E1-Norm, Kippschutz SN EN 14749, Massivholz vs. MDF — praxisnaher Ratgeber für den Schweizer Möbelkauf.
Die drei Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergebracht. Dabei unterscheiden sie sich deutlich in Höhe, Breite und Einsatzzweck. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Merkmale auf einen Blick.
| Typ | Typische Höhe | Typische Breite | Haupteinsatz | Stauraum | Preis (CH) |
|---|---|---|---|---|---|
| Kommode | 80–110 cm | 60–120 cm | Schlafzimmer, Kinderzimmer | 3–6 Schubladen | CHF 80–600+ |
| Sideboard | 70–85 cm | 100–200 cm | Wohnzimmer, Esszimmer | Schubladen + Türen | CHF 200–1'200+ |
| Highboard | 120–180 cm | 50–100 cm | Flur, kleines Wohnzimmer | Türen + Fächer + Schubladen | CHF 150–800+ |
Als Faustregel gilt: Wer im Schlafzimmer Kleidung verstauen will, ist mit einer klassischen Kommode in der Höhe von 90–100 cm gut bedient. Im Wohnzimmer passt ein Sideboard optisch besser, weil es den Raum nicht visuell teilt. In einem engen Flur schafft ein Highboard viel Stauraum ohne grosse Grundfläche.
Eine Kommode ist die klassische Wahl fürs Schlafzimmer: viele Schubladen auf kompakter Breite, ergonomische Griffhöhe. Das Sideboard punktet im Wohnzimmer oder Esszimmer, wo es als Anrichte, TV-Möbel oder Buffet dient und gleichzeitig Stauraum hinter Türen bietet. Das Highboard löst das Problem enger Grundrisse: auf 50–70 cm Tiefe entsteht durch die Höhe ein beachtliches Volumen — ideal für Flure, Büros oder Gästezimmer.
Die Schuhkommode ist eine flachere Variante (Tiefe meist nur 20–30 cm) mit Klappen statt Schubladen, die im Eingangsbereich Platz für 10–20 Paar Schuhe schafft, ohne den ohnehin knappen Flur zusätzlich zu verstellen. In Schweizer Mehrfamilienhäusern mit kleinem Hauseingang ist sie oft die einzige praktikable Lösung, da ein normaler Schuhschrank zu tief wäre. Eine Sideboard-Kombination verbindet mehrere Module (z. B. Kommode + Hängeschrank + offenes Regal) zu einer Wohnwand-artigen Einheit — praktisch, wenn TV, Stauraum und Ablagefläche auf einer Wand vereint werden sollen, ohne gleich ein raumhohes Regalsystem zu benötigen.
Das Material bestimmt nicht nur den Preis, sondern auch Gewicht, Pflege und Langlebigkeit. Besonders in der Schweiz, wo viele Wohnungen gemietet sind, lohnt es sich, auf robuste und umzugstaugliche Varianten zu achten.
| Material | Langlebigkeit | Gewicht | Pflege | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Massivholz (Eiche, Buche, Nussbaum) | Sehr hoch, 20–50 Jahre | Schwer (40–80 kg) | Ölen oder wachsen, 1×/Jahr | CHF 400–2'000+ |
| Furnierholz | Hoch, 10–20 Jahre | Mittel (25–50 kg) | Feuchtes Tuch, kein Scheuern | CHF 250–800 |
| MDF (mitteldichte Holzfaserplatte) | Mittel, 8–15 Jahre | Mittel-schwer (20–45 kg) | Trocken abwischen, Kratzer schwer reparieren | CHF 100–400 |
| Spanplatte (E1-Klasse) | Mittel, 6–12 Jahre | Leicht-mittel (15–40 kg) | Wasser vermeiden, sonst quillt sie auf | CHF 60–250 |
| Metall / Stahl | Sehr hoch, 20+ Jahre | Schwer (30–70 kg) | Trocken halten, Rostschutz prüfen | CHF 300–1'500+ |
Massivholz-Kommoden aus heimischer Produktion (Berner Eiche, Walliser Lärche) oder aus FSC-zertifiziertem Holz sind in der Schweiz besonders gefragt. Schweizer Schreinereien bieten Massanfertigungen ab CHF 800–1'200, die sich in Jahrzehnten amortisieren und problemlos umgezogen, repariert oder neu geölt werden können. Kratzer lassen sich abschleifen — bei Spanplatten ist das nicht möglich.
Günstige Möbel aus Spanplatte oder MDF sind nicht per se schlecht — solange sie die E1-Klasse tragen. Ohne dieses Zertifikat können Formaldehyd-Emissionen über dem Grenzwert liegen, was besonders in schlecht belüfteten Schlafzimmern problematisch ist. Im Zweifelsfall nach dem GREENGUARD-Zertifikat fragen oder den Händler schriftlich bestätigen lassen.
Der Unterschied zwischen einer angenehm zu benutzenden und einer nervigen Kommode liegt selten im Material, sondern fast immer in der Schubladenführung. Wer im Ausstellungsraum nur auf Farbe und Form achtet, übersieht oft das wichtigste Detail: Wie lässt sich die Schublade öffnen, und wie verhält sie sich beim Schliessen?
| Mechanismus | Auszugslänge | Komfort | Typische Belastbarkeit | Preisaufschlag |
|---|---|---|---|---|
| Teilauszug | ca. 70–80 % der Schubladentiefe | Hinterster Bereich schwer erreichbar | 10–20 kg | Im Grundpreis enthalten |
| Vollauszug | 100 % der Schubladentiefe | Kompletter Inhalt sichtbar und erreichbar | 20–40 kg | CHF 20–60 pro Kommode mehr |
| Softclose-Dämpfung | meist mit Vollauszug kombiniert | Schublade gleitet sanft zu, kein Zuschlagen | Herstellerabhängig, meist wie Vollauszug | CHF 30–80 pro Kommode mehr |
| Kugelrollenauszug (Kunststoff) | meist Teilauszug | Günstig, aber verschleissanfälliger | 10–15 kg | Basis-Ausstattung |
| Kugellagerauszug (Metall) | meist Vollauszug | Präzise, langlebig, wenig Spiel | 25–40 kg | Mittel- bis Premiumsegment Standard |
Eine Schublade sollte sich mit einem Finger leicht öffnen lassen und beim Schliessen nicht klemmen oder verkanten. Bei Softclose-Modellen zieht ein Dämpfer die Schublade in den letzten 3–5 cm automatisch zu — das schont Fingerkuppen und verhindert das typische Zuschlag-Geräusch, das besonders in hellhörigen Mietwohnungen ein Streitpunkt mit Nachbarn werden kann.
Die Herstellerangabe zur maximalen Belastung pro Schublade (meist 10–40 kg) bezieht sich auf gleichmässig verteiltes Gewicht. Wer schwere Gegenstände wie Bücher oder Werkzeug einlagern will, sollte eher zu Modellen mit Kugellagerauszug und Vollauszug greifen — Kunststoff-Gleitschienen aus dem Budget-Segment biegen sich bei Dauerbelastung über 15 kg langsam durch und schleifen dann an der Zarge.
Beim Möbelkauf in der Schweiz gelten sowohl EU-Normen (via Binnenmarktabkommen) als auch schweizerische SN-Normen. Die wichtigsten kennen zu lernen, schützt vor teuren und gesundheitlichen Fehlkäufen.
Praktischer Tipp: Neue Spanplatten- oder MDF-Möbel vor der Aufstellung im Schlafzimmer einige Tage in einem gut gelüfteten Raum „ausgasen" lassen. Gerade in den ersten Wochen sind die Emissionen am höchsten — ein offenes Fenster im Wohnzimmer oder ein lüftbarer Balkon eignen sich gut für diesen Prozess.
Die Wickelkommode ist die wohl anspruchsvollste Kommoden-Variante, weil hier Sicherheit vor allen anderen Kriterien steht. Anders als bei einer normalen Schlafzimmerkommode steht ein Kind während des Wickelns direkt auf der Ablagefläche — Stürze von einer Wickelkommode zählen zu den häufigsten häuslichen Unfällen bei Säuglingen.
Ein fest vernähter Sicherheitsgurt mit Klettverschluss oder Steckschnalle gehört bei einer Wickelkommode zur Grundausstattung. Zusätzlich sollte die Auflagefläche an mindestens drei Seiten eine Erhöhung von 5–10 cm haben, damit ein sich drehendes Kind nicht seitlich abrutschen kann. Wichtig: Auch mit Gurt gilt in der Schweiz wie überall die Regel, ein Baby auf der Wickelkommode nie unbeaufsichtigt zu lassen — der Gurt ersetzt keine Aufsicht, sondern reduziert nur das Risiko.
Viele Schweizer Eltern entscheiden sich bewusst gegen eine fest gebaute Wickelkommode und stattdessen für eine normale Kommode (z. B. IKEA HEMNES oder MALM) mit aufgesetztem Wickelaufsatz aus Schaumstoff oder Holz. Der Vorteil: Nach der Wickelzeit (meist 2–3 Jahre) wird der Aufsatz entfernt, und die Kommode dient normal als Schlafzimmer- oder Kinderzimmer-Möbel weiter. Wickelaufsätze kosten CHF 30–90 und sind bei IKEA, Galaxus oder Micasa erhältlich — vor dem Kauf unbedingt die Kommoden-Oberfläche nachmessen, da nicht jeder Aufsatz auf jede Breite passt.
Reine Wickelkommoden-Systeme mit fest integriertem Wickelaufbau lassen sich nach der Babyzeit selten sinnvoll weiterverwenden, da der Aufbau oft nicht demontierbar ist oder die Proportionen ungünstig bleiben. Modulare Systeme (Kommode + abnehmbarer Aufsatz) sind hier klar im Vorteil und amortisieren sich über mehrere Nutzungsjahre besser — ein Aspekt, der bei knappem Budget für die Erstausstattung durchaus ins Gewicht fällt.
In Schweizer Altbauwohnungen sind die Raumverhältnisse oft enger als in neueren Bauten. Eine Kommode mit 120 cm Breite kann in einem 12 m²-Schlafzimmer schnell erdrückend wirken. Folgende Faustregeln helfen bei der Planung.
| Raumgrösse | Empfohlene Breite | Empfohlener Typ | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Kleines Schlafzimmer < 10 m² | 60–80 cm | Schlanke Kommode | Highboard als platzsparende Alternative prüfen |
| Mittelgrosses Schlafzimmer 10–14 m² | 80–100 cm | Standard-Kommode | 3–4 Schubladen reichen für 1 Person |
| Grosses Schlafzimmer 14–20 m² | 100–120 cm | Breitere Kommode | Doppelkommode für 2 Personen möglich |
| Wohnzimmer 15–25 m² | 120–160 cm | Sideboard | TV-Aufstellung auf Sideboard möglich (max. 30 kg Last prüfen) |
| Flur / Diele < 8 m² | 50–70 cm | Highboard | Kippschutz bei Höhe über 130 cm zwingend |
Drei Schubladen decken den Grundbedarf einer Person ab: Oberteile / Unterwäsche und Socken / Hosen oder Pullover. Wer mehr Stauraum benötigt, wählt 5–6 Schubladen oder kombiniert eine Kommode mit einem Wäschekorb. Schubladen mit Vollauszug (100 % Auszugslänge) erleichtern das Ausräumen erheblich — im Ausstellungsraum testen, bevor bestellt wird.
Wer über ein separates Ankleidezimmer verfügt oder eine Nische im Schlafzimmer dafür nutzt, profitiert von einer niedrigeren Kommode (70–85 cm) mit aufgesetztem oder wandmontiertem Spiegel darüber. Diese Kombination spart Grundfläche gegenüber einem freistehenden Standspiegel und schafft gleichzeitig eine funktionale Ankleidezone. Die Griffhöhe der obersten Schublade sollte dabei zwischen 60 und 100 cm liegen, damit sie ohne Bücken erreichbar bleibt — bei kleineren Personen oder Kindern eher im unteren Bereich dieser Spanne.
In Kombination mit einem Wandspiegel gilt: Der Spiegel sollte separat und nicht auf der Kommode selbst befestigt werden, wenn diese gleichzeitig einen Kippschutz benötigt. Ein zusätzliches Gewicht auf der Kommodenoberseite verändert den Schwerpunkt und kann die Kippgefahr erhöhen, wenn keine Wandbefestigung vorhanden ist.
Der Schweizer Möbelmarkt ist vielfältig — von der günstigsten Selbstabholung bis zum persönlichen Einrichtungsservice mit Altmöbel-Entsorgung. Hier die wichtigsten Anlaufstellen im Überblick.
| Händler | Preisklasse | Lieferung | Montageservice | Rückgabe |
|---|---|---|---|---|
| IKEA (Spreitenbach, Lyssach, Rothrist, Conthey) | CHF 60–400 | Selbstabholung sofort; Lieferung CHF 49–99 | Ja, ~CHF 89–149 pauschal | 365 Tage (original verpackt) |
| Pfister | CHF 200–1'200 | 2-Mann-Lieferung, 1–3 Wochen | Ja, inkl. oder gegen Aufpreis | 14 Tage (gesetzlich), oft 30 Tage |
| Schubiger | CHF 300–2'000+ | 2–4 Wochen, 2-Mann-Lieferung | Ja, inkl. Aufstellung | Individuell nach Absprache |
| Conforama | CHF 80–600 | Selbstabholung + Lieferung CHF 39–79 | Optional, ~CHF 60–100 | 14 Tage (versiegelt) |
| Galaxus / Digitec | CHF 80–1'500 | 1–5 Werktage, kostenlos ab CHF 100 | Nein (Selbstmontage) | 30 Tage |
| Brockenhaus / BEHA | CHF 20–200 | Selbstabholung, teils Lieferregion | Nein | Keine Rückgabe |
Wer auf der Suche nach einer Massanfertigung ist, findet über das Verzeichnis des VSSM (Verband Schweizer Schreiner- und Möbelunternehmer) qualifizierte Betriebe in der eigenen Region. Massivholz- Kommoden aus der Schreinerei kosten ab CHF 800, halten aber Generationen und lassen sich beliebig in Masse und Holzart anpassen.
In der Schweiz gibt es unterschiedliche Liefervarianten — von der einfachen Paketlieferung bis zum Vollservice inklusive Altmöbel-Entsorgung. Wer in einem Altbau ohne Lift wohnt, sollte das vorab klären: Einige Händler verlangen einen Stockwerkzuschlag.
Pfister und Schubiger bieten standardmässig eine 2-Mann-Lieferung an, bei der das Möbelstück bis ins Zimmer getragen wird. Dieser Service kostet üblicherweise CHF 69–120 extra, ist aber bei schweren Massivholz-Kommoden (40–80 kg) unverzichtbar. Bei IKEA ist die 2-Mann-Lieferung separat buchbar und kostet CHF 49–79 als Grundpreis.
Selbst wenn Sie ein Möbelstück selbst montieren können, zahlt sich der Service bei komplexen Schiebemechanismen oder Soft-Close-Schubladen oft aus. Professionelle Montagebetriebe — zum Beispiel über lokale Umzugsunternehmen oder Handwerksportale — verlangen CHF 80–150 pro Stunde. Eine Standard-Kommode ist in 45–90 Minuten montiert.
Der Occasionenmarkt für Möbel ist in der Schweiz gut entwickelt. Wer Zeit investiert, findet auf Ricardo.ch oder tutti.ch oft qualitativ hochwertige Massivholz-Kommoden für einen Bruchteil des Neupreises — manchmal sogar von Umzügen oder Wohnungsauflösungen.
Nachhaltigkeit beim Möbelkauf lässt sich in der Schweiz auf zwei Wegen umsetzen: über zertifiziertes Neuholz oder über den bewussten Griff zu gebrauchten und aufgearbeiteten Stücken. Beide Wege haben ihre Berechtigung und lassen sich je nach Budget und Zeitaufwand kombinieren.
Die Siegel FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) bestätigen, dass das verwendete Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Bei Massivholz- und Furnier-Kommoden lohnt sich die Nachfrage nach dem Zertifikat direkt beim Händler oder in den Produktangaben — grössere Anbieter wie IKEA oder Pfister weisen dies mittlerweile meist transparent aus.
Gerade bei Massivholz-Kommoden aus den 1960er- bis 1980er-Jahren (oft Teak, Kirschbaum oder Nussbaum) lohnt sich ein Blick auf Ricardo.ch, in Brockenhäuser oder auf lokale Flohmärkte. Diese Stücke sind meist deutlich stabiler gebaut als aktuelle Budget-Ware, lassen sich abschleifen, neu ölen oder mit frischen Griffen versehen und passen optisch gut zu einem reduzierten, skandinavisch inspirierten Einrichtungsstil. Ein aufgearbeitetes Vintage-Stück kostet meist CHF 80–250 und spart im Vergleich zu einer neuen Massivholz-Kommode mehrere Hundert Franken.
Wer handwerklich etwas Geschick mitbringt, kann eine ältere Spanplatten- oder Furnier-Kommode mit Schleifpapier, Grundierung und Möbellack in wenigen Wochenendstunden auffrischen. Neue Griffe (ab CHF 3–8 pro Stück im Baumarkt) verändern die Optik oft stärker als ein neuer Anstrich. Wichtig ist, vor dem Schleifen zu prüfen, ob die Oberfläche eine Echtholz-Furnierschicht (schleifbar, meist 0,5–3 mm dick) oder eine Folienbeschichtung (nicht schleifbar) hat.
In der Schweiz passieren jährlich Unfälle durch umkippende Möbelstücke — überwiegend betreffen sie Kleinkinder unter 6 Jahren. Die Norm SN EN 14749 schreibt vor, dass Möbel mit erhöhtem Kipprisiko einen Wandanker mitliefern müssen. Viele Modelle tun das — aber kaum jemand montiert ihn tatsächlich.
IKEA liefert bei allen grösseren Kommoden (HEMNES, NORDLI, MALM) ein Kippschutz-Kit gratis mit. Für andere Hersteller sind universelle Möbel-Wandanker-Sets ab CHF 8–15 in jedem Baumarkt (Hornbach, Bauhaus, OBI) erhältlich. In Mietwohnungen müssen Dübellöcher beim Auszug fachgerecht gespachtelt werden — bei einer Sicherheitsmassnahme ist das mit Vermietern üblicherweise unkompliziert absprechbar.
In der Schweiz leben die meisten Haushalte zur Miete — die Frage, ob und wie ein Wandanker gebohrt werden darf, taucht deshalb bei fast jeder Kommodenanschaffung auf. Rechtlich und praktisch lässt sich das gut einordnen.
Art. 260a des Schweizerischen Obligationenrechts regelt, dass der Mieter oder die Mieterin Erneuerungen und Änderungen an der Mietsache nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters vornehmen darf. Diese Bestimmung zielt in erster Linie auf grössere bauliche Eingriffe ab. Ein einzelnes kleines Dübelloch für einen Kippschutz-Wandanker gilt in der gelebten Praxis meist nicht als zustimmungspflichtige „Erneuerung", sondern als übliche, geringfügige Gebrauchsspur — die meisten Verwaltungen und Vermieter akzeptieren das ohne Diskussion, insbesondere wenn es sich um eine Sicherheitsmassnahme für Kinder handelt.
Zur Absicherung empfiehlt es sich dennoch, den Vermieter oder die Verwaltung kurz schriftlich (E-Mail reicht) zu informieren, bevor gebohrt wird. Beim Auszug sind Dübellöcher fachgerecht mit Spachtelmasse zu schliessen — das gilt als normale, vom Mieter zu behebende Alterungsspur und löst in der Regel keine Schadenersatzforderung aus, solange die Wand fachgerecht gestrichen und ausgebessert übergeben wird.
Bei Unsicherheiten zur Rechtslage im konkreten Mietverhältnis hilft der Schweizerische Mieterverband weiter, der auch regionale Beratungsstellen führt. Für allgemeine Informationen zur Unfallverhütung im Haushalt bietet die bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) frei zugängliche Merkblätter zum Thema Kippschutz und Kindersicherheit an.
Der Schweizer Kommodenmarkt lässt sich klar in vier Segmente einteilen. Die Preisdifferenz ist real — aber nicht immer gleichzusetzen mit Qualitätsunterschied. Ein CHF 300-Modell von Pfister kann besser verarbeitet sein als ein CHF 450-Modell eines wenig bekannten Onlinehändlers.
| Segment | Preisbereich | Typische Modelle | Material | Erwartete Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|
| Budget | CHF 60–200 | IKEA HEMNES, NORDLI, KULLEN | Spanplatte E1, MDF | 5–10 Jahre (bei Pflege) |
| Mittelklasse | CHF 200–500 | Pfister, Conforama Mittelklasse | MDF + Echtholzfurnier, Spanplatte Premium | 10–20 Jahre |
| Premium | CHF 500–1'200 | Schubiger Massivholz, Voglauer | Massivholz FSC, Softclose-Führungen | 20–40 Jahre |
| Design / Luxus | CHF 1'200+ | USM Haller, Schweizer Schreinerei nach Mass | Metall, Massivholz Vollvolumen | 30–50+ Jahre |
Eine gut organisierte Kommode nutzt den vorhandenen Stauraum spürbar besser aus, und die richtige Pflege verlängert die Lebensdauer je nach Material um mehrere Jahre. Beides sind einfache, aber oft vernachlässigte Massnahmen.
| Material | Reinigung | Pflegeintervall | Kratzerschutz |
|---|---|---|---|
| Massivholz (geölt) | Trockenes oder leicht feuchtes Tuch, keine Scheuermittel | Nachölen 1×/Jahr | Filzgleiter unter Dekoobjekten, Untersetzer bei Feuchtigkeit |
| Massivholz (lackiert) | Feuchtes Tuch, milde Seifenlauge bei Flecken | Politur bei Bedarf, alle 2–3 Jahre | Möbelwachs schützt vor feinen Kratzern |
| Furnier | Nur leicht feucht wischen, sofort trockenreiben | Keine Politur nötig | Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden (Farbveränderung) |
| MDF / Spanplatte (melaminbeschichtet) | Trocken oder leicht feucht abwischen | Keine besondere Pflege nötig | Wasser an Kanten und Bohrlöchern vermeiden — quillt sonst auf |
| Metall / Stahl | Trockenes Tuch, bei Bedarf mildes Reinigungsmittel | Rostschutz-Kontrolle 1×/Jahr, besonders an Schweissnähten | Untersetzer bei scharfkantigen Dekoobjekten |
Grundsätzlich gilt bei allen Materialien: Scheuernde Reinigungsmittel, Mikrofasertücher mit groben Fasern und aggressive Alkohol- oder Lösungsmittelreiniger vermeiden. Sie greifen Lack- und Ölschichten an und hinterlassen matte Flecken, die sich nur durch erneutes Abschleifen und Nachbehandeln beheben lassen.
Eine klassische Kommode ist 80–110 cm hoch und hat ausschliesslich Schubladen — ideal fürs Schlafzimmer. Ein Sideboard ist flacher (70–85 cm) und breiter, kombiniert Schubladen mit Türen und eignet sich für Wohnzimmer oder Esszimmer. Ein Highboard ist 120–180 cm hoch, bietet viel Stauraum auf wenig Grundfläche und passt gut in Flure oder kleine Wohnungen.
In der Schweiz werden die Begriffe teils synonym verwendet, was beim Onlinekauf zu Verwechslungen führen kann. Im Zweifelsfall auf die angegebene Höhe in der Produktbeschreibung achten — das ist das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal.
Der wichtigste Schadstoff bei Holzmöbeln ist Formaldehyd, das aus Spanplatten und Leimen ausgasen kann. Die EU-Norm EN 717-1 und die Schweizer E1-Klasse legen den Grenzwert auf maximal 0,1 ppm (mg/m³) fest. Achten Sie auf Zertifikate wie FSC, GREENGUARD oder den Blauen Engel. Weitere relevante Schranken definiert die EU-REACH-Verordnung für besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) wie Weichmacher und Schwermetalle in Lackierungen.
Praktischer Tipp: Neue Spanplatten-Möbel vor der Aufstellung im Schlafzimmer einige Tage in einem gut belüfteten Raum stehen lassen. Die Emissionen sind in den ersten Wochen am höchsten.
Ja, besonders in Haushalten mit Kindern. Die Norm SN EN 14749 schreibt vor, dass Möbel mit einem bestimmten Kipprisiko eine Wandbefestigung mitliefern müssen. IKEA legt entsprechende Kits bei. Für alle anderen Möbel empfiehlt sich ein nachträglicher Wandanker (CHF 8–15, in jedem Baumarkt erhältlich).
Die Befestigung dauert nur wenige Minuten und verhindert ernste Unfälle: Eine vollbeladene Kommode kann 80 kg oder mehr wiegen. In Mietwohnungen die Dübellöcher beim Auszug sorgfältig schliessen — das ist in der Regel unproblematisch, da es sich um eine Sicherheitsmassnahme handelt.
In der Schweiz gibt es Kommoden in vier Preisklassen:
Auf Occasionsplattformen (Ricardo.ch, tutti.ch) sind solide Mittelklasse-Kommoden oft für CHF 40–120 erhältlich. Bei gutem Zustand und Massivholz lohnt sich das fast immer.
Breites Sortiment, 30 Tage Rückgabe, kostenloser Versand ab CHF 100 — direkt in der Schweiz geliefert.
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