🚴 Velohelm kaufen Schweiz 2026

Sicherheit, Fit & Zertifizierungen — der vollständige Schweizer Kaufberater für Fahrrad- und E-Bike-Helme.

EN 1078 / NTA 8776 erklärt Helmrecht Schweiz aktuell MIPS verständlich CHF-Preisklassen & Vergleich
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Kurzantwort

Für normale Velos brauchen Erwachsene in der Schweiz keinen Helm per Gesetz — doch die Unfallstatistik spricht eine klare Sprache. Für S-Pedelecs (bis 45 km/h) ist der Helm seit 2014 obligatorisch. Kaufe einen Helm mit CE-Zeichen und EN 1078, prüfe den Sitz mit dem Zwei-Finger-Regel über der Stirn, ersetze ihn nach jedem Sturz und spätestens nach 5 Jahren. MIPS ist für Sport und MTB empfehlenswert, für den Stadthelm optional.

~300Velounfälle mit schwerer Kopfverletzung/Jahr CH
74 %Helme reduzieren Kopfverletzungsrisiko (bfu)
5 J.Maximale empfohlene Lebensdauer
CHF 30–Einstiegspreis zertifizierter Helm

1. Welcher Velohelm passt zu mir? Die Helmtypen im Überblick

Der Markt bietet fünf klar unterscheidbare Helmkategorien. Die richtige Wahl hängt vom Einsatzgebiet, der Fahrgeschwindigkeit und dem persönlichen Anspruch an Komfort und Belüftung ab.

🏙️ City- / Urban-Helm

Geschlossene oder wenig belüftete Schale, oft mit Visier oder Rücklicht. Ideal für tägliche Fahrten, Einkäufe und Pendeln. Gewicht: 300–500 g.

🚵 MTB-Helm

Erweiterter Hinterkopfschutz, oft mit Visier. Für Trails und Forst. Volle-Face-Helme für Downhill. Gewicht: 280–450 g.

🏁 Rennrad-Helm

Grosse Lüftungsschlitze, aerodynamisch, sehr leicht (<250 g). Kein erweiterter Hinterkopfschutz. Für Training und Sportfahren.

⚡ E-Bike-Helm

NTA 8776 oder EN 1078. S-Pedelec-Helme (45 km/h) brauchen zwingend NTA 8776. Oft mit integriertem Licht und Visier.

👶 Kinder-Helm

EN 1080 mit Sicherheitsverschluss. Leicht, oft mit bunten Designs. Grösse sollte alle 1–2 Jahre überprüft werden.

City-Helm vs. Sport-Helm — die wichtigsten Unterschiede

Ein City-Helm ist robust, hat weniger Luftschlitze und schützt auch bei Nieselregen ohne sofort aufzuweichen. Der Sport-Helm (Rennrad, MTB) priorisiert Ventilation und Gewicht, hat aber eine dünnere Aussenschale. Wer pendelt und Regenhülle nutzt, fährt mit einem City-Helm langfristig besser. Wer Touren über 50 km fährt, profitiert vom aerodynamischen Gewichtsvorteil eines Rennrad-Helms.

Tipp: Helm-Kombinationen

Viele Pendler haben zwei Helme: einen leichten Rennrad-Helm für sportliche Touren und einen City-Helm mit integriertem Rücklicht für den Alltag. Das ist sinnvoll — ein Helm der für alles kompromisslos gut ist, existiert nicht.

2. Schweizer Helmrecht: Wann ist der Velohelm obligatorisch?

Die Rechtslage in der Schweiz ist klarer als in vielen Nachbarländern, aber immer noch von vielen missverstanden. Hier die aktuellen Regeln nach dem Verkehrsregelverordnung (VRV) und dem Strassenverkehrsgesetz (SVG):

⚠️ S-Pedelec: Helmpflicht seit 2014

Für schnelle E-Bikes (S-Pedelecs) mit Motorunterstützung bis 45 km/h gilt laut VRV Art. 213a eine gesetzliche Helmpflicht. Diese Fahrzeuge sind als «schnelle Motorfahrräder» klassifiziert und müssen zudem versichert sein (Kontrollschild). Ein normaler Fahrradhelm ohne NTA 8776 reicht für S-Pedelecs nicht aus.

✓ Langsame E-Bikes (bis 25 km/h): Empfehlung, keine Pflicht

Für normale Pedelecs (bis 25 km/h Motorunterstützung, max. 500 W) gilt keine gesetzliche Helmpflicht. Diese Fahrzeuge sind rechtlich wie normale Fahrräder behandelt. Die bfu empfiehlt aber dringend einen Helm, da die höhere Masse und Geschwindigkeit das Verletzungsrisiko erhöht.

⚠️ Kinder unter 12 Jahren: Helmpflicht auf Strassen

Kinder unter 12 Jahren, die mit dem Velo auf der Strasse fahren, müssen in der Schweiz einen Helm tragen — unabhängig davon, ob sie selbst fahren oder mitgenommen werden. Verstösse können mit Busse belegt werden.

Übersicht: Helmpflicht in der Schweiz 2026

Bei Velounfällen ohne Helm kann das Mitverschulden bei der Versicherungsabrechnung eine Rolle spielen, auch wenn technisch keine Pflicht besteht. Schweizer Haftpflichtversicherer haben in Einzelfällen die Entschädigung gekürzt.

3. Sicherheitsnormen: EN 1078, EN 1080, NTA 8776 und MIPS

Das CE-Zeichen allein sagt wenig — entscheidend ist die dahinterliegende Norm. Ein Helm ohne sichtbare Normangabe sollte nicht gekauft werden.

EN 1078 EN 1080 NTA 8776 MIPS (Tech)

EN 1078 — der Basisstandard für Fahrradhelme

Die EN 1078 ist die europäische Norm für Fahrradhelme und in der Schweiz für normale Velos und Pedelecs bis 25 km/h massgebend. Sie schreibt Aufpralltests auf flache und halbkugelförmige Flächen vor, definiert eine minimale Abdeckungsfläche und testet den Kinnriemenverschluss. Helme mit CE/EN 1078 erfüllen das gesetzliche Minimum.

Wichtig: EN 1078 schreibt keine Tests für Rotationskräfte vor — genau hier setzt MIPS (und vergleichbare Systeme) an. Auch der Hinterkopf wird bei EN 1078 weniger streng abgedeckt als bei Motorradnormen.

EN 1080 — Sicherheitsstandard für Kinderhelme

Die EN 1080 gilt für Fahrradhelme, die für Kinder unter 14 Jahren bestimmt sind. Der wesentliche Unterschied zur EN 1078: Der Kinnriemenverschluss muss sich bei einer Zugkraft von mehr als 50 N automatisch öffnen. Das verhindert das Strangulieren am Kinnriemen bei einem Sturz vom Fahrrad. Eltern sollten bei Kinderkauf ausschliesslich auf EN 1080 achten — nicht nur CE.

NTA 8776 — die Norm für S-Pedelecs und Speed-Pedelecs

Die niederländische Norm NTA 8776 (mittlerweile in der Schweiz und Deutschland als Referenz für S-Pedelec-Helme akzeptiert) testet Helme bei Aufprallgeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h — deutlich mehr als EN 1078 (ca. 20 km/h). Zudem sind Hinterkopf und Schläfenregion besser abgedeckt. Für S-Pedelec-Fahrer ist NTA 8776 Pflicht; für normale E-Bike-Fahrer bis 25 km/h ist sie eine sinnvolle Option aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Hinweis: EN 17092 als europäischer Nachfolger

Die europäische Norm EN 17092 (verschiedene Klassen für Motorradhelme und Speed-Pedelec-Helme) ist im Entstehen. Bis zur vollständigen Umsetzung bleibt NTA 8776 der Praxisstandard für Hochgeschwindigkeits-E-Bike-Helme in der Schweiz.

MIPS — Multi-directional Impact Protection System

MIPS ist keine Norm, sondern eine Zusatztechnologie. Eine dünne, gelbe Gleitschicht zwischen der harten EPS-Schaumschale und dem Innenpolster erlaubt dem Helm, sich bei einem Aufprall um 10–15 mm zu verdrehen — unabhängig vom Kopf. Da die meisten Fahrradstürze mit einem schrägen Aufprall verbunden sind, wirken dabei starke Rotationskräfte auf das Gehirn, die MIPS signifikant reduziert.

MIPS ist eine eingetragene Marke der gleichnamigen schwedischen Firma. Vergleichbare Systeme heissen WaveCel (Trek), Spin (POC), Turbine (Bell) oder Koroyd. Alle verfolgen das gleiche Ziel mit unterschiedlicher Mechanik.

Ist MIPS sein Geld wert?

Unabhängige Tests (u.a. Virginia Tech Helmet Lab) zeigen, dass MIPS-Helme bei schrägen Aufprällen messbar besser abschneiden. Der Aufpreis beträgt typischerweise CHF 20–50. Für Sport-, MTB- und E-Bike-Helme ist MIPS empfehlenswert. Für ruhige Stadtfahrten mit niedrigen Geschwindigkeiten ist der Nutzen geringer — ein gut passender günstiger Helm ohne MIPS ist besser als ein schlecht sitzender teurer Helm mit MIPS.

4. Kopfumfang messen & Passform: So sitzt der Helm richtig

Ein schlecht sitzender Helm schützt im Ernstfall kaum. Passform ist wichtiger als Marke oder Preis. Nimm dir beim Kauf Zeit für diese Schritte.

Schritt 1: Kopfumfang messen

Messe deinen Kopfumfang mit einem flexiblen Massband — ca. 2 cm über den Augenbrauen, rund um den Hinterkopf an der breitesten Stelle. Miss zweimal und notiere den grösseren Wert.

Grösse Kopfumfang Typische Träger
XS51–53 cmKleine Erwachsene, Jugendliche
S54–56 cmDurchschnittlich kleiner Kopf
M57–59 cmHäufigste Erwachsenengrösse
L60–62 cmGrösser überdurchschnittlicher Kopf
XL63–65 cmGrosse Köpfe

Schritt 2: Helm aufsetzen — die Zwei-Finger-Regel

Setze den Helm waagerecht auf den Kopf — nicht nach hinten gekippt (Cowboy-Stil). Der Helmrand sollte zwei Finger breit über den Augenbrauen sitzen. Der Hinterkopf muss vollständig abgedeckt sein. Wenn du nickst, soll der Helm mitnicken, nicht auf der Stirn nach vorn rutschen.

Schritt 3: Verstellrad (Retention-System) einstellen

Fast alle modernen Helme haben ein Drehrad am Hinterkopf. Drehe es, bis der Helm fest, aber nicht drückend sitzt. Du solltest zwei Finger unter das Drehrad schieben können, aber der Helm darf sich nicht hin und her bewegen lassen.

Schritt 4: Kinnriemen anpassen

Der Kinnriemen sitzt korrekt, wenn du genau einen Finger zwischen Riemen und Kinn schieben kannst. Die Y-Verbindung der Riemen soll direkt unter dem Ohr liegen — nicht davor, nicht dahinter.

⚠️ Helm im Online-Kauf

Wenn du einen Helm online kaufst, beachte das exakte Rückgaberecht. Setze den Helm direkt nach dem Auspacken auf und prüfe alle vier Schritte. Sitzt er schlecht, retourniere ihn sofort — ein falsch sitzender Helm schützt nicht.

5. Belüftung: Luftschlitze, In-Mold vs. Hardshell

Belüftung ist beim Fahrradhelm ein echter Komfort- und Sicherheitsfaktor. Ein zu heisser Kopf führt zu Schweiss, der die Augen brennt — und zu Konzentrationsverlust. Gleichzeitig bedeutet mehr Belüftung oft weniger Material und damit weniger Schutzwirkung.

Anzahl und Grösse der Lüftungsschlitze

Rennrad-Helme haben typischerweise 20–30 grosse Lüftungsschlitze und wiegen unter 250 g. MTB-Helme: 15–25 Schlitze (teilweise mit Visier, das die Luftströmung beeinflusst). City-Helme: 10–20 kleinere Schlitze, da mehr Schutzmaterial vorhanden ist. Kinderhelme und Sicherheitshelme für langsame Stadtfahrten: oft weniger als 10 Schlitze, aber mit soliderer Abdeckung.

Viel hilft nicht immer viel: Ein Helm mit 30 Schlitzen nutzt die Belüftung nur bei höherer Fahrtgeschwindigkeit (ab ca. 15 km/h). Beim Stadtpendeln mit Stopps macht eine hochwertige Innenauskleidung aus feuchtigkeitsableitendem Material mehr Unterschied als pure Schlitzzahl.

In-Mold-Konstruktion vs. Hardshell

In-Mold bedeutet, dass die Aussenschale direkt mit dem EPS-Schaum-Innenkern verschmolzen wird. Das ergibt einen leichten, steifen Helm mit guter Absorption. Fast alle modernen Sport- und Rennradhelme nutzen In-Mold. Nachteil: Kratzempfindlich und teurer in der Herstellung.

Hardshell (oder ABS-Aussenschale) ist eine separat aufgebrachte harte Kunststoffschale. Robuster gegen Kratzer, schwerer, günstiger. Typisch bei günstigen Stadthelmen, Kinderhelmen und Sicherheitshelmen für Baustellen. Für Radfahren vollkommen ausreichend, wenn EN 1078 erfüllt ist.

In-Mold

Leicht, integriert, teurer. Für Sport, Rennrad, MTB. Schlechtere Kratzerresistenz.

Hardshell

Robuster, schwerer, günstiger. Für Stadt, Alltag, Kinder. Häufig mit ABS-Schale.

6. E-Bike-Helme: Was Pedelec und S-Pedelec brauchen

E-Bikes sind in der Schweiz auf dem Vormarsch. Im Jahr 2025 war fast jedes dritte verkaufte Velo elektrisch. Mit höherer Masse (oft 20–25 kg) und höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten steigen die Anforderungen an den Helm.

Langsame E-Bikes (Pedelec, bis 25 km/h): EN 1078 reicht

Für normale Pedelecs mit Motorunterstützung bis 25 km/h ist rechtlich kein besonderer Helm vorgeschrieben. Ein normaler Fahrradhelm nach EN 1078 mit gutem Sitz erfüllt das gesetzliche Minimum. Empfehlenswert ist trotzdem ein Helm mit besserem Hinterkopfschutz und MIPS, da E-Bike-Fahrer tendieren schneller zu fahren als klassische Velofahrer.

S-Pedelecs (bis 45 km/h): NTA 8776 ist Pflicht

Für S-Pedelecs ist in der Schweiz ein Helm nach NTA 8776 oder einer gleichwertigen Norm zwingend vorgeschrieben. Diese Helme sehen Motorradhelmen ähnlicher: grössere Abdeckung, kein grosses offenes Gitterwerk, oft mit integriertem Visier. Sie wiegen typischerweise 500–900 g — mehr als normale Radhelme, aber deutlich weniger als vollständige Motorradhelme.

Merkmale guter E-Bike-Helme

⚠️ Verwechslungsgefahr: NTA 8776 vs. EN 1078

Manche Hersteller werben mit «E-Bike-Helm» ohne klare Normangabe. Nur wenn NTA 8776 explizit auf dem Helm oder der Verpackung steht, ist der Helm für S-Pedelecs zugelassen. Ein normaler EN-1078-Helm, auch wenn er optisch einem Mopedhelm ähnelt, genügt für S-Pedelecs nicht.

7. MIPS-Technologie im Detail: Wann lohnt sich der Aufpreis?

MIPS (Multi-directional Impact Protection System) ist in den letzten zehn Jahren vom Nischen-Feature zum Standardmerkmal in der Mittelklasse geworden. Was steckt dahinter und wann ist der Mehrpreis sinnvoll?

Wie funktioniert MIPS?

Bei einem typischen Fahrradunfall landet der Kopf nicht senkrecht, sondern in einem Winkel von etwa 45° auf dem Boden. Dabei entstehen starke Rotationskräfte, die das Gehirn verdrehen und zu Hirnverletzungen führen können, selbst wenn der Aufprall vergleichsweise leicht ist. Das MIPS-System erlaubt dem Helm, sich im Moment des Aufpralls um einige Millimeter relativ zum Kopf zu drehen. Der Kopf nimmt dadurch weniger Rotationsenergie auf.

Was sagen die Tests?

Das Virginia Tech Helmet Lab (USA) veröffentlicht regelmässig unabhängige Helm-Rankings. Helme mit MIPS oder gleichwertigen Systemen schneiden im Durchschnitt besser ab als reine EN-1078-Helme, besonders bei schrägen Aufprällen. Schweizer Tests der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) bestätigen das Grundprinzip. Ein vollständiger Ersatz für einen gut sitzenden Helm ist MIPS nicht — es ist eine sinnvolle Ergänzung.

MIPS-Alternativen im Vergleich

Wann lohnt sich MIPS?

8. Gewicht & Aerodynamik: Gramm zählen nur beim Sport

Im Radsport ist Gewicht ein echter Faktor. Ein Rennradhelm mit unter 200 g fühlt sich kaum spürbar auf dem Kopf an. Für den Pendler-Alltag ist dieser Unterschied vernachlässigbar — wichtiger ist ein stabiler Sitz und gute Belüftung.

Gewichtsklassen nach Helmtyp

Aerodynamik — wann relevant?

Aerodynamische Vorteile machen sich ab etwa 35–40 km/h spürbar bemerkbar — das ist der Bereich von Rennfahrern und Zeitfahrern. Auf dem Weg zur Arbeit mit 20–25 km/h spielt Aerodynamik keine messbare Rolle. Aero-Helme (ohne Lüftungsschlitze oder mit kleinen Schlitzen) werden heisser und sind für lange Touren im Sommer weniger geeignet.

9. Weitere Ausstattung: Licht, Visier, Spiegel & Regenschutz

Der Markt bietet immer mehr integrierte Zusatzfunktionen. Was davon ist nützlich, was ist Spielerei?

💡 Integriertes Rücklicht

Sehr sinnvoll für Pendler und E-Bike-Fahrer. Sichtbarkeit im Dunkeln, oft mit Blinkmodus. USB-ladbar oder mit Wechselbatterie. Marken: Uvex city 5, Bontrager Charge WaveCel.

🕶️ Visier / Sonnenschutz

Klappbares oder wechselbares Visier schützt vor Sonne, Regen und Insekten. Standard bei MTB-Helmen, optional bei City-Helmen. Kann die Aerodynamik beeinflussen.

🌧️ Regenhülle

Viele City-Helme werden mit einer Regenhülle geliefert. Schützt vor Nässe und verlängert die Lebensdauer. Alternativ separat kaufbar für ca. CHF 15–25.

🔍 Rückspiegel

Helmseitige Rückspiegel (z.B. Busch + Müller Cycle Star) sind bei Pendlern beliebt. Klappbar, kaum Gewicht, verbessert die Situationswahrnehmung im Stadtverkehr.

📡 ANGI / Crash Sensor

Garmin ANGI und ähnliche Sensoren erkennen einen Sturz und senden automatisch eine Notfallmeldung. Über Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Sinnvoll für Alleinfahrten auf abgelegenen Routen.

🎵 Lautsprecher / Kommunikation

Helme mit integrierten Lautsprechern (z.B. Sena-Integration) für Navigation oder Gruppensprechfunke. Für den Stadtgebrauch nicht empfohlen — Geräusche aus der Umgebung sollten wahrgenommen werden.

10. Haltbarkeit & Austausch: Wann muss der Helm weg?

Ein Helm ist kein Gebrauchsgegenstand, der repariert oder ewig genutzt werden kann. Der EPS-Schaum im Inneren verformt sich bei jedem Aufprall dauerhaft — auch bei einem leichten Aufprall, der keine äusseren Spuren hinterlässt.

Nach einem Sturz: Sofortige Kontrolle

Nach jedem Sturz — auch einem leichten — muss der Helm sorgfältig geprüft werden. Äussere Risse oder Dellen sind klare Ausschlusskriterien. Wenn der Helm auf hartem Untergrund aufgeprallt ist, auch ohne sichtbare Schäden: Im Zweifel sofort ersetzen. Hersteller empfehlen grundsätzlich den Austausch nach jedem Sturz mit Kopfaufprall.

⚠️ Unsichtbare Schäden sind die gefährlichsten

EPS-Schaum komprimiert sich beim Aufprall und federt nicht vollständig zurück. Nach einem Aufprall kann der Helm äusserlich intakt aussehen, aber die Schutzwirkung ist irreversibel reduziert. Es gibt keinen praktischen Test für Heimanwender, um dies festzustellen — im Zweifel tauschen.

Maximale Lebensdauer: 5 Jahre

Auch ohne Sturz altert jeder Helm. UV-Strahlung degradiert Kunststoffe und EPS-Schaum. Schweiss und Pflegemittel greifen Klebstoffe und Dichtungsmaterialien an. Hersteller wie Giro, Specialized und Uvex empfehlen deshalb einen Wechsel spätestens nach 5 Jahren. Günstige Einstiegshelme sollten eher nach 3 Jahren gewechselt werden.

Helm richtig pflegen — Lebenszeit verlängern

11. Preissegmente Schweiz: CHF 30 bis 300 und mehr

Das Angebot reicht von CHF 30 (EN-1078-zertifizierter Basishelm) bis über CHF 500 (Spitzensport-Aerodynamik mit MIPS und integrierter Elektronik). Die gute Nachricht: Sicherheit fängt nicht erst bei CHF 200 an.

Einstieg
CHF 30–80

EN 1078 erfüllt, ABS-Hardshell, solides Retention-System, meist ohne MIPS. Gut für Gelegenheitsfahrer und Kinder (EN 1080).

Mittelklasse
CHF 80–200

In-Mold-Konstruktion, MIPS oder gleichwertig, 15–25 Lüftungsschlitze, gutes Retention-System. Idealer Bereich für Pendler, Tourenfahrer und E-Bike.

Premium
CHF 200–350

Aero-Optimierung, sehr leicht (<250 g), WaveCel/Koroyd/MIPS, hochwertige Polster, oft mit Licht oder Bluetooth. Für Sport und häufige Touren.

High-End
CHF 350+

Profi-Rennrad- oder Tri-Helme, maximale Aerodynamik, Carbon-Elemente, integrierte Elektronik. Nur sinnvoll für ernsthafte Sportler.

Empfehlung für die meisten Schweizer

Im Bereich CHF 80–150 findest du Helme, die guten Schutz (MIPS oder gleichwertig), gute Belüftung und ein solides Verstellsystem bieten. Ein solider Mittelklassehelm, der perfekt passt, schlägt jeden teuren Helm mit schlechtem Sitz.

12. Vergleichstabelle: Helmtypen im Überblick

Diese Tabelle zeigt die wichtigsten Merkmale der gängigen Helmkategorien auf einen Blick.

Helmtyp Preis (CHF) Norm MIPS? Gewicht Ideal für
City / Urban 50–180 EN 1078 Optional 300–500 g Pendeln, Einkauf, Alltagsfahrten
Rennrad 80–400 EN 1078 Empfohlen 150–280 g Sport, Touren, Training
MTB (Halbschale) 70–300 EN 1078 Empfohlen 280–450 g Trails, Forst, Tagestouren
MTB (Full-Face) 150–600 EN 1078 Empfohlen 700–1200 g Downhill, Bike-Park
E-Bike (25 km/h) 60–250 EN 1078 Empfohlen 280–500 g Pedelec-Alltag, Tourenpendeln
S-Pedelec (45 km/h) 100–350 NTA 8776 Ja, oft integriert 500–900 g Schnelle E-Bikes, Pendeln
Kinder (EN 1080) 30–120 EN 1080 Optional 200–350 g Kinder unter 14 Jahren

13. Kaufcheckliste: 8 Punkte vor dem Kauf prüfen

14. Häufige Fehler beim Helmkauf — und wie du sie vermeidest

Fehler 1: Helm nach hinten gekippt tragen

Der klassischste Fehler: Der Helm sitzt weit hinten auf dem Kopf, der Stirnbereich ist frei. So bietet er beim Frontalaufprall — dem häufigsten Sturzmuster — keinen Schutz. Der Helmrand muss waagerecht, zwei Finger über den Augenbrauen sitzen.

Fehler 2: Helm trotz Sturz weiterverwenden

«Er sieht noch gut aus» — dieser Satz kostet im Ernstfall das Leben. Nach jedem Sturz mit Kopfaufprall ist der Helm zu ersetzen. Auch wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen.

Fehler 3: Kinnriemen lose lassen

Ein loser Kinnriemen macht den Helm nutzlos — bei einem Sturz dreht er sich einfach weg. Der Riemen muss immer geschlossen sein, wenn du auf dem Velo sitzt.

Fehler 4: Helm ohne Normkontrolle kaufen

Billighelme ohne CE/EN-Zeichen aus unseriösen Online-Quellen bieten möglicherweise keine verwertbare Schutzwirkung. Die Norm ist das Minimum — nicht die Garantie, aber die Voraussetzung.

Fehler 5: Helm des Kindes zu früh wechseln oder zu lange behalten

Kinderschädel wachsen schnell. Ein Helm, der «noch passt» aber eigentlich zu klein ist, schnürt und sitzt schief. Alle 1–2 Jahre überprüfen. Gleichzeitig: Kinderhelme werden oft weiterverkauft — ohne zu wissen, ob ein Sturz stattgefunden hat. Gebrauchte Kinderhelme sind riskant.

15. Bekannte Helmmarken in der Schweiz

Diese Marken sind in Schweizer Velofachgeschäften und Online-Plattformen erhältlich. Keine Empfehlung für spezifische Modelle — Sortiment und Preise ändern sich laufend.

Giro

US-amerikanische Marke, breites Sortiment von City bis Rennrad. Bekannt für gutes Verstellsystem (Roc Loc). Viele Modelle mit MIPS.

Uvex

Deutsche Marke, stark im City- und E-Bike-Segment. Uvex city 5 mit integriertem Licht, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. In der Schweiz weit verbreitet.

POC

Schwedisches Premium-Label, Fokus auf Sicherheitsforschung. Spin-System (wie MIPS), hochwertiger Schaum. Beliebt bei MTB- und Rennradfahrern.

Bell / Bontrager

Bell mit Turbine-Technologie, Bontrager (Trek) mit WaveCel. Beide bekannt für innovative Rotationsschutz-Systeme. Gutes Angebot in der Mittelklasse.

Specialized

Rennrad und MTB fokussiert. ANGi-Crash-Sensor integriert in viele Modelle. Gut im oberen Preissegment.

Smith

US-Marke mit Koroyd-Technologie. Bekannt für Skihelme und MTB-Helme. Gute Ventilation, Wechselvisiere.

16. E-Bike in der Schweiz: Rechtliche Besonderheiten kurz zusammengefasst

E-Bikes werden in der Schweiz in zwei Kategorien eingeteilt, die rechtlich und helmtechnisch sehr unterschiedlich behandelt werden:

Kategorie Max. Motorleistung Max. Unterstützung Helm Führerausweis Kennzeichen
Pedelec (langsam) 500 W 25 km/h Empfohlen (EN 1078) Nein Nein
S-Pedelec (schnell) 1000 W 45 km/h Obligatorisch (NTA 8776) Ja (Kat. M od. A1) Ja (Mofa-Schild)

17. Kauftipps: Wo kaufe ich in der Schweiz einen Velohelm?

Velofachgeschäft — erste Wahl für Ersthelm

Im Fachgeschäft lässt sich der Helm sofort aufprobieren, das Personal kann Passform und Norm erklären. Das ist besonders bei Kinderkauf und beim ersten E-Bike-Helm wichtig. Schweizer Velofachgeschäfte finden sich in jeder grösseren Stadt; viele bieten auch Nachjustierungen kostenlos an.

Online-Kauf — nur mit gutem Rückgaberecht

Online ist die Auswahl oft grösser und die Preise tiefer. Achte auf ein grosszügiges Rückgaberecht (mindestens 14 Tage, besser 30 Tage) und kauf nur bei etablierten Anbietern, die CE-Normangaben klar ausweisen. Kaufe die gewünschte Grösse und prüfe die Passform sorgfältig zuhause.

Was du bei gebrauchten Helmen beachten musst

Gebrauchte Helme sind problematisch: Du weisst nicht, ob ein Sturz stattgefunden hat, und du kennst das genaue Alter nicht. Ausnahme: Du kaufst von jemandem, dem du vertraust, der dir die vollständige Geschichte des Helms mitteilen kann, und der Helm ist erkennbar jünger als 3 Jahre. Für Kinder gilt: Keine gebrauchten Helme.

Versicherungstipp für Velofahrer in der Schweiz

Die private Haftpflichtversicherung deckt normalerweise Schäden, die du als Velofahrer Dritten zufügst. Für eigene Verletzungen brauchst du eine Unfallversicherung (oft über den Arbeitgeber) oder eine private Unfallversicherung. Einige Hausratsversicherungen decken Fahrraddiebstahl — die Police prüfen.

Häufige Fragen zum Velohelm-Kauf in der Schweiz

Ist ein Velohelm in der Schweiz Pflicht?

Für normale Velos und langsame E-Bikes (bis 25 km/h) gibt es für Erwachsene keine gesetzliche Helmpflicht in der Schweiz. Die bfu empfiehlt Helme dringend, da sie das Risiko schwerer Kopfverletzungen um bis zu 74 % senken. Für S-Pedelecs (bis 45 km/h) ist der Helm seit 2014 nach VRV Art. 213a obligatorisch. Kinder unter 12 Jahren müssen auf dem Velo einen Helm tragen.

Wie lange kann ich meinen Velohelm benutzen?

Spätestens nach 5 Jahren sollte jeder Helm ersetzt werden — unabhängig von Stürzen. UV-Strahlung, Schweiss und normale Alterung schwächen die Materialien. Nach jedem Sturz mit Kopfaufprall sofort wechseln, auch wenn der Helm äusserlich unbeschädigt erscheint. Das Produktionsdatum findest du oft innen am Helm eingepresst (Monat/Jahr).

Was unterscheidet EN 1078 und NTA 8776?

EN 1078 ist die europäische Basisnorm für Fahrradhelme — getestet bei Aufprallgeschwindigkeiten von etwa 20 km/h, mit CE-Kennzeichen. NTA 8776 ist eine strengere niederländische Norm für Speed-Pedelec-Helme (bis 45 km/h): höhere Testgeschwindigkeiten (bis 50 km/h), mehr Abdeckung am Hinterkopf und den Schläfen, oft mit Visier. Für S-Pedelecs in der Schweiz ist NTA 8776 vorgeschrieben.

Brauchen Kinder einen speziellen Helm?

Ja. Kinderhelme müssen die EN 1080 erfüllen — nicht nur EN 1078. Der wesentliche Unterschied: EN 1080 schreibt einen Sicherheitsverschluss vor, der sich bei mehr als 50 N Zugkraft automatisch öffnet. Das verhindert Strangulation am Kinnriemen. Achte beim Kauf auf das CE-Zeichen mit expliziter Angabe «EN 1080», nicht nur allgemeines CE. Helme alle 1–2 Jahre auf Passform überprüfen, da Kinderschädel schnell wachsen.

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Letzte Aktualisierung: Juni 2026 · Angaben ohne Gewähr · Gesetzliche Informationen können sich ändern.