1. Typen mobiler Klimaanlagen im Überblick
Der Schweizer Markt bietet vier grundlegend verschiedene Typen. Nicht alle eignen sich gleich gut für Mietwohnungen oder kleine Räume.
1.1 Monoblock mit Abluftschlauch (Single-Hose)
Der mit Abstand häufigste Typ: Ein Gerät, ein Schlauch. Das Gerät entzieht der Raumluft Wärme, der Kompressor verdichtet das Kältemittel, und die Abluft wird über einen 10–15 cm dicken Schlauch nach aussen geleitet. Vorteil: kein Installationsaufwand, überall nutzbar. Nachteil: Durch den Unterdruck im Raum strömt warme Aussenluft nach — der Wirkungsgrad liegt unter dem theoretischen Wert.
1.2 Monoblock Dual-Hose (Doppelschlauch)
Zwei Schläuche durch das Fenster: Einer führt Abluft ab, der andere zieht Aussenluft für die Kondensatorkühlung an. Kein Raumluft-Unterdruck, 15–20 % bessere Effizienz gegenüber Single-Hose. Selten bei kompakten Geräten unter CHF 600; häufiger im Segment 700–1000 CHF.
1.3 Monosplit ohne Schlauch (Portables Split-Gerät)
Innen- und Aussengerät sind über zwei Kältemittelleitungen verbunden, die durch einen kleinen Wanddurchbruch (Ø ~6,5 cm) geführt werden. Deutlich leiser (Innengerät ≈ 20–30 dB(A)), höherer SEER, kein Fensteradapter. Achtung Mietrecht: Wanddurchbruch = bauliche Veränderung → schriftliche Erlaubnis des Vermieters erforderlich (Art. 260a OR). Installationskosten CHF 400–800 (Kältemitteltechniker nötig).
1.4 Klimagerät vs. Ventilator vs. Verdunstungskühler
| Typ | Kühleffekt | Energieverbrauch | Luftfeuchtigkeit | Schweizer Mietrecht | Typischer Preis (CHF) |
|---|---|---|---|---|---|
| Klimaanlage Monoblock | Stark (echte Kühlung) | 600–1 400 W | Senkt Luftfeuchtigkeit | Keine Genehmigung nötig | 280–900 |
| Dual-Hose Monoblock | Stark + effizienter | 550–1 200 W | Senkt Luftfeuchtigkeit | Keine Genehmigung nötig | 500–1 100 |
| Monosplit (portabel) | Sehr stark, leise | 700–2 000 W | Senkt Luftfeuchtigkeit | Wanddurchbruch → Genehmigung | 800–2 500+ |
| Deckenventilator | Schwach (Windchill) | 15–100 W | Neutral | Keine Genehmigung | 80–400 |
| Verdunstungskühler | Schwach–mittel | 50–200 W | Erhöht Luftfeuchtigkeit | Keine Genehmigung | 60–350 |
Verdunstungskühler funktionieren in der trockenen Voralpenklimat-Luft (Föhn, Bise) besser als im schwülen Mittelland. Bei Luftfeuchtigkeiten über 60 % ist der Kühleffekt minimal.
2. BTU und Raumgrösse — die Schweizer Formel
BTU/h (British Thermal Units pro Stunde) ist die geläufige Einheit für Kühlleistung. In der EU-Normierung entspricht 1 BTU/h ≈ 0,293 Watt thermische Kühlleistung. Die Faustformel für mitteleuropäische Verhältnisse:
Raumfläche (m²) × 0,146 kW = Kühlleistung in kW
Beispiel: 30 m² × 500 = 15 000 BTU/h ≈ 4,4 kW Kühlleistung
Korrekturfaktoren für Schweizer Verhältnisse
- Südlage oder grosse Fensterfläche (>30 % der Wandfläche): +20–25 %
- Dachgeschoss / ausgebauter Estrich: +15–25 %
- Minergie-Standard (U-Wert Aussenwand <0,15 W/m²K nach SIA 380/1): −10–15 %
- Altbau vor 1990, Einfachverglasung: +20–30 %
- Mehrere Personen im Raum: +400 BTU/h pro Person
- Viel Elektronik / Server im Raum: +1 000–3 000 BTU/h nach Geräteleistung
BTU-Tabelle für Schweizer Wohnungen
| Raumfläche | Basis-BTU/h | Südlage/Dach (+25%) | Empfohlene Geräteklasse | Beispiel-Leistung |
|---|---|---|---|---|
| 15 m² (Kinderzimmer) | 7 500 | 9 375 | 8 000–10 000 BTU | ≈ 2,3 kW |
| 20 m² (Schlafzimmer) | 10 000 | 12 500 | 10 000–12 000 BTU | ≈ 2,9–3,5 kW |
| 30 m² (Wohnzimmer) | 15 000 | 18 750 | 14 000–18 000 BTU | ≈ 4,4–5,3 kW |
| 40 m² (offene Küche/Wohnen) | 20 000 | 25 000 | 18 000–24 000 BTU | ≈ 5,9–7,0 kW |
| 50 m² (grosse Suite/Studio) | 25 000 | 31 250 | 24 000 BTU+ | ≈ 7,3 kW |
Schweizer Baunorm SIA 380/1: Neubauten und Sanierungen müssen seit 2009 den Kühlbedarf im Sommerfall (Raumtemperatur ≤ 27 °C an 95 % der Nutzstunden) rechnerisch nachweisen. Gut gedämmte Neubauten haben dadurch oft einen bis zu 30 % geringeren Kühlbedarf als Altbauten.
3. Energieeffizienz — EER, SEER, SCOP und das EU-Label
Klimageräte verbrauchen im Schweizer Sommer schnell 200–400 kWh pro Saison. Die Wahl eines effizienten Geräts senkt die Stromrechnung und die CO₂-Bilanz spürbar — bei Schweizer Strompreisen von rund CHF 0,28/kWh (Endverbraucher 2025) summiert sich das.
Die wichtigsten Kennzahlen erklärt
EER (Energy Efficiency Ratio)
Kühlleistung (W) ÷ Stromaufnahme (W) bei einem einzigen Arbeitspunkt (35 °C Aussen, 27 °C Innen). Wert ≥ 3,0 ist gut; günstige Geräte oft 2,2–2,6.
SEER (Seasonal EER)
Effizienz über eine typische Kühlsaison unter wechselnden Bedingungen. Viel aussagekräftiger als EER. Ab SEER 4,1 = EU-Klasse A. Gute portable Geräte erreichen 3,5–4,5.
SCOP (Seasonal COP)
Effizienz im Heizbetrieb (Wärmepumpen-Modus). Für reine Sommernutzung weniger relevant, aber bei Kombigeräten (Kühlen + Heizen) wichtig: SCOP ≥ 3,5 = effizient.
EU-Energielabel 2021
Skala A–G (seit 2021 verschärft). Portable Monoblock-Geräte landen meist bei C–E. Label A oder B = beste Klasse, meistens Inverter-Split-Geräte.
Jahresstromkosten-Beispiel (Zürich, 90 Betriebstage à 8h)
| Gerät / SEER | BTU | Ø-Stromaufnahme | Jahres-kWh | CHF/Jahr (0.28/kWh) |
|---|---|---|---|---|
| Budget-Monoblock, SEER 2,4 | 10 000 | 1 220 W | 878 kWh | CHF 246 |
| Mittelklasse, SEER 3,2 | 10 000 | 915 W | 658 kWh | CHF 184 |
| Effizienzklasse A, SEER 4,5 | 10 000 | 652 W | 469 kWh | CHF 131 |
| Inverter-Split, SEER 6,5 | 12 000 | 520 W | 374 kWh | CHF 105 |
Ein SEER-Unterschied von 2,4 auf 4,5 spart pro Saison rund CHF 115 — bei einem Aufpreis von CHF 100–150 amortisiert sich das bereits im zweiten Sommer.
4. Kälteleistung in Watt — Umrechnungstabelle BTU zu kW
Auf Schweizer Produktseiten (digitec.ch, Interdiscount, Conrad) wird die Kühlleistung oft in Watt angegeben, während internationale Vergleiche BTU/h verwenden. Die Umrechnung: 1 BTU/h = 0,2931 Watt.
| BTU/h | Kälteleistung (kW) | Typische Raumgrösse CH | Stromaufnahme ca. (SEER 3,0) |
|---|---|---|---|
| 7 000 BTU | 2,05 kW | 12–15 m² | 685 W |
| 9 000 BTU | 2,64 kW | 15–20 m² | 880 W |
| 10 000 BTU | 2,93 kW | 18–22 m² | 977 W |
| 12 000 BTU | 3,52 kW | 22–28 m² | 1 173 W |
| 14 000 BTU | 4,10 kW | 28–35 m² | 1 368 W |
| 18 000 BTU | 5,27 kW | 35–45 m² | 1 757 W |
| 24 000 BTU | 7,03 kW | 45–60 m² | 2 344 W |
Hinweis: Herstellerangaben zur Kühlleistung werden meist unter Normbedingungen (Aussentemperatur 35 °C, Innentemperatur 27 °C) gemessen. Bei Schweizer Spitzentemperaturen von 36–38 °C kann die reale Kühlleistung 5–8 % unter dem Nennwert liegen.
5. Abluftschlauch-Installation — Schritt für Schritt
Der Abluftschlauch ist die Achillesferse aller Monoblock-Geräte. Eine schlecht gedichtete Installation kann bis zu 30 % der Kühlleistung zunichtemachen.
5.1 Fensteradapter-Kit
Die meisten Geräte werden mit einem einfachen Adapter geliefert. Für Schweizer Fenstertypen empfiehlt sich:
- Kippfenster (häufig in Schweizer Neubauten): Keilförmige Kunststoff-Kits für ~CHF 25–45. Werden zwischen Flügel und Rahmen geklemmt, keine Bohrungen nötig.
- Schiebefenster (Altbauten, oft Holzrahmen): Seitlich verschiebbare Paneel-Kits aus Aluminium, CHF 35–65. Masse vorab prüfen (gängige Breiten 50–120 cm).
- Festverglasung / Oberlicht: Nicht geeignet für Durchführung ohne bauliche Massnahmen.
5.2 Schlauch-Länge und Mindestbiegeradius
Standardlänge: 1,2–1,5 m. Empfohlen: möglichst kurz halten und keine engen Kurven (Mindestbiegeradius ≈ 30 cm). Jeder zusätzliche Meter Schlauch und jede 90°-Kurve erhöht den Strömungswiderstand und senkt die Effizienz. Verlängerungsschläuche (bis 3 m, CHF 15–30) sind möglich, aber nicht ideal.
5.3 Dichtung am Fenster
Zwischen Adapter und Fensterrahmen verbleibt oft ein Spalt. Schweizer Altbauten mit gewölbten Holzrahmen oder unebenen Laibungen sind besonders anfällig. Empfehlung:
- Selbstklebende Schaumstoff-Dichtlippe (D-Profil, 9 × 7 mm), CHF 4–8 pro 10-m-Rolle, an Baumarkt-Ketten erhältlich (Jumbo, OBI).
- Magnetische Fensterabdichtungsfolie als schnelle Alternative für häufig wechselnde Standorte.
- Bei dauerhaftem Sommerstandort: massgeschneidertes Acrylglasscheiben-Kit beim Schreiner, CHF 80–150 (reversibel, kein Wanddurchbruch).
5.4 Schlauch-Aussendurchmesser in Schweizer Altbauten
Standarddurchmesser Abluftschlauch: 130–150 mm (Ø). Ältere Schweizer Gebäude haben oft schmalere Fensteröffnungen (lichte Weite ab 25 cm). Prüfen Sie die lichte Weite, bevor Sie ein Gerät kaufen — insbesondere bei Einfamilienhäusern aus den 1950er–1970er Jahren mit Dreh-Kipp-Fenstern aus Holz.
6. Schweizer Mietrecht und Klimaanlage — was ist erlaubt?
Das ist eine der häufigsten Fragen in Schweizer Klimaanlage-Foren. Die rechtliche Lage ist klarer als oft angenommen.
6.1 Mobile Geräte (Monoblock, kein Wanddurchbruch)
Mobile Klimageräte, bei denen der Abluftschlauch nur durch ein geöffnetes Fenster (ohne Veränderung am Gebäude) geführt wird, gelten als gewöhnliche Haushaltsgeräte — wie Staubsauger oder Geschirrspüler. Für deren Aufstellung braucht der Mieter keine Genehmigung des Vermieters. Dies entspricht der gängigen Praxis und der herrschenden Lehre zu Art. 257f OR (Sorgfaltspflicht) sowie zu Art. 260a OR.
6.2 Fest montierte Split-Anlagen (Wanddurchbruch)
Sobald Kältemittelleitungen durch Wände oder Decken geführt werden oder das Aussengerät auf dem Balkon oder Dach befestigt wird, handelt es sich um eine bauliche Veränderung nach Art. 260a OR. Folgen:
- Schriftliche Zustimmung des Vermieters erforderlich (formlos, aber empfohlen per eingeschriebenem Brief).
- Ohne Zustimmung: Vermieter kann Rückbau auf Mieterkosten verlangen.
- Mit Zustimmung: Vermieter kann trotzdem Rückbau bei Auszug verlangen (es sei denn, Verzicht auf Rückbau wird schriftlich vereinbart).
- Aussengeräte-Lärm: Viele Gemeinden haben Lärmschutzvorschriften (Nachtruhe ab 22:00 Uhr; maximale Beurteilungspegel in Wohnzonen). Prüfen Sie die kommunale Lärmschutzverordnung.
6.3 Stockwerkeigentum (STWE)
Innerhalb des Sondernutzungsrechts gilt ähnliches wie beim Mieter. Für Massnahmen an gemeinsamen Bauteilen (Fassade, Dach, Gemeinschaftsflächen) braucht es einen STWE-Beschluss nach Art. 712g ZGB.
6.4 Lärm und Nachtruhe
Schweizer Lärmschutzverordnung (LSV, SR 814.41) legt Planungswerte für Wohnzonen fest: Lr ≤ 45 dB(A) tags, 35 dB(A) nachts. Aussengeräte von Split-Anlagen produzieren 40–55 dB(A) — problematisch bei engem Innenhof oder nahen Nachbargebäuden. Innengeräte mobiler Klimaanlagen liegen bei 44–58 dB(A); für ruhigen Schlaf sollten Sie <52 dB(A) anstreben.
7. Lärmpegel — dB-Werte im Schlafzimmer verstehen
Der Schalldruckpegel (dB(A)) ist subjektiv: +10 dB(A) wirken doppelt so laut. Im Schlafzimmer sind Werte unter 50 dB(A) angenehm; unter 45 dB(A) ist kaum noch Störung wahrnehmbar. Günstige Geräte erreichen selten unter 52 dB(A) im normalen Betrieb.
| Schalldruckpegel | Vergleich | Bewertung Schlafzimmer |
|---|---|---|
| < 44 dB(A) | Ruhige Bibliothek | Sehr gut |
| 44–48 dB(A) | Ruhiges Zimmer, leiser Ventilator | Gut |
| 48–52 dB(A) | Normale Unterhaltung (ferne Quelle) | Akzeptabel |
| 52–56 dB(A) | Lautes Gespräch, Regen | Schlafstörend möglich |
| > 56 dB(A) | Kaffeemaschine | Schlafstörend |
Praxistipp: Herstellerangaben gelten meist für den niedrigsten Ventilator-Stufe und ohne Kompressorbetrieb. Im normalen Kühlbetrieb schaltet der Kompressor zyklisch ein — das ist oft lauter als angegeben. Lesen Sie Erfahrungsberichte auf digitec.ch oder Galaxus.ch, die den realen Betrieb dokumentieren.
Innen vs. Aussen: Das Innengerät produziert Luftgeräusche (Ventilator, Verdampfer) und Verdichtergeräusche. Das Aussengerät (nur bei Split) produziert Kondensatorrauschen. Portable Monoblock-Geräte haben beide Geräuschquellen im selben Gehäuse — daher sind sie systembedingt lauter als Split-Anlagen mit Aussengerät.
8. Kältemittel — R290, R32 und R410A im Vergleich
Das Kältemittel bestimmt den Treibhauseffekt bei einem möglichen Leck und die Effizienz des Systems. Die Schweiz und die EU verschärfen die F-Gas-Verordnung laufend.
| Kältemittel | GWP (100J) | Typ | Brennbar? | Verwendung | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| R290 (Propan) | 3 | Natürlich | Ja (A3) | Kleingeräte, Kühlschränke | Zukunftssicher; Kleinstmengen (<150 g), sichere Handhabung nötig |
| R32 | 675 | HFO/HFC | Leicht (A2L) | Neuere Klimageräte | Guter Kompromiss: niedrig-GWP, hohe Effizienz |
| R290/R32-Mix | ~300–500 | Gemischt | Leicht | Manche Geräte | Übergangsphase |
| R410A | 2 088 | HFC | Nein | Ältere Geräte | Ab 2025 EU-Neuzulassungen stark eingeschränkt |
| R134a | 1 430 | HFC | Nein | Ältere mobile Geräte | Auslaufend; noch vereinzelt günstige Modelle |
Schweizer F-Gas-Verordnung
Die Schweiz hat die EU-F-Gas-Verordnung (EU 517/2014) als Teil des bilateralen Abkommens übernommen und in der Chemikalien-Risikoreduktionsverordnung (ChemRRV, SR 814.81) umgesetzt. Wesentliche Punkte:
- Befüllung und Entsorgung von F-Gas-Anlagen nur durch lizenzierte Kälteanlagentechniker (KEFF-Zertifikat).
- GWP-Phase-Down: Bis 2030 dürfen in der EU (und CH) nur noch Kältemittel mit GWP < 750 in neuen stationären Klimaanlagen < 3 kW verwendet werden.
- Leckagemeldepflicht: Anlagen mit ≥ 5 t CO₂e müssen regelmässig kontrolliert werden (R410A: ≥ 2,4 kg; R32: ≥ 7,4 kg → typisch für Haushalts-Splits ohne Pflicht).
- R290-Geräte: Aufgrund der Brennbarkeit gelten spezielle Aufstellvorschriften (Abstand zu Zündquellen, Belüftung). Im Wohnbereich nur bis 150 g Füllmenge ohne zusätzliche Sicherheitsmassnahmen.
9. Hitzewellen Schweiz — Sommer 2024 und BAG-Empfehlungen
Die Schweiz erlebt im Zuge des Klimawandels häufigere und längere Hitzewellen. Laut MeteoSchweiz hat sich die Anzahl der Hitzetage (Tmax ≥ 30 °C) in der Schweiz seit 1960 mehr als verdoppelt.
Sommer 2024: Die Zahlen
- Zürich: Mehrere Tage mit ≥ 36 °C, erhöhte Anzahl Tropennächte (Tmin ≥ 20 °C) gegenüber Klimamittel 1991–2020.
- Basel / Genf: Spitzen über 38 °C an mehreren Tagen; längste zusammenhängende Hitzeperiode seit 2003 (Rekordwelle: 48 Hitzetage schweizweit).
- Hochlagen: Graubünden und Wallis meldeten ausserordentlich hohe Schneeschmelze und Gletscherrückgang.
- Gesundheit: Das BAG registrierte 2024 eine signifikant erhöhte Übersterblichkeit (excess mortality) bei Personen über 75 Jahren während der Spitzenhitzewellen — ähnlich wie 2003 und 2015.
BAG-Empfehlungen für Risikogruppen
Kühle Räume nutzen
Tagsüber abdunkeln (Storen, Rollläden). Kühlste Raumseite aufsuchen. Bei anhaltender Hitze: mobile Klimaanlage im Schlafzimmer kann nächtliche Erholung sichern.
Ausreichend trinken
Mindestens 1,5–2 Liter pro Tag, auch ohne Durstgefühl. Ältere Menschen und Kleinkinder verlieren mehr Flüssigkeit und spüren Durst weniger stark.
Öffentliche Kühlorte
Klimatisierte öffentliche Gebäude: Bibliotheken, Hallenbäder, Einkaufszentren, Museen. Viele Schweizer Städte veröffentlichen Hitze-Karten mit Kühloasen.
Vulnerable Personen
Regelmässig nach älteren Nachbarn sehen. Medikamenteneinnahme bei Hitze mit Arzt besprechen (manche Herzmedikamente erhöhen Hitzegefahr). Babys nie in parkierten Autos lassen.
Prognose: Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) rechnet mit einer weiteren Zunahme von Hitzewellen bis 2060 — unabhängig vom Klimaszenario. Investitionen in passive Kühlung (Storen, Grünflächen) und aktive Kühlung (Klimaanlage) werden für breitere Bevölkerungsgruppen relevant.
10. Entwässerung — Kondenswasser richtig managen
Beim Kühlen kondensiert Feuchtigkeit aus der Raumluft am kalten Verdampfer. Je nach Raumluftfeuchte produziert ein Gerät 0,3–1,5 Liter Kondenswasser pro Stunde. Das muss irgendwohin.
Drei Methoden
- Interner Tank: Kapazität 1–3 Liter. Muss alle 2–6 Stunden geleert werden (je nach Luftfeuchtigkeit). Gerät schaltet sich automatisch ab, wenn Tank voll ist. Umständlich, aber keine Installation nötig.
- Schwerkraftablauf: Silikonschlauch (Ø 8–12 mm) führt Wasser in einen Eimer, einen Bodenabfluss oder nach aussen. Schlauch muss stetig gefällt verlaufen (kein Siphon). Viele Geräte haben einen entsprechenden Anschluss unten am Gehäuse.
- Kondensatpumpe: Elektrische Minipumpe (CHF 30–70 separat) fördert Wasser aktiv bis zu 3–5 m hoch — praktisch, wenn kein Bodenabfluss in der Nähe ist oder das Gerät tief steht.
Schimmelprävention
Kondenswassertank und Schlauchanschlüsse sind potenzielle Schimmelquellen. Reinigen Sie den Tank alle 2 Wochen mit einer Essig-Wasser-Lösung (1:10). Wenn das Gerät für mehrere Wochen nicht genutzt wird: Tank vollständig leeren und Gerät 30 Minuten im Ventilatormodus betreiben, um Feuchtigkeit aus dem Verdampfer zu trocknen.
11. Marken und Hersteller im Schweizer Markt
Langjährige Marktpräsenz in der Schweiz. Modelle wie die PAC-Serie bieten solide Verarbeitung und guten Kundendienst (Niederlassung CH). Preise: CHF 450–850. SEER meist 3,0–3,6. Ersatzteile verfügbar.
Stärken: präzise Lärm- und Leistungsangaben, solider Kundendienst, umfangreiches Zubehör. PAC-Serie für Gewerbe und Haushalt. CHF 500–1 200. Gut für anspruchsvolle Dauerbetrieb-Szenarien.
Schlankes Design, teils sehr leise Modelle (Unico-Serie ohne Abluftschlauch durch patentiertes Dual-Hose-Prinzip). CHF 600–1 100. Für ästhetikbewusste Käufer und schwierige Fensterkonstellationen.
OEM-Hersteller für viele Marken weltweit. Eigenmarke mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis; SEER teils besser als teure Markengeräte. CHF 280–600. Verfügbar bei Galaxus, Brack, Nettoshop.
Günstigste legale Geräte im Schweizer Handel (CHF 250–450). Noisepegel oft 52–56 dB(A). Gut als kurzfristige Lösung für einzelne Hitzewellen; Langlebigkeit eingeschränkt.
Primär als fest montierte Splits erhältlich, nicht portabel. Effizienzspitze (SEER 6–9), aber Fachinstallation für CHF 600–1 500 nötig. Für Eigentümer mit Budget die langfristig wirtschaftlichste Wahl.
12. CHF-Preissegmente — was bekommt man wofür?
7 000–9 000 BTU, SEER 2,2–2,8, lauter (52–58 dB), einfacher Tank, Kunststoff-Verarbeitung. Für gelegentliche Hitzewellen geeignet. Marken: Comfee, Blaupunkt, Primaklima.
9 000–12 000 BTU, SEER 3,0–3,6, 48–54 dB, oft Schwerkraftablauf, Timer, WiFi-Option. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für normale Schweizer Wohnungen. Midea, De'Longhi Einstieg.
12 000–14 000 BTU, SEER 3,6–4,5, 44–50 dB, Dual-Hose-Option, R32 oder R290, WiFi/App. De'Longhi PAC AN112, Trotec PAC 4600, Olimpia Splendid Unico-Serie.
Portabler Split mit Aussengerät oder Hochleistungs-Dual-Hose. SEER 4,5–6,5, <45 dB, Inverter-Kompressor, R32. Für Dauernutzung und Raumgrössen über 35 m². Daikin Portable, Gree, Midea-Split.
13. Modellvergleich — 5 repräsentative Geräte 2026
| Modell | BTU/kW | SEER | Schallpegel | Kältemittel | Besonderheit | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Comfee MPPH-09CRN7 | 9 000 BTU / 2,6 kW | 2,6 | 52 dB(A) | R290 | Günstigster R290-Einsteiger; interner Tank | CHF 280–320 |
| Midea MAP12S1TBL | 12 000 BTU / 3,5 kW | 3,1 | 50 dB(A) | R290 | Schwerkraftablauf, 3 Geschwindigkeiten, gute App | CHF 420–490 |
| De'Longhi PAC AN112 Silent | 11 000 BTU / 3,2 kW | 3,4 | 48 dB(A) | R290 | Leiser Single-Hose, automatische Kondensatverdunstung | CHF 580–650 |
| Trotec PAC 4600 | 16 000 BTU / 4,7 kW | 3,9 | 46 dB(A) | R32 | Dual-Hose, Gewerbequalität, grosse Räume | CHF 780–880 |
| Olimpia Splendid Unico Tower | 10 000 BTU / 2,9 kW | 4,2 | 44 dB(A) | R32 | Schlauchloses Design (internes Dual-Hose), sehr leise | CHF 950–1 100 |
14. Vier Praxistipps für die Schweizer Sommerhitze
Nacht-Vorkühlstrategie
Kühlen Sie den Raum vor dem Schlafengehen auf 22–24 °C ab und schalten Sie das Gerät auf die niedrigste Stufe (oder Eco-Modus) sobald die Zieltemperatur erreicht ist. Spart Strom und reduziert Lärm in der Nacht.
Südstoren + Klimaanlage kombinieren
Eine vollständig abgedunkelte Südseite reduziert die Wärmeeinstrahlung um bis zu 70 %. Kombination aus Sonnenschutz und Klimaanlage senkt den Energieverbrauch deutlich gegenüber einer Klimaanlage allein.
Filter alle 2 Wochen reinigen
Ein verstopfter Luftfilter senkt die Kühlleistung um 10–20 % und erhöht den Stromverbrauch. Ausspülen unter lauwarmem Wasser, an der Luft trocknen lassen — dauert 10 Minuten und verlängert die Gerätelaufzeit erheblich.
Kühlzone definieren
Klimaanlage nur für den Raum, in dem Sie sich aufhalten — nicht für die ganze Wohnung. Türen schliessen und Vorhänge im gekühlten Raum geschlossen halten. Eine 12 000 BTU-Anlage kühlt einen 25-m²-Raum deutlich besser als eine 18 000 BTU-Anlage, die drei Räume versorgen soll.
15. Kaufcheckliste — 8 Punkte vor dem Kauf
Checkliste: Mobile Klimaanlage für Schweizer Wohnungen
- Raumgrösse messen — Fläche (m²) × 500 BTU/h, Korrekturfaktoren (Südlage, Dach, Altbau) einrechnen.
- SEER prüfen — mindestens SEER 3,2 für vernünftigen Betrieb; ab SEER 4,0 für Dauernutzung.
- Kältemittel beachten — R290 oder R32 bevorzugen (niedriges GWP, zukunftssicher nach F-Gas-Verordnung).
- Schallpegel überprüfen — unter 52 dB(A) für Schlafzimmer, unter 48 dB(A) für sehr ruhigen Schlaf.
- Fenstertyp prüfen — Kipp- oder Schiebefenster? Lichte Weite messen; passenden Adapter beschaffen.
- Kondenswasser-Lösung planen — interner Tank (lästig), Schwerkraftschlauch oder Pumpe vorplanen.
- Mietrecht klären — bei Monoblock ohne Wanddurchbruch: keine Genehmigung nötig. Bei Split: Vermieter schriftlich anfragen.
- Entsorgung mitbedenken — SENS eRecycling-Stellen vormerken; Kältemittelabsaugung nur durch Fachbetrieb (KEFF-Zertifikat).
16. Alternativen zur mobilen Klimaanlage
Nicht jede Situation verlangt gleich nach einem Monoblock-Gerät. Je nach Wohnsituation, Budget und Raumklima kann eine der folgenden Optionen die bessere Wahl sein.
16.1 Ventilator (Deckenventilator, Standventilator, Turmventilator)
Ein Ventilator kühlt die Luft nicht — er erzeugt lediglich einen Windchill-Effekt auf der Haut und verbraucht dabei nur 15–100 Watt statt 600–1 400 Watt. Für Nächte, in denen die Aussentemperatur nachts unter 22–23 °C fällt (Stossluftung + Ventilator), reicht das oft aus. Sobald die Tropennacht-Schwelle (Tiefsttemperatur über 20 °C) über mehrere Tage anhält, stösst ein reiner Ventilator an seine Grenzen. Details zu Modellen und Kaufkriterien finden Sie in unserer Kaufberater-Übersicht, die auch einen eigenen Ratgeber zu Ventilatoren führt.
16.2 Verdunstungskühler (Aircooler)
Verdunstungskühler leiten Luft über ein wassergetränktes Vlies und kühlen sie durch Verdunstungskälte um wenige Grad ab — ohne Kompressor, ohne Abluftschlauch, für CHF 60–350. Sie funktionieren gut bei trockener Luft, etwa bei Föhnlage in den Alpentälern oder bei Bise im Mittelland, versagen aber bei hoher Luftfeuchtigkeit (über rund 60 % relative Feuchte), wie sie an schwülen Schweizer Sommertagen häufig auftritt. Ein weiterer Nachteil: Sie erhöhen die Raumluftfeuchtigkeit zusätzlich, was das subjektive Empfinden bei Schwüle eher verschlechtert.
16.3 Fest installierte Split-Klimaanlage
Wer langfristig in derselben Wohnung oder im Eigenheim bleibt, fährt mit einer fest montierten Split-Anlage meist wirtschaftlicher und leiser: höherer SEER (6–9 statt 2,4–4,5), Innengerät-Schallpegel oft unter 25 dB(A), keine Abluftschlauch-Kompromisse. Dem stehen Installationskosten von CHF 600–1 500 durch einen Kälte-Fachbetrieb sowie die Genehmigungspflicht des Vermieters bei Mietobjekten (Art. 260a OR, siehe Kapitel 6) gegenüber. Für Stockwerkeigentümer kommt ein STWE-Beschluss für das Aussengerät an der Fassade hinzu.
| Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Kurzfristige Miete, wenige Hitzetage/Jahr | Ventilator oder günstiger Monoblock | Geringe Investition, keine baulichen Fragen |
| Trockenes Klima (Wallis, Föhntäler) | Verdunstungskühler als Ergänzung | Niedrige Betriebskosten, ausreichend bei geringer Luftfeuchte |
| Häufige, lange Hitzewellen, Mietwohnung | Mobile Monoblock- oder Dual-Hose-Klimaanlage | Keine Genehmigung nötig, sofort einsatzbereit |
| Eigentum, langfristige Nutzung, Budget vorhanden | Fest installierte Split-Anlage | Beste Effizienz und Lautstärke über Lebensdauer |
17. Fensterabdichtung im Detail — Kipp-, Schiebefenster und der Winterspalt
Eine schlecht abgedichtete Schlauchdurchführung ist der häufigste Grund für enttäuschende Kühlleistung. Wer das Abdichtungs-Set sorgfältig auf den eigenen Fenstertyp abstimmt, gewinnt spürbar an Effizienz.
17.1 Kippfenster (Neubauten, Kunststoff-/Metallrahmen)
Bei Kippfenstern wird ein keilförmiges Kunststoffbrett zwischen Flügel und Rahmen im gekippten Zustand eingeklemmt. Wichtig: Das Fenster darf danach nicht mehr vollständig schliessen — das reduziert zusätzlich den Einbruchschutz, weshalb dieses Vorgehen nur für die Dauer der Hitzeperiode und in beaufsichtigten Wohnungen sinnvoll ist. Kosten: CHF 25–45 für ein Universal-Kit, meist verstellbar für Breiten von 90–150 cm.
17.2 Schiebefenster und Balkontüren (häufig in Altbauten mit Holzrahmen)
Hier kommen seitlich verschiebbare Aluminium- oder Kunststoff-Paneele zum Einsatz, die in der Führungsschiene eingesetzt werden. Vor dem Kauf unbedingt die lichte Höhe und Breite der Schiebeöffnung nachmessen — gängige Panel-Kits decken 50–120 cm Breite ab, ältere Schweizer Holzfenster können jedoch unregelmässige Masse haben, sodass ein Massanfertigungs-Zuschnitt beim Schreiner (CHF 80–150) nötig wird.
17.3 Typische Abdichtungsfehler
- Zu grosser Restspalt: Selbst wenige Millimeter Spalt lassen warme Luft nachströmen und senken die effektive Kühlleistung um bis zu 20–30 %.
- Gewöhnliches Klebeband statt Klett- oder Schaumstoffband: hält der Sommerhitze und UV-Einstrahlung an der Scheibe oft nur wenige Tage stand.
- Kondenswasser an der kalten Dichtung: Bei starkem Temperaturunterschied kann sich an der Abdichtung selbst Kondenswasser bilden — regelmässig auf Feuchtigkeit und beginnenden Schimmel am Fensterrahmen kontrollieren.
- Schlauchknick direkt am Adapter: Der Schlauch sollte im rechten Winkel und ohne Zug durch den Adapter geführt werden; ein geknickter Schlauch drosselt den Luftstrom erheblich.
17.4 Der Winterspalt — Wärmeverlust nach der Saison nicht vergessen
Ein häufig übersehener Punkt: Wird das Fensterabdichtungs-Set über den Winter im Fenster belassen, entsteht dort dauerhaft eine Wärmebrücke mit deutlich schlechterem U-Wert als das ursprüngliche Fenster. Bei Schweizer Heizkosten von rund CHF 0,10–0,15/kWh (je nach Energieträger) kann ein undichter Restspalt über einen ganzen Winter mehrere Hundert Kilowattstunden zusätzlichen Heizbedarf verursachen. Empfehlung: Abdichtungs-Kit am Saisonende vollständig entfernen, das Fenster auf korrekten Schluss prüfen und das Kit trocken für den nächsten Sommer einlagern.
18. Entfeuchtungsfunktion — Doppelnutzen in feuchten Kellerräumen
Viele mobile Klimageräte bieten neben dem Kühlmodus einen reinen Entfeuchtungsmodus (Dry-Mode), bei dem der Ventilator langsamer läuft und weniger Kälteleistung, dafür mehr Feuchtigkeitsentzug pro Stunde erzeugt wird. Für Schweizer Altbau-Kellerräume — Waschküche, Weinkeller, Hobbyraum — kann das ein willkommener Zusatznutzen sein, gerade bei aufsteigender Feuchtigkeit oder muffigem Geruch.
18.1 Was der Dry-Mode leistet
Ein mobiles Klimagerät im Entfeuchtungsmodus entzieht der Luft je nach Ausgangsfeuchte und Raumgrösse grob 5–15 Liter Wasser pro Tag — deutlich weniger als ein dediziertes Bautrocknungsgerät (20–50 Liter/Tag), aber ausreichend, um die relative Luftfeuchtigkeit in einem mittelgrossen Kellerraum spürbar zu senken und Schimmelbildung vorzubeugen.
18.2 Praktische Hinweise für den Dauerbetrieb im Keller
- Schwerkraftablauf statt Tank: Bei Dauerbetrieb im Keller lohnt sich ein permanenter Schlauch zu einem Bodenabfluss — der interne Tank (1–3 Liter) wäre sonst mehrmals täglich zu leeren.
- Kein Kühlbetrieb bei kalten Kellertemperaturen: Unter rund 16–18 °C Raumtemperatur sollte der Kompressor-Kühlmodus nicht dauerhaft laufen — Vereisungsgefahr am Verdampfer und erhöhter Verschleiss. Reiner Entfeuchtungsmodus ist bei kühleren Kellertemperaturen die schonendere Wahl.
- Wintersaison: In unbeheizten Kellerräumen unter 5 °C sollte das Gerät gar nicht betrieben werden — für ganzjährige Kellerentfeuchtung ist ein dedizierter Raumentfeuchter oft die robustere und günstigere Lösung.
- Luftzirkulation sicherstellen: Auch im Dry-Mode braucht das Gerät freie Luftansaugung; Kartons oder Möbel nicht direkt vor die Ansaugöffnung stellen.
19. Wartung und Pflege — Filter, Kondenswasser, Winterlagerung
Regelmässige Pflege verlängert die Lebensdauer eines mobilen Klimageräts erheblich und erhält die volle Kühlleistung über mehrere Sommersaisons.
| Aufgabe | Intervall | Vorgehen |
|---|---|---|
| Luftfilter reinigen | Alle 2 Wochen im Betrieb | Herausnehmen, mit lauwarmem Wasser ausspülen oder aussaugen, vollständig trocknen lassen vor dem Wiedereinsetzen. |
| Kondenswassertank leeren | Alle 2–6 Stunden (ohne Ablaufschlauch) | Gerät stellt Betrieb bei vollem Tank automatisch ab — regelmässige Kontrolle vermeidet Kühlpausen. |
| Schwerkraftablauf-Schlauch kontrollieren | Monatlich | Auf Knicke, Algenbildung und korrektes Gefälle prüfen. |
| Gehäuse und Lüftungsgitter reinigen | Monatlich | Mit leicht feuchtem Tuch abwischen, Staub von den Ansauggittern entfernen. |
| Winterlagerung vorbereiten | Einmal am Saisonende | Siehe Abschnitt 19.2. |
19.1 Filterpflege im Detail
Ein verstopfter Filter senkt die Kühlleistung um 10–20 % und zwingt den Kompressor zu längeren Laufzeiten — das erhöht sowohl den Stromverbrauch als auch den Verschleiss. Manche Modelle in der gehobenen Mittelklasse besitzen zusätzlich einen Aktivkohlefilter gegen Gerüche; dieser lässt sich nicht auswaschen und muss je nach Herstellerangabe alle 6–12 Monate ersetzt werden (Ersatzfilter CHF 10–25).
19.2 Winterlagerung — so übersteht das Gerät die kalte Jahreszeit
- Kondenswassertank vollständig entleeren und mit einer milden Essig-Wasser-Lösung (1:10) auswischen, um Schimmelansätzen vorzubeugen.
- Verdampfer trocknen: Das Gerät 20–30 Minuten im reinen Ventilatormodus laufen lassen, damit Restfeuchte im Innern verdunstet — sonst droht Schimmelgeruch beim nächsten Einschalten.
- Filter reinigen und vollständig trocknen lassen, bevor er zurück ins Gerät kommt.
- Abluftschlauch demontieren, Fensterabdichtungs-Kit entfernen (siehe Kapitel 17.4) und beides trocken und geschützt lagern.
- Lagerort wählen: Trocken, staubarm und möglichst frostfrei (über 0 °C) — ein feuchter, unbeheizter Keller ist für die Lagerung des Geräts selbst ungünstig, auch wenn das Gerät dort im Sommer eingesetzt wird.
- Netzkabel und Stecker prüfen auf Beschädigungen, bevor das Gerät eingelagert wird — Mängel lassen sich vor der nächsten Saison in Ruhe reparieren oder reklamieren.
20. Umweltaspekte und Klimabilanz mobiler Klimageräte
Die Klimabilanz eines mobilen Klimageräts setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: den direkten Emissionen durch ein mögliches Kältemittel-Leck und den indirekten Emissionen durch den Stromverbrauch über die Lebensdauer.
20.1 Direkte Emissionen — Kältemittel
Wie in Kapitel 8 dargestellt, unterscheidet sich der Treibhauseffekt der Kältemittel drastisch: R290 (Propan, GWP 3) und R32 (GWP 675) verursachen im Leckfall ein Bruchteil der Klimawirkung von älterem R410A (GWP 2 088) oder R134a (GWP 1 430). Bei einem Gerät mit rund 300–600 g Kältemittelfüllung macht das im ungünstigsten Fall den Unterschied zwischen wenigen Kilogramm und über einer Tonne CO₂-Äquivalent aus.
20.2 Indirekte Emissionen — Stromverbrauch
Der Schweizer Strommix ist dank Wasserkraft und Kernenergie im Jahresmittel CO₂-arm. Zu den sommerlichen Spitzenlastzeiten an Hitzetagen — wenn viele Klimageräte gleichzeitig laufen — importiert die Schweiz jedoch teils Strom aus dem europäischen Verbund, der einen höheren fossilen Anteil haben kann. Ein effizientes Gerät mit hohem SEER reduziert daher nicht nur die Stromkosten (siehe Kapitel 3), sondern auch den Beitrag zu diesen Lastspitzen.
20.3 Praktische Massnahmen zur Reduktion der Klimabilanz
- Gerät mit R290 oder R32 bevorzugen und auf korrekte, fachgerechte Entsorgung achten (siehe Kapitel 8 und FAQ).
- Nur tatsächlich genutzte Räume kühlen, Türen schliessen, keine Nachbarräume mitkühlen.
- Eco-Modus und Timer nutzen, um unnötigen Dauerbetrieb zu vermeiden.
- Passiven Sonnenschutz (Storen, Rollläden) konsequent einsetzen — das senkt den Kühlbedarf und damit den Stromverbrauch spürbar, bevor überhaupt ein Gerät läuft.
- Gerät nicht überdimensionieren: ein passend berechnetes Gerät (Kapitel 2) läuft effizienter als ein überdimensioniertes, das ständig kurz taktet.
Über die gesamte Lebensdauer betrachtet schneiden fest installierte Split-Anlagen wegen des deutlich höheren SEER meist besser ab als mobile Monoblock-Geräte — der ökologische Vorteil mobiler Geräte liegt vor allem in der Flexibilität für Mietsituationen, in denen eine Splitinstallation nicht möglich oder nicht erwünscht ist.
21. Gebraucht kaufen — Ricardo, Anibis und saisonale Angebote
Der Gebrauchtmarkt für mobile Klimageräte ist in der Schweiz aktiv, besonders auf Ricardo.ch, Anibis.ch und Tutti.ch. Ein gepflegtes Gerät kann eine sinnvolle, günstigere Alternative sein — wenn der Zustand vor dem Kauf sorgfältig geprüft wird.
21.1 Kompressor-Zustand prüfen
- Probelauf verlangen: Gerät vor Ort einschalten und mindestens 10–15 Minuten im Kühlmodus laufen lassen. Die Luft am Auslass sollte deutlich kühler werden als die Umgebungsluft.
- Geräusche beachten: Ein gesunder Kompressor läuft mit einem gleichmässigen Brummen an; lautes Klappern, Rattern oder ein sofortiges Abschalten nach dem Start deuten auf einen Defekt hin.
- Gehäuse und Lüftungsgitter auf Rost oder Ölspuren kontrollieren — Ölspuren an Anschlüssen können auf ein Kältemittel-Leck hindeuten.
- Alter und Laufleistung erfragen: Verkäufer nach Kaufjahr, Nutzungsintensität (nur einzelne Hitzewellen oder Dauerbetrieb) und eventuellen Reparaturen fragen.
- Netzkabel, Stecker und Schlauchanschlüsse auf Beschädigungen prüfen.
- CE-Kennzeichnung und Typenschild vorhanden und lesbar — wichtig für Ersatzteilsuche und im Reklamationsfall.
21.2 Saisonale Preismuster
Die Nachfrage nach mobilen Klimageräten — neu wie gebraucht — folgt einem klaren saisonalen Muster: Spitzen im Juni bis August, wenn Hitzewellen die Nachfrage kurzfristig in die Höhe treiben, teils mit spürbaren Lieferengpässen bei beliebten Modellen. Wer antizyklisch kauft, profitiert doppelt:
| Zeitraum | Nachfrage | Typisches Preisniveau gebraucht |
|---|---|---|
| Juni – August | Sehr hoch | Nahe am Neupreis, teils Verkäufermarkt |
| September – Oktober | Sinkend | 10–20 % unter Sommerniveau |
| November – Februar | Niedrig | 20–40 % unter Sommerniveau, grösste Auswahl |
| März – Mai | Anziehend | Leicht steigend, letzte Gelegenheit für Schnäppchen |
21.3 Rechtliches beim Privatkauf
Beim Kauf von privat gilt in der Regel „gekauft wie gesehen" (Gewährleistungsausschluss) — anders als beim Kauf im Handel, wo die zweijährige Gewährleistung nach Art. 197 ff. OR greift. Bei Ricardo- und Anibis-Inseraten lohnt sich ein schriftlicher Kaufvertrag mit Zustandsbeschreibung, insbesondere bei höherpreisigen Split- oder Dual-Hose-Geräten über CHF 400.
22. Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich eine mobile Klimaanlage in meiner Schweizer Mietwohnung benutzen?
Ja, mobile Monoblock-Klimageräte dürfen ohne Genehmigung des Vermieters betrieben werden, solange der Abluftschlauch nur durch ein geöffnetes Fenster geführt wird (kein Wanddurchbruch). Das Gerät gilt als Haushaltsgerät. Grundlage: Art. 257f OR (Sorgfaltspflicht des Mieters) und Art. 260a OR (bauliche Veränderungen). Sobald eine Wanddurchführung nötig ist — zum Beispiel bei einem portablen Split mit Aussengerät — liegt eine bauliche Veränderung vor, die die schriftliche Zustimmung des Vermieters erfordert.
Achten Sie auf Lärm: Das Gerät darf die Nachtruhe der Nachbarn (in der Schweiz üblich: ab 22:00 Uhr) nicht wesentlich beeinträchtigen. Bei Balkon-Aussengeräten prüfen Sie zusätzlich die kommunale Lärmschutzverordnung.
Wie rechne ich BTU in kW um und welches Gerät brauche ich für 30 m²?
Umrechnung: 1 BTU/h = 0,2931 Watt. Für 30 m² empfiehlt die Faustformel (m² × 500) eine Kühlleistung von 15 000 BTU/h ≈ 4,4 kW. Bei Südlage oder Dachgeschoss rechnen Sie 20–25 % Aufschlag: dann sind 18 000–19 000 BTU (≈ 5,3–5,6 kW) sinnvoll.
In der Praxis bedeutet das: ein Gerät aus der Klasse 14 000–16 000 BTU ist für 30 m² gut geeignet und lässt etwas Reserve für heisse Tage. Kaufen Sie nicht zu knapp — ein überlastetes Gerät läuft im Dauerbetrieb und nutzt sich schneller ab.
Was kostet eine mobile Klimaanlage im Betrieb (Strom)?
Bei einem SEER von 3,2 und 10 000 BTU (2,93 kW Kühlleistung) beträgt die Stromaufnahme im Mittel etwa 900 Watt. Bei 8 Stunden Betrieb pro Tag und 90 Tagen Saison ergibt das 648 kWh. Zum Schweizer Durchschnittspreis von CHF 0,28/kWh (2025) sind das rund CHF 181 pro Saison.
Ein Gerät mit SEER 4,2 verbraucht bei gleicher Kühlleistung nur rund CHF 138 pro Saison. Der Unterschied von CHF 43/Jahr klingt klein, aber über 5 Jahre summieren sich CHF 215 — oft mehr als der Aufpreis für das effizientere Gerät.
Wie entsorge ich eine alte Klimaanlage in der Schweiz (SENS, Kältemittel)?
Mobile Klimageräte fallen unter das Elektro- und Elektronik-Altgeräte-Gesetz (VERE, SR 814.620) und müssen kostenlos an zertifizierten SENS eRecycling-Sammelstellen abgegeben werden. Annahmestellen finden Sie über die SENS-Website oder bei grossen Detailhändlern (Mediamarkt, Fust, Coop, auch digitec/Galaxus bei Lieferung des Neugeräts).
Das enthaltene Kältemittel (F-Gas) darf nicht in die Atmosphäre entweichen — das ist nach ChemRRV strafbar. Kälteanlagentechniker mit KEFF-Zertifikat können das Kältemittel vor Entsorgung absaugen, wenn das Gerät noch Druck hat. Für defekte Geräte reicht die SENS-Sammelstelle; die professionelle Entsorgung wird dort sichergestellt.
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Klimaanlage auf eBay suchen →23. Weiterführende Links & Quellen
- Kaufberater Schweiz — alle Kategorien
- MeteoSchweiz — Hitzewarnung und Klimatrends (meteoschweiz.admin.ch)
- BAG — Ratgeber Hitze und Gesundheit (bag.admin.ch)
- SENS eRecycling — Sammelstellen-Suche (sensrecycling.ch)
- BAFU — F-Gas-Verordnung Schweiz (bafu.admin.ch)
- Mieterverband Schweiz — Merkblatt bauliche Veränderungen (mieterverband.ch)
- Energieschweiz — EU-Energielabel Klimageräte (energieschweiz.ch)