⚖️ Bewilligung
Temporär und unverankert: meist bewilligungsfrei. Fest und fundiert: Gemeinde fragen. Grenzabstand 2–3 m einhalten.
🏗️ Aluminium vs Stahl
Alu: leichter, rostfrei, pflegeleicht. Stahl: günstiger, aber Rostpflege nötig. Für Dauerlösung: Alu bevorzugen.
📐 Grösse wählen
3×3 m für 4–6 Personen. 3×4 m für Familien. 3×6 m als Terrassen-Pavillon. Gartenstruktur berücksichtigen.
💨 Windklassen
Textile Pop-ups ab Beaufort 6 abbauen. Feste Alu-Pavillons mit Ankern halten Beaufort 8–10. Föhngebiete: extra Verankerung.
1. Brauche ich eine Baubewilligung für einen Pavillon?
Die Frage ist in der Schweiz kantonal geregelt — eine schweizweite Einheitsantwort gibt es nicht. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen temporären, leicht abbaubaren Pavillons (Pop-up, Faltzelt) und fest fundierten, dauerhaften Konstruktionen.
Temporäre Pop-up-Pavillons
Ein Falt- oder Pop-up-Pavillon, der nicht verankert ist und leicht auf- und abgebaut werden kann, gilt in den meisten Kantonen nicht als Baute im baurechtlichen Sinne. Die gängige Grenze liegt bei einer Grundfläche bis ca. 10 m² (3×3 m). Für saisonal aufgestellte und wieder abgebaute Pavillons wird selten eine Bewilligung verlangt.
Feste, fundierte Pavillons
Sobald ein Pavillon auf einem Betonfundament steht, dauerhaft verankert ist oder eine Grundfläche von 10–15 m² übersteigt, wird er in vielen Kantonen als bewilligungspflichtige Nebenanlage eingestuft. Die konkreten Schwellenwerte sind:
- Zürich, Bern, Aargau: Nebenanlagen bis ca. 10 m² Grundfläche oft meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig — Gemeinde trotzdem informieren.
- Luzern, Schwyz: Gartenhäuser und Pavillons bis 20 m³ umbauter Raum in der Regel baubewilligungsfrei bei ausreichendem Grenzabstand.
- Genf, Waadt: Striktere Regeln — feste Konstruktionen ab 6 m² müssen angemeldet werden.
- Grenzabstand: In den meisten Kantonen müssen auch bewilligungsfreie Kleinbauten einen Grenzabstand von 2–3 m einhalten.
Landwirtschaftliche Zonen und Schutzzonen
In Landwirtschaftszonen, Naturschutzgebieten oder Gewässerschutzzonen gelten noch strengere Vorschriften. Hier sind auch temporäre Pavillons oft genehmigungspflichtig oder verboten. Ebenso können Quartierplanvorschriften oder Baulinienpläne zusätzliche Einschränkungen enthalten.
2. Pavillon vs. Pergola vs. Carport — Was ist der Unterschied?
Diese drei Konstruktionen werden oft verwechselt. Hier die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick:
| Eigenschaft | Pavillon ⛺ | Pergola | Carport |
|---|---|---|---|
| Aufstellung | Freistehend im Garten | Frei oder ans Haus angebaut | Meist ans Haus angebaut |
| Dach | Geschlossen (Stoff, Poly, Metall) | Offen (Lattenrost, Lamellen) | Geschlossen (Metall, Holz) |
| Wetterschutz | Gut bis sehr gut | Kaum bis gering | Sehr gut |
| Typischer Zweck | Gartenzimmer, Lounge | Rankgerüst, Beschattung | Fahrzeugschutz |
| Bewilligung CH | Oft frei (temporär <10 m²) | Kantonal unterschiedlich | Oft meldepflichtig |
| Preis CHF (Einstieg) | 150–400 (Pop-up) | 300–1'500 | 1'500–5'000 |
Ein Pavillon bietet den besten Wetterschutz unter diesen drei Varianten und ist häufig die günstigste Möglichkeit, einen geschützten Aussenbereich zu schaffen. Pergolen hingegen eignen sich perfekt für Kletterpflanzen und einen offenen, luftigen Charakter.
3. Materialien im Vergleich: Aluminium, Stahl, Holz, PVC
Das Gestell-Material eines Pavillons entscheidet massgeblich über Langlebigkeit, Gewicht, Wartungsaufwand und Preis. Für das Schweizer Klima mit häufigen Niederschlägen und teils starken Winden gibt es klare Empfehlungen.
| Material | Gewicht | Witterung | Pflege | Preis (relativ) | Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|---|
| Aluminium | Leicht | Sehr gut, rostfrei | Minimal | Mittel–hoch | 15–25+ Jahre |
| Stahl (pulverbeschichtet) | Schwer | Gut, wenn beschichtet | Jährlich prüfen | Günstig | 8–15 Jahre |
| Holz (Kiefer/Lärche) | Mittel | Mittel, Pflege nötig | Ölen/Lasieren jährlich | Mittel | 10–20 Jahre |
| PVC / Kunststoff | Sehr leicht | Gut gegen Regen | Kaum | Günstig | 5–10 Jahre |
Aluminium — die Dauerlösung
Aluminium hat das beste Verhältnis aus Gewicht, Stabilität und Wartungsfreiheit. Es rostet nicht, hält der Schweizer Witterung (Frost, Regen, Schneedruck) gut stand und bleibt auch nach Jahren optisch ansprechend. Der Aufpreis gegenüber Stahl amortisiert sich durch die deutlich längere Nutzungsdauer.
Stahl — günstig, aber pflegeintensiver
Stahl-Pavillons sind in der Anschaffung günstiger und werden oft mit pulverbeschichteten Oberflächen geliefert. Sobald die Beschichtung Kratzer bekommt, beginnt jedoch die Korrosion. Besonders an Schweissnähten und Schraubenköpfen entstehen Rostflecken. Wer regelmässig nachstreicht und kleine Stellen ausbessert, kann einen Stahlpavillon trotzdem lange nutzen.
Holz — natürliches Flair, mehr Pflege
Holz-Pavillons aus Lärche, Douglasie oder Kiefer passen optisch gut in Schweizer Gärten und sind handwerklich einfach zu bearbeiten. Der Pflegeaufwand ist jedoch höher: jährliches Ölen oder Lasieren ist Pflicht, sonst vergraut das Holz und verliert an Festigkeit. Druckimprägniertes Holz bietet besseren Schutz.
PVC / Kunststoff — Einstiegs- und Pop-up-Pavillons
Leichte PVC- oder Kunststoff-Gestelle finden sich vor allem bei günstigen Pop-up-Pavillons. Sie genügen für saisonale Nutzung, sind aber weniger stabil bei Wind. Für dauerhafte Aufstellung sind sie nicht empfehlenswert.
4. Grössen und Formen — Was passt in meinen Garten?
Die Wahl der richtigen Grösse ist entscheidend für Komfort und Ästhetik. Zu klein bedeutet gedrängte Verhältnisse, zu gross verschluckt den Garten.
| Grösse | Fläche | Geeignet für | Typischer Preis CHF |
|---|---|---|---|
| 2,5×2,5 m | ca. 6 m² | 2–4 Personen, kleiner Balkon/Terrasse | 150–350 |
| 3×3 m | 9 m² | 4–6 Personen, Standardgarten | 250–600 |
| 3×4 m | 12 m² | 6–8 Personen, Familiengartenparty | 400–1'000 |
| 3×6 m | 18 m² | 10+ Personen, Terrassendach | 700–2'500 |
| Rundbogen/Sechseck | variabel | Romantischer Garten, Rosenpavillon | 300–1'200 |
Faustregeln für die Grössenplanung
- Pro Person ca. 1,5 m² Nutzfläche einplanen (Stuhl + Bewegungsfreiheit).
- Zwischen Pavillon und Grundstücksgrenze mindestens 2–3 m lassen (kantonaler Grenzabstand).
- Ein 3×3 m Pavillon nimmt inkl. Dachüberstand ca. 4×4 m Platz weg.
- Bei Seitenteilen: Zugangswege freiplanen, Türen nach aussen schwenken.
- Gestreckter Rechteck-Grundriss (z. B. 3×6 m) eignet sich als Terrassendach besser als ein quadratisches Modell.
Rundpavillons und Pergola-Pavillons
Klassische Sechseck- oder Achteckpavillons aus Holz sind optisch reizvoll und passen gut in naturgeprägte Gärten. Sie sind allerdings oft aufwendiger aufzubauen und teurer als rechteckige Modelle. Moderne Pergola-Pavillons mit Lamellendach erlauben stufenlose Belüftung — ideal für Übergangszeiten.
5. Dach-Materialien: Polycarbonat, Metall, Stoff, Glas
Das Dach bestimmt, wie gut ein Pavillon vor Regen, UV-Strahlung und Hitze schützt. Die vier gängigen Materialien haben je nach Nutzungsszenario klare Vor- und Nachteile.
| Material | UV-Schutz | Regendicht | Gewicht | Haltbarkeit | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|
| Polycarbonat (PC) | Gut (UV-Filter) | Sehr gut | Leicht | 10–15 Jahre | Mittel |
| Metall / Stahl | Sehr gut (undurchsichtig) | Sehr gut | Schwer | 10–20 Jahre | Mittel–hoch |
| Stoff / Plane (Polyester) | Mittel–gut | Gut (imprägniert) | Sehr leicht | 3–7 Jahre | Günstig |
| Glas (VSG/ESG) | Sehr gut | Perfekt | Sehr schwer | 20–30+ Jahre | Hoch |
Polycarbonat — der Allrounder
Polycarbonat-Doppelstegplatten sind bei Festpavillons besonders beliebt. Sie lassen diffuses Licht durch, schützen vor UV-Strahlung, sind leicht und lassen sich gut schneiden. Klare PC-Platten wirken hell und freundlich; bronzefarbene oder opake Varianten reduzieren die Aufwärmung unter dem Dach. Stegplatten sind robuster als Massivplatten und isolieren besser.
Metalldach — für maximale Haltbarkeit
Ein Metalldach (pulverbeschichteter Stahl oder Aluminium) ist das langlebigste Dachmaterial. Es verdunkelt den Pavillon stärker und kann bei Regen laut sein. Dämmstreifen oder eine zweite Verkleidung innen reduzieren den Lärm. Ideal für Pavillons, die als Aussenzimmer dauerhaft genutzt werden.
Stoffplan — für Pop-up und Saison
Polyester-Dachplanen mit PU-Beschichtung sind bei Pop-up-Pavillons Standard. Sie sind leicht, günstig und schützen bei normalem Regen gut. Die Lebensdauer ist begrenzt: Ersatzdächer sind wichtig und sollten beim Kauf mitbestellt werden. Für dauerhafte Aufstellung sind Stoffdächer weniger geeignet.
Glas — Premium für ganzjährige Nutzung
Glasdächer aus Verbundsicherheitsglas (VSG) oder Einscheibensicherheitsglas (ESG) bieten maximalen Komfort, sind jedoch teuer und benötigen ein stabiles, tragfähiges Gestell. Sie kommen vor allem bei fest installierten, hochwertigen Terrassenpavillons zum Einsatz.
6. Windstabilität und Windklassen — Pavillons in der Schweiz
Die Schweiz ist kein windstilles Land. Föhn, Bise, Birgenwinde und Gewitterstürme können Pavillons erheblich belasten. Die Windstabilität ist daher ein zentrales Kaufkriterium.
| Beaufort | km/h | Bezeichnung | Pavillon-Empfehlung |
|---|---|---|---|
| 1–3 | 1–19 | Windstille bis leichte Brise | Alle Pavillons, keine Massnahmen |
| 4–5 | 20–38 | Mässige bis frische Brise | Textile Pop-ups mit Gewichten sichern |
| 6–7 | 39–61 | Starker bis steifer Wind | Pop-ups abbauen oder gut verankern; Festpavillons mit Anker ok |
| 8–9 | 62–88 | Stürmisch bis Sturm | Nur solide Alu-Festpavillons mit Bodenhülsen; Pop-ups definitiv abbauen |
| 10–12 | 89+ | Schwerer Sturm bis Orkan | Alle Pavillons gefährdet; Sicherung durch Abspannseile und Anker |
Verankerungsmethoden
- Bodenhülsen / Erdhülsen: Werden im Boden eingeschraubt oder einbetoniert; Pavillonpfosten werden eingesteckt. Beste Methode für Rasen und Erde.
- Bodenplatten / Sandsäcke: Gewichtsanker für Pop-up-Pavillons. 15–20 kg pro Bein empfohlen.
- Pflasterbodenmontage: Spezial-Anker für Terrassenplatten oder Betonflächen mit Dübeln.
- Abspannseile: Zusätzliche Diagonalabspannung bei exponierter Lage; erhöht die Quersteifigkeit erheblich.
Windlastangaben der Hersteller richtig lesen
Viele Hersteller geben Windwiderstand in km/h oder als Beaufort-Skala an. Diese Werte gelten oft für ideal aufgestellte, korrekt verankerte Pavillons ohne Seitenteile. Montierte Seitenteile erhöhen die Windfläche erheblich — bei Sturm empfiehlt sich das Entfernen der Seitenteile.
7. Seitenteile und Zubehör — Den Pavillon ausstatten
Mit dem richtigen Zubehör wird der Pavillon zum vollwertigen Aussenraum, der vielseitig nutzbar ist.
Seitenteile
- Moskitonetz-Seitenteile: Schutz vor Insekten bei gutem Licht und Luftzirkulation. Ideal für Abendstunden.
- Plane-/Stoff-Seitenteile: Windschutz und Sichtschutz. Bei Regen schliessen sie den Pavillon ab. Oft klettverschluss- oder reissverschluss-montiert.
- PC-Seitenteile: Transparente Kunststoffscheiben für ganzjährige Nutzung; schützen gut, behalten Lichteinfall.
- Jalousie-/Rollläden-Seitenteile: Bei hochwertigen Festpavillons; bieten auf Knopfdruck Schutz oder Offenheit.
Beleuchtung
Solar-LED-Lichterketten sind unkompliziert und anschlussfrei. Für dauerhaftere Beleuchtung bieten sich IP44-zertifizierte Pendelleuchten oder LED-Strips an der Dachstruktur an. Achten Sie auf IP-Schutzklassen: mindestens IP44 für den Aussenbereich.
Heizung
Heizstrahler (Infrarot oder Gas) verlängern die Saison erheblich. Gas-Heizpilze sind günstig, aber für geschlossene Pavillons nicht geeignet (CO-Gefahr). Elektrische Infrarot-Heizstrahler sind für abgeschirmte Pavillons sicherer. Die Schweizer Sicherheitsvorschriften (ESTI, BAFU) beachten.
Bodenbelag
Holzroste (WPC oder Massivholz), Outdoor-Teppiche und Granitplatten sind beliebte Optionen. Ein ebener Untergrund verbessert die Stabilität und verlängert die Standzeit des Pavillons.
8. Pop-up Pavillon vs. fester Pavillon — Direktvergleich
| Kriterium | Pop-up / Faltzelt | Fester Pavillon |
|---|---|---|
| Aufbauzeit | 5–20 Minuten | 1–4 Stunden (oft 2 Personen) |
| Transport | Tasche, Auto-tauglich | Nicht oder kaum transportierbar |
| Windstabilität | Gering bis mittel | Gut bis sehr gut (verankert) |
| Lebensdauer | 3–8 Jahre | 10–25+ Jahre |
| Bewilligung CH | In der Regel nicht nötig | Je nach Kanton melde-/bewilligungspflichtig |
| Preis CHF | 150–500 | 500–5'000+ |
| Optik | Funktional | Wohnlich bis repräsentativ |
| Saisonverlängerung | Eingeschränkt | Gut möglich (Seitenteile, Heizung) |
Wer den Pavillon selten und mobil nutzen will — Camping, Märkte, Feste — ist mit einem Pop-up-Modell bestens bedient. Wer dauerhaft einen überdachten Aussenbereich möchte, investiert besser in einen festen Pavillon aus Aluminium.
9. Marken im Vergleich — Bekannte Anbieter in der Schweiz
Das Angebot an Pavillons reicht von Baumärkten bis zu Spezialanbietern. Hier ein Überblick über verbreitete Marken und deren Positionierung:
| Marke | Segment | Material | Preis CHF (Einstieg) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Garthen | Einstieg–Mittel | Stahl / Alu | ab 200 | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, grosse Modellauswahl |
| Westmann | Mittel | Aluminium | ab 400 | Robuste Alu-Konstruktionen, Ersatzteilverfügbarkeit |
| Palram | Mittel–Premium | Alu + Polycarbonat | ab 600 | UV-sichere PC-Dächer, ganzjährig einsetzbar |
| Vitavia | Mittel–Premium | Aluminium | ab 500 | Bekannt aus Gewächshaus-Bereich, hohe Stabilität |
| BOX24 / Outsunny | Einstieg | Stahl / PVC | ab 150 | Günstigste Einstiegspreise, einfacher Aufbau |
10. Pavillon aufbauen — Tipps für eine sichere Montage
Ein korrekt montierter Pavillon ist sicherer, langlebiger und sieht besser aus. Die häufigsten Fehler bei der Montage lassen sich mit etwas Vorbereitung leicht vermeiden.
Untergrund vorbereiten
- Rasen: Erdanker einschrauben oder Bodenhülsen verwenden. Auf ebenen, festen Untergrund achten.
- Terrasse / Pflaster: Spezielle Plattenanker oder schwere Sandsack-Gewichte. Untergrund nicht beschädigen.
- Beton: Dübel und Schwerlastankerschrauben — dauerhafteste Lösung, aber nicht reversibel.
Aufbau-Reihenfolge
- Standort markieren und Untergrund prüfen (eben, ausreichend fest).
- Alle Teile auspacken und nach Montageanleitung sortieren — Schrauben nach Typ trennen.
- Grundrahmen / Fussteile zusammenstecken (noch nicht fest anziehen).
- Stützpfosten aufstellen und auf Rechtwinkeligkeit prüfen (Zollstock diagonal).
- Dachrahmen montieren — zu zweit wesentlich einfacher.
- Erst dann alle Schrauben final festziehen — dadurch lässt sich der Rahmen noch korrigieren.
- Dachhaut / Polycarbonat-Platten befestigen.
- Verankerung herstellen.
- Seitenteile einsetzen (optional).
Häufige Fehler
- Schrauben zu früh festziehen — dadurch können Rahmen verzogen werden.
- Zu wenig Anker: Ein nicht verankerter Pavillon kippt schon bei Beaufort 6.
- Dachhaut zu straff spannen — bei Hitze dehnt sich Stoff aus, Nähte können reissen.
- Alleinaufbau bei grossen Modellen ab 3×4 m ist mühsam und fehleranfällig.
11. Winterfest machen oder abbauen?
Die Schweizer Winter stellen Pavillons vor besondere Herausforderungen: Schneedruck, Frost und Dauerfeuchtigkeit können Stoff, Metall und Verbindungselemente schädigen.
Textile Pop-up-Pavillons
Textile Pavillons sollten vor dem ersten Frost abgebaut, gereinigt und trocken eingelagert werden. Nasses oder schmutziges Material schimmelt in der Lagerung. Das Gestell kann — wenn nicht feucht — in der Garage oder im Keller gelagert werden.
Festpavillons aus Aluminium und PC
Hochwertige Alu-Pavillons mit Polycarbonat-Dach können oft ganzjährig stehen bleiben, wenn sie für Schneelasten ausgelegt sind. Hierbei gilt:
- Schneelast prüfen: Stegplatten halten mehr als Massivplatten, aber auch sie haben Grenzen.
- Bei Schnee den Pavillon regelmässig vom Dach räumen — vor allem nach Nassschnee.
- Seitenteile aus Stoff im Winter entfernen; PC-Seitenteile können bleiben.
- Verbindungsschrauben im Herbst auf Festigkeit prüfen und ggf. nachziehen.
Pflege vor dem Winter
- Metallteile mit Anti-Rost-Spray oder Silikonspray behandeln.
- Holzteile ölen oder mit Lasur versiegeln.
- Wasserrinnen und Regenrinnen vom Laub befreien.
- Stoff-Dach bei Bedarf mit Imprägnier-Spray auffrischen.
12. Preisklassen — Was bekommt man für welches Budget?
| Budget CHF | Kategorie | Was ist drin? | Für wen? |
|---|---|---|---|
| 150–300 | Einstieg | Pop-up-Pavillon 3×3 m, Stahl-/PVC-Gestell, Poly-Dach, ohne Seitenteile | Gelegenheitsnutzer, Feste |
| 300–600 | Mittleres Segment | Pavillon 3×3 m Stahl oder Alu, Seitenteile, stabiler | Saisonale Nutzung, Familie |
| 600–1'200 | Gehobenes Mittelfeld | Alu-Festpavillon 3×4 m, PC-Dach, Moskitonetz, Bodenhülsen | Häufige Nutzung, Dauerlösung |
| 1'200–2'500 | Premium | 3×6 m Alu-Pavillon, Doppelsteg-PC, Seitenteile PC, ganzjährig nutzbar | Aussenzimmer, Terrasse |
| ab 2'500 | High-End / Lamellendach | Pergola-Pavillon mit Aluminium-Lamellenoptik, Steuerung, Design-Anspruch | Repräsentation, Gastro, Lifestyle |
13. Online kaufen vs. Gartenfachhandel — Was lohnt sich in der Schweiz?
Online kaufen
Grosse Auswahl, einfacher Preisvergleich, Lieferung nach Hause. Schweizer Plattformen wie Galaxus, Brack und Obi Online haben den Vorteil der Schweizer Mehrwertsteuer und oft besserer Rücksendebedingungen als ausländische Shops. Auf Bewertungen und die Frage achten, ob Ersatzteile (Ersatzdach, Seitenteile) beim Anbieter lieferbar sind.
Gartenfachhandel / Baumärkte
Jumbo, Hornbach, Obi Schweiz und Bellechasse bieten Pavillons vor Ort an. Vorteil: Ware kann begutachtet und oft direkt mitgenommen werden; Reklamation ist einfacher. Nachteil: Die Auswahl ist saisonal begrenzt und Muster werden oft schon im August ausgeräumt.
Second-Hand und Ricardo
Auf Ricardo.ch und Tutti.ch finden sich regelmässig gut erhaltene Gebraucht-Pavillons, teils deutlich unter Neupreis. Vor dem Kauf auf vollständige Teileliste achten und Ersatzteil-Situation klären — ältere Modelle haben teils keine Ersatzdächer mehr.
Tipps für den Online-Kauf
- Rezensionen nach dem Stichwort «Wind» filtern — echte Erfahrungen zur Windstabilität.
- Maximales Packungsmass prüfen: Einige Pavillons passen nicht in normale PKW-Kofferräume.
- Garantie: mind. 2 Jahre auf Rahmen, 1 Jahr auf Stoffe. Manche Premiumanbieter bieten 5 Jahre.
- Ersatzdach als Zubehör beim Erstkauf mitbestellen — Modellwechsel erfolgen häufig.
Häufige Fragen zum Pavillon kaufen in der Schweiz
Brauche ich für einen Pavillon in der Schweiz eine Baubewilligung?
Temporäre Pop-up-Pavillons bis ca. 10 m² Grundfläche sind in den meisten Schweizer Kantonen bewilligungsfrei, sofern sie nicht dauerhaft verankert und nicht fundiert sind. Feste Pavillons ab ca. 15 m² können je nach Kanton und Gemeinde melde- oder bewilligungspflichtig sein. Massgeblich ist zudem der kantonale Grenzabstand (meistens 2–3 m). Im Zweifelsfall beim Gemeindeamt nachfragen — eine kurze Anfrage genügt meistens.
Was ist der Unterschied zwischen einem Pavillon und einer Pergola?
Ein Pavillon ist ein freistehendes Gartenhäuschen mit geschlossenem Dach (Stoff, Polycarbonat oder Metall), das guten Schutz vor Regen bietet. Eine Pergola hat dagegen ein offenes Lattenrost- oder Lamellen-Dach, wird oft ans Haus angebaut und dient primär als Rankgerüst und Schattenspender. Pergolen lassen mehr Licht durch und eignen sich für Kletterpflanzen; Pavillons bieten mehr Wetterschutz und Privatsphäre.
Aluminium oder Stahl — welches Material ist besser für einen Pavillon?
Für das feuchte Schweizer Klima ist Aluminium die bessere Wahl: Es rostet nicht, ist leichter und wartungsarm. Aluminium-Pavillons halten 15–25 Jahre oder länger. Stahlpavillons sind in der Anschaffung günstiger, müssen aber regelmässig auf Rostschäden kontrolliert werden — besonders an Schrauben und Schweissnähten. Für dauerhafte, stationäre Nutzung empfehlen sich Aluminium-Modelle.
Wie windstabil muss ein Pavillon in der Schweiz sein?
Für exponierte Lagen (Jura, Alpenvorland, Föhngebiete) sollte ein Festpavillon mindestens Windgeschwindigkeiten von 80 km/h (ca. Beaufort 10) standhalten — mit korrekter Verankerung über Bodenhülsen. Textile Pop-up-Pavillons sollten ab Beaufort 6 (ca. 50 km/h) abgebaut oder durch Sandsack-Gewichte (15–20 kg je Bein) und Abspannseile gesichert werden. In Föhntälern sollte bei angekündigtem Föhnsturm der Pavillon grundsätzlich abgebaut werden.
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