Eine Photovoltaikanlage lohnt sich 2026 für Schweizer Eigenheimbesitzer mit südorientiertem Dach. Ein 6-kWp-System kostet brutto CHF 15 000–18 000, nach Abzug der Pronovo EIV-Förderung (ca. CHF 2000–3000) und kantonaler Beiträge verbleiben netto CHF 11 000–15 000. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 35–40 % und einem Strompreis von 27 Rp/kWh resultiert eine Amortisationszeit von 10–14 Jahren — bei einer Anlagenlebensdauer von 25–30 Jahren. Die Einmalvergütung wird über Pronovo AG abgewickelt, die Anmeldung sollte möglichst früh, am besten vor Baubeginn, erfolgen.
Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?
Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Das Herzstück sind die Solarmodule, die aus Siliziumzellen bestehen. Heute kommen in Schweizer Hausdachanlagen fast ausschliesslich monokristalline Module zum Einsatz — sie sind effizienter (22–24 % Wirkungsgrad) und kompakter als die ältere polykristalline Technik.
Der von den Modulen erzeugte Gleichstrom (DC) wird durch den Wechselrichter (Inverter) in netzkonformen Wechselstrom (AC, 230 V / 50 Hz) umgewandelt. Dieser Strom fliesst direkt in Ihr Hausnetz. Verbrauchen Sie im betreffenden Moment weniger, als die Anlage produziert, wird der Überschuss über den bidirektionalen Einspeisezähler ins öffentliche Netz eingespeist — Ihr Netzbetreiber vergütet das zum Rückliefertarif.
Systemkomponenten im Überblick
- Solarmodule: Wandeln Licht in Gleichstrom um. Lebensdauer 25–30 Jahre, Leistungsgarantie oft 80 % nach 25 Jahren.
- Wechselrichter: Wandelt DC in AC. Lebensdauer 12–15 Jahre; Austausch während der Anlagenlebensdauer einplanen (Kosten ca. CHF 1500–3500).
- Montagesystem: Dachhaken, Klemmen und Schienen. Für Ziegel-, Metall- und Flachdächer unterschiedlich.
- Verkabelung & DC-Schutz: Leitungen, String-Sicherungen, DC-Schutzschalter, Blitzschutz.
- Energiezähler (bidirektional): Misst Eigenverbrauch und Netzeinspeisung separat; wird vom Netzbetreiber eingebaut.
- Batterie (optional): Speichert Überschussstrom für den Abendverbrauch. Steigert Eigenverbrauchsanteil auf 60–80 %.
- Monitoring: App oder Web-Portal zur Echtzeit-Überwachung von Produktion, Verbrauch und Einspeisung.
In der Schweiz muss der Anschluss ans Stromnetz durch einen beim jeweiligen Netzbetreiber zugelassenen Elektroinstallateur erfolgen. Die Anlage muss der Norm NIN 2020 entsprechen und durch das ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) abgenommen sein. Fragen Sie den Installateur ausdrücklich nach dem Abnahmebericht.
Systemgrössen im Vergleich — was passt zu meinem Haushalt?
Die Systemgrösse hängt von Ihrem Jahresverbrauch, dem verfügbaren Dach und dem Eigenverbrauchsziel ab. Als Faustregel gilt: Pro kWp benötigen Sie ca. 5–7 m² Dachfläche (Südausrichtung, 30° Neigung).
| Systemgrösse | Dachfläche | Jahresertrag CH | Investition (brutto) | EIV-Förderung | Eigenverbrauch | Amortisation |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 kWp Kleines EFH / Wohnung |
18–22 m² | ca. 2 700 kWh | CHF 8 000–10 000 | ca. CHF 900–1 200 | 50–60 % | 10–13 Jahre |
| 6 kWp Empfohlen Typisches EFH |
35–45 m² | ca. 5 400 kWh | CHF 15 000–18 000 | ca. CHF 2 000–2 800 | 35–45 % | 10–14 Jahre |
| 10 kWp Grösseres EFH / MFH |
60–70 m² | ca. 9 000 kWh | CHF 23 000–30 000 | ca. CHF 3 500–5 000 | 25–35 % | 11–15 Jahre |
| 20 kWp MFH / Gewerbe |
120–140 m² | ca. 18 000 kWh | CHF 42 000–56 000 | ca. CHF 7 000–10 000 | 20–30 % | 12–16 Jahre |
Alle Angaben Richtwerte für Standort Mittelland, Südausrichtung 30°. EIV-Beträge nach aktuellen Pronovo-Sätzen 2026. Investition ohne Batterie.
4 Tipps, bevor Sie bestellen
EIV sofort anmelden
Melden Sie Ihre Anlage bei Pronovo an, bevor der Installateur beginnt. Wer die Anlage erst danach anmeldet, riskiert, die Förderung zu verlieren. Die Anmeldung ist kostenlos und online unter pronovo.ch möglich.
Eigenverbrauch maximieren
Verschieben Sie energieintensive Geräte (Waschmaschine, Geschirrspüler) in die Mittagsstunden. E-Auto-Laden via Smart Charger und Wärmepumpe tagsüber steigern den Eigenverbrauchsanteil deutlich — und damit die Wirtschaftlichkeit.
Speicher gezielt einplanen
Ein Batteriespeicher kostet extra CHF 8000–15 000 und amortisiert sich aktuell in vielen Fällen knapp. Sinnvoll ist er dann, wenn Ihr Verbrauch vor allem morgens und abends anfällt oder Sie Autarkie anstreben. Mehrwertsteuer beachten.
Dachausrichtung prüfen
Ideal ist Süd bei 25–35° Neigung. Ost/West-Dächer liefern ca. 15–20 % weniger Ertrag, können aber wegen der längeren Produktionszeit (morgens und abends) den Eigenverbrauchsanteil sogar verbessern. Profis berechnen dies mit PV-GIS.
Pronovo EIV — die Einmalvergütung des Bundes
Die Einmalvergütung (EIV) ist das zentrale Bundesförderinstrument für neue Photovoltaikanlagen in der Schweiz. Sie wurde 2018 als Nachfolger der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) eingeführt. Statt laufender Zahlungen über 20 Jahre erhalten Anlagenbetreiber nach der Inbetriebnahme eine einmalige Zahlung aus dem Netzzuschlagsfonds.
Verwaltungsinstanz ist die Pronovo AG mit Sitz in Olten, die im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) tätig ist. Pronovo prüft Anträge, verwaltet die Warteliste und überweist die Fördergelder.
Kleine EIV (KLEIV) vs. Grosse EIV (GREIV)
- KLEIV: Für Anlagen von 2 kWp bis unter 100 kWp. Wird direkt nach Inbetriebnahmemeldung ausbezahlt (keine Warteliste). Fördersätze 2026: CHF 430 pro kWp für Anlagen bis 9,99 kWp; CHF 330 pro kWp ab 10 kWp (degressive Staffelung). Für integrierte Anlagen (gebäudeintegriert, z. B. Solardach statt Ziegel) gibt es einen Zusatz von ca. CHF 100/kWp.
- GREIV: Für Anlagen ab 100 kWp. Tarife werden jährlich festgesetzt; es gibt eine Warteliste. Für Hausdachanlagen nicht relevant.
2–9,99 kWp: CHF 430/kWp (Aufdach-Installation) · 10–29,99 kWp: CHF 330/kWp · 30–99,99 kWp: CHF 250/kWp. Gebäudeintegrierte Anlagen erhalten einen Zuschlag von rund CHF 100/kWp. Sätze werden jährlich vom BFE angepasst — aktuell auf pronovo.ch abrufen.
Ablauf der EIV-Anmeldung Schritt für Schritt
- Offerte einholen — Mindestens 3 Angebote von zertifizierten Installateuren vergleichen. Dann Projektdetails festlegen (Systemgrösse, Module, Wechselrichter).
- Online-Anmeldung bei Pronovo — Kostenlos über das Pronovo-Portal (My Pronovo). Angaben: Standort, Anlagengrösse, Installationsfirma, Inbetriebnahmedatum.
- Anmeldebestätigung erhalten — Pronovo bestätigt die Anmeldung und nennt eine vorläufige Förderhöhe. Erst jetzt mit dem Bau beginnen.
- Installation durch zugelassenen Elektriker — Anmeldung beim Netzbetreiber parallel einreichen. Der Netzbetreiber installiert den bidirektionalen Zähler.
- Inbetriebnahmemeldung einreichen — Nach Fertigstellung das Inbetriebnahmedatum, Messprotokolle und den Abnahmebericht (ESTI) bei Pronovo hochladen.
- EIV-Zahlung erhalten — Pronovo prüft die Unterlagen und überweist die Einmalvergütung in der Regel innerhalb von 4–12 Wochen.
Kantonale Förderung — was gibt es zusätzlich?
Neben der Bundesförderung bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Förderprogramme an. Diese sind kantonal unterschiedlich geregelt, teils als Einmalzahlung, teils als zinsgünstiges Darlehen oder Steuererleichterung. Manche Programme sind kombinierbar mit der Pronovo EIV — in solchen Fällen kann die Gesamtförderung 20–35 % der Investitionskosten ausmachen.
In der Schweiz können Investitionen in Energiesparinstallationen und erneuerbare Energien bei den Kantons- und Gemeindesteuern abgezogen werden — als Liegenschaftsunterhalt oder als eigenständiger Abzug (kantonal unterschiedlich). Im Jahr der Investition kann das die Steuerlast eines 6-kWp-Systems um CHF 1000–3000 senken. Klären Sie dies mit Ihrem Steuerberater oder dem Gemeindesteueramt.
Kosten einer Solaranlage in der Schweiz
Die Gesamtkosten einer Photovoltaikanlage setzen sich aus Modulen, Wechselrichter, Montagesystem, Kabelwegen, Elektroinstallation (Netzanschluss) sowie Planung und Anmeldung zusammen. Schweizer Richtpreise 2026:
- CHF 1800–2200 pro kWp: Einfache Installation auf gut zugänglichem Schrägdach (Ziegel, Eternit), Standardmodule, Einzel-Wechselrichter.
- CHF 2200–2500 pro kWp: Anspruchsvolle Situation (Steildach, Gauben, Leitungsweg lang), Hochleistungsmodule, Optimierer oder Micro-Wechselrichter.
- CHF 2500–3500 pro kWp: Flachdach mit Aufständerung, gebäudeintegrierte Lösung (Solar-Ziegel, Glas-Glas-Module), Premium-Monitoring.
Typisches 6-kWp-System — Kostenaufschlüsselung
| Komponente | Menge / Details | Richtpreis CHF |
|---|---|---|
| Solarmodule (monokristallin, 400 Wp) | 15 Stück × 400 Wp = 6 000 Wp | CHF 3 500–5 000 |
| Wechselrichter (String, 6 kW) | Sungrow, SMA, Fronius o. Ä. | CHF 1 200–2 000 |
| Montagesystem (Schienen, Haken) | Ziegeldach, ca. 40 m² | CHF 1 000–1 500 |
| Kabel, DC-Schutz, Klemmkasten | inkl. Blitzschutz-Adapter | CHF 600–900 |
| Elektroanschluss, Netzanmeldung | Zugelassener Elektriker, ESTI-Abnahme | CHF 1 500–2 500 |
| Planung, Dokumentation, EIV-Anmeldung | Technische Planung, Behördenmeldungen | CHF 800–1 500 |
| Total (brutto, ohne Speicher) | CHF 15 000–18 000 | |
| Minus: Pronovo EIV KLEIV (ca. 430 CHF/kWp) | 6 kWp × CHF 430 | − CHF 2 580 |
| Minus: Steuerersparnis (Schätzung 20 % Grenzrate) | ca. CHF 12 000 abzugsfähig | − CHF 1 500–2 500 |
| Nettokosten effektiv | CHF 10 000–13 000 |
Laufende Kosten im Betrieb
Eine Photovoltaikanlage ist weitgehend wartungsfrei. Einplanen sollten Sie:
- Jährliche Reinigung (1× pro Jahr reicht meist, CHF 200–400)
- Monitoring und Versicherung (in Hausgebäudeversicherung integrieren, Mehrkosten ca. CHF 50–100/Jahr)
- Wechselrichter-Ersatz nach 12–15 Jahren (CHF 1500–3500)
- Kleinere Wartungen, Dachdurchdichtungen prüfen (alle 5 Jahre empfohlen)
Amortisation und Rentabilität — die Rechnung im Detail
Die zentrale Frage: Wann hat sich die Investition bezahlt gemacht? Die Formel ist einfach — die Praxis enthält ein paar Variablen, die man kennen sollte.
Rechenbeispiel: 6 kWp, Standort Mittelland, Eigenverbrauch 38 %
Was verbessert die Rentabilität?
- Höherer Eigenverbrauchsanteil: Jede kWh selbst verbraucht statt eingespeist spart 15–17 Rp mehr. Mit Wärmepumpe oder E-Auto kann der Anteil auf 50–60 % steigen → Amortisation unter 11 Jahren.
- Steigende Strompreise: Jede 2 Rp/kWh-Erhöhung verkürzt die Amortisationszeit um ca. 1 Jahr.
- Günstigere Kantonalförderung: Kantone mit Zusatzbeiträgen von CHF 2000+ können die effektive Amortisationszeit auf unter 10 Jahre drücken.
- Gute Dachausrichtung: Südausrichtung 30° erzielt in der Schweiz bis zu 15 % mehr Ertrag als West-Dach.
Eigenverbrauch optimieren — praktische Massnahmen
Der grösste Hebel bei der Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist die Steigerung des Eigenverbrauchs: Solarstrom selbst nutzen statt ins Netz einspeisen. Die wichtigsten Massnahmen:
Zeitsteuerung von Haushaltsgeräten
Waschen, trocknen und spülen Sie möglichst zwischen 10 und 15 Uhr, wenn die Produktion am höchsten ist. Moderne Waschmaschinen und Geschirrspüler haben Zeitvorwahl-Funktionen; mit einer einfachen Steckdosen-Zeitschaltuhr ist dies auch bei älteren Geräten möglich. Allein damit lässt sich der Eigenverbrauchsanteil um 5–10 Prozentpunkte steigern.
Elektroauto laden mit Smart Charger
Ein Elektroauto, das tagsüber zu Hause steht, ist der grösste Eigenverbrauchsbooster: Der Akku verbraucht 20–80 kWh — je nach Fahrzeug und Ladezustand. Mit einem PV-fähigen Wallbox-System (z. B. go-e Charger, Keba P30, Mennekes Amtron) lädt das Auto automatisch dann, wenn die Anlage genug überschüssige Energie liefert. Das kann den Eigenverbrauchsanteil auf 55–70 % steigern, sofern das Auto regelmässig tagsüber zu Hause ist.
Wärmepumpe tagsüber betreiben
Falls Sie eine Wärmepumpe für Heizung oder Warmwasser betreiben, lohnt es sich, den Pufferspeicher tagsüber aufzuladen. Viele moderne Wärmepumpen (z. B. von Nibe, Stiebel Eltron, Daikin) haben eine SG-Ready-Schnittstelle, über die das Energiemanagementsystem (EMS) der PV-Anlage die Wärmepumpe aktivieren kann.
Energiemanagementsystem (EMS)
Ein EMS koordiniert Produktion, Verbrauch, Speicher und steuerbare Geräte automatisch. Bekannte Lösungen für Schweizer Haushalte sind der Fronius Smart Meter, das SMA Home Manager oder KOSTAL Plenticore. Die Mehrkosten von CHF 500–1500 amortisieren sich durch gesteigerten Eigenverbrauch oft innerhalb von 3–5 Jahren.
Batteriespeicher — lohnt sich die Investition 2026?
Ein Batteriespeicher ermöglicht es, tagsüber produzierten Solarstrom für die Abendstunden zu nutzen. Technisch ist die Sache klar; wirtschaftlich ist sie 2026 noch nicht in allen Fällen eindeutig positiv.
Kosten und Leistungsdaten typischer Heimspeicher
| Speicher-Kapazität | Richtpreis (inkl. Einbau) | Autarkiegrad (6 kWp) | Lebensdauer | Wirtschaftlichkeit |
|---|---|---|---|---|
| 5 kWh | CHF 7 000–10 000 | ca. 50 % | 10–13 Jahre (~4000 Zyklen) | Knapp positiv |
| 10 kWh Beliebt | CHF 11 000–15 000 | ca. 65–70 % | 12–15 Jahre (~4500 Zyklen) | Leicht positiv |
| 15 kWh | CHF 15 000–20 000 | ca. 75–80 % | 12–15 Jahre | Netto grenzwertig |
Wann macht ein Speicher Sinn?
- Ihr Verbrauch liegt hauptsächlich morgens und abends (typisches Pendler-Haushalt)
- Der Rückliefertarif Ihres Netzbetreibers ist sehr tief (unter 8 Rp/kWh)
- Sie wollen eine höhere Autarkie für emotionale oder sicherheitsbezogene Gründe (z. B. Notstromversorgung bei Blackout — achten Sie auf Inselbetriebsfähigkeit des Wechselrichters)
- Die Speicherpreise fallen weiter: In den nächsten Jahren werden LFP-Speicher voraussichtlich billiger
Wann ist Abwarten sinnvoll?
Wer heute eine PV-Anlage ohne Speicher kauft, kann einen Speicher später nachrüsten — vorausgesetzt, der Wechselrichter ist speicherfähig (Hybrid-Wechselrichter). Es lohnt sich, beim Kauf der PV-Anlage einen Hybrid-Wechselrichter zu wählen (Mehrkosten ca. CHF 300–600), auch wenn der Speicher erst in 3–5 Jahren folgt. Bekannte Hersteller: SMA Sunny Boy Storage, Fronius Symo GEN24, Sungrow SH, Huawei SUN2000.
Installation und Bewilligungen in der Schweiz
Der administrative Aufwand ist überschaubar, wenn man die Abläufe kennt. Ihr Installateur übernimmt in der Regel den grössten Teil der Anmeldungen.
Brauche ich eine Baubewilligung?
In den meisten Kantonen sind PV-Anlagen auf Schrägdächern bis 30 m² bewilligungsfrei, sofern sie dem Dach angepasst sind (nicht weit hervorstehen, keine Reflexblendung auf Nachbarn). Für grössere Anlagen, Flachdächer, denkmalgeschützte Gebäude oder spezielle Zonenvorschriften kann eine Baubewilligungspflicht bestehen. Die kantonalen Baugesetze differieren — lassen Sie Ihren Installateur dies für Sie abklären. Grundsätzlich gilt: Im Zweifel beim Gemeindeamt nachfragen, bevor man bestellt.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Vor Inbetriebnahme ist die PV-Anlage beim örtlichen Netzbetreiber anzumelden. Dieser installiert dann auf seine Kosten den bidirektionalen Zähler (Smart Meter). Der Netzbetreiber legt auch den Rückliefertarif fest — dieser variiert stark: zwischen 6 und 18 Rp/kWh je nach Region und Marktlage.
- Installateur wählen (mindestens 3 Offerten, Zertifizierung prüfen)
- Pronovo EIV anmelden (vor Baubeginn!)
- Baubewilligungspflicht abklären (Gemeinde / Kanton)
- Netzbetreiber informieren (Anmeldeformular meist online)
- Elektroanschluss durch zugelassenen Elektriker
- ESTI-Abnahme und Sicherheitsbericht einholen
- Inbetriebnahmemeldung an Pronovo (EIV-Auszahlung)
- Anlage in Gebäudeversicherung eintragen lassen
- Monitoring einrichten und erste Produktion prüfen
Die elektrische Sicherheit wird durch das ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat) beaufsichtigt. Der zugelassene Elektroinstallateur erstellt den Sicherheitsnachweis (SiNa). Die SUVA ist bei Berufsunfällen während der Installation zuständig — das geht aber Ihren Installateur an, nicht Sie als Eigentümer.
Photovoltaik-Anbieter und Installationsfirmen in der Schweiz
Der Schweizer PV-Markt ist gut entwickelt. Neben nationalen Anbietern gibt es in jeder Region qualifizierte lokale Installateure. Empfehlung: Immer mindestens 3 Offerten einholen und Referenzprojekte anfragen.
Produktion im Jahresverlauf — Erwartungen realistisch setzen
Solarstrom in der Schweiz ist saisonal ungleich verteilt. Diese Einschätzung ist wichtig für die Planung, besonders wenn Sie eine Wärmepumpe kombinieren möchten:
Schätzwerte für 6 kWp, Standort Mittelland (Zürich), Südausrichtung 30°. Jahrestotal ca. 5 400 kWh.
Im Winter (November–Februar) produziert die Anlage zusammen nur ca. 660 kWh — rund 12 % des Jahresertrags. Das entspricht ca. 2 Monaten Sommerproduktion. Für die Heizung ist die PV-Anlage im Winter daher kaum ein Ersatz für den Netzstrom. Wer eine Wärmepumpe hat, sollte den Jahres-Arbeitszahl (JAZ) und den Winterstrombezug beim Energieberater durchrechnen lassen.
Häufige Fragen zur Solaranlage in der Schweiz
Kann ich als Mieter eine PV-Anlage nutzen?
Als Mieterin oder Mieter in einem Mehrfamilienhaus haben Sie aktuell keine einfache Möglichkeit, eine eigene Dachanlage zu installieren. Es gibt jedoch zwei Optionen:
Gemeinschaftliche Eigenproduktion (GEP): Wenn die Liegenschaftsverwaltung oder der Eigentümer eine PV-Anlage auf dem Dach installiert, können Mieter über eine GEP-Regelung (Energy Sharing Schweiz) direkt von der Produktion profitieren — zu einem günstigeren Preis als Netzstrom. Dies ist seit der Energiestrategie 2050 rechtlich möglich.
Balkonkraftwerk: In der Schweiz gibt es keine bundesweite Regelung für Plug-in-PV (Mini-Kraftwerke 300–800 W). Einzelne Kantone und Netzbetreiber tolerieren sie — aber immer mit Einwilligung des Vermieters und Anmeldung beim Netzbetreiber. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Netzbetreiber, ob die Einspeisung technisch möglich ist.
Was passiert mit der Anlage, wenn ich das Haus verkaufe?
Eine installierte PV-Anlage ist in der Schweiz in der Regel als Bestandteil des Gebäudes zu betrachten und geht mit dem Hausverkauf auf den neuen Eigentümer über — sofern nichts anderes im Kaufvertrag vereinbart wird. Der neue Eigentümer übernimmt auch laufende Verträge (Netzbetreiber, Monitoring) und allfällige Restlaufzeiten aus der EIV-Anmeldung. Der Wert der Anlage sollte im Liegenschaftspreis berücksichtigt werden — ein Gutachter kann das einschätzen. In der Praxis erhöht eine funktionierende, gut dokumentierte PV-Anlage den Verkaufswert einer Immobilie.
Wie reagiert die Anlage bei einem Stromausfall (Netzausfall)?
Standard-PV-Anlagen ohne Speicher schalten sich bei einem Netzausfall automatisch ab — zum Schutz der Linienmonteure, die am Stromnetz arbeiten könnten. Das nennt sich „Anti-Insel-Schutz" (Islanding Protection) und ist in der Schweiz technisch vorgeschrieben.
Wenn Sie im Netzausfall Strom haben möchten, benötigen Sie einen Hybrid-Wechselrichter mit Inselbetriebsfunktion und einen Batteriespeicher. Das System schaltet dann im Ausfall automatisch auf Inselbetrieb um. Nicht alle Speichersysteme bieten das — fragen Sie explizit nach „Notstromfähigkeit" oder „Blackout-Funktion". Entsprechende Systeme kosten rund CHF 2000–4000 mehr als Standardsysteme.
Lohnt sich Photovoltaik auch bei einem Ostwest-Dach?
Ja — Ost-West-Dächer sind für viele Haushalte sogar vorteilhafter als ein reines Süddach in Bezug auf den Eigenverbrauchsanteil. Bei einem Süddach gibt es einen starken Produktionspeak zwischen 11 und 14 Uhr, der oft zu grossen Einspeisemengen führt. Ein Ost-West-System mit je der Hälfte der Module auf jeder Seite produziert morgens (Ost) und nachmittags (West) gleichmässiger — das deckt Morgen- und Abendverbrauch besser ab.
Der Jahresertrag ist beim Ost-West-System ca. 10–15 % tiefer als beim idealen Süddach — aber der Eigenverbrauchsanteil ist häufig 8–12 Prozentpunkte höher. Je nach Ihren Verbrauchsgewohnheiten und dem Rückliefertarif Ihres Netzbetreibers kann das finanziell besser sein. Ein Energieberater kann das mit einem PVsol- oder PV-GIS-Ertragsgutachten für Ihr konkretes Dach berechnen.
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Der einfachste erste Schritt: Kontaktieren Sie mindestens drei zertifizierte Installateure in Ihrer Region und vergleichen Sie Systemgrösse, Marken und Gesamtpreis. Parallel dazu Pronovo EIV und kantonale Förderung anmelden — das kostet nichts und sichert Ihnen Geld.
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