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⛺ Camping Ausrüstung kaufen Schweiz 2026

Zelt, Schlafsack, Isomatte & Campingkocher — Vergleich, CHF-Preissegmente, SAC-Regeln zum Biwakieren und Kauftipps für Schweizer Bergtouren.

SAC-Regeln & NHG erklärt Wassersäule, R-Wert, EN 13537 CHF-Preissegmente 2026 Wasserfilter Giardia Schweiz
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Kurz zusammengefasst: Wer in der Schweiz campt, braucht ein Zelt mit mindestens 3000 mm Wassersäule (Alpen: 4000 mm+), einen Schlafsack nach EN 13537 mit Komforttemperatur passend zur Jahreszeit, eine Isomatte mit R-Wert 2+ (Sommer) bzw. R4+ (Winter), einen Campingkocher mit EN 417-kompatibler Gaskartusche sowie einen Hohlfaser-Wasserfilter gegen Giardia in Schweizer Wildbächen. Wildzelten ist ausserhalb von Schutzgebieten toleriert — nach SAC-Empfehlung diskret, ohne Feuer, maximal eine Nacht. Budget-Einstieg: ab CHF 150, solide Alpenausrüstung: CHF 400–900.
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Wassersäule prüfen

Mindestens 3000 mm Zeltdach, 5000 mm Boden — für die Alpen 4000+ mm wählen.

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EN 13537 Schlafsack

Komforttemperatur = tatsächlich warm. Grenztemperatur liegt 5–8 °C darunter.

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Wasserfilter mitführen

Giardia und Kryptosporidien kommen auch in Schweizer Bergbächen vor — Filter schützt.

♻️

Gaskartuschen recyceln

Leere Kartuschen nicht in den Kehricht — Rücknahme bei Coop, Migros oder Sportgeschäft.

1. Camping-Arten in der Schweiz — von Campingplatz bis Biwak

Die Schweiz bietet vier Hauptformen des Campierens, jede mit eigenen Regeln und Kosten:

Campingplatz (offiziell)

Der komfortabelste Weg: über 600 TCS- und Naturfreunde-Plätze in der ganzen Schweiz, viele mit Duschen, Strom und Kiosk. Preis: CHF 12–45 pro Nacht und Person, je nach Saison und Lage. Buchung meist direkt oder über MySwitzerland.com. Für Familien und Wohnmobile die empfohlene Wahl — Reservierung im Sommer oft Wochen im Voraus nötig.

Wildzelten / Biwakieren (Schweizer Regeln)

Das Schweizer Recht (Art. 699 ZGB, «Gemeingebrauch») erlaubt das Betreten von Wald und Weide grundsätzlich frei. Das Übernachten im Freien — Biwak oder Zelt — ist ausserhalb offizieller Schutzgebiete toleriert, solange man:

⚠️ Wichtig: Schutzgebiete recherchieren

  • Schweizerischer Nationalpark (Engadin): Zelten und Biwakieren generell verboten
  • Jagdbanngebiete GR, VS: Nachtlager eingeschränkt — kantonale Jagdverwaltung anfragen
  • Reservate Binntal (VS), Moorlandschaften (div.): Betretungsverbote oft markiert
  • Swisstopo-App «Swiss Map Online»: Schutzgebiete (grüne Zonen) einblenden

SAC-Hütten

135 bewirtschaftete SAC-Hütten in den Alpen bieten Matratzenlager (CHF 25–55 mit Halbpension) und Vollpension. Mitglieder des SAC, DAV oder ÖAV zahlen deutlich weniger. Hütten sind oft ausgebucht — Buchung über die SAC-App oder direkt bei der Hüttenwirtin. Kein eigenes Zelt nötig, aber Hüttenschlafsack (Inlett, Seide oder Baumwolle) ist in den meisten Hütten Pflicht.

Biwaklager und Biwakschachteln

An exponierten Alpinrouten stehen über 50 unbewirtschaftete SAC-Biwakschachteln (kostenlos oder gegen Schlüsseldepot). Sie bieten Schutz für 4–12 Personen, oft ohne Wasser oder WC. Ideal als Notunterkunft. Biwaksäcke (Gore-Tex-Hülle ohne Zelt, CHF 50–250) ergänzen Schlafsack und Isomatte für ultraleichte Touren.

2. Zelt-Typen im Vergleich — Tunnel, Kuppel, Geodät & Tarp

Der Zelttyp bestimmt Stabilität, Aufbauzeit und Gewicht. Hier ein Überblick der vier gängigsten Bauformen:

Typ Personen Gewicht (typisch) Jahreszeit Windstabilität Aufbauzeit Preis ab CHF
Tunnelzelt 2–4 2,0–4,5 kg 3 Saison Mittel 10–15 Min. 180
Kuppelzelt 1–4 1,5–4,0 kg 3 Saison Gut 8–12 Min. 120
Geodätzelt 2–4 2,5–5,0 kg 4 Saison Sehr gut 15–25 Min. 350
Tarp / Shelter 1–2 0,3–0,9 kg 2–3 Saison Niedrig 5–10 Min. 60

Tunnelzelt: Gutes Preis-Gewichts-Verhältnis, viel Innenfläche. Benötigt Heringe zum Spannen — auf felsigem Gelände schwierig. Gut für Campingplätze und weniger exponierte Lagen.

Kuppelzelt: Selbststehend, kein Hering nötig. Einfacher Aufbau. Weniger geräumig, mittlere Windstabilität. Idealer Einsteiger- und Familien-Typ.

Geodätzelt: Mehrere Stangenbögen in verschiedenen Richtungen verleihen maximale Stabilität bei Sturm und Schneeauflage. Standard für Hochtouristik und Wintercamping. Schwerer und teurer, dafür sicherer in extremem Wetter.

Tarp / Shelter: Minimalistisch — eine Plane über Wanderstöcken. Kein Mückenschutz, kein Windschutz ohne gute Aufbautechnik. Für erfahrene Leichtgewichts-Hiker und trockene Bedingungen.

3. Zelt-Kenngrössen — Wassersäule, Nähte, HH-Wert, Jahreszeiten

Wassersäule (ISO 811)

Die Wassersäule (WS) in Millimetern gibt an, wie viel Wasserdruck das Gewebe aushält, bevor es durchnässt wird. Für Schweizer Bedingungen gelten diese Richtwerte:

Nahtabdichtung

Selbst das beste Gewebe lässt an den Nähten Wasser durch. Hochwertige Zelte haben vollständig verschweisste oder geklebte Nähte (Seam-Tape). Günstigere Modelle bieten nur Seam-Sealing (werkseitig mit Silikon oder Polyurethan behandelt) oder gar keine Abdichtung. Letztere müssen vor dem ersten Einsatz selbst abgedichtet werden (McNett Seam Grip, CHF 12–18).

HH-Wert (Hydrostatic Head)

Identisch mit der Wassersäule — die englische Bezeichnung «Hydrostatic Head» findet sich auf vielen Import-Etiketten. HH 3000 = 3000 mm WS.

Jahreszeiten-Kategorien

Kategorie Jahreszeit Temperaturbereich WS Dach / Boden Stangenanzahl
2-Saison Frühling / Sommer +5 bis +30 °C 1500–2500 mm 2
3-Saison Frühling bis Herbst −5 bis +25 °C 3000–5000 mm 2–3
4-Saison Ganzjährig inkl. Winter −20 bis +20 °C 5000+ mm 3–4

Für Schweizer Alpentouren von Mai bis Oktober ist ein 3-Saison-Zelt mit 3000–4000 mm WS in den meisten Situationen ausreichend. Bei Gletschertouren, Wintercamping oder exponierten Lagen oberhalb 3000 m ü. M. ist ein 4-Saison-Modell sicherer.

4. Schlafsack-Temperaturen — EN 13537 und Alpen-Empfehlung

Die europäische Norm EN 13537 (seit 2012, aktualisiert 2019 als ISO 23537) standardisiert die Temperaturangaben auf Schlafsack-Etiketten. Drei Werte sind entscheidend:

Wert Bedeutung Für wen
Komforttemperatur (Tcomfort) «Standardfrau» schläft 8h entspannt Richtgrösse für Frauen und Kälteschläfer
Grenztemperatur (Tlimit) «Standardmann» schläft 6h ohne Frieren Richtgrösse für Männer und Wärmeschläfer
Extremtemperatur (Textreme) Überleben ohne Kälteschaden möglich Notfall-Reserve — nicht Komfortgrenze!

Praxis-Empfehlungen für die Schweizer Alpen

Die Alpentemperaturen in der Nacht sinken oft deutlich unter die Tagestemperaturen. Faustregel: pro 1000 m Höhe fallen die Temperaturen um ca. 6–7 °C (Temperaturabnahme mit der Höhe). Empfohlene Komforttemperaturen nach Saison und Höhenlage:

Kälteschläfer — häufiger Frauen, Personen mit niedrigem Körperfettanteil oder Müdigkeit — sollten den Komfortwert um 3–5 °C wärmer wählen. Ein thermisches Inlett (Seide, CHF 35–80) erhöht die Schlafsack-Leistung um ca. 3–8 °C und ist hygienischer für Hüttenaufenthalte.

5. Schlafsack-Füllmaterial — Daunen vs. Kunstfaser

Eigenschaft Daunen Kunstfaser (Primaloft, Thermore)
Gewicht (gleiche Wärme) Leichter (−30–50 %) Schwerer
Packvolumen Kleiner Grösser
Wärme nass Sehr schlecht Gut (hält 70–80 % der Wärme)
Trockenzeit Lang (6–12 h) Kurz (2–4 h)
Haltbarkeit 15–25 Jahre 5–12 Jahre
Preis (600 FP, 0 °C) CHF 280–600 CHF 80–250
Reinigung Spezielles Daunen-Waschmittel, Tennisbälle Normal waschen, schnell trocknen
Ethik RDS (Responsible Down Standard) empfohlen Keine tierische Herkunft

Füllkraft (Cuin / Fill Power): Je höher der Wert, desto mehr Luft wird pro Gramm Daunen eingeschlossen — und desto wärmer und leichter der Schlafsack. 550 FP ist Standard, 750–850 FP ist hochwertig, 900+ FP ist Expeditionsklasse.

Hydrostatisch behandelte Daunen (DownTek, DriDown) nehmen weniger Feuchtigkeit auf und trocknen schneller — ein Mittelweg zwischen Daunen und Kunstfaser, der sich besonders für mehrtägige Touren mit wechselhaftem Wetter eignet.

Empfehlung für die Schweiz: Kunstfaser für Mehrtages-Touren bei wechselhaftem Wetter und für Einsteiger. Daunen (600+ FP) für alpine Hochtouren, Rucksack-Reisen und alle, die jedes Gramm zählen.

6. Isomatte — R-Wert-Tabelle, Schaumstoff vs. Aufblasbar

Die Isomatte ist nach dem Schlafsack die zweitwichtigste Wärmekomponente — der Körper verliert am Boden dreimal mehr Wärme als in die Luft. Der R-Wert (Wärmewiderstand) ist der entscheidende Vergleichswert, seit 2020 per ASTM C1813 vereinheitlicht:

R-Wert Empfohlen für Typische Jahreszeit Bodentemperatur
R1–R2 Mittelland, unter 1000 m Sommer +15 bis +25 °C
R2–R3 Voralpen, 1000–2000 m Frühjahr bis Herbst +5 bis +15 °C
R3–R4 Hochalpen, 2000–3000 m Sommer bis Frühhherbst 0 bis +10 °C
R4–R5 Hochalpin, Herbst/Frühling Frühling, Herbst, Schnee −10 bis 0 °C
R5+ Wintercamping, Gletscher, Expedition Ganzjährig unter −10 °C

Bauformen im Vergleich

Tipp: Zwei dünne Matten kombinieren (z. B. Schaumstoff R1 + Aufblasbar R3 = R4) ist leichter und günstiger als eine einzige dicke Wintermatte — und bei Punktierung der aufblasbaren Matte trotzdem warm.

7. Campingkocher — Gas, Benzin, Alkohol im Vergleich

System Kraftstoff Vorteil Nachteil Preis Kocher CHF Kochdauer/100 g Gas
Gas (EN 417) Isob./Prop. Mischung Einfach, schnell, leise Kälte (unter −5 °C): schwächelt 25–120 ca. 20–25 Min. kochen
Benzin (Mehrstoff) Weissbenzin, Benzin Kältetauglich, Brennstoff weltweit Lärm, Wartung, Vorwärmen nötig 90–220 sehr hoch
Alkohol (Esbit/Methanolgel) Ethanol, Tabletten Leicht, kein Druck, günstig Langsam, windempfindlich, wenig Leistung 10–45 15–20 Min. für 0,5 l
Integriertes System (z. B. JetBoil) Gas EN 417 Windgeschützt, sehr schnell (2 Min.) Teurer, proprietär, schwerer 90–180 ca. 2 Min. für 500 ml

Gas-Kartuschen-Typen

In der Schweiz sind zwei Anschlusstypen verbreitet:

Gaskartuschen-Entsorgung Schweiz

♻️ Gaskartuschen richtig entsorgen

  • Leere Kartuschen gelten als Sonderabfall — nicht in den Hauskehricht
  • Vollständig entleert + Boden perforiert → Metallrecycling-Stelle
  • Rücknahme bei Transa, Bächli, Intersport, Coop und Migros-Standorten mit Rücknehmsystem
  • Kantonal kann die Entsorgungsstelle variieren — beim lokalen Kehrichthof anfragen
  • Nie ins Feuer werfen — Explosionsgefahr auch bei «leeren» Kartuschen mit Rest-Druck

Tipp für Hochalpin: Unter −5 °C verliert Isobudan stark an Druck. Lösung: Kartusche in der Nacht in den Schlafsack nehmen, oder auf Weissbenzin-Kocher (MSR Whisperlite Universal, CHF 110–180) wechseln — dieser funktioniert bis −20 °C zuverlässig.

8. Beleuchtung beim Camping — Stirnlampe, Lumen & Rotlicht

Die Stirnlampe ist für Camping und alpine Touren unverzichtbar — freie Hände, ausgerichtetes Licht, kein Vergessen. Kaufkriterien im Überblick:

Lumen und Laufzeit

Für die meisten Camping-Situationen ist eine 200–300 lm-Lampe mit Reduzierungs-Modi ideal. Wichtiger als Spitzenhelligkeit ist die Laufzeit im Mittelbereich (50 lm) — hier scheiden sich günstige von hochwertigen Modellen.

Rotlicht — warum es wichtig ist

Das menschliche Auge braucht 20–30 Minuten für die vollständige Dunkeladaptation. Rotes Licht stört diese Anpassung kaum. Im Zelt schläft der Partner weiter, wenn nur Rotlicht verwendet wird. In Hütten ist Rotlicht-Modus abends Pflicht (Hütten-Etikette). Viele Stirnlampen ab CHF 35 bieten einen dedizierten Rotlicht-Knopf (Black Diamond Spot, Petzl Actik Core).

Batterie vs. Akku

Akkus (USB-C, Li-Ion) sind leichter und günstiger im Dauerbetrieb. Schwäche: Kälte reduziert die Kapazität dramatisch (bei −10 °C bis −40 %). AAA-Batterie-Modelle (z. B. Black Diamond Spot) sind bei Mehrtages-Touren in der Kälte praktischer — Ersatzbatterien wiegen wenig und sind überall erhältlich.

9. Wasserfilter für Schweizer Wildbäche — Giardia, Kryptosporidien, UV

Auch Schweizer Bergbäche können mit Giardia lamblia und Kryptosporidien belastet sein. Diese Parasiten werden durch Tierfäkalien (Schafe, Kühe, Wildtiere) eingetragen und verursachen gastrointestinale Erkrankungen mit Durchfall, Krämpfen und Erschöpfung — oft 1–3 Wochen nach Exposition.

Filter-Technologien im Vergleich

System Hersteller / Modell Filtert Nicht filtert Durchsatz Preis CHF
Hohlfaser-Filter Sawyer Squeeze, LifeStraw Peak Bakterien, Protozoen (inkl. Giardia) Viren, chem. Schadstoffe 1–2 L/Min. 30–60
Keramik-Filter Katadyn Pocket, Hiker Pro Bakterien, Protozoen, trübes Wasser Viren 0,5–1 L/Min. 90–350
UV-Stift SteriPen Ultra, Aqua Star Bakterien, Viren, Protozoen Trübes Wasser (reduz. Wirkung) 1 L/90 Sek. 70–130
Kombi-Filter Katadyn BeFree, MSR Guardian Bakterien, Protozoen (Guardian: auch Viren) Chemische Schadstoffe 2–3 L/Min. 50–380
Chemische Behandlung Micropur (Chlordioxid), Aquatabs Bakterien, Viren, Giardia (lange EWZ) Kryptosporidien (unsicher) je nach Dosierung 8–20 (Tabletten)

Empfehlung für Schweizer Touren: Der Sawyer Squeeze (CHF 35–50, 0,1-µm-Hohlfaser) ist das beste Preis-Leistungs-Modell für Alpentouren. Er filtert Giardia und Kryptosporidien sicher, wiegt 85 g und lässt sich rückspülen. Für Reisen in Entwicklungsländer oder Regionen mit Virenproblem: MSR Guardian (CHF 380) oder UV-Stift als Ergänzung.

Quellwasser mit blauem Trinkwasser-Schild in der Schweiz ist behördlich geprüft und sicher — diese Quellen müssen nicht gefiltert werden.

10. Navigation in der Schweiz — swisstopo, GPS & SchweizMobil

Papierkarte swisstopo 1:25 000

Die Landeskarte der Schweiz im Massstab 1:25 000 (swisstopo) ist der Goldstandard für alpine Navigation. Ein Zentimeter auf der Karte entspricht 250 Meter im Gelände. Wichtige Details: Höhenlinien im 10-m-Abstand, markierte Alpwege, Kletterrouten, Schutzhütten und Biwakschachteln. Erhältlich im Buchhandel, bei der Post, bei Transa und direkt bei swisstopo (shop.swisstopo.ch). Preis: CHF 17–22 pro Blatt. Für eine mehrtägige Tour werden oft 2–4 Blätter benötigt.

GPS und Altimeter

Garmin inReach, Garmin GPSMAP oder Suunto-Uhren mit GPS und barometrischem Altimeter erlauben präzise Standortbestimmung und Höhenmessung auch ohne Mobilnetz. Wichtig: Schweizer Koordinatensystem CH1903+ (LV95) in die Geräte-Einstellungen eintragen, um swisstopo-Koordinaten korrekt zu vergleichen.

Offline-App SchweizMobil / swisstopo-App

Die swisstopo-App (iOS/Android, Abo CHF 35/Jahr) bietet alle Landeskarten offline und GPS-Track-Aufzeichnung. SchweizMobil (kostenlos) enthält ausgewiesene Wander-, Bike- und Kanurou­ten. Beide Apps funktionieren ohne Mobilnetz, sobald die Karten heruntergeladen sind — ideale Ergänzung zur Papierkarte, aber kein vollständiger Ersatz (Akku kann versagen).

📱 Digitale Vorbereitung — Checkliste

  • Swisstopo-App: Kartenausschnitt der Route offline laden
  • SchweizMobil: Route exportieren als GPX-Datei
  • Kompass: mechanischer Baseplate-Kompass als Backup (Silva Ranger, CHF 35–60)
  • Powerbank 10 000 mAh für mehrtägige Touren
  • Notrufnummer Schweiz: 1414 (Rega), 112 (EU-Notruf), 117 (Polizei)

11. Marken im Überblick — Mammut, Vaude, Deuter, MSR, Sea to Summit

Mammut
Schweizer Traditionshersteller

Seit 1862 in Seon AG. Stärke: Seile, Hardshelljacken, alpine Rucksäcke und Klettergurt. Preissegment: Mittel bis Premium (CHF 150–800). Besonders empfohlen: Trion Spine Rucksack, Nordwand Pro Jacke.

Vaude
Nachhaltigkeit & Funktionalität

Deutsches Familienunternehmen, Bluesign- und Fair-Wear-zertifiziert. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Zelten, Schlafsäcken und Radtaschen. Preissegment: Mitte (CHF 80–400).

Deuter
Rucksäcke & Packsysteme

Marktführer bei Trekking- und Kletterrucksäcken. Ergonomisches Tragesystem Aircontact, grosse Auswahl 20–80 L. Auch Schlafsäcke und Kinder-Kraxen. Preissegment: Mittel (CHF 120–450).

MSR (Mountain Safety Research)
Hochalpine Zelte & Kocher

US-Marke mit starker Präsenz in Schweizer Outdoor-Shops. Geodätzelte (Hubba Hubba, Remote 2) und Mehrstoffkocher (Whisperlite) sind Alpinisten-Standards. Preissegment: Mittel-Premium (CHF 180–600).

Sea to Summit
Leichtgewicht & Packlösungen

Australische Marke, bekannt für Ultralight-Isomatten (Ether Light XT), Schlafsäcke und Organizer-Säcke. Innovative Materialien bei wettbewerbsfähigen Preisen. Preissegment: Mittel-Premium (CHF 60–400).

Exped
Schweizer Design, globaler Vertrieb

Gegründet in Zürich, heute in der ganzen Welt. Isomatten (DownMat), Schlafsäcke und Hochalpinzelte. Konsequente Qualität bei Material und Verarbeitung. Preissegment: Premium (CHF 200–700).

12. CHF-Preissegmente — Zelt, Schlafsack, Isomatte

Zelt

Budget

Einstieg

unter CHF 150

Decathlon Quechua, Forclaz. 2-Saison, 2000–3000 mm WS. Gut für Campingplätze und trockene Sommer. Nicht für alpine Touren.

Mittelklasse

Alpin-tauglich

CHF 150–400

Vaude Campo Grande, MSR Elixir, Ferrino Lightent. 3-Saison, 3000–4000 mm WS. Solide Nähte, gutes Gewicht. Für die meisten Schweizer Bergtouren geeignet.

Premium

Hochalpin

über CHF 400

MSR Hubba Hubba NX, Hilleberg Soulo, Exped Vela. 3–4 Saison, 5000+ mm WS, Geodät, verschweisste Nähte. Für Expeditionen, Wintercamping und exponierte Lagen.

Schlafsack (0 °C Komfort)

Budget

Kunstfaser, Einsteiger

CHF 60–120

Decathlon Trek 0°, Ferrino Lightec. Kunstfaser, EN 13537 deklariert. Für Campingplätze und milde Bedingungen bis ca. 1500 m.

Mittelklasse

Daunen 550–700 FP

CHF 180–350

Vaude Sioux 0°, Deuter Astro Pro 600. Leichte Daunenfüllung, gutes Packvolumen, 3 Saison. Geeignet für Touren bis 3000 m im Sommer.

Premium

Daunen 750–900 FP

CHF 350–700

Sea to Summit Spark, Exped Ultra, Mammut Kompakt. Hochwertige Daunenfüllung, hydrophob behandelt. Für Hochalpintouren und anspruchsvolle Mehrtages-Unternehmungen.

Isomatte

Budget

Schaumstoff

CHF 20–60

Therm-a-Rest Ridgerest, Yate Axiom. R-Wert 1,5–2,5. Unzerstörbar, funktioniert nass. Grosses Packvolumen — aussen am Rucksack befestigen.

Mittelklasse

Selbstaufblasend

CHF 70–200

Therm-a-Rest ProLite, Sea to Summit Comfort Light. R-Wert 2–4. Komfortabler, moderat kompakt. Für 3-Saison-Touren.

Premium

Aufblasbar

CHF 150–450

Therm-a-Rest NeoAir XTherm, Sea to Summit Ether Light XT. R-Wert 4–7. Kleinstes Packvolumen bei maximaler Wärme. Mit Reparatur-Kit kaufen.

13. Produktvergleich — 5 empfehlenswerte Camping-Sets

Produkt / Set Typ Jahreszeit Gewicht WS / R-Wert Besonderheit Preis CHF ca.
Decathlon Quechua 2s Forclaz Kuppelzelt 2–3 Saison 2,1 kg 2000 mm / — Guter Einstieg, Selbststand ab 79
MSR Elixir 2 Tent Kuppelzelt 3 Saison 1,9 kg 3000 mm / — Leichter Allrounder, gute Lüftung ab 280
Vaude Campo Grande 3P Tunnelzelt 3 Saison 4,3 kg 3000 mm / — Familientauglich, bluesign® ab 350
Therm-a-Rest NeoAir XTherm (R4,5) Aufblasbar Ganzjährig 430 g — / R4,5 Wärmste aufblasbare Matte, sehr kompakt ab 230
Sawyer Squeeze Wasserfilter Hohlfaser-Filter Ganzjährig 85 g 0,1 µm Porengrösse Giardia/Kryptosporidien-sicher, rückspülbar ab 35

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⛺ Camping-Einkaufs-Checkliste Schweiz (8 Punkte)

  1. Zelt: Jahreszeit prüfen, Wassersäule 3000+ mm für Alpen, Nahtabdichtung sicherstellen
  2. Schlafsack: EN 13537 Komforttemperatur passend zur Tourzeit wählen, nicht auf Grenztemperatur verlassen
  3. Isomatte: R-Wert nach Höhenlage und Jahreszeit — R3+ für Alpen ab 2000 m im Sommer
  4. Campingkocher: System (Gas/Benzin) und passende Kartuschen (EN 417) beschaffen, Zündung testen
  5. Wasserfilter: Hohlfaser-Filter oder UV-Stift für Wildbäche — nie ungefiltert aus Alpbächen trinken
  6. Beleuchtung: Stirnlampe mit Rotlicht-Modus, Ersatzbatterien oder Powerbank, mindestens 200 lm
  7. Navigation: swisstopo-Papierkarte (1:25 000) des Tourengebiets + Kompass, App offline vorbereiten
  8. Regeln prüfen: Schutzgebiete (Nationalpark, Banngebiete) auf swisstopo-App markieren, Feuerstellen-Verbote beachten

14. Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich in der Schweiz irgendwo zelten oder brauche ich einen Campingplatz?

In der Schweiz ist Wildzelten ausserhalb von Schutzgebieten grundsätzlich toleriert, aber nicht explizit gesetzlich geregelt. Art. 699 ZGB erlaubt das Betreten von Wald und Weide. Der SAC empfiehlt: diskret vorgehen, keine Feuerstelle, maximal eine Nacht, 200 m Abstand zu Quellen und Siedlungen, nichts hinterlassen.

Verboten oder eingeschränkt ist Zelten im: Schweizerischen Nationalpark (GR), kantonalen Naturschutzreservaten, Jagdbanngebieten (VS, GR), Moorlandschaften und auf Privatgrundstücken ohne Erlaubnis. Im Zweifelsfall die kantonale Jagd- oder Forstbehörde anfragen. Offizielle TCS-Campingplätze kosten CHF 12–45 pro Nacht.

Was ist der R-Wert einer Isomatte und welcher R-Wert reicht für Schweizer Sommer-Alpentouren?

Der R-Wert (Wärmewiderstand) gibt an, wie gut eine Isomatte die Körperwärme vom kalten Boden trennt. Seit 2020 ist der Standard per ASTM C1813 vereinheitlicht — ältere Angaben können abweichen.

Für Schweizer Sommer-Alpentouren (2000–3000 m, Juli–September) empfehlen Hersteller und Bergführer einen R-Wert von mindestens R3. Für Frühjahrs- oder Herbsttouren und Hochlagen über 3000 m: R4+. Zwei dünne Matten (z. B. Schaumstoff R1,5 + aufblasbar R3) ergeben kombiniert R4,5 — oft leichter und günstiger als eine dicke Wintermatte.

Welche Campingkocher-Kartuschen bekomme ich in der Schweiz?

In der Schweiz ist der EN 417-Schraubventil-Standard am weitesten verbreitet. 230-g- und 450-g-Kartuschen von Primus, MSR, Optimus und Snow Peak sind in allen grossen Outdoor-Shops (Transa, Bächli), bei Coop und Migros sowie an gut frequentierten Wanderzielen erhältlich. Preis: CHF 5–12 pro 230 g-Kartusche.

Campingaz-Stechkartuschen (Typ CV 206/270) sind seltener und weniger kältetauglich. Im Hochgebirge unter −5 °C verlieren Isobutangas-Kartuschen an Druck — Lösung: Kartusche nachts im Schlafsack aufwärmen oder auf Benzinkocher (MSR Whisperlite) wechseln.

Wo kaufe ich günstig gebrauchte Camping-Ausrüstung in der Schweiz?

Gebraucht-Plattformen: Ricardo.ch und tutti.ch bieten oft hochwertiger Markenausrüstung (Mammut, MSR, Therm-a-Rest) zu 30–60 % des Neupreises. Transa und Bächli Bergsport haben Occasions-Ecken mit geprüften Gebrauchtgeräten. SAC-Sektionen organisieren gelegentlich Ausrüstungsbörsen.

Tipps beim Gebrauchtkauf: Zelt aufbauen und auf Löcher/defekte Stangen prüfen, Schlafsack auf Geruch und Füllzustand testen, Isomatte auf Luftdichtheit (aufblasen, 10 Min. warten), Kocher anlassen. Sicherheitsrelevante Teile (Seile, Karabiner, Klettergurt) besser neu kaufen — Tragfähigkeit lässt sich ohne Prüfung nicht beurteilen.

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