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Kettensäge kaufen Schweiz 2026 — Akku, Elektro & Benzin

Für Gartenarbeit und gelegentliches Holzmachen reicht eine Akku-Kettensäge mit 30–35 cm Schwert. Benzin nur für Profis und Baumfällung im Wald. Immer PSA (Schnittschutzkleidung) tragen — Kettensägen gehören zu den gefährlichsten Handwerkzeugen überhaupt.

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Kurzantwort: Für Gartenarbeit und gelegentliches Holzmachen reicht eine Akku-Kettensäge mit 30–35 cm Schwert (CHF 80–400). Benzin lohnt sich erst bei grossen Bäumen, viel Holz und netzunabhängigem Dauereinsatz (ab CHF 250). Elektro mit Kabel ist günstig, aber nur sinnvoll in Steckdosennähe. Immer PSA tragen — Schnittschutzhose, Helm, Handschuhe — und bei Fällarbeiten einen SUVA- oder WaldSchweiz-Kurs in Betracht ziehen.

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Schwertlänge wählen

Faustregel: Schwert = Stammdurchmesser + 5 cm. Für Brennholz bis 25 cm genügt ein 30er Schwert.

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PSA Schutzkleidung

Schnittschutzhose Klasse 1, Helm mit Visier, Gehörschutz SNR ≥ 25 dB, Schnittschutzschuhe S3.

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Kette schärfen

Nach 3–5 Betriebsstunden oder wenn Sägemehl statt Späne anfällt — mit Rundfeile oder Schärfgerät.

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Kettensägenöl verwenden

Bio-Kettensägenöl schont die Umwelt (CH-Norm) und hält Kette und Schwert schmierungsfähig.

1. Kettensägentypen im Überblick

Kettensägen gibt es in mehreren Hauptvarianten. Welche für dich passt, hängt vom Einsatzort, der Holzmenge und deiner Bereitschaft zur Wartung ab.

Typ Leistung Schwert Preis CHF Lärm Für wen
Akku-Kettensäge 18–80 V 25–40 cm 80–600 CHF leise Garten, Hobbynutzer
Elektro-Kettensäge 1400–2400 W 30–45 cm 60–200 CHF mittel kleiner Garten mit Steckdose
Benzin-Kettensäge 30–90 ccm 35–75 cm 250–1200 CHF laut Wald, Profi, Dauereinsatz
Teleskop-Stabsäge 18–36 V 20–30 cm 150–400 CHF sehr leise Äste ohne Leiter kürzen
Hinweis Lärmschutz: Benzin-Kettensägen erzeugen 100–115 dB(A). In Wohngebieten gelten kantonale Lärmschutzvorschriften — oft kein Betrieb vor 8 Uhr und nach 19 Uhr, keine Sonn- und Feiertagsarbeit. Details dazu in Abschnitt 13.

Welcher Typ passt zu welchem Anwendungsfall

AnwendungsfallEmpfohlener TypBegründung
Obstbaum schneiden, kleiner GartenAkku (18–36 V)Kurze Einsätze, keine Kabel-Einschränkung, leise gegenüber Nachbarn
Regelmässiges Brennholzmachen zu HauseAkku (40–80 V) oder Benzin kleinAusreichend Ausdauer bei mehreren Akkus, Benzin für Dauerlast ohne Ladezeit
Baumfällung, grosse Stämme, WaldBenzin (45 ccm+)Netzunabhängig, hohe Leistungsreserve, längere Schwerter möglich
Direkt an der Hauswand, gelegentlichElektro mit KabelGünstigster Einstieg, kein Akku nötig, Steckdose in Reichweite
Astpflege in BaumkronenHochentaster-KombigerätKein Leitereinsatz nötig, geringeres Sturzrisiko

2. Schwertlänge richtig wählen

Die Schwertlänge (auch Schienenlänge genannt) bestimmt, wie dicke Stämme du in einem Schnitt durchtrennen kannst. Die Faustregel lautet: Schwert = Stammdurchmesser + 5 cm. Ein zu langes Schwert macht die Säge schwerer, unhandlicher und steigert das Rückschlagrisiko.

StammdurchmesserEmpfohlene SchwertlängeTypisches Einsatzgebiet
bis 20 cm25er Schwert (10″)Äste, dünne Stämme, Brennholz klein
bis 30 cm35er Schwert (14″)Normaler Garten, Obstbaum, Scheite
bis 45 cm50er Schwert (18–20″)Grosse Bäume, Forstwirtschaft
über 45 cm60–75er SchwertProfi-Forstsäge, nur für Fachleute
Anfänger-Tipp: Starte mit 30–35 cm Schwert. Kurze Schwerter sind leichter zu kontrollieren, ermüden weniger und machen das Schnittbild genauer. Für 90 % der Gartenaufgaben reicht das vollständig.

Zoll und Zentimeter umrechnen

Schweizer Fachhändler geben Schwertlängen oft in Zoll (″) an, Hersteller-Kataloge mischen Zoll und cm. Zur Orientierung: 1 Zoll entspricht 2,54 cm. Häufige Grössen sind 10″ (25 cm), 12″ (30 cm), 14″ (35 cm), 16″ (40 cm), 18″ (45 cm) und 20″ (50 cm). Beim Kauf einer Ersatzkette oder eines Ersatzschwerts immer die exakte cm-Angabe des vorhandenen Schwerts nachmessen statt nur nach Zoll-Rundwert zu bestellen — Abweichungen von wenigen Zentimetern führen zu falscher Kettenlänge.

3. Akku-Kettensägen 2026

Akku-Kettensägen sind seit 2022 in der Leistung stark gewachsen. Aktuelle 40-V- und 80-V-Geräte erreichen Schnittleistungen, die früher nur Benzinern vorbehalten waren — bei deutlich weniger Lärm und ohne Auspuffgase.

Vorteile

Akkuplattformen und Marken

In der Schweiz sind folgende Plattformen verbreitet:

Kaufempfehlung Einstieg: Greenworks 40V oder Makita 36V (DUC355) ab CHF 150–280 bieten solide Leistung für den Schweizer Garten. Wer bereits eine Akkuplattform hat, bleibt bei der eigenen Marke — der Akku macht oft mehr als die Hälfte des Werts aus.

Akkulaufzeit realistisch einschätzen

Akku-KapazitätSchnitte (ca. 20 cm Ø Holz)Ladezeit
2,0 Ah (18 V)ca. 40–60 Schnitte60–90 Min.
4,0 Ah (18/36 V)ca. 80–120 Schnitte60–120 Min.
5,0 Ah (40 V)ca. 100–150 Schnitte45–90 Min.
2,5 Ah (80 V)ca. 150–200 Schnitte30–60 Min.

Für einen ganzen Nachmittag Brennholzmachen empfiehlt sich ein zweiter Wechselakku — die Ladezeit unterbricht sonst den Arbeitsfluss deutlich.

4. Elektro-Kettensägen mit Kabel

Elektro-Kettensägen mit Netzkabel sind die günstigste Einstiegsvariante. Sie liefern konstante Leistung ohne Akkuladezeit, sind aber durch das Kabel auf den Radius um eine Steckdose beschränkt — für die meisten typisch 15–25 m Verlängerungskabel.

Vor- und Nachteile

VorteilNachteil
Günstiger Einstiegspreis ab CHF 60Kabel schränkt Bewegungsfreiheit stark ein
Konstante Leistung, kein Akku leerNur mit Verlängerungskabel und FI-Schutzschalter sicher nutzbar
Leicht, oft unter 4 kgNicht für Wald oder Orte ohne Stromanschluss geeignet
Sofort startklar, kein KraftstoffgemischSchnittschutz-Kabelschneidesicherung sollte vorhanden sein

Beliebte Modelle in der Schweiz

Sicherheitshinweis Strom: Elektro-Kettensägen im Freien immer über eine Steckdose mit FI-Schutzschalter (RCD, max. 30 mA) betreiben. Beschädigte Kabel sofort ersetzen — feuchtes Gras und ein durchtrenntes Kabel sind eine Stromschlaggefahr.

Verlängerungskabel richtig wählen

KabellängeMindest-QuerschnittHinweis
bis 25 m1,5 mm²Für die meisten 1400–1800-W-Sägen ausreichend
25–50 m2,5 mm²Bei stärkeren Motoren (über 2000 W) empfohlen
über 50 mnicht empfohlenSpannungsverlust reduziert Leistung, Kabel wird unhandlich

Nur für den Aussenbereich zugelassene Kabel (Spritzwasserschutz IP44 oder besser) verwenden und das Kabel während der Arbeit stets hinter dem Körper führen, damit es nicht versehentlich durchtrennt wird.

5. Benzin-Kettensägen

Benzin-Kettensägen sind die Wahl für netzunabhängige Einsätze im Wald, beim Holzmachen und bei dauerhafter Nutzung. Sie bieten die höchste Leistungsdichte und sind für grosse Stämme unverzichtbar.

Meistverkaufte Modelle in der Schweiz

Kraftstoff und Mischung

Benzin-Kettensägen benötigen ein Mischungsverhältnis von 1:50 (Kraftstoff zu 2-Takt-Öl). Falsche Mischung zerstört den Motor. Alkylat-Kraftstoff (z. B. Aspen 2) ist teurer, aber sauberer für Mensch und Wald — in der Schweiz beim Forstbetrieb sehr verbreitet.

KraftstoffmengeÖl (1:50)
1 Liter20 ml
5 Liter100 ml
Vergaser kalt/warm: Benzinmotoren haben oft einen Choke für den Kaltstart. Kalt: Choke auf „Vollgas + Choke", nach Anspringen Choke zurück. Warm: ohne Choke direkt starten. Details stehen im Handbuch der jeweiligen Säge.

Sicherer Start einer Benzin-Kettensäge

  1. Säge auf festem, ebenem Untergrund ablegen, Kette darf nichts berühren
  2. Kettenbremse aktivieren (Handschutz nach vorne drücken)
  3. Mit dem rechten Fuss im Griffbügel fixieren, linke Hand am vorderen Griff
  4. Choke ziehen, Startseil kräftig und kontrolliert durchziehen
  5. Nach dem ersten Anspringen Choke zurückschieben, kurz Gas geben
  6. Kettenbremse erst lösen, wenn die Säge sicher in beiden Händen gehalten wird

Niemals die Säge „aus der Hand" starten (freihängend zwischen den Beinen) — dieses früher verbreitete Verfahren gilt heute als eine der häufigsten Ursachen für Handverletzungen beim Startvorgang.

6. Hochentaster-Kombigeräte

Ein Hochentaster ist eine Mini-Kettensäge am Ende einer Teleskopstange — gedacht für das Kürzen von Ästen in Baumkronen, ohne dass eine Leiter nötig ist. Viele Hersteller bieten Kombigeräte an: ein Motorblock, der wahlweise mit Kettensägen-Aufsatz oder Hochentaster-Aufsatz kombiniert wird.

Wann sich ein Hochentaster lohnt

Bekannte Modelle

Trotzdem Vorsicht: Ein Hochentaster ersetzt keine Schutzausrüstung. Herunterfallende Äste, Rückschlag am Stangenende und Kontrollverlust bei zu langer Stange bleiben reale Gefahren. Schutzbrille und Helm sind auch hier Pflicht.

Hochentaster oder Leiter mit Handsäge?

KriteriumHochentasterLeiter + Handsäge
SturzrisikoGering, beide Füsse am BodenErhöht, v. a. bei nassem Gras oder unebenem Untergrund
Reichhöhe3–5 m je nach StangeAbhängig von Leiterlänge, oft instabiler ab 3 m
SchnittgeschwindigkeitDeutlich schneller bei mehreren ÄstenLangsamer, ermüdender bei dicken Ästen
AnschaffungskostenCHF 150–600CHF 30–80 (Leiter + Astsäge)

7. Schutzausrüstung PSA — in der Schweiz Pflicht

Kettensägen gehören zu den gefährlichsten Handwerkzeugen. Eine Sekunde Unachtsamkeit kann zu schweren Schnittverletzungen führen. PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ist für gewerbliche Nutzer in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben (UVG / SUVA) und für Privatpersonen dringend empfohlen.

Pflichtausrüstung im Überblick

AusrüstungNormKlasse / AnforderungPreis ab CHF
SchnittschutzhoseEN ISO 11393-2Klasse 1 (20 m/s) privat / Klasse 2 (28 m/s) Profiab 80 CHF
Forsthelm mit VisierEN 397 + EN 1731Helm + Metallgittervisier kombiniertab 40 CHF
GehörschutzEN ISO 4869SNR ≥ 25 dB (am Helm integriert empfohlen)im Helm enthalten
SchnittschutzschuheEN ISO 17249S3 + KS (Kettensägenschutz)ab 120 CHF
SchnittschutzhandschuheEN 381-7Klasse 0 für den linken Handrücken mindestensab 25 CHF
Achtung: Normale Arbeitshandschuhe und Gummistiefel schützen nicht vor Kettensägenschnitten. Nur zertifizierte Schutzausrüstung stoppt die Kette rechtzeitig. Das Einsparen von CHF 80 bei der Hose kann lebenslange Folgen haben.

8. SUVA-Vorschriften und Ausbildung

Die SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) regelt den beruflichen Umgang mit Kettensägen streng. Für Angestellte in Forstbetrieben, Gärtnereien und im Landschaftsbau gilt eine Ausbildungspflicht — ohne anerkannten Motorsägenkurs dürfen Arbeitgeber ihre Angestellten nicht mit Kettensägenarbeiten im Wald betrauen.

Beruflich vs. privat

NutzungKurspflichtRegelung
Beruflich (Forst, Garten- und Landschaftsbau)Ja, obligatorischUVG / SUVA-Richtlinien, anerkannter Motorsägenkurs vor Einsatz im Wald
Privat, eigener GartenNein, aber empfohlenKein gesetzlicher Kurszwang, Eigenverantwortung
Privat, Bäume fällen im WaldNein, aber dringend empfohlenFällarbeiten zählen zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten überhaupt

Kursangebote in der Schweiz

Klare Empfehlung: Wer auch nur gelegentlich Bäume fällt (nicht nur Äste schneiden), sollte einen Fällkurs besuchen. Die Rückschlag- und Fällrichtung-Fehler, die in solchen Kursen behandelt werden, sind die häufigste Ursache für schwere und tödliche Unfälle mit der Kettensäge.

Inhalte eines typischen Fällkurses

Die Kurskosten (ca. CHF 150–250) sind im Vergleich zu den Folgekosten eines Unfalls gering. Viele kantonale Forstämter vermitteln auf Anfrage direkt an den nächsten freien Kurstermin.

9. Kettensägen-Sicherheit

Die häufigste Unfallursache ist der Rückschlag: Die Kette klemmt an der Schwertspitze und schlägt blitzschnell gegen Gesicht oder Schulter des Führers zurück.

Wichtigste Sicherheitsfunktionen

Arbeitsregeln

SUVA-Kurs: Wer Bäume fällt, sollte den SUVA-Kurs «Sicheres Fällen» besuchen (siehe Abschnitt 8). Pflicht für Forstpersonal, freiwillig und lohnend für Privatpersonen.

Grundschritte einer sicheren Fällung

  1. Baum und Umgebung beurteilen: Neigung, Wind, morsche Äste, Stromleitungen, Gebäude in Fallrichtung
  2. Fluchtwege in einem Winkel von ca. 45° schräg hinter der Fällrichtung freiräumen
  3. Fallkerb auf der gewünschten Fallseite sägen (Kerbwinkel ca. 45°)
  4. Fällschnitt gegenüber dem Fallkerb ansetzen, Bruchleiste als Scharnier stehen lassen
  5. Rechtzeitig über den Fluchtweg zurückweichen, sobald der Baum zu kippen beginnt
Wichtig: Diese Kurzübersicht ersetzt keinen praktischen Fällkurs. Hängende Bäume, Zwiesel-Wuchs oder Fäulnis im Stamm verändern die Technik erheblich und sollten nur mit entsprechender Ausbildung angegangen werden.

10. Kette schärfen und warten

Eine stumpfe Kette ist gefährlicher als eine scharfe — sie erfordert mehr Kraft, kann verklemmen und erhöht das Rückschlagrisiko. Stumpfes Zeichen: Es entsteht Sägemehl statt grober Späne.

Schärfmethoden

Feilen-Durchmesser nach Kettenteilung

KettenteilungFeilen-ØSchärfwinkel
¼″ (Mini)4,0 mm30°
3/8″ Picco (häufig)4,0 mm30°
.325″ (Mittelklasse)4,8 mm30°
3/8″ Standard (Profi)5,5 mm30°

Tiefenbegrenzer prüfen: Nach jedem dritten Schärfen den Tiefenbegrenzer (Rampenhöhe) mit einer Tiefenbegrenzer-Lehre kontrollieren und ggf. flachfeilen. Ein zu hoher Tiefenbegrenzer reduziert den Vorschub — die Kette «schwimmt» auf dem Holz.

Ersatzketten-Kompatibilität

Beim Kauf einer Ersatzkette müssen drei Werte übereinstimmen: Teilung (z. B. 3/8″), Treibgliedstärke (z. B. 1,3 mm) und Anzahl Treibglieder (abhängig von der Schwertlänge). Diese Angaben stehen meist auf dem Schwert selbst eingeprägt oder in der Betriebsanleitung. Markenfremde Ersatzketten (Oregon, Carlton) passen oft ebenso gut wie Originalketten und sind günstiger.

11. Kettensägenöl und Kraftstoff

Kettensägenöl (Schmiermittel für Schwert und Kette)

Jede Kettensäge — ob Akku, Elektro oder Benzin — benötigt Kettensägenöl für die Schmierung von Kette und Schwert. Das Öl wird automatisch durch die Ölpumpe dosiert.

Kraftstoff für Benzinsägen

12. Wartung, Service und Winterlagerung

Regelmässige Wartung verlängert die Lebensdauer der Kettensäge deutlich und verhindert gefährliche Defekte wie eine klemmende Kettenbremse.

Fachhändler-Service

Akku-Pflege

Winterlagerung (v. a. Benzinsägen)

  1. Kraftstofftank vollständig leerlaufen lassen — verhindert Vergaserverklebung durch altes Benzin
  2. Kette abnehmen, reinigen und leicht einölen; Schwertnut von Sägemehl befreien
  3. Zündkerze entfernen, etwas Öl in den Zylinder geben, Motor kurz durchdrehen
  4. Säge trocken, staubgeschützt und ausserhalb der Reichweite von Kindern lagern
Service-Kosten Richtwert: Ein jährlicher Fachhändler-Service kostet für Benzinsägen ca. CHF 60–120, für Akku-/Elektrosägen deutlich weniger (meist nur Kettenwechsel/-schärfen).

Wartungsintervalle im Überblick

AufgabeIntervallGilt für
Kettenspannung prüfenVor jedem EinsatzAlle Typen
Ölstand kontrollierenVor jedem EinsatzAlle Typen
Kette schärfenAlle 3–5 BetriebsstundenAlle Typen
Luftfilter reinigenAlle 10–20 BetriebsstundenBenzin
Zündkerze prüfen/wechselnJährlichBenzin
Vergaser-EinstellungJährlich / 50 BetriebsstundenBenzin
Akkuzustand prüfenVor der WinterpauseAkku
KettenbremsentestBei jedem Service, vor jeder FällarbeitAlle Typen

13. Lärmschutz und Ruhezeiten

Kettensägen zählen zu den lautesten Gartengeräten. Benzinmodelle erreichen 100–115 dB(A), Akku- und Elektrosägen liegen mit 85–100 dB(A) spürbar tiefer.

GerätetypTypischer Lärmpegel
Akku-Kettensäge85–95 dB(A)
Elektro-Kettensäge90–100 dB(A)
Benzin-Kettensäge (Hobby)100–108 dB(A)
Benzin-Kettensäge (Profi)108–115 dB(A)

Ruhezeiten in Wohngebieten

Die genauen Regeln sind kantonal und kommunal unterschiedlich, folgen aber meist diesem Muster:

Nachbarschaftsrecht: Auch ausserhalb der offiziellen Ruhezeiten gilt das allgemeine Rücksichtnahmegebot des Nachbarschaftsrechts (ZGB). Übermässige, wiederholte Lärmimmissionen können zu Beschwerden bei der Gemeinde führen. Tipp: Nachbarn bei grösseren Sägearbeiten kurz vorinformieren — das verhindert die meisten Konflikte bereits im Vorfeld.

Regionale Unterschiede

Ruhezeiten werden in der Schweiz meist über kommunale Polizeireglemente oder kantonale Umweltschutzverordnungen geregelt, nicht bundesweit einheitlich. In städtischen Gemeinden (z. B. Zürich, Basel, Genf) sind die Vorgaben tendenziell strenger und die Mittagsruhe wird konsequenter durchgesetzt als in ländlichen Gemeinden, wo Landwirtschafts- und Forstarbeiten traditionell mehr Toleranz geniessen. Vor grösseren Sägeeinsätzen lohnt sich ein kurzer Blick ins Polizeireglement der eigenen Gemeinde oder ein Anruf bei der Gemeindeverwaltung.

14. Waldrecht Schweiz — was darf ich fällen?

Das Schweizer Waldrecht ist kantonal geregelt. Die Bundesgesetzgebung (Waldgesetz WaG) schützt den Waldbestand grundsätzlich vor Rodung. Für Privatpersonen gilt:

Im Zweifel: Kantonale Forstdienste (z. B. Waldabteilung Zürich, Forstamt Bern) geben kostenlose Auskunft. Ein kurzes Telefonat klärt, was auf dem eigenen Grundstück erlaubt ist.

15. Brennholz-Eigenversorgung in der Schweiz

Die eigene Brennholzversorgung hat vor allem in ländlichen Regionen der Schweiz eine lange Tradition. Wer Zugang zu eigenem Wald oder einem Gemeindewald-Anteil hat, spart gegenüber gekauftem Brennholz erheblich.

Holzlagerung richtig gemacht

Kombination mit Holzofen/Cheminée

Viele Schweizer Haushalte mit eigenem Holzofen oder Cheminée decken einen Teil ihres Heizbedarfs mit selbst geschlagenem Holz. Das lohnt sich finanziell vor allem, wenn eigener Wald oder ein günstiges Los-Kaufrecht bei der Gemeinde besteht — reines Zukaufen von Brennholz ist oft nicht wesentlich günstiger als Pellets oder Öl, macht aber unabhängiger von Energiepreisen.

Woher bekomme ich Holz? Eigener Wald, ein Anteil am Gemeindewald (viele Gemeinden verkaufen „Holzlose" an Einwohner), private Forstbetriebe oder der lokale Landi-Standort für bereits geschnittenes und gespaltenes Brennholz.

Brennwert nach Holzart

HolzartBrennwert (kWh/Ster, lufttrocken)Eigenschaft
Bucheca. 2100 kWhHoher Brennwert, gleichmässiges Abbrennen, in der Schweiz sehr verbreitet
Eicheca. 2100 kWhLange Glutdauer, braucht längere Trocknungszeit (2–3 Jahre)
Escheca. 2000 kWhBrennt auch mässig getrocknet gut, beliebt bei Feuerholz-Einsteigern
Fichte/Tanneca. 1500 kWhSchneller getrocknet, funkt stärker, gut für Anfeuern

16. Versicherung bei Waldarbeit-Unfällen

Wer mit einer Kettensäge arbeitet, sollte den eigenen Versicherungsschutz kennen — sowohl für Schäden an Dritten als auch für die eigene Gesundheit.

Was welche Versicherung abdeckt

VersicherungDeckt abDeckt nicht
PrivathaftpflichtSchäden an Dritten, z. B. ein Baum fällt auf das Nachbargrundstück oder ein FahrzeugEigene Verletzungen, eigenes Werkzeug
Unfallversicherung (UVG, für Angestellte automatisch)Eigene Verletzungen bei beruflicher TätigkeitRein private Gartenarbeit ausserhalb des Arbeitsverhältnisses
Private Unfallversicherung (freiwillig)Eigene Verletzungen bei privater Kettensägenarbeit, wichtig für Selbstständige/Nicht-ErwerbstätigeSchäden an fremdem Eigentum
RechtsschutzversicherungStreitigkeiten rund um Waldrecht, NachbarschaftskonflikteDirekte Unfallkosten
Vor dem Waldeinsatz prüfen: Nicht-Erwerbstätige und Selbstständige ohne obligatorische UVG-Deckung sollten vor Fällarbeiten im Wald ihre private Unfallversicherung kontrollieren. Kettensägenunfälle zählen zu den schwersten Freizeitunfällen und können hohe Behandlungskosten verursachen.

Ein Anruf bei der eigenen Versicherung vor der ersten Fällsaison klärt in wenigen Minuten, ob Waldarbeit als Freizeitrisiko explizit gedeckt ist oder ob ein Zusatzbaustein nötig wäre. Das ist deutlich günstiger als eine Deckungslücke nach einem Unfall festzustellen.

17. Gebraucht kaufen — worauf achten?

Gebrauchte Kettensägen sind auf Ricardo, Anibis und in Forstbetrieb-Occasionen oft deutlich günstiger als Neugeräte. Wichtig ist eine sorgfältige Prüfung vor dem Kauf, da Verschleissteile bei Kettensägen sicherheitsrelevant sind.

Checkliste vor dem Kauf

Preisrichtwert gebraucht: Gut erhaltene Hobby-Benzinsägen (Stihl MS 170/180, Husqvarna 135) liegen gebraucht bei CHF 120–220, Akku-Modelle bei CHF 60–150. Bei sehr günstigen Angeboten immer nach dem Grund für den Verkauf und dem Alter der Kette fragen.

Forstbetrieb-Occasionen

Forstbetriebe und Gemeindeforstämter verkaufen ausrangierte Profisägen (Stihl MS 261/362, Husqvarna 550/562) oft nach 2–4 Jahren Nutzung, wenn ihr Fuhrpark erneuert wird. Diese Sägen sind meist professionell gewartet und regelmässig serviciert, haben aber teils hohe Betriebsstunden. Solche Occasionen finden sich gelegentlich auf Ricardo/Anibis oder über direkte Anfrage beim lokalen Forstbetrieb — ein Anruf beim Forstamt der Gemeinde lohnt sich, auch wenn kein öffentliches Inserat existiert.

18. Preisbereiche und Marken in der Schweiz

Kettensägen sind in der Schweiz im Fachhandel, bei grossen Detailhändlern und online erhältlich. Die Markenauswahl ist gut; die Preisspanne gross.

MarkePositionierungVerfügbarkeit CHPreisspanne CHF
StihlMarktführer, Profi + HobbyStarkes Händlernetz (Landi, Fachhandel)250–1200
HusqvarnaProfi + Hobby, globalFachhandel, Duvoisin, Hornbach280–1100
GreenworksAkku-Spezialist, HobbyOnline, Media Markt80–450
MakitaElektrowerkzeug-PlattformBauhaus, Fust, Online130–600
EGO Power+Premium-Akku, Profi-HobbyOnline, Landi250–650
Güde / ScheppachBudget, GelegenheitsnutzerHornbach, Galaxus, Online50–150

Wo kaufen in der Schweiz

Kauf im Fachhandel lohnt sich: Stihl und Husqvarna verkaufen ihre Profimodelle ausschliesslich über autorisierte Händler. Dort gibt es Einweisung, Garantie und Reparaturservice — gerade bei Benzinsägen ein echter Vorteil gegenüber dem Onlinekauf.

19. Zubehör, Ersatzteile und Werkzeugkoffer

Neben der Säge selbst lohnt sich eine kleine Grundausstattung an Zubehör — sie erhöht Sicherheit und Standzeit spürbar und kostet insgesamt deutlich weniger als eine Reparatur nach einem vermeidbaren Defekt.

Sinnvolle Erstausstattung

ZubehörZweckPreis ab CHF
Ersatzkette (passend)Sofortiger Wechsel bei stumpfer oder beschädigter Kette20
Rundfeilen-Set + FührungKette selbst schärfen, Winkel einhalten15
Tiefenbegrenzer-LehreRampenhöhe korrekt einstellen10
Kombischlüssel/WerkzeugkofferKettenspannung, Schwertwechsel, Zündkerzemeist im Lieferumfang
Erste-Hilfe-Set (Wald)Sofortversorgung bei Schnittverletzungen25–40
Fällkeile (Kunststoff)Verhindern Einklemmen des Schwerts, unterstützen Fallrichtung15–25
Transport-/SchwertschutzSicherer Transport, schützt vor Schnittverletzungen beim Verstauen10–20
Praxistipp: Ersatzkette und Fällkeile gehören für jeden ernsthaften Einsatz in den Rucksack — eine verklemmte Säge ohne Keile oder eine gerissene Kette ohne Ersatz beendet den Arbeitstag sofort und kann bei ungünstiger Lage gefährlich werden.

Häufige Fragen zur Kettensäge Schweiz

Welche Schutzausrüstung brauche ich für eine Kettensäge in der Schweiz?

Die Mindestausrüstung umfasst:

  • Schnittschutzhose Klasse 1 (EN ISO 11393-2, 20 m/s) für Hobbynutzer; Klasse 2 (28 m/s) für Profis
  • Forsthelm EN 397 mit Metall-Gittervisier EN 1731 und integriertem Gehörschutz SNR ≥ 25 dB
  • Schnittschutzschuhe nach EN ISO 17249 (S3 KS)
  • Schnittschutzhandschuhe EN 381-7 (Klasse 0 mindestens)

Für gewerbliche Waldarbeiter ist PSA gesetzlich vorgeschrieben (UVG / SUVA). Für Privatpersonen ist sie freiwillig, aber dringend zu empfehlen — Kettensägenverletzungen sind oft lebensbedrohlich.

Akku, Elektro oder Benzin — was ist die beste Wahl für den Garten?

Für die meisten Schweizer Gärten ist eine Akku-Kettensäge mit 36–40 V und 30–35 cm Schwert die sinnvollste Wahl:

  • Leise, keine Abgase, wartungsarm
  • Ausreichend für Obstbäume, Hecken, Brennholz bis ca. 25 cm Durchmesser
  • Preis: CHF 150–350 inkl. Akku

Elektro mit Kabel ist günstiger (ab CHF 60), aber durch das Kabel eingeschränkt und nur sinnvoll direkt an der Hauswand. Benzin lohnt sich erst bei regelmässigem Einsatz, grossen Bäumen und weit entferntem Arbeitsort ohne Steckdose.

Brauche ich in der Schweiz einen Kurs, um eine Kettensäge zu benutzen?

Beruflich: Ja. Die SUVA schreibt für Angestellte in Forstbetrieben, Gärtnereien und im Landschaftsbau eine Ausbildungspflicht vor — ein anerkannter Motorsägenkurs ist Voraussetzung für Arbeiten im Wald.

Privat: Es gibt keine gesetzliche Kurspflicht, aber ein SUVA-Kurs «Sicheres Fällen» oder ein WaldSchweiz-Motorsägenkurs (ca. CHF 150–250) wird dringend empfohlen — besonders bevor du zum ersten Mal einen Baum fällst. Rückschlag und falsche Fälltechnik sind die häufigsten Ursachen für schwere Unfälle, auch bei erfahrenen Hobbynutzern.

Wie oft muss ich die Kette schärfen?

Als Orientierung gilt: nach ca. 3–5 Betriebsstunden oder wenn diese Zeichen auftreten:

  • Die Säge erzeugt Sägemehl statt grober Holzspäne
  • Du musst Druck auf die Säge ausüben, damit sie schneidet
  • Die Schnittlinie läuft schief (bei ungleichmässig abgenutzter Kette)

Schärfmethoden: Rundfeile von Hand (4–5,5 mm Ø je nach Kettenteilung, 30° Winkel) oder elektrisches Schärfgerät (ab CHF 60). Viele Landi-Standorte und Forstmaschinenservices schärfen Ketten auch vor Ort ab CHF 15.

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