeschrieben; Ausnahmen bei guter Dämmung möglich.
Wallis, TessinEigene, teils gemässigtere RegelnÖl-Ersatz unter Auflagen noch eher möglich, Trend geht aber ebenfalls Richtung Wärmepumpe.
Zentralschweizer KantoneUneinheitlich, laufend in AnpassungRegeln direkt beim kantonalen Energiefachamt erfragen — ändert sich am schnellsten.
Wichtig: Diese Tabelle ist eine grobe Orientierung — sie ersetzt nicht die Abklärung beim eigenen kantonalen Energiefachamt. MuKEn-Module und deren Vollzug ändern sich, und einzelne Gemeinden können strengere kommunale Vorschriften haben.

Was das für die Kaufentscheidung heisst

Wer eine defekte Ölheizung 1:1 ersetzen möchte, sollte vor dem Kauf beim Kanton klären, ob dies überhaupt noch bewilligungsfrei möglich ist. In den meisten Fällen lohnt sich der direkte Umstieg auf eine Wärmepumpe ohnehin wirtschaftlich — durch die MuKEn-Regeln wird er in vielen Kantonen zusätzlich zur einfacheren oder einzigen praktikablen Option.

Marken & Hersteller im Vergleich — inklusive Schweizer Produktion

Der Schweizer Markt wird von einigen wenigen etablierten Herstellern dominiert. Die Unterschiede liegen weniger in der reinen Effizienz als in Servicenetz, Ersatzteilverfügbarkeit und Preisniveau.

MarkeHerkunftPreisniveau CHF*Besonderheit
CTA🇨🇭 Landquart, GR (Swiss Made)CHF 16'000–28'000Schweizer Produktion, kurze Servicewege, oft bei kantonalen Förderprogrammen als Referenz gelistet.
ViessmannDeutschlandCHF 17'000–30'000Sehr breites Servicenetz in der Schweiz, viele Modellvarianten für Alt- und Neubau.
DaikinJapan (Fertigung teils EU)CHF 15'000–26'000Bekannt aus dem Klimaanlagen-Bereich, ausgereifte Split-Systeme, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
VaillantDeutschlandCHF 16'000–28'000Etablierter Heiztechnik-Hersteller, breites Zubehörsortiment.
Stiebel EltronDeutschlandCHF 17'000–29'000Fokus auf hohe Effizienz und leise Aussengeräte, beliebt bei Minergie-Bauten.
Alpha InnotecDeutschlandCHF 16'000–27'000Spezialisiert auf Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Anlagen, gute Erfahrungswerte bei Erdsonden-Projekten.

*Richtpreise Luft-Wasser-Wärmepumpe inkl. Standardinstallation Einfamilienhaus, ohne Bohrung. Je nach Modell, Leistung und Region abweichend.

CTA — die Schweizer Wärmepumpe

CTA ist einer der wenigen Wärmepumpen-Hersteller mit Produktion direkt in der Schweiz (Landquart, Kanton Graubünden). Für manche Käufer:innen ist das ein bewusstes Kriterium — kurze Lieferketten, Schweizer Normen von Grund auf berücksichtigt, und ein regional gut vernetztes Servicenetz. Preislich bewegt sich CTA im gleichen Rahmen wie die grossen deutschen Marken; ein pauschaler Preisvorteil durch die Schweizer Herkunft besteht nicht automatisch.

Worauf bei der Markenwahl achten?

  • Servicenetz in der Region: Wichtiger als der Markenname — ein Installateur mit kurzer Anfahrt zum nächsten Werkskundendienst spart im Störungsfall Zeit.
  • Ersatzteilverfügbarkeit: Bei etablierten Marken meist 10–15 Jahre gesichert.
  • Garantiebedingungen: Herstellergarantie (meist 2–5 Jahre) von der Installateur-Gewährleistung unterscheiden.
  • Kältemittel: Neuere Modelle nutzen zunehmend natürliche Kältemittel (z. B. R290/Propan) mit tieferem Treibhauspotenzial — bei der Offerte gezielt nachfragen.

Fussbodenheizung oder Radiatoren — was passt zur Wärmepumpe?

Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt massgeblich von der benötigten Vorlauftemperatur des Heizsystems ab. Deshalb ist die Frage Fussbodenheizung versus Radiatoren keine reine Komfortfrage, sondern eine wirtschaftliche.

Fussbodenheizung — der Idealfall

Fussbodenheizungen arbeiten mit grossflächiger Wärmeabgabe bei Vorlauftemperaturen von 28–35 °C. Das ist der Bereich, in dem Wärmepumpen ihre höchste JAZ erreichen. In Neubauten ist die Fussbodenheizung deshalb praktisch Standard bei Wärmepumpen-Projekten.

Radiatoren im Altbau — geht das?

Ältere Radiatoren sind oft für Vorlauftemperaturen von 65–75 °C ausgelegt. Wird eine Standard-Wärmepumpe einfach an ein solches System angeschlossen, sinkt die JAZ häufig auf 2,0–2,5 — die Anlage arbeitet dann kaum wirtschaftlicher als eine Elektroheizung. Drei Lösungswege sind in der Schweiz gängig:

  • Radiatoren vergrössern: Austausch gegen grössere Niedertemperatur-Radiatoren (Vorlauf 45–50 °C), Kosten meist CHF 800–1'800 pro Raum.
  • Hochtemperatur-Wärmepumpe: Spezialgeräte liefern bis 65–75 °C Vorlauf, ohne das bestehende Heizkörpersystem anzufassen — dafür mit Effizienz-Abstrichen und Aufpreis CHF 2'000–5'000.
  • Fussbodenheizung nachrüsten: Bei Totalsanierungen sinnvoll, aber mit CHF 8'000–20'000 pro Etage die teuerste Variante.
Praxis-Tipp: Vor dem Wärmepumpen-Kauf im Altbau immer eine raumweise Heizlastberechnung und eine Auslegungsprüfung der bestehenden Heizkörper durch den Installateur verlangen. Oft reicht es, nur die ungünstigsten 3–4 Räume (meist Bad, Wohnzimmer mit grossen Fensterflächen) mit grösseren Heizkörpern auszustatten, statt das ganze Haus umzurüsten.

Warmwasserbereitung & Legionellenschutz

Neben der Raumheizung übernehmen die meisten in der Schweiz verkauften Wärmepumpen auch die Warmwasserbereitung. Dabei gibt es unterschiedliche Systemansätze und rechtlich relevante Hygienevorgaben.

Kombisystem vs. separate Brauchwasser-Wärmepumpe

Bei den meisten Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Anlagen wird das Warmwasser über einen integrierten oder separat aufgestellten Speicher (meist 300–400 L) miterwärmt — dieselbe Anlage bedient Heizung und Warmwasser. Alternativ kann eine eigenständige Brauchwasser-Wärmepumpe (CHF 1'800–3'500) das Warmwasser unabhängig von der Raumheizung erzeugen, was sich besonders in Kombination mit einer PV-Anlage lohnt: Die kleine Anlage lässt sich gezielt tagsüber mit Solarstrom betreiben.

Legionellenschutz — gesetzliche Anforderung

Warmwasserspeicher bergen bei zu tiefen Dauertemperaturen ein Risiko für Legionellenwachstum. Die Schweizer Praxis (angelehnt an die SIA-Norm 385/1 sowie kantonale Vollzugsvorgaben) verlangt in der Regel eine periodische thermische Desinfektion: Der Speicher wird regelmässig (üblich: wöchentlich) auf mindestens 60 °C aufgeheizt, um Keime abzutöten.

  • Moderne Wärmepumpen-Regelungen erledigen die Legionellenschaltung automatisch, meist über den elektrischen Zusatzheizstab.
  • Das kostet etwas Effizienz (die WP allein erreicht selten 60 °C wirtschaftlich), ist aber aus Hygienegründen nicht verhandelbar.
  • Bei Mehrfamilienhäusern gelten oft strengere kantonale Vorgaben zur Speichertemperatur und Zirkulationsleitung.
Dimensionierung nicht unterschätzen: Ein zu kleiner Speicher (unter 300 L) reicht bei einer 4–5-Personen-Familie oft nicht für Morgenspitzen (Duschen). Da die Wärmepumpe meist nur ein- bis zweimal täglich nachheizt, sollte der Speicher grosszügig dimensioniert werden — lieber 400 L als 250 L.

Amortisation & Gesamtkosten (TCO) über 20 Jahre

Der Anschaffungspreis ist nur ein Teil der Rechnung. Für einen fairen Vergleich zählt die Total Cost of Ownership (TCO) — Investition plus Betriebs- und Wartungskosten über die typische Lebensdauer von 18–20 Jahren.

HeizsystemInvestition CHF*Energiekosten/Jahr (ca.)TCO 20 Jahre (ca.)
Luft-Wasser-WPCHF 18'000CHF 1'400–1'900CHF 46'000–56'000
Sole-Wasser-WPCHF 35'000CHF 1'000–1'400CHF 55'000–63'000
Ölheizung (Ersatz)CHF 22'000–28'000CHF 2'400–3'400**CHF 70'000–95'000
Gasheizung (Ersatz)CHF 18'000–24'000CHF 2'000–2'900CHF 58'000–82'000

*Nach Abzug typischer Förderbeiträge. **Ölpreise schwanken stark; hier mit mittlerem Marktpreis über die Laufzeit gerechnet. Alle Werte grobe Richtwerte für ein durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus.

Warum Wärmepumpen langfristig günstiger sind

Trotz höherer Anfangsinvestition liegt die Wärmepumpe über 20 Jahre meist deutlich unter den fossilen Alternativen — vor allem, weil der Strompreis pro erzeugter Wärme-Kilowattstunde durch den COP-Effekt effektiv niedriger ausfällt als der reine Öl- oder Gaspreis. Hinzu kommt: Strompreise in der Schweiz sind zwar in den letzten Jahren gestiegen, Öl- und Gaspreise unterliegen aber tendenziell stärkeren globalen Schwankungen und CO₂-Abgaben, die auf fossile Brennstoffe erhoben werden.

PV-Eigenverbrauch als Hebel

Wer die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage kombiniert, kann einen Teil des Strombedarfs zum Grenzkostenpreis von quasi null decken. Das verbessert die Amortisationsrechnung zusätzlich, besonders wenn die Anlage über ein Energiemanagementsystem gezielt in sonnenreichen Stunden läuft (siehe Abschnitt zur PV-Kombination weiter unten).

Amortisationsdauer im Vergleich zu Öl: Wird eine ohnehin fällige Heizungssanierung anstelle einer neuen Ölheizung mit einer Wärmepumpe umgesetzt, liegt der Mehrpreis gegenüber Öl nach Förderabzug oft bei CHF 0–8'000. Dieser Mehrpreis amortisiert sich durch tiefere Energiekosten in der Regel innert 6–12 Jahren — bei steigenden fossilen Energiepreisen entsprechend schneller.

Gebrauchte Wärmepumpe kaufen — sinnvoll oder riskant?

Anders als bei Autos oder Elektronik ist der Occasionsmarkt für Wärmepumpen in der Schweiz sehr klein. Das hat mehrere Gründe, die vor einem Gebrauchtkauf bekannt sein sollten.

Warum Occasion die Ausnahme bleibt

  • Herstellergarantie erlischt oder ist nicht übertragbar: Viele Garantien sind an den Ersteinbau und die Erstinstallation durch einen zertifizierten Betrieb gebunden.
  • Einbaukomplexität: Eine Wärmepumpe muss exakt auf Heizlast, Vorlauftemperatur und Warmwasserbedarf des neuen Standorts ausgelegt sein — eine gebrauchte Anlage aus einem anderen Haus passt selten optimal.
  • Kältemittel-Vorschriften: Ältere Occasionsgeräte können noch Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial (z. B. R410A) enthalten, die perspektivisch teurer im Unterhalt werden.
  • Fehlende Förderberechtigung: Occasionsanlagen sind bei den meisten kantonalen Förderprogrammen und dem Gebäudeprogramm von der Förderung ausgeschlossen.

Wann Occasion trotzdem infrage kommt

Ausnahmen gibt es bei Totalsanierungen oder abgebrochenen Bauprojekten: Wird ein Neubau storniert oder eine kaum genutzte, junge Anlage im Zuge eines Umbaus ausgebaut, kann ein Occasionskauf mit verbleibender Herstellergarantie und lückenlosem Servicenachweis wirtschaftlich Sinn ergeben — vorausgesetzt, ein Fachbetrieb prüft die Anlage vor dem Wiedereinbau und übernimmt die Neuinstallation inklusive Garantie auf die Montage.

Vor dem Gebrauchtkauf klären: Alter und Betriebsstunden des Kompressors, Kältemitteltyp, Vorhandensein des Wartungshefts, Übertragbarkeit der Herstellergarantie sowie die Kompatibilität mit dem geplanten Heizsystem. Ohne eine schriftliche Zusage des Installateurs zur Übernahme der Montagegewährleistung ist von einem Gebrauchtkauf eher abzuraten.

Kombination mit PV-Anlage — Sonnenenergie maximal nutzen

Die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe ist in der Schweiz eine der wirtschaftlich sinnvollsten Investitionen. Wer tagsüber Solarstrom produziert, kann die Wärmepumpe gezielt dann betreiben, wenn der Strom gratis aus dem eigenen Dach kommt.

Smart-Grid-Readiness

Moderne Wärmepumpen haben einen SG-Ready-Eingang (Smart Grid Ready), der von einem Energiemanagementsystem oder dem PV-Wechselrichter angesteuert werden kann. Im Modus SG2 (Strom vorhanden, günstig) läuft die Anlage auf erhöhter Leistung und heizt den Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher vor. Das reduziert den Netzbezug erheblich.

Dimensionierung

Faustformel: Eine Wärmepumpe mit 5 kW Heizleistung benötigt ca. 1,5–2 kW elektrische Leistung. Eine PV-Anlage mit 6–10 kWp deckt in der Schweiz (Jahresertrag ca. 900 kWh/kWp) rund 5'000–9'000 kWh/Jahr — der Wärmeenergiebedarf eines mittleren Einfamilienhauses liegt bei 12'000–20'000 kWh/Jahr. Je nach Gleichzeitigkeit (tagsüber heizen oder Speicher nutzen) lassen sich 30–60 % des Wärmepumpen-Strombedarfs solar decken.

Batteriespeicher — sinnvoll oder nicht?

Ein Batteriespeicher (CHF 8'000–15'000) ermöglicht die Nutzung von PV-Strom auch abends und nachts. Für die Wärmepumpen-Kombination ist jedoch oft ein gut dimensionierter Pufferspeicher (400–600 L) wirtschaftlicher: Die günstige Wärme wird thermisch gespeichert, statt elektrisch in der Batterie — zu deutlich tieferen Kosten pro kWh Speicherkapazität.

Kantonale Förderung für PV + WP: Einige Kantone und Gemeinden bieten Kombi-Förderprogramme für die gleichzeitige Installation von PV und Wärmepumpe. Details auf energieschweiz.ch oder beim Kanton.

Weiterführende Informationen zu weiteren Haustechnik-Themen findest du in unserer Übersicht aller Kaufberater Schweiz.

Häufige Fehler beim Wärmepumpen-Kauf in der Schweiz

Diese Fehler kosten Geld oder Nerven — und lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden:

  1. Förderung zu spät beantragen: Der häufigste Fehler. Wer die Anlage bestellt, bevor die Kostengutsprache vorliegt, verliert in den meisten Kantonen den Anspruch auf Fördermittel.
  2. Überdimensionierung: Eine zu grosse Anlage taktet häufig an und aus (Taktbetrieb), was Effizienz und Lebensdauer reduziert. Eine professionelle Heizlastberechnung nach EN 12831 ist Pflicht.
  3. Vorlauftemperatur unterschätzen: Wer ein Altbauhaus mit 70-°C-Radiatoren hat und einfach eine WP statt Öl anschliesst, erzielt eine JAZ von 2,0 oder schlechter — unwirtschaftlich. Erst Heizkörper oder Heizsystem anpassen.
  4. Schallschutz vernachlässigen: Ein zu nah an der Grundstücksgrenze platziertes Aussengerät kann zu Nachbarschaftsstreit und behördlichen Massnahmen führen. Schallgutachten oder Produktdatenblatt mit Schallleistungspegel einholen.
  5. Nur auf den Anschaffungspreis schauen: Eine günstigere Anlage mit schlechterer JAZ kostet über 20 Jahre mehr Strom als eine hochwertige Anlage mit besserer Effizienz. Lebenszykluskosten berechnen lassen.
  6. Warmwasserspeicher zu klein: Ein 200-L-Speicher reicht für ein 3-Personen-Haushalt oft nicht aus, besonders wenn die WP aus Effizienzgründen nur einmal täglich heizt. 300–400 L einplanen.
  7. Kein Vergleich mehrerer Angebote: Zwischen verschiedenen Installateuren können die Preise für dasselbe Gerät um CHF 3'000–5'000 variieren. Mindestens drei Offerten einholen.

Installateure in der Schweiz finden — suissetec & Energiefachleute

Für die Installation einer Wärmepumpe in der Schweiz sollte ein Fachbetrieb mit entsprechenden Qualifikationen beauftragt werden. Dies ist in vielen Kantonen auch Voraussetzung für die Förderung.

suissetec — Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband

suissetec ist der führende Berufsverband für Gebäudetechnik in der Schweiz. Auf suissetec.ch findet man eine Handwerkersuche nach zertifizierten Heizungsinstallateuren in der eigenen Region. Mitgliedsbetriebe sind verpflichtet, die aktuellen Normen und Vorschriften einzuhalten.

F-Gas-Zertifizierung

Für Split-Wärmepumpen, bei denen Kältemittelleitungen vor Ort verlegt werden, müssen die Techniker eine F-Gas-Zertifizierung nach der Schweizer Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) besitzen. Monoblock-Geräte erfordern dies in der Regel nicht.

GEAK-Ausweis als Entscheidungsgrundlage

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) bewertet den energetischen Zustand eines Gebäudes und liefert oft die Grundlage für die Heizlastberechnung sowie für Förderanträge. Ein GEAK-Plus mit Beratungsbericht zeigt zusätzlich konkrete Sanierungsmassnahmen und deren Wirtschaftlichkeit auf — hilfreich, um zu entscheiden, ob vor der Wärmepumpen-Installation erst die Gebäudehülle verbessert werden sollte.

Empfehlungen für die Offerten-Phase

  • Mindestens drei Offerten von verschiedenen Installateuren einholen.
  • Auf eine professionelle Heizlastberechnung als Grundlage für die Dimensionierung bestehen.
  • Referenzprojekte in der Region erfragen.
  • Service-Vertrag und Wartungsintervalle im Voraus klären (empfohlen: jährliche Wartung).
  • Garantie auf Gerät (Hersteller) und Installation (Installateur) schriftlich bestätigen lassen.

Wartung, Lebensdauer & Garantie

Eine Wärmepumpe hat weniger bewegliche Teile und keine Verbrennung wie eine Öl- oder Gasheizung — der Wartungsaufwand ist entsprechend geringer, aber nicht null. Wer die jährliche Kontrolle vernachlässigt, riskiert einen langsamen Effizienzverlust, der oft erst an der Stromrechnung auffällt.

Was der jährliche Service umfasst

  • Kontrolle des Kältemitteldrucks und Dichtheitsprüfung (bei Split-Anlagen gesetzlich vorgeschrieben je nach Füllmenge).
  • Reinigung des Aussengeräte-Verdampfers (Laub, Staub, Pollen setzen sich ab und verschlechtern den Wärmeübergang).
  • Prüfung der Wärmeträgerflüssigkeit bei Sole-Wasser-Anlagen (Frostschutzkonzentration).
  • Kontrolle Warmwasserspeicher, Anodenzustand, Legionellenschaltung.
  • Software-Update der Regelung, Überprüfung der Betriebsparameter und Fehlerspeicher.

Kosten für einen Wartungsvertrag: meist CHF 150–350 pro Jahr, je nach Anlagentyp und Servicetiefe. Viele Installateure bieten den Vertrag im Paket mit der Erstinstallation an — ein Vergleich lohnt sich trotzdem, da die Preisspanne beträchtlich ist.

Lebensdauer realistisch einschätzen

Hersteller geben meist 18–20 Jahre technische Lebensdauer an, sofern regelmässig gewartet wird. Der Kompressor ist üblicherweise das erste Bauteil, das nach 15–20 Jahren ausgetauscht werden muss — bei manchen Modellen ist ein Kompressorwechsel günstiger als eine Komplett-Neuanlage, bei anderen lohnt sich nach so langer Zeit eher der Ersatz der gesamten Anlage, weil sich Effizienz und Kältemitteltechnik in der Zwischenzeit deutlich weiterentwickelt haben.

Garantie richtig lesen

Zwei Garantien sind zu unterscheiden und sollten beide schriftlich vorliegen:

  • Herstellergarantie: Deckt Material- und Fabrikationsfehler am Gerät, typisch 2–5 Jahre, bei manchen Marken gegen Aufpreis verlängerbar auf 7–10 Jahre.
  • Installateur-Gewährleistung: Deckt die fachgerechte Montage und Inbetriebnahme nach OR-Werkvertragsrecht, in der Regel 2 Jahre ab Abnahme.
Praxis-Tipp: Eine verlängerte Herstellergarantie ist häufig nur gültig, wenn der jährliche Wartungsvertrag beim zertifizierten Fachbetrieb nachweislich eingehalten wird. Das Kleingedruckte der Garantiebedingungen vor der Bestellung genau prüfen — sonst erlischt der erweiterte Schutz im Schadensfall.

Kältemittel & Klimabilanz — was steckt in der Anlage?

Das Kältemittel ist das Arbeitsmedium im Kreislauf der Wärmepumpe — und ökologisch nicht unbedeutend. In der Schweiz regelt die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) den Umgang mit Kältemitteln; sie orientiert sich an der EU-F-Gas-Verordnung, die den schrittweisen Ausstieg aus Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial (GWP) vorschreibt.

KältemittelGWP (ca.)EinsatzEinordnung
R410A~2'088Ältere Split-GeräteWird schrittweise verdrängt, in Neuanlagen kaum noch verbaut.
R32~675Viele aktuelle Split- und Monoblock-GeräteDeutlich tieferes GWP als R410A, aktuell weit verbreiteter Standard.
R290 (Propan)~3Neuere Monoblock-GenerationenNatürliches Kältemittel mit sehr tiefem GWP, zunehmend bevorzugt — leicht brennbar (A3), erfordert entsprechende Sicherheitsauslegung des Aussengeräts.
CO₂ (R744)1Spezialanwendungen, v. a. Wärmepumpen-BoilerSehr tiefes GWP, hohe Systemdrücke, meist bei kombinierten Warmwasser-Lösungen.

Warum das bei der Kaufentscheidung zählt

Anlagen mit natürlichen oder GWP-armen Kältemitteln (R290, CO₂) sind zukunftssicherer: Käuferinnen und Käufer müssen sich weniger Gedanken über künftige Verschärfungen bei Kältemittel-Verfügbarkeit oder -Kosten machen. Bei brennbaren Kältemitteln (A2L/A3-Klasse) sind zudem bauliche Mindestabstände und Belüftungsvorgaben zu beachten — der Installateur muss dies in der Planung berücksichtigen, insbesondere bei Aufstellung in geschlossenen Räumen (z. B. Technikraum statt reinem Aussengerät).

F-Gas-Zertifizierung nicht vergessen: Arbeiten am Kältemittelkreislauf (Befüllen, Löten, Dichtheitsprüfung) dürfen in der Schweiz nur von Personen mit gültiger Kälte-/F-Gas-Zertifizierung ausgeführt werden. Bei Split-Anlagen unbedingt in der Offerte nachfragen, ob der Betrieb diese Zertifizierung besitzt.

Wärmepumpen-Contracting — mieten statt kaufen?

Neben dem klassischen Kauf bieten in der Schweiz einige regionale Elektrizitätswerke und spezialisierte Anbieter ein Wärmepumpen-Contracting an: Statt die Anlage zu kaufen, zahlt man eine monatliche oder jährliche Pauschale, die Investition, Wartung und teilweise auch den Stromverbrauch abdeckt.

Vor- und Nachteile im Überblick

ModellVorteilNachteil
KaufVolle Eigentümerschaft, förderberechtigt, langfristig meist günstigerHohe Einmalinvestition, Wartungsorganisation liegt bei Eigentümer:in
ContractingKeine grosse Anfangsinvestition, Wartung inklusive, planbare FixkostenÜber die Laufzeit oft teurer als Kauf, Bindung an einen Anbieter, Förderfähigkeit eingeschränkt

Contracting kann sinnvoll sein, wenn das Eigenkapital für die Investition fehlt, das Gebäude in absehbarer Zeit verkauft werden soll, oder wenn die Wartungsorganisation komplett ausgelagert werden soll. Wer langfristig im Haus bleibt und die Investition stemmen kann, fährt beim Kauf über die gesamte Lebensdauer der Anlage in aller Regel günstiger — insbesondere weil Fördergelder beim Contracting oft nicht oder nur eingeschränkt beansprucht werden können.

Vor Vertragsabschluss prüfen: Laufzeit und Kündigungsfristen, Verhalten bei Eigentümerwechsel (Übertragbarkeit des Vertrags), was bei einem Defekt genau enthalten ist, und ob der Strompreis im Contracting-Modell fest oder variabel ist. Ein Vergleich mit einer klassischen Kauf-Offerte inklusive Finanzierung lohnt sich in jedem Fall.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine Wärmepumpe in der Schweiz wirklich?

Die Gesamtkosten hängen vom Typ und den lokalen Gegebenheiten ab. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet inkl. Installation realistisch CHF 15'000–27'000. Darin enthalten: Gerät, Hydraulikmodul, Elektroinstallation, Warmwasserspeicher und Inbetriebnahme. Eine Sole-Wasser-Anlage mit Tiefenbohrung (150 m) kostet CHF 28'000–50'000. Mit Fördergeldern aus dem Gebäudeprogramm und kantonal sind CHF 4'000–10'000 Rückerstattung möglich — so liegt der Eigenanteil für eine Luft-Wasser-WP effektiv bei CHF 10'000–20'000.

Wie viel Förderung bekomme ich in meinem Kanton?

Das variiert erheblich. Das nationale Gebäudeprogramm (pronovo.ch) zahlt Pauschalen von CHF 2'500–6'000 für den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpe. Viele Kantone legen nochmals CHF 1'500–6'000 drauf. Die aktuellen Ansätze findest du auf pronovo.ch oder beim kantonalen Energiefachamt. Wichtig: Der Förderantrag muss vor der Bestellung der Anlage gestellt und bewilligt werden. Bei dringendem Heizungsersatz sofort beim Kanton melden — es gibt Sonderregelungen für Notfälle.

  • pronovo.ch → Gebäudeprogramm → Fördergesuch einreichen
  • energieschweiz.ch → kantonale Förderprogramme
  • Kanton Zürich: energie.zh.ch
  • Kanton Bern: beco.be.ch/energie
  • Kanton Aargau: ag.ch/energie
Kann ich eine Wärmepumpe im Altbau betreiben?

Ja, aber mit Einschränkungen. Altbauten mit alten Hochtemperatur-Radiatoren (Vorlauf 70–80 °C) sind für Wärmepumpen ungünstig — die JAZ sinkt auf 2,0 oder weniger, was die Wirtschaftlichkeit stark verschlechtert. Es gibt zwei Wege:

  • Hochtemperatur-Wärmepumpe: Spezialgeräte liefern Vorlauftemperaturen bis 65–75 °C. Teurer in der Anschaffung (Aufpreis CHF 2'000–5'000), aber ohne Anpassung des Heizsystems nutzbar.
  • Niedertemperatur-Umbau: Heizkörper durch grössere Niedertemperatur-Radiatoren oder Fussbodenheizung ersetzen. Kostet CHF 5'000–20'000, ermöglicht dann aber eine Standard-WP mit hoher JAZ.

Eine Heizlastberechnung und ein Fachberatungsgespräch sind bei Altbauten obligatorisch, bevor man eine Entscheidung trifft.

Wie laut ist eine Wärmepumpe, und was sagen die Nachbarn?

Das Aussengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt typisch 45–55 dB(A) in 1 m Abstand — vergleichbar mit einem ruhigen Gespräch. Der Schallpegel am Nachbargebäude muss die Grenzwerte der Lärmschutzverordnung (LSV) einhalten: In Wohnzonen (Empfindlichkeitsstufe II) dürfen am Nachbargebäude nachts max. 45 dB(A) auftreten.

Massnahmen für ruhigen Betrieb:

  • Aussengerät mit Nachtmodus oder Nacht-Drehzahlabsenkung wählen.
  • Gerät nicht direkt zur Grenze hin ausrichten — schallreflektierende Wände meiden.
  • Schallschutzhaube oder Erdwall vor dem Aussengerät möglich.
  • Monoblock-Geräte neuerer Generation sind deutlich leiser als ältere Split-Aussengeräte.
  • Im Zweifelsfall eine Schallprognose durch den Installateur erstellen lassen.

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