Kurz & knapp
Auf einen Blick: 3-Rad-Roller sind ab 2 Jahren standsicher und kippfest — ideal für Kleinkinder ohne Balanceerfahrung. 2-Rad-Roller ab ca. 5 Jahren fördern aktiv Balance und Koordination. Entscheidend sind die richtige Deck-Höhe und Lenkhöhe für das Kind, ein Faltmechanismus für den Alltag und PU-Rollen für den Fahrkomfort. Helm immer, Knie- und Handgelenkschoner dringend empfohlen. Bei der Marke lohnt sich ein Blick auf Micro — den Schweizer Erfinder des modernen Kick-Scooters.
2-Rad vs. 3-Rad
3-Rad = kippsicher für die Kleinsten (ab 2 J). 2-Rad = Balanceschule, besser ab 5 Jahren.
Deck-Höhe & Mitwachsen
Das Kind steht bequem auf dem Deck. Teleskop-Lenker wachsen über mehrere Jahre mit.
Faltbar für den Alltag
Ein leichter Faltmechanismus erleichtert Transport im Tram, Zug oder Kofferraum enorm.
Rollen-Durchmesser
Grössere PU-Rollen (120–200 mm) sind stabiler und komfortabler auf Kopfsteinpflaster.
1. Roller-Typen im Überblick
Der Markt bietet mehrere klar unterscheidbare Roller-Kategorien für Kinder. Jede hat ihren Platz — je nach Alter, Können und Einsatzzweck. Wer den Schulweg, den Spielplatzbesuch oder die Ferienreise vor Augen hat, sollte diese Übersicht als Ausgangspunkt nehmen:
| Typ | Alter | Preis (CHF) | Besonderheit | Für wen? |
|---|---|---|---|---|
| 3-Rad-Roller (klassisch) | ab 2 J | 30–100 | Kippsicher, lean-to-steer oder klassische Lenkstange | Kleinkinder, Einsteiger |
| 2-Rad-Roller | ab 5 J | 40–150 | Balanceschule, leichter, schneller | Schulkinder |
| Mini Micro / Big Wheel | ab 3 J | 80–200 | Lean-to-Steer (Lenkneigung), sehr wendig | Premium-Einsteiger |
| Faltroller | ab 5 J | 50–180 | Klappt in Sekunden zusammen, transportfreundlich | Pendel-Familien, ÖV-Nutzer |
| Geländeroller | ab 6 J | 70–200 | Grössere, profilierte Rollen, robuster Rahmen | Waldwege, unebene Wege |
| Elektro-Kinderroller | ab 6 J | 150–300 | 6–12 km/h, Akku, Gewichtslimit beachten | Ältere Kinder, kurze Wege |
| Stunt-Scooter | ab 8 J | 50–200 | Für Tricks, keine Höhenverstellung, robust | Skatepark, Fortgeschrittene |
Für die meisten Schweizer Familien reicht die Kombination aus einem 3-Rad-Modell im Kleinkindalter und einem 2-Rad-Modell ab dem Kindergarten- bzw. Schulalter völlig aus. Gelände- und Faltroller sind eher Zweit- oder Ergänzungskäufe für spezielle Einsatzzwecke.
2. 2-Rad vs. 3-Rad: Die wichtigste Entscheidung
Die Frage nach der Räderzahl ist für viele Eltern die erste und wichtigste beim Rollerkauf. Beide Varianten haben klare Stärken:
3-Rad-Roller
- Standsicher von Anfang an — kein aktives Balancieren erforderlich
- Kleinkinder können sofort loslegen, ohne zu fallen
- Lean-to-Steer-Modelle (z. B. Mini Micro) schulen trotzdem subtil die Balance
- Ideal für Kinder ab 2 Jahren oder für zögerliche Kinder im Vorschulalter
2-Rad-Roller
- Aktive Förderung von Balance und Körperkoordination
- Leichter, kompakter, einfacher zu transportieren
- Höhere Fahrgeschwindigkeit möglich
- Ab ca. 5 Jahren sinnvoll, wenn Grundbalance vorhanden
3. Körpergrösse, Einstellbarkeit und Mitwachsen
Ein schlecht eingestellter Roller macht keinen Spass und kann Haltungsschäden fördern. Zwei Masse sind entscheidend:
Deck-Höhe (Trittfläche)
Das Kind steht bequem auf dem Deck, ohne die Knie durchzustrecken. Bei zu hohem Deck verliert das Kind Kontrolle beim Abbremsen. Faustregel: Deck-Höhe = Höhe zwischen Boden und dem unteren Drittel des Unterschenkels.
Lenkhöhe (Lenkstange)
Die Lenkstange sollte auf Hüft- bis Bauchhöhe des Kindes eingestellt sein — nicht auf Brusthöhe (zu hoch, hemmt Bewegungsfreiheit) und nicht unter Hüfthöhe (zu tief, Rückenbelastung). Teleskopierbare Lenker wachsen mit dem Kind mit und sind gegenüber nicht verstellbaren Modellen klar zu bevorzugen.
Mitwachsen über mehrere Jahre
Modelle mit einem Verstellbereich von rund 90 bis 130 cm Körpergrösse decken oft die gesamte Primarschulzeit ab. Das senkt die Zahl der Neuanschaffungen und macht ein etwas teureres Modell langfristig günstiger.
4. Lenkneigung (Lean-to-Steer) — was bedeutet das?
Das Lean-to-Steer-Prinzip wurde von der Schweizer Marke Micro Mobility Systems entwickelt und ist inzwischen bei vielen Qualitätsmodellen Standard:
Anstatt die Lenkstange aktiv zu drehen, neigt das Kind seinen Körper zur Seite — und der Roller lenkt automatisch in diese Richtung mit. Das funktioniert über eine flexible Verbindung zwischen Deck und Lenkachse (oft T-Bar oder Y-Bar).
- Für Kleinkinder intuitiver als aktives Drehen
- Schult Gleichgewichtssinn und Körpergefühl bereits ab 2 Jahren
- Flüssigerer Fahrstil — weniger ruckartige Bewegungen
- Typisch für 3-Rad-Modelle wie Mini Micro, Maxi Micro, Globber Primo
Klassische 2-Rad-Roller mit Lenkstange funktionieren wie ein kleines Fahrrad: Lenkstange aktiv drehen = Richtung wechseln. Für ältere Kinder ab 5 Jahren ist das intuitiv und ermöglicht präziseres Fahren bei höherer Geschwindigkeit.
5. Rollen: Polyurethan (PU) vs. Hartplastik
Die Rollen sind das meist unterschätzte Kaufkriterium — sie bestimmen Komfort, Lärm und Langlebigkeit erheblich, gerade auf Schweizer Altstadtpflaster und Kopfsteinpflaster-Gassen:
| Rollenmaterial | Vorteile | Nachteile | Typischer Preis |
|---|---|---|---|
| Polyurethan (PU) | Leise, guter Grip, schont Asphalt und Parkett | Teurer in der Herstellung | Modelle ab CHF 60–80 |
| Hartplastik | Günstig, leicht, keine Abnutzung | Laut, wenig Grip, holpert bei Unebenheiten | Modelle ab CHF 20–40 |
Rollendurchmesser — was zählt?
Der Durchmesser der Rollen beeinflusst direkt Fahrkomfort und Stabilität:
- 98–110 mm: Kleinkinder-Roller (Micro Mini), wendig auf glattem Untergrund
- 120–145 mm: Standard für Schulkinder, gutes Allround-Mass
- 150–200 mm: Grössere Rollen, mehr Stabilität, komfortabler auf unebenem Belag, höhere Endgeschwindigkeit
6. Bremsen bei Kinderrollern
Bremsen klingt simpel — ist aber ein Sicherheitsthema. Es gibt zwei gängige Bremssysteme:
Fersen- / Hinterradbremse
Die häufigste Variante bei Kinder-Rollern: Der Fuss tritt auf eine Plastiklasche über dem Hinterrad. Das erzeugt Reibung und bremst das Rad ab. Funktioniert ohne Koordination beider Hände — ideal für Kleinkinder bis ca. 6 Jahren.
Handbremse
Wie beim Fahrrad: Hebel am Lenker drücken = Bremsbacke drückt auf das Hinterrad. Erst ab 6+ Jahren sinnvoll, weil das Kind genug Handkraft und Koordination braucht. Vorteil: präziseres Dosieren, bessere Bremswirkung bei höheren Geschwindigkeiten.
7. Sicherheitsnormen und Zertifizierung in der Schweiz
In der Schweiz gelten für Kinderroller im Wesentlichen die gleichen Normen wie in der EU:
| Norm | Was sie regelt | Für wen? |
|---|---|---|
| EN 71 | Spielzeugrichtlinie: mechanische, chemische, elektrische Sicherheit | Roller bis 20 kg Körpergewicht (Kleinkinder) |
| EN 14765 | Kinderfahrräder-Norm — wird analog für schwerere Scooter herangezogen | Roller ab 20 kg Nutzlast |
| ASTM F2264 | US-Standard für Freestyle-/Stunt-Scooter: Festigkeit, Bruchsicherheit | Stunt-Scooter ab ca. 8 Jahren |
| CE-Kennzeichen | Konformitätserklärung des Herstellers — Pflicht in CH und EU | Alle Kinderroller |
Auf dem Roller selbst oder der Verpackung muss das CE-Zeichen sichtbar sein. Fehlt es, handelt es sich entweder um ein Non-EU-Importprodukt ohne Prüfung — oder das Modell ist schlicht nicht konform. Kaufen bei bekannten Detailhändlern (Migros, Toys"R"Us CH, Ochsner Sport, Galaxus) reduziert das Risiko deutlich.
8. Schutzausrüstung — was Kinder wirklich brauchen
Kein Roller ist sicher ohne die passende Ausrüstung. Reihenfolge der Prioritäten:
Helm (Priorität 1)
Norm EN 1078 gilt für Fahrrad- und Rollsporthelme. Für Kleinkinder auf dem Roller reicht ein leichter Fahrradhelm — er muss fest sitzen (zwei Finger zwischen Kinn und Kinnband), nicht wackeln und regelmässig auf Risse geprüft werden. Nach einem Sturz auf den Kopf muss der Helm ersetzt werden, auch wenn er äusserlich unversehrt wirkt.
Handgelenkschoner (Priorität 2)
Bei Stürzen strecken Kinder instinktiv die Hände aus — Handgelenksbrüche gehören zu den häufigsten Rollerverletzungen. Handgelenkschoner (Wrist Guards) sind günstig und deutlich unterschätzt.
Knieschoner (Priorität 3)
Schützen vor Schürfwunden und kleineren Prellungen bei Stürzen vorwärts. Besonders bei Anfängern empfehlenswert.
Ellbogenschoner und Sichtbarkeit
Ellbogenschoner ergänzen das Set. Helle oder reflektierende Kleidung ist wichtig, wenn der Roller in der Nähe von Strassen genutzt wird — besonders in der Dämmerung, wenn viele Kinder von der Schule oder vom Hort nach Hause fahren.
9. Trottinett auf dem Schulweg — Verkehrsregeln in der Schweiz
Der Kinderroller ist in vielen Schweizer Gemeinden ein alltägliches Fortbewegungsmittel für den Schulweg. Rechtlich gehört das klassische, muskelbetriebene Trottinett zu den fahrzeugähnlichen Geräten — ähnlich wie das Kickboard oder das Skateboard.
Trottoir oder Fahrbahn?
Grundsätzlich dürfen fahrzeugähnliche Geräte auf dem Trottoir benutzt werden, sofern Fussgänger dadurch nicht gefährdet oder behindert werden. Steht kein Trottoir zur Verfügung, wird meist auf den Radweg oder den Fahrbahnrand ausgewichen. Die genaue Handhabung — etwa bei stark befahrenen Kantonsstrassen oder in Tempo-30-Zonen — kann je nach Kanton und Gemeinde leicht variieren, weshalb sich ein Blick auf lokale Schulweg-Merkblätter lohnt.
Reflektoren und Sichtbarkeit
Anders als beim Fahrrad gibt es für Trottinette keine eigene Pflichtausstattung mit Katzenaugen und Speichenreflektoren. Sinngemäss orientieren sich viele Schulen und Elternratgeber trotzdem an den Grundsätzen der Strassenverkehrs-Zulassungsverordnung (VTS) für Fahrräder: reflektierende Elemente vorne, hinten und seitlich erhöhen die Sichtbarkeit deutlich, besonders in der dunklen Jahreszeit.
- Reflektierende Aufkleber oder Bänder am Lenker und Deck nachrüsten
- Helle, kontrastreiche Kleidung statt dunkler Jacken auf dem Schulweg
- Bei Dämmerung und Nebel: zusätzliches Blinklicht am Rucksack oder Helm
- Schulweg vorher gemeinsam abgehen oder abfahren und Gefahrenstellen besprechen
10. Elektro-Kinderroller: Was beachten?
Elektro-Kinderroller sind ab ca. 6 Jahren erhältlich — mit Einschränkungen, die Eltern kennen müssen:
Technische Eckdaten
- Geschwindigkeit: Kindgerechte Modelle fahren 6–12 km/h (oft einstellbar per App oder Knopf)
- Akku / Ladezeit: 60–120 Minuten Fahrzeit, 2–4 Stunden Laden
- Gewichtslimit: 30–50 kg — für Erwachsene nicht geeignet
- Schutzklasse: IP54 oder besser schützt vor Spritzwasser (nicht tauchen)
- Eigengewicht: 4–8 kg — für Kleinkinder schwer selbst zu tragen
Rechtslage Schweiz
Elektro-Kinderroller sind auf privatem Gelände ohne Einschränkung erlaubt. Im öffentlichen Strassenverkehr ist die Rechtslage komplexer: Fahrzeuge unter 6 km/h gelten faktisch als Fussgänger-Tempo, schnellere Modelle benötigen je nach Bauart eine Zulassung oder sind nur in Fussgängerzonen bzw. auf privatem Grund vorgesehen.
11. Abgrenzung zu Erwachsenen-Trottinetts
Kinderroller und Erwachsenen-Trottinette werden häufig verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich in Bauweise und Einsatzzweck:
- Deck-Länge und -Höhe: Erwachsenenmodelle sind länger und höher ausgelegt, für Kinderfüsse ungeeignet
- Tragfähigkeit: Kinderroller sind meist bis 20–50 kg zugelassen, Erwachsenenmodelle bis 100 kg und mehr
- Rollengrösse: Erwachsenenroller haben oft grössere Rollen für höhere Reisegeschwindigkeit
- Faltmechanismus: Bei Pendler-Modellen für den täglichen ÖV-Weg besonders robust ausgelegt
Elektrische Pendler-Trottinette (E-Trottinett) für Erwachsene sind ein eigenes Thema mit eigener Rechtslage rund um Zulassung, Versicherungskennzeichen und Höchstgeschwindigkeit — das würde den Rahmen dieses Kinderroller-Ratgebers sprengen und ist in einem separaten Ratgeber besser aufgehoben. Für Kinder unter 12 Jahren sind Erwachsenen-E-Trottinette ohnehin ungeeignet und in den meisten Fällen auch nicht zugelassen.
12. Micro — die Schweizer Marke hinter dem modernen Kick-Scooter
Kaum eine andere Marke prägt das Bild des modernen Kinderrollers so stark wie Micro Mobility Systems. Das Unternehmen wurde in Küsnacht im Kanton Zürich gegründet und gilt als Wegbereiter des heutigen Kick-Scooters, wie er heute weltweit in Kindergärten, Schulhöfen und Städten zu sehen ist.
Vom Faltroller zum Welterfolg
Der ursprüngliche faltbare Erwachsenen-Scooter aus den späten 1990er-Jahren wurde zum Ausgangspunkt einer ganzen Produktfamilie: Von dort entwickelte sich die Lean-to-Steer-Technologie, die heute bei Kinderrollern wie dem Mini Micro und Maxi Micro zum Standard gehört. Das Unternehmen exportiert seine Modelle inzwischen in dutzende Länder.
Swiss-Made-Modelle
Einige Modelle und Komponenten werden weiterhin in der Schweiz gefertigt und entsprechend gekennzeichnet, während viele Serienmodelle aus Kostengründen international produziert werden. Entwicklung, Design und Qualitätskontrolle bleiben aber stark in der Schweiz verankert. Für Eltern, die gezielt nach einem Schweizer Traditionsunternehmen suchen, lohnt sich ein Blick auf die Produktbeschreibung — Swiss-Made-Anteile werden dort in der Regel ausgewiesen.
13. Weitere Marken und Preise in der Schweiz
Neben Micro hat der Schweizer Markt weitere klare Favoriten — von der günstigen Option bis zum Premium-Modell:
| Marke | Herkunft / Stärke | Preissegment | Wo kaufen in CH? |
|---|---|---|---|
| Micro | Schweizer Marke (Küsnacht ZH) — Lean-to-Steer-Pionier, sehr beliebt in CH | CHF 80–200 | Micro-eigene Shops, Galaxus, Digitec, Ochsner Sport |
| Globber | Belgische Marke, breite Modellpalette, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | CHF 40–160 | Migros, Galaxus, Toys"R"Us CH |
| Hudora | Deutsches Unternehmen, solide Mittelklasse, oft grössenverstellbar | CHF 45–130 | Galaxus, Ochsner Sport, Ricardo |
| Puky | Deutsche Marke mit Fokus auf Kleinkind-Fahrzeuge, stabile Verarbeitung | CHF 50–140 | Fachhandel, Galaxus, Digitec |
| Razor | US-Klassiker, stark bei Stunt-Scootern und Elektromodellen | CHF 50–250 | Galaxus, Digitec, Ricardo |
| Handelsmarken | Günstige Einstiegsmodelle, oft als Eigenmarke im Detailhandel | CHF 30–70 | Migros, Coop, Lidl CH, Aldi Suisse |
Was kostet was in der Schweiz?
- CHF 30–60: Einfache 3-Rad-Roller für Kleinkinder, Hartplastik-Rollen, begrenzte Einstellbarkeit
- CHF 60–120: Gute 2-Rad- und 3-Rad-Roller mit PU-Rollen, höhenverstellbar, CE-geprüft
- CHF 120–200: Premium (Micro, Globber Primo), Lean-to-Steer, leicht, langjährig haltbar
- CHF 150–300: Elektro-Kinderroller, Stunt-Scooter mit Alu-Deck
14. Faltmechanismus und Transport
Ob im Tram, im Zug, im Kofferraum oder auf dem Weg zum Kindergarten: Ein Faltroller spart Platz und Nerven. Zwei Punkte sind beim Faltmechanismus besonders wichtig:
Klapp-Sicherheit
Ein guter Faltmechanismus lässt sich mit einem Handgriff oder Fusstritt lösen, klappt kontrolliert zusammen und rastet spürbar ein. Bei günstigen Modellen kann sich der Lenker während der Fahrt lockern — ein Testklappen im Laden vor dem Kauf zeigt schnell, ob der Mechanismus stabil ist.
Gewicht zum Selbsttragen
Kinder ab dem Schulalter sollten den zusammengeklappten Roller über kurze Strecken selbst tragen können, etwa in die Tramhaltestelle oder die Garderobe. Modelle mit Aluminiumrahmen wiegen oft nur 2–3,5 kg, während einfache Stahlmodelle deutlich schwerer ausfallen und für kleine Kinder mühsam zu tragen sind.
- Faltmass prüfen: Passt der Roller zusammengeklappt in den gewünschten Rucksack oder ins Schliessfach?
- Tragegurt oder Tragegriff am Deck erleichtert den Transport im ÖV erheblich
- Für Autofahrten: Faltroller passen meist problemlos in den Kofferraum, auch bei kompakten Fahrzeugen
15. Wartung und Pflege
Ein gut gewarteter Roller hält deutlich länger und bleibt sicherer. Die wichtigsten Wartungspunkte lassen sich meist ohne Werkzeugkasten von Profis erledigen:
Rollenwechsel
Abgenutzte Rollen erkennt man an einer flachen Stelle oder deutlich sichtbarem Abrieb. Bei den meisten Markenmodellen (Micro, Globber, Hudora) lassen sich die Rollen mit einem Inbusschlüssel in wenigen Minuten austauschen — Ersatzrollen kosten meist zwischen CHF 10 und 25 pro Stück.
Lenker- und Höhenverstellung
Die Klemm- oder Rastmechanik am Teleskoplenker sollte regelmässig auf festen Sitz geprüft werden. Ein lockerer Lenker ist eines der häufigsten Sicherheitsprobleme bei älteren Rollern und lässt sich meist mit einer einfachen Schraubverstellung wieder festziehen.
Bremsbeläge
Die Fersenbremse nutzt sich mit der Zeit ab und verliert an Bremswirkung. Ein einfacher Test: Lässt sich der Roller aus normalem Tempo noch zügig zum Stehen bringen? Wird die Bremswirkung merklich schwächer, sollte die Bremslasche ausgetauscht werden — bei Markenmodellen als Ersatzteil erhältlich.
16. Gebraucht kaufen — worauf achten?
Weil Kinder schnell aus ihrem Roller herauswachsen, ist der Occasionsmarkt in der Schweiz sehr lebendig. Plattformen wie Ricardo und Tutti bieten laufend gebrauchte Kinderroller namhafter Marken zu einem Bruchteil des Neupreises an — besonders Micro-Modelle behalten ihren Wiederverkaufswert gut.
Sicherheitscheck vor dem Kauf
- Deck und Lenkstange auf Risse oder Haarrisse im Material prüfen
- Lenkerfixierung: Lässt sich der Lenker trotz festgezogener Klemme noch verdrehen oder wackeln?
- Rollen auf gleichmässigen Abrieb und Rundlauf prüfen — eckige Abflachungen deuten auf starke Nutzung hin
- Bremslasche auf Restmaterial kontrollieren, nicht bis auf den Metallkern abgenutzt
- CE-Kennzeichen und Typenschild mit Gewichtsangabe sollten noch lesbar sein
17. Sinnvolles Zubehör
Über den Roller selbst hinaus gibt es Zubehör, das den Alltag spürbar erleichtert:
- Helm (EN 1078): Die wichtigste Anschaffung überhaupt, siehe Abschnitt 8
- Knie- und Handgelenkschoner: Ergänzen den Helm für den vollständigen Sturzschutz
- Trottinett-Tasche: Zum Umhängen für Trinkflasche, Ersatz-Handschuhe oder Pflaster
- Roller-Ständer: Klein, aber praktisch — verhindert, dass der Roller ständig umfällt
- Ersatzrollen und -schrauben: Für die Wartung zu Hause bereithalten, spart Wartezeit beim Fachhandel
- Klingel: In vielen Kantonen für den Schulweg sinnvoll, um Fussgänger frühzeitig zu warnen
18. Kaufcheckliste nach Alter
Zum Abschluss eine kompakte Übersicht, die sich beim Einkauf im Fachgeschäft oder online direkt als Merkzettel nutzen lässt:
| Alter | Empfohlener Typ | Rollen | Bremse | Schutzausrüstung |
|---|---|---|---|---|
| 2–3 Jahre | 3-Rad, Lean-to-Steer | PU, 98–120 mm | Fersen-/Hinterradbremse | Helm, unter Aufsicht fahren |
| 4–6 Jahre | 3-Rad oder Übergang zu 2-Rad | PU, 120–145 mm | Fersen-/Hinterradbremse | Helm, Knieschoner |
| 7–9 Jahre | 2-Rad, ggf. faltbar für den Schulweg | PU, 145–180 mm | Handbremse möglich | Helm, Handgelenk- und Knieschoner |
| 10+ Jahre | 2-Rad, Geländeroller oder Stunt-Scooter | PU, 180–200 mm bzw. Stunt-Rollen | Handbremse | Helm, je nach Nutzung volles Schoner-Set |
Diese Tabelle ersetzt keine individuelle Einschätzung — Grösse, Gewicht und Fahrerfahrung des Kindes bleiben immer wichtiger als starre Altersangaben. Sie eignet sich aber gut als erster Anhaltspunkt, gerade wenn mehrere Modelle im Vergleich stehen.
Häufige Fragen (FAQ)
Ab welchem Alter ist ein Kinderroller geeignet?
3-Rad-Roller sind bereits ab 2 Jahren geeignet, weil sie standsicher sind und kein aktives Balancieren erfordern. 2-Rad-Roller passen in der Regel ab ca. 5 Jahren.
Letztlich entscheiden Koordination und Balancegefühl mehr als das Alter — manche Kinder wechseln früher, andere brauchen mehr Zeit. Lean-to-Steer-Modelle (z. B. Mini Micro) schulen den Gleichgewichtssinn sanft schon ab 2 Jahren.
Welche Sicherheitsnorm gilt für Kinderroller in der Schweiz?
Für Roller bis 20 kg Körpergewicht gilt die EN 71 (Spielzeugrichtlinie). Für schwerere Scooter-Modelle orientiert man sich an EN 14765 (Kinderfahrräder) bzw. ASTM F2264 für Freestyle-Scooter.
Das CE-Kennzeichen ist in der Schweiz und der EU Pflicht. Einen Sicherheitsgurt gibt es bei Rollern nicht — dafür ist ein Helm umso wichtiger.
Ist ein Helm für Kinderroller in der Schweiz Pflicht?
Ein Bundesgesetz, das den Helm auf privatem Gelände vorschreibt, gibt es in der Schweiz nicht. Auf Strassen und Radwegen empfiehlt die bfu den Helm dringend; einige Kantone und Gemeinden haben eigene Regeln für den Schulweg.
Für Kinder sollte stets ein Helm nach EN 1078 verwendet werden — schon bei niedrigen Geschwindigkeiten können Stürze ohne Helm ernste Kopfverletzungen verursachen.
Ist Micro eine Schweizer Marke?
Ja. Micro Mobility Systems wurde in Küsnacht im Kanton Zürich gegründet und gilt als Ursprung des modernen Kick-Scooters, wie er heute weltweit verbreitet ist — inklusive der Lean-to-Steer-Technologie, die bei vielen Kinderrollern zum Standard gehört.
Einige Modelle und Komponenten werden weiterhin in der Schweiz gefertigt und entsprechend gekennzeichnet; viele Serienmodelle werden aus Kostengründen international produziert, während Entwicklung und Design stark in der Schweiz verankert bleiben.
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