Kurzantwort

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich 2026 für Schweizer Eigenheimbesitzer mit südorientiertem Dach. Ein 6-kWp-System kostet brutto CHF 15 000–18 000, nach Abzug der Pronovo EIV-Förderung (ca. CHF 2000–3000) und kantonaler Beiträge verbleiben netto CHF 11 000–15 000. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 35–40 % und einem Strompreis von 27 Rp/kWh resultiert eine Amortisationszeit von 10–14 Jahren — bei einer Anlagenlebensdauer von 25–30 Jahren. Die Einmalvergütung wird über Pronovo AG abgewickelt, die Anmeldung sollte möglichst früh, am besten vor Baubeginn, erfolgen.

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Das Herzstück sind die Solarmodule, die aus Siliziumzellen bestehen. Heute kommen in Schweizer Hausdachanlagen fast ausschliesslich monokristalline Module zum Einsatz — sie sind effizienter (22–24 % Wirkungsgrad) und kompakter als die ältere polykristalline Technik.

Der von den Modulen erzeugte Gleichstrom (DC) wird durch den Wechselrichter (Inverter) in netzkonformen Wechselstrom (AC, 230 V / 50 Hz) umgewandelt. Dieser Strom fliesst direkt in Ihr Hausnetz. Verbrauchen Sie im betreffenden Moment weniger, als die Anlage produziert, wird der Überschuss über den bidirektionalen Einspeisezähler ins öffentliche Netz eingespeist — Ihr Netzbetreiber vergütet das zum Rückliefertarif.

Systemkomponenten im Überblick

Schweizer Besonderheit

In der Schweiz muss der Anschluss ans Stromnetz durch einen beim jeweiligen Netzbetreiber zugelassenen Elektroinstallateur erfolgen. Die Anlage muss der Norm NIN 2020 entsprechen und durch das ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) abgenommen sein. Fragen Sie den Installateur ausdrücklich nach dem Abnahmebericht.

Systemgrössen im Vergleich — was passt zu meinem Haushalt?

Die Systemgrösse hängt von Ihrem Jahresverbrauch, dem verfügbaren Dach und dem Eigenverbrauchsziel ab. Als Faustregel gilt: Pro kWp benötigen Sie ca. 5–7 m² Dachfläche (Südausrichtung, 30° Neigung).

Systemgrösse Dachfläche Jahresertrag CH Investition (brutto) EIV-Förderung Eigenverbrauch Amortisation
3 kWp
Kleines EFH / Wohnung
18–22 m² ca. 2 700 kWh CHF 8 000–10 000 ca. CHF 900–1 200 50–60 % 10–13 Jahre
6 kWp Empfohlen
Typisches EFH
35–45 m² ca. 5 400 kWh CHF 15 000–18 000 ca. CHF 2 000–2 800 35–45 % 10–14 Jahre
10 kWp
Grösseres EFH / MFH
60–70 m² ca. 9 000 kWh CHF 23 000–30 000 ca. CHF 3 500–5 000 25–35 % 11–15 Jahre
20 kWp
MFH / Gewerbe
120–140 m² ca. 18 000 kWh CHF 42 000–56 000 ca. CHF 7 000–10 000 20–30 % 12–16 Jahre

Alle Angaben Richtwerte für Standort Mittelland, Südausrichtung 30°. EIV-Beträge nach aktuellen Pronovo-Sätzen 2026. Investition ohne Batterie.

4 Tipps, bevor Sie bestellen

EIV sofort anmelden

Melden Sie Ihre Anlage bei Pronovo an, bevor der Installateur beginnt. Wer die Anlage erst danach anmeldet, riskiert, die Förderung zu verlieren. Die Anmeldung ist kostenlos und online unter pronovo.ch möglich.

Eigenverbrauch maximieren

Verschieben Sie energieintensive Geräte (Waschmaschine, Geschirrspüler) in die Mittagsstunden. E-Auto-Laden via Smart Charger und Wärmepumpe tagsüber steigern den Eigenverbrauchsanteil deutlich — und damit die Wirtschaftlichkeit.

Speicher gezielt einplanen

Ein Batteriespeicher kostet extra CHF 8000–15 000 und amortisiert sich aktuell in vielen Fällen knapp. Sinnvoll ist er dann, wenn Ihr Verbrauch vor allem morgens und abends anfällt oder Sie Autarkie anstreben. Mehrwertsteuer beachten.

Dachausrichtung prüfen

Ideal ist Süd bei 25–35° Neigung. Ost/West-Dächer liefern ca. 15–20 % weniger Ertrag, können aber wegen der längeren Produktionszeit (morgens und abends) den Eigenverbrauchsanteil sogar verbessern. Profis berechnen dies mit PV-GIS.

Pronovo EIV — die Einmalvergütung des Bundes

Die Einmalvergütung (EIV) ist das zentrale Bundesförderinstrument für neue Photovoltaikanlagen in der Schweiz. Sie wurde 2018 als Nachfolger der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) eingeführt. Statt laufender Zahlungen über 20 Jahre erhalten Anlagenbetreiber nach der Inbetriebnahme eine einmalige Zahlung aus dem Netzzuschlagsfonds.

Verwaltungsinstanz ist die Pronovo AG mit Sitz in Olten, die im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) tätig ist. Pronovo prüft Anträge, verwaltet die Warteliste und überweist die Fördergelder.

Kleine EIV (KLEIV) vs. Grosse EIV (GREIV)

Fördersätze 2026 (KLEIV, Richtwerte)

2–9,99 kWp: CHF 430/kWp (Aufdach-Installation) · 10–29,99 kWp: CHF 330/kWp · 30–99,99 kWp: CHF 250/kWp. Gebäudeintegrierte Anlagen erhalten einen Zuschlag von rund CHF 100/kWp. Sätze werden jährlich vom BFE angepasst — aktuell auf pronovo.ch abrufen.

Ablauf der EIV-Anmeldung Schritt für Schritt

  1. Offerte einholen — Mindestens 3 Angebote von zertifizierten Installateuren vergleichen. Dann Projektdetails festlegen (Systemgrösse, Module, Wechselrichter).
  2. Online-Anmeldung bei Pronovo — Kostenlos über das Pronovo-Portal (My Pronovo). Angaben: Standort, Anlagengrösse, Installationsfirma, Inbetriebnahmedatum.
  3. Anmeldebestätigung erhalten — Pronovo bestätigt die Anmeldung und nennt eine vorläufige Förderhöhe. Erst jetzt mit dem Bau beginnen.
  4. Installation durch zugelassenen Elektriker — Anmeldung beim Netzbetreiber parallel einreichen. Der Netzbetreiber installiert den bidirektionalen Zähler.
  5. Inbetriebnahmemeldung einreichen — Nach Fertigstellung das Inbetriebnahmedatum, Messprotokolle und den Abnahmebericht (ESTI) bei Pronovo hochladen.
  6. EIV-Zahlung erhalten — Pronovo prüft die Unterlagen und überweist die Einmalvergütung in der Regel innerhalb von 4–12 Wochen.
Wichtig: Keine Rückwirkung Wer eine Anlage in Betrieb nimmt und danach anmeldet, hat keinen Anspruch auf die EIV. Die Anmeldung muss nachweislich vor der Inbetriebnahme erfolgen. Im Zweifelsfall die Bestätigungs-E-Mail von Pronovo abwarten, bevor der Installateur startet.

Kantonale Förderung — was gibt es zusätzlich?

Neben der Bundesförderung bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Förderprogramme an. Diese sind kantonal unterschiedlich geregelt, teils als Einmalzahlung, teils als zinsgünstiges Darlehen oder Steuererleichterung. Manche Programme sind kombinierbar mit der Pronovo EIV — in solchen Fällen kann die Gesamtförderung 20–35 % der Investitionskosten ausmachen.

Kanton Zürich
Das kantonale Energieförderprogramm wird über die Gemeinden abgewickelt. Viele Zürcher Gemeinden (z. B. Stadt Zürich via ewz) vergeben Förderbeiträge für PV. Ergänzend gibt es steuerliche Abzugsmöglichkeiten für energetische Investitionen.
Variiert je Gemeinde
Kanton Bern
Das kantonale Förderprogramm Energie (BEakom) unterstützt PV-Anlagen auf Wohnbauten. Ausserdem bieten Gemeinden wie die Stadt Bern zusätzliche Beiträge. Antragsformulare über die Gemeindeverwaltung.
Bis ca. CHF 1500 zusätzlich
Kanton Basel-Stadt
IWB (Industrielle Werke Basel) und das kantonale Förderprogramm bieten attraktive kombinierte Unterstützung. Auch für Balkonkraftwerke gibt es separate Programme (bis CHF 500 pro Anlage).
Bis CHF 2000 pro Anlage
Kanton Genf
Das SIG-Programm (Services Industriels de Genève) fördert PV-Anlagen mit einem Einmalbeitrag. Zusätzlich gibt es einen Rückliefertarif, der über dem Schweizer Durchschnitt liegt.
Förderung über SIG
Kanton Waadt (VD)
Das kantonale Programm „Éco21" und das Programm „bâtiments" der Romande Energie unterstützen Solaranlagen auf Wohngebäuden mit Förderbeiträgen und Netzrückvergütungsoptionen.
Variiert nach Programm
Alle Kantone
Den vollständigen Förderfinder für alle 26 Kantone und Gemeinden bietet energieschweiz.ch. Dort können Sie Postleitzahl und Anlagetyp eingeben und sehen alle kombinierbaren Programme auf einen Blick.
Steuerliche Absetzbarkeit

In der Schweiz können Investitionen in Energiesparinstallationen und erneuerbare Energien bei den Kantons- und Gemeindesteuern abgezogen werden — als Liegenschaftsunterhalt oder als eigenständiger Abzug (kantonal unterschiedlich). Im Jahr der Investition kann das die Steuerlast eines 6-kWp-Systems um CHF 1000–3000 senken. Klären Sie dies mit Ihrem Steuerberater oder dem Gemeindesteueramt.

Kosten einer Solaranlage in der Schweiz

Die Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage setzen sich aus Modulen, Wechselrichter, Montagesystem, Kabelwegen, Elektroinstallation (Netzanschluss) sowie Planung und Anmeldung zusammen. Schweizer Richtpreise 2026:

Typisches 6-kWp-System — Kostenaufschlüsselung

Komponente Menge / Details Richtpreis CHF
Solarmodule (monokristallin, 400 Wp) 15 Stück × 400 Wp = 6 000 Wp CHF 3 500–5 000
Wechselrichter (String, 6 kW) Sungrow, SMA, Fronius o. Ä. CHF 1 200–2 000
Montagesystem (Schienen, Haken) Ziegeldach, ca. 40 m² CHF 1 000–1 500
Kabel, DC-Schutz, Klemmkasten inkl. Blitzschutz-Adapter CHF 600–900
Elektroanschluss, Netzanmeldung Zugelassener Elektriker, ESTI-Abnahme CHF 1 500–2 500
Planung, Dokumentation, EIV-Anmeldung Technische Planung, Behördenmeldungen CHF 800–1 500
Total (brutto, ohne Speicher) CHF 15 000–18 000
Minus: Pronovo EIV KLEIV (ca. 430 CHF/kWp) 6 kWp × CHF 430 − CHF 2 580
Minus: Steuerersparnis (Schätzung 20 % Grenzrate) ca. CHF 12 000 abzugsfähig − CHF 1 500–2 500
Nettokosten effektiv CHF 10 000–13 000

Laufende Kosten im Betrieb

Eine Photovoltaikanlage ist weitgehend wartungsfrei. Einplanen sollten Sie:

Amortisation und Rentabilität — die Rechnung im Detail

Die zentrale Frage: Wann hat sich die Investition bezahlt gemacht? Die Formel ist einfach — die Praxis enthält ein paar Variablen, die man kennen sollte.

Rechenbeispiel: 6 kWp, Standort Mittelland, Eigenverbrauch 38 %

Jahresertrag der Anlage 5 400 kWh
Eigenverbrauch (38 %) 2 052 kWh × 27 Rp = CHF 554/Jahr
Netzeinspeisung (62 %) 3 348 kWh × 11 Rp = CHF 368/Jahr
Jährlicher Gesamtnutzen CHF 922/Jahr
Abzgl. laufende Kosten (Versicherung, Wartung) − CHF 120/Jahr
Netto-Jahresersparnis ca. CHF 800/Jahr
Amortisationszeit (Nettoinvestition CHF 11 500 ÷ CHF 800) ca. 14 Jahre

Was verbessert die Rentabilität?

Vorsicht vor Renditeversprechen Einige Verkäufer rechnen mit sehr hohen Eigenverbrauchsquoten (60–70 %) oder Strompreissteigerungen von 5 %/Jahr. Realistisch sind für viele Haushalte ohne Batterie 30–40 % Eigenverbrauch und moderate Preissteigerungen. Lassen Sie sich die Annahmen immer schriftlich bestätigen.

Eigenverbrauch optimieren — praktische Massnahmen

Der grösste Hebel bei der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist die Steigerung des Eigenverbrauchs: Solarstrom selbst nutzen statt ins Netz einspeisen. Die wichtigsten Massnahmen:

Zeitsteuerung von Haushaltsgeräten

Waschen, trocknen und spülen Sie möglichst zwischen 10 und 15 Uhr, wenn die Produktion am höchsten ist. Moderne Waschmaschinen und Geschirrspüler haben Zeitvorwahl-Funktionen; mit einer einfachen Steckdosen-Zeitschaltuhr ist dies auch bei älteren Geräten möglich. Allein damit lässt sich der Eigenverbrauchsanteil um 5–10 Prozentpunkte steigern.

Elektroauto laden mit Smart Charger

Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause steht, ist der grösste Eigenverbrauchsbooster: Der Akku verbraucht 20–80 kWh — je nach Fahrzeug und Ladezustand. Mit einem PV-fähigen Wallbox-System (z. B. go-e Charger, Keba P30, Mennekes Amtron) lädt das Auto automatisch dann, wenn die Anlage genug überschüssige Energie liefert. Das kann den Eigenverbrauchsanteil auf 55–70 % steigern, sofern das Auto regelmässig tagsüber zu Hause ist.

Wärmepumpe tagsüber betreiben

Falls Sie eine Wärmepumpe für Heizung oder Warmwasser betreiben, lohnt es sich, den Pufferspeicher tagsüber aufzuladen. Viele moderne Wärmepumpen (z. B. von Nibe, Stiebel Eltron, Daikin) haben eine SG-Ready-Schnittstelle, über die das Energiemanagementsystem (EMS) der PV-Anlage die Wärmepumpe aktivieren kann.

Energiemanagementsystem (EMS)

Ein EMS koordiniert Produktion, Verbrauch, Speicher und steuerbare Geräte automatisch. Bekannte Lösungen für Schweizer Haushalte sind der Fronius Smart Meter, das SMA Home Manager oder KOSTAL Plenticore. Die Mehrkosten von CHF 500–1500 amortisieren sich durch gesteigerten Eigenverbrauch oft innerhalb von 3–5 Jahren.

Batteriespeicher — lohnt sich die Investition 2026?

Ein Batteriespeicher ermöglicht es, tagsüber produzierten Solarstrom für die Abendstunden zu nutzen. Technisch ist die Sache klar; wirtschaftlich ist sie 2026 noch nicht in allen Fällen eindeutig positiv.

Kosten und Leistungsdaten typischer Heimspeicher

Speicher-Kapazität Richtpreis (inkl. Einbau) Autarkiegrad (6 kWp) Lebensdauer Wirtschaftlichkeit
5 kWh CHF 7 000–10 000 ca. 50 % 10–13 Jahre (~4000 Zyklen) Knapp positiv
10 kWh Beliebt CHF 11 000–15 000 ca. 65–70 % 12–15 Jahre (~4500 Zyklen) Leicht positiv
15 kWh CHF 15 000–20 000 ca. 75–80 % 12–15 Jahre Netto grenzwertig

Wann macht ein Speicher Sinn?

Wann ist Abwarten sinnvoll?

Wer heute eine PV-Anlage ohne Speicher kauft, kann einen Speicher später nachrüsten — vorausgesetzt, der Wechselrichter ist speicherfähig (Hybrid-Wechselrichter). Es lohnt sich, beim Kauf der PV-Anlage einen Hybrid-Wechselrichter zu wählen (Mehrkosten ca. CHF 300–600), auch wenn der Speicher erst in 3–5 Jahren folgt. Bekannte Hersteller: SMA Sunny Boy Storage, Fronius Symo GEN24, Sungrow SH, Huawei SUN2000.

Installation und Bewilligungen in der Schweiz

Der administrative Aufwand ist überschaubar, wenn man die Abläufe kennt. Ihr Installateur übernimmt in der Regel den grössten Teil der Anmeldungen.

Brauche ich eine Baubewilligung?

In den meisten Kantonen sind PV-Anlagen auf Schrägdächern bis 30 m² bewilligungsfrei, sofern sie dem Dach angepasst sind (nicht weit hervorstehen, keine Reflexblendung auf Nachbarn). Für grössere Anlagen, Flachdächer, denkmalgeschützte Gebäude oder spezielle Zonenvorschriften kann eine Baubewilligungspflicht bestehen. Die kantonalen Baugesetze differieren — lassen Sie Ihren Installateur dies für Sie abklären. Grundsätzlich gilt: Im Zweifel beim Gemeindeamt nachfragen, bevor man bestellt.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Vor Inbetriebnahme ist die PV-Anlage beim örtlichen Netzbetreiber anzumelden. Dieser installiert dann auf seine Kosten den bidirektionalen Zähler (Smart Meter). Der Netzbetreiber legt auch den Rückliefertarif fest — dieser variiert stark: zwischen 6 und 18 Rp/kWh je nach Region und Marktlage.

SUVA und ESTI

Die elektrische Sicherheit wird durch das ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) beaufsichtigt. Der zugelassene Elektroinstallateur erstellt den Sicherheitsnachweis (SiNa). Die SUVA ist bei Berufsunfällen während der Installation zuständig — das geht aber Ihren Installateur an, nicht Sie als Eigentümer.

Photovoltaik-Anbieter und Installationsfirmen in der Schweiz

Der Schweizer PV-Markt ist gut entwickelt. Neben nationalen Anbietern gibt es in jeder Region qualifizierte lokale Installateure. Empfehlung: Immer mindestens 3 Offerten einholen und Referenzprojekte anfragen.

Helion Energy AG
Grösster Schweizer PV-Anbieter. Präsenz in allen Kantonen, eigene Montage-Teams, Komplettangebote inkl. Wärmepumpe und Speicher. Gut für schlüsselfertige Lösungen geeignet.
Gesamtschweiz
Solarmarkt GmbH
Seit den 1990er-Jahren im Schweizer PV-Markt. Fokus auf Qualitätsprodukte (SMA, Fronius, LG) und technische Beratung. Auch für grössere Anlagen (Gewerbe, MFH) geeignet.
Mittelland / Zürich
ewz Solar (Stadt Zürich)
Die Elektrizitätswerke der Stadt Zürich bieten für Zürcher Liegenschaftsbesitzer komplette PV-Pakete mit kantonaler Förderbegleitung. Gut für Stadtgebiet Zürich.
Zürich Stadt
IWB Solar (Basel)
Die Industriellen Werke Basel bieten Solardienstleistungen inkl. Planung, Finanzierung und Begleitung der kantonalen Fördermittel in der Region Basel.
Region Basel
Energie 360° / Stadtwerk Winterthur
Regionale Energieversorger bieten oft eigene PV-Pakete inkl. Eigenverbrauchsoptimierung und Smart-Home-Anbindung — kombinierbar mit Wärmepumpe und E-Ladestation.
Zürich / Winterthur
Lokale Installateure
In jeder Schweizer Region gibt es zertifizierte Elektrounternehmen mit PV-Kompetenz. Suche über Suissetec (Schweizerisch-Liechtensteinischer Gebäudetechnikverband) oder solar-preisrechner.ch.
Alle Regionen
3 Offerten sind Pflicht Die Preisspanne zwischen Anbietern beträgt bei gleicher Anlagengrösse in der Schweiz oft CHF 2000–5000. Lassen Sie sich bei jeder Offerte die Produktdatenblätter der Module und des Wechselrichters zeigen — Qualität und Garantiebedingungen unterscheiden sich erheblich.

Produktion im Jahresverlauf — Erwartungen realistisch setzen

Solarstrom in der Schweiz ist saisonal ungleich verteilt. Diese Einschätzung ist wichtig für die Planung, besonders wenn Sie eine Wärmepumpe kombinieren möchten:

150
Jan
220
Feb
390
Mär
490
Apr
600
Mai
650
Jun
680
Jul
620
Aug
440
Sep
260
Okt
160
Nov
130
Dez

Schätzwerte für 6 kWp, Standort Mittelland (Zürich), Südausrichtung 30°. Jahrestotal ca. 5 400 kWh.

Im Winter (November–Februar) produziert die Anlage zusammen nur ca. 660 kWh — rund 12 % des Jahresertrags. Das entspricht ca. 2 Monaten Sommerproduktion. Für die Heizung ist die PV-Anlage im Winter daher kaum ein Ersatz für den Netzstrom. Wer eine Wärmepumpe hat, sollte den Jahres-Arbeitszahl (JAZ) und den Winterstrombezug beim Energieberater durchrechnen lassen.

Häufige Fragen zur Solaranlage in der Schweiz

Kann ich als Mieter eine PV-Anlage nutzen?

Als Mieterin oder Mieter in einem Mehrfamilienhaus haben Sie aktuell keine einfache Möglichkeit, eine eigene Dachanlage zu installieren. Es gibt jedoch zwei Optionen:

Gemeinschaftliche Eigenproduktion (GEP): Wenn die Liegenschaftsverwaltung oder der Eigentümer eine PV-Anlage auf dem Dach installiert, können Mieter über eine GEP-Regelung (Energy Sharing Schweiz) direkt von der Produktion profitieren — zu einem günstigeren Preis als Netzstrom. Dies ist seit der Energiestrategie 2050 rechtlich möglich.

Balkonkraftwerk: In der Schweiz gibt es keine bundesweite Regelung für Plug-in-PV (Mini-Kraftwerke 300–800 W). Einzelne Kantone und Netzbetreiber tolerieren sie — aber immer mit Einwilligung des Vermieters und Anmeldung beim Netzbetreiber. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Netzbetreiber, ob die Einspeisung technisch möglich ist.

Was passiert mit der Anlage, wenn ich das Haus verkaufe?

Eine installierte PV-Anlage ist in der Schweiz in der Regel als Bestandteil des Gebäudes zu betrachten und geht mit dem Hausverkauf auf den neuen Eigentümer über — sofern nichts anderes im Kaufvertrag vereinbart wird. Der neue Eigentümer übernimmt auch laufende Verträge (Netzbetreiber, Monitoring) und allfällige Restlaufzeiten aus der EIV-Anmeldung. Der Wert der Anlage sollte im Liegenschaftspreis berücksichtigt werden — ein Gutachter kann das einschätzen. In der Praxis erhöht eine funktionierende, gut dokumentierte PV-Anlage den Verkaufswert einer Immobilie.

Wie reagiert die Anlage bei einem Stromausfall (Netzausfall)?

Standard-PV-Anlagen ohne Speicher schalten sich bei einem Netzausfall automatisch ab — zum Schutz der Linienmonteure, die am Stromnetz arbeiten könnten. Das nennt sich „Anti-Insel-Schutz" (Islanding Protection) und ist in der Schweiz technisch vorgeschrieben.

Wenn Sie im Netzausfall Strom haben möchten, benötigen Sie einen Hybrid-Wechselrichter mit Inselbetriebsfunktion und einen Batteriespeicher. Das System schaltet dann im Ausfall automatisch auf Inselbetrieb um. Nicht alle Speichersysteme bieten das — fragen Sie explizit nach „Notstromfähigkeit" oder „Blackout-Funktion". Entsprechende Systeme kosten rund CHF 2000–4000 mehr als Standardsysteme.

Lohnt sich Photovoltaik auch bei einem Ostwest-Dach?

Ja — Ost-West-Dächer sind für viele Haushalte sogar vorteilhafter als ein reines Süddach in Bezug auf den Eigenverbrauchsanteil. Bei einem Süddach gibt es einen starken Produktionspeak zwischen 11 und 14 Uhr, der oft zu grossen Einspeisemengen führt. Ein Ost-West-System mit je der Hälfte der Module auf jeder Seite produziert morgens (Ost) und nachmittags (West) gleichmässiger — das deckt Morgen- und Abendverbrauch besser ab.

Der Jahresertrag ist beim Ost-West-System ca. 10–15 % tiefer als beim idealen Süddach — aber der Eigenverbrauchsanteil ist häufig 8–12 Prozentpunkte höher. Je nach Ihren Verbrauchsgewohnheiten und dem Rückliefertarif Ihres Netzbetreibers kann das finanziell besser sein. Ein Energieberater kann das mit einem PVsol- oder PV-GIS-Ertragsgutachten für Ihr konkretes Dach berechnen.

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