Akustikgitarre kaufen Schweiz 2026

Dreadnought, Parlour oder Jumbo — Massivholz oder Sperrholz — Einsteiger, Fortgeschrittene oder Profi: Dieser Ratgeber zeigt die wichtigsten Kaufkriterien, vergleicht Modelle von Yamaha, Fender, Taylor und Martin mit CHF-Preisen und erklärt Schweizer Besonderheiten wie Luftfeuchtigkeit im Winter.

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Das Wichtigste zuerst: Anfänger greifen am besten zu einer Dreadnought-Form mit Stahlsaiten — grosser Klang, vielseitig, einfach zu halten. Auf folgende Merkmale achten: Mensur 650 mm für Erwachsene, Saitenabstand unter 3 mm am 12. Bund (niedrigere Saitenlage = leichteres Spielen), Decke aus Fichten- oder Zedernholz. Budget-Empfehlung: CHF 150–400 für eine erste spielbare Gitarre; ab CHF 280 gibt es häufig eine Massivholzdecke, die den Klang spürbar verbessert.

🌲 Decken-Material

Massivholzdecke klingt reicher und reift mit den Jahren. Unter CHF 250 meist Sperrholz — für Anfänger ausreichend, aber ab CHF 280 lohnt sich die Massivdecke.

📏 Saitenabstand prüfen

Am 12. Bund sollten die Stahlsaiten maximal 2,5–3 mm (Tiefe E) Abstand zur Bundstäbchen-Oberkante haben. Höher = schwieriger zu spielen. Ein Gitarrenbauer richtet das für CHF 30–60 ein.

🎵 Stimmstabilität

Günstige Mechaniken verstimmen sich schnell. Grover- oder Gotoh-Mechaniken halten die Stimmung zuverlässig. Beim Kauf kurz prüfen: jede Saite 10 Minuten stimmen und testen, ob sie hält.

🧳 Gitarrenkoffer CH

Schweizer Winter trocknet Luft stark aus. Gitarre im Koffer lagern, nicht auf einem Ständer im Zimmer. Mit einem Soundhole-Befeuchter (CHF 15–25) Rissen im Holz vorbeugen.

Gitarren-Typen: Die 6 wichtigsten Formen im Überblick

1. Dreadnought — der Allrounder

Die Dreadnought ist die meistverkaufte Akustikgitarren-Form weltweit. Ihr grosser Korpus produziert viel Volumen und Bassgrundierung — ideal für Singer-Songwriter, Strumming-Akkordspiel, Folk und Country. Der breite Korpus kann für kleinere Personen beim Sitzen etwas unhandlich wirken, bietet dafür aber den lautesten unverstärkten Klang. Typische Mensur: 648–650 mm.

2. Concert / Orchestra Model (OM) — ausgewogene Fingerstyle-Gitarre

Das Concert- oder Orchestra-Model (OM) hat einen schlankeren Korpus mit eingeschnürter Taille. Es reagiert feinfühliger auf leichten Anschlag und eignet sich sehr gut für Fingerpicking und Solospiel. Die Bassantwort ist weniger dominant als beim Dreadnought, dafür treten Mitten und Höhen klarer hervor. Beliebte Wahl für Folk, Bluegrass und Singer-Songwriter, die auch Fingerstyle-Passagen einbauen.

3. Jumbo — maximales Volumen

Der Jumbo-Korpus ist grösser als ein Dreadnought und erzeugt noch mehr Lautstärke und Tiefbass. Allerdings ist er klobig und für kleinere Spielerinnen und Spieler oder Kinder ungeeignet. Bekannte Modelle: Gibson J-200, Takamine GJ72CE. Im Schweizer Markt eher ein Nischenformat, das Country- und Americana-Spieler schätzen.

4. Parlour — kompakt für Reise und kleine Räume

Die Parlour-Gitarre hat einen kleinen, schmalen Korpus (Körperlänge ca. 470 mm statt 505 mm beim Dreadnought). Sie klingt direkter und mittiger — weniger Tiefbass, mehr Präsenz. Besonders beliebt für Fingerstyle Blues, Reisen und Wohnungen mit empfindlichen Nachbarn. Gewicht und Griffigkeit sind angenehm. Fender, Martin und Taylor bieten je ein Parlour-Modell an.

5. 12-saitige Gitarre — voller Chorussound

Eine 12-saitige Gitarre hat je zwei Saiten pro Ton — eine im Normaltakt, eine eine Oktave höher (bei den tiefen vier Saiten) oder im Unisono (bei den hohen zwei). Das ergibt einen natürlichen Chorus-Effekt, der ohne Elektronik auskommt. Die Bespielbarkeit ist anforderungsreicher, die Saitenspannung höher. Bekannte Modelle: Yamaha FG820-12, Fender CD-60SCE 12-String, Taylor 150e. Preise ab CHF 350.

6. Resonatorgitarre — Charakter für Blues und Slide

Resonatorgitarren ersetzen die Holzdecke durch einen metallenen Resonanzkegel (Cone), der den Klang laut und metallisch verstärkt. Entwickelt in der Ära vor Mikrofonen, heute Symbol des Delta Blues und Slide-Spiels. Bekannte Marken: National, Dobro, Recording King. Preise starten ab CHF 250 für einfache Modelle, hochwertige Metallresonatoren kosten CHF 600–2000. Für Einsteiger ungeeignet, klanglich aber äusserst charaktervoll.

Modellvergleich: 10 empfehlenswerte Akustikgitarren

Modell Preis CHF Decke Zargen+Boden Mensur mm Geeignet für Besonderheit
Yamaha FG800 ~CHF 250 Massivfichte Nato/Agathis (Sperrholz) 634 Einsteiger, Fortgeschrittene Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Klasse
Yamaha FG830 ~CHF 360 Massivfichte Rosenholz-Laminat 634 Einsteiger, Fortgeschrittene Bessere Mechaniken, Knochen-Sattel
Yamaha FS800 ~CHF 250 Massivfichte Nato (Sperrholz) 634 Einsteiger, kleinere Hände Concert-Form: schmälerer Korpus, komfortabler im Sitzen
Fender CD-60S ~CHF 220 Massivfichte Mahagoni (Sperrholz) 648 Einsteiger Massivdecke für kleines Budget, braced scalloped
Fender Newporter ~CHF 400 Massivfichte Mahagoni (Sperrholz) 628 Einsteiger bis Fortgeschrittene Parlour-Form, leicht, Farb-Optionen, eingebauter Pickup
Fender Paramount PM-1 ~CHF 900 Massivfichte Mahagoni (massiv) 648 Fortgeschrittene, Profis Vollmassiv, Fishman-Pickup, elegantes Design
Taylor Academy 10 ~CHF 450 Massivfichte Sapele (Sperrholz) 650 Einsteiger bis Fortgeschrittene Taylor-Qualität, Armauflage bevel, ideal für Unterricht
Taylor 114ce ~CHF 800 Massivfichte Sapele (Sperrholz) 648 Fortgeschrittene Eingebautes ES-B Pickup-System, Cutaway
Taylor 214ce ~CHF 1 100 Massivfichte Rosenholz-Laminat 648 Fortgeschrittene, Profis Taylor Expression System, klarer Ton, Bühne
Martin 000-15M ~CHF 1 100 Massivmahagoni Mahagoni (massiv) 632 Profis, Fingerstyle Vollmassiv, satin-finish, druckvoller Mittelton

Preise: Richtpreise Schweiz Stand Sommer 2026. Können je nach Händler variieren.

Tonhölzer erklärt: Decke, Zargen, Boden und Griffbrett

Deckenholz: Fichte vs. Zeder

Fichte (Spruce)

Klarer, dynamischer Klang mit breitem Frequenzspektrum. Reagiert gut auf lautes Strumming und Flatpicking. Sitka-Fichte (Nordamerika): breit, laut, viel Sustain. Europäische Fichte: etwas feiner, mehr Obertöne. Standard bei Western- und Westerngitarren von Yamaha, Taylor und Martin.

Zeder (Cedar)

Dunklerer, wärmerer, weicherer Klang. Spricht bei leichtem Anschlag schneller an als Fichte — deshalb ideal für Fingerpicking, klassische Gitarrenmusik und Flamenco. Bei gleichem Spieleinsatz klingt Zeder voller, bei kraftvollem Anschlag aber weniger differenziert als Fichte.

Mahagoni (Decke)

Selten als Deckenmaterial, gibt einen kompakten, mittigen Klang mit weniger Höhenanteilen. Typisch für Parlour-Gitarren im Blues-Stil (z. B. Martin 000-15M). Wirkt direkt und unvermittelt — ideal für rhythmisches Fingerspiel.

Zargen und Boden: Mahagoni, Rosenholz, Sapele

Mahagoni

Warm, mittig, mit kompaktem Bassanteil. Gut für Strumming und Singer-Songwriter-Begleitung. Günstig und verbreitet. Weniger komplex in den Obertönen als Rosenholz, dafür fokussiert und klar.

Rosenholz (Rosewood)

Reich an Obertönen, ausgewogen zwischen Bass, Mitten und Höhen. Klassischer Klangpartner für Fichtendecken. Echter Rosenholz (Dalbergia) ist durch CITES reguliert — viele Hersteller verwenden East Indian Rosewood oder Ersatzhölzer wie Ovangkol und Ziricote.

Sapele

Mahagoni-ähnlich, etwas heller und mit mehr Glanz in den Höhen. Gutes Preis-Klang-Verhältnis, deshalb beliebt bei Taylor (Academy-Serie) und Fender. Gute Alternative zu Rosenholz für mittlere Preisklassen.

Ahorn (Maple)

Hell, klar, transparent — kein eigenständiges Grundfundament, lässt dafür die Decke vollständig zur Geltung kommen. Ideal für Spieler, die akkurate Voicings und saubere Akkordarbeit hören wollen. Häufig bei Taylor (200er-Serie) und Guild.

Griffbrett: Ahorn vs. Ebenholz

Empfehlungen nach Spielstufe

Spielstufe Preisrahmen CHF Konkrete Modelle Worauf achten?
Anfänger
0–1 Jahr
CHF 150–350 Yamaha FG800, Yamaha C40 (Klassik), Fender CD-60S, Stagg SW201 Niedrige Saitenlage, Massivdecke falls Budget reicht, Gitarre erst im Laden anspielen oder Return-Option nutzen
Fortgeschrittene
1–4 Jahre
CHF 400–900 Yamaha FG830, Seagull S6 Original, Taylor Academy 10, Fender Newporter Player, Takamine GD51 Knochen-Sattel und -Steg, Gotoh-Mechaniken, eventuell Pickup-System für Auftritte
Profis / Ambitionierte
4+ Jahre
CHF 1 000–2 500+ Taylor 214ce, Martin D-10E, Yamaha LL16, Martin D-28, Gibson J-45 Standard Vollmassiv, sorgfältige Intonation, hochwertiges Pickup-System, Koffer inbegriffen oder separat CHF 80–300

Yamaha Akustikgitarren: FG-Serie und FS-Serie

Yamaha ist in der Schweiz einer der meistverkauften Gitarrenhersteller im Einstiegs- und Mittelklasse-Bereich. Die Fertigungsqualität ist für den Preis hervorragend, die Instrumente kommen oft mit einer brauchbaren Saitenlage ab Werk.

Yamaha FG800 — ca. CHF 250

  • Massivfichten-Decke, Nato-Zargen/-Boden
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 634 mm
  • Scalloped Bracing für mehr Resonanz
  • Ideal für: Anfänger, Fortgeschrittene
  • Sehr gute Stimmstabilität, solide Mechaniken

Yamaha FG830 — ca. CHF 360

  • Massivfichten-Decke, Rosenholz-Laminat-Zargen
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 634 mm
  • Knochen-Sattel und -Steg, bessere Mechaniken
  • Ideal für: Fortgeschrittene Singer-Songwriter
  • Hörbar wärmerer Klang als FG800

Yamaha FS800 — ca. CHF 250

  • Massivfichten-Decke, Nato-Zargen/-Boden
  • Concert-Form (schmaler Korpus), Mensur 634 mm
  • Leichter, komfortabler für kleinere Spielende
  • Ideal für: Anfänger, Kinder ab 12, Fingerpicking
  • Gleiche Klangqualität wie FG800, anderes Format
Yamaha bietet auch die LL-Serie (LL16: vollmassiv, CHF 950–1 100) und die CPX/APX-Elektroakustik-Serie für Bühnenauftritte. Die C40 (ca. CHF 95) ist die günstigste empfehlenswerte Klassikgitarre für Kinder und Anfänger.

Fender Akustikgitarren: CD-Serie, Newporter, Paramount

Fender ist vor allem für E-Gitarren bekannt, hat aber eine solide Akustik-Linie aufgebaut. Besonders die CD-60S ist ein beliebtes Einstiegs-Modell, das für den Preis mehr bietet als viele Konkurrenten.

Fender CD-60S — ca. CHF 220

  • Massivfichten-Decke, Mahagoni-Laminat-Zargen
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 648 mm
  • Scalloped X-Bracing für mehr Volumen
  • Ideal für: Einsteigerinnen und Einsteiger
  • Massivdecke zum günstigen Preis — klarer Sieger

Fender Newporter Player — ca. CHF 400

  • Massivfichten-Decke, Mahagoni-Zargen (massiv)
  • Parlour-ähnliche Form, Mensur 628 mm (Kurzmensur)
  • Eingebauter Fishman-Pickup + Tuner
  • Farben: Olympic White, Sunburst, Candy Apple Red
  • Ideal für: Einsteiger, Bühneneinsatz, kleine Hände

Fender Paramount PM-1 — ca. CHF 900

  • Massivfichten-Decke, Mahagoni-Zargen/-Boden (massiv)
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 648 mm
  • Fishman Presys+ Pickup-System
  • Mahagoni-Hals, Griffbrett Palisander
  • Ideal für: Fortgeschrittene, Liveauftritte

Taylor Akustikgitarren: Academy, 100er- und 200er-Serie

Taylor-Gitarren aus El Cajon (Kalifornien) stehen für konsistente Fertigungsqualität und ergonomische Spielbarkeit. Der «Taylor Neck» ist besonders für grosse Hände und lange Finger angenehm. Im Schweizer Fachhandel findet man Taylor bei Musik Hug und einigen spezialisierten Händlern; Preise liegen etwas über dem deutschen Markt.

Taylor Academy 10 — ca. CHF 450

  • Massivfichten-Decke, Sapele-Laminat-Zargen
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 650 mm
  • Armauflage «bevel» für Komfort beim Sitzen
  • Kein Pickup (Academy 10e: ca. CHF 550 mit ES-B)
  • Ideal für: Anfänger und Gitarrenunterricht

Taylor 114ce — ca. CHF 800

  • Massivfichten-Decke, Sapele-Laminat-Zargen
  • Grand Auditorium-Korpus mit Cutaway, Mensur 648 mm
  • ES-B Pickup-System eingebaut
  • Knochen-Sattel, sauber eingestellte Saitenlage ab Werk
  • Ideal für: Fortgeschrittene, Auftritte, Singer-Songwriter

Taylor 214ce — ca. CHF 1 100

  • Massivfichten-Decke, Rosenholz-Laminat-Zargen
  • Grand Auditorium Cutaway, Mensur 648 mm
  • Taylor Expression System 2 (ES2) — sehr natürlicher Klang
  • Gut geeignet für CH-Markt: lieferbar bei Musik Hug Zürich
  • Ideal für: Fortgeschrittene Spieler und Profis

Martin Akustikgitarren: 000-15M, D-10E, D-28

C.F. Martin & Co. aus Nazareth, Pennsylvania, ist die älteste amerikanische Gitarrenmanufaktur (gegründet 1833). Martin-Gitarren gelten als Standard-Referenz für Akustikklang und sind in der Schweiz bei spezialisierten Händlern erhältlich. Sie sind im Vergleich zu Yamaha oder Fender teurer, aber die Verarbeitungsqualität und der Klang sprechen für sich.

Martin 000-15M — ca. CHF 1 100

  • Massivmahagoni-Decke, Mahagoni-Zargen/-Boden (massiv)
  • 000-Korpus (Concert-Form), Mensur 632 mm
  • Satin-Finish, unverfälschter Holzklang
  • Kein Pickup — reines Akustikmodell
  • Ideal für: Fingerstyle, Blues, Singer-Songwriter

Martin D-10E — ca. CHF 650

  • Sitka-Fichte-Decke (massiv), Sapele-Zargen/-Boden
  • Dreadnought-Korpus, Mensur 645 mm
  • Fishman MXT Mini Pickup-System
  • Kompromiss zwischen Preis und Martin-Qualität
  • Ideal für: Fortgeschrittene, günstiger Martin-Einstieg

Martin D-28 — ca. CHF 2 400

  • Massivfichte-Decke, Massiv-Rosenholz-Zargen/-Boden
  • Dreadnought, Mensur 645 mm — das Ur-Modell
  • Kein Pickup — reines Akustik-Referenzmodell
  • Wertstabil, sammelwürdig, klanglich unerreicht
  • Ideal für: Profis, anspruchsvolle Heimspieler
CITES-Hinweis: Martin D-28 enthält echtes Rosenholz (Dalbergia latifolia). Martin liefert CITES-Dokumente mit — wichtig beim Grenzübertritt in die Schweiz und für Flugreisen ausserhalb des Schengen-Raums.

Schweizer Luftfeuchtigkeit: Das grösste Risiko für Ihre Gitarre

Schweizer Heizperioden — typischerweise Oktober bis April — senken die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen auf 25–35 %. Für Massivholz-Gitarren ist das kritisch: Das Holz schwindet, Decke und Boden können Risse entwickeln, Bünde können über den Halsrand hinausragen und am Finger hängenbleiben. Auch günstige Sperrholzgitarren werden bei extremer Trockenheit dauerhaft beschädigt.

Ideale Bedingungen: 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit

Anzeichen für zu trockene Lagerung

Im Sommer: Umgekehrtes Problem. Hohe Luftfeuchtigkeit (über 70 %) kann Holz aufquellen und Leim anlösen lassen. In feuchten Sommermonaten Gitarre nicht in unbeheizten Kellerräumen lagern.

Saitenguide: Dicken, Materialien und Wechselintervall

Saitendicken (Stahlsaiten / Western)

Saitendicken (Nylonsaiten / Klassik)

Phosphorbronze vs. 80/20 Bronze

Wechselintervall

Als Faustregel gilt: Wer täglich 30–60 Minuten spielt, sollte Stahlsaiten alle 4–6 Wochen wechseln. Nylonsaiten alle 6–10 Wochen. Hände nach dem Spielen mit einem trockenen Tuch über die Saiten wischen — das verdoppelt die Lebensdauer. Anzeichen für alte Saiten: matter Klang, Stimmprobleme an bestimmten Bünden, Rostflecken an den Wicklungen.

Gitarrenpflege: Reinigung, Lagerung und Reisen

Griffbrett ölen

Rosenholz- und Palisander-Griffbretter brauchen alle 6–12 Monate Griffbrettöl (Lemon Oil, Music Nomad, Dunlop 65). Einfach mit einem weichen Tuch einreiben, 5 Minuten einwirken lassen, überschüssiges Öl abwischen. Ahorn- und Ebenholz-Griffbretter brauchen kein Öl — nur mit einem trockenen Tuch abwischen.

Lackreinigung und Körperpflege

Glanzlack-Gitarren mit Gitarrenpolier-Tuch (Mikrofaser) und speziellem Gitarrenpolish (z. B. Dunlop Formula 65) reinigen. Kein Möbelpolitur oder Allzweckreiniger — diese greifen den Lack an. Satin-Finish-Gitarren (Martin, viele Yamaha) nur mit trockenem Tuch reinigen, kein Polish — das würde die matte Oberfläche verändern.

Einlagerung und Aufbewahrung

Reisen: Flug und Zug

Im Flugzeug hat die Gitarre als Handgepäck in einer Gigbag offiziell Vorrang — EU-Recht und die meisten Schweizer Airlines (Swiss, EDELWEISS) erlauben ein Musikinstrument als Handgepäck, wenn es in das Gepäckfach passt. Hartschalenkofferklasse ist für den Bauch-Laderaum geeignet, riskant aber immer (Temperaturextreme, Druck). Mit einem Gitarrenbefeuchter im Koffer und gelockerten Saiten sind die Risiken minimierbar. Im Zug (SBB) gilt die Gitarre als Handgepäck bis 300 cm Länge+Breite+Höhe — problemlos.

Gitarren kaufen in der Schweiz: Anbieter im Überblick

Beim Kauf im Schweizer Fachhandel kann man Instrumente anspielen, bekommt werksseitige Einrichtung (Setup) oft inklusive und vermeidet den Rücksendeaufwand bei Online-Käufen. Die meisten Fachgeschäfte bieten zudem Reparatur und Saitenservice an.

Schweizer Importregeln: Bestellungen unter CHF 300 Warenwert aus der EU (z. B. Thomann.de) kommen zollfrei in die Schweiz. Ab CHF 300 Warenwert wird die Schweizer MWST von 8,1 % erhoben — oft direkt vom Händler verrechnet. Das Freihandelsabkommen CH–EU eliminiert Einfuhrzölle auf Musikinstrumente; Mehrwertsteuer bleibt aber fällig.

Gitarren-Zubehör Schweiz: Kapodaster, Stimmgerät, Ständer und mehr

Wer eine neue Gitarre kauft, braucht zwingend einige Zubehörartikel. In der Schweiz sind diese bei Musik Hug, Galaxus, Brack und einigen spezialisierten Online-Versandhäusern erhältlich. Nachfolgend die wichtigsten Kategorien mit konkreten Empfehlungen und Schweizer Preisen.

Kapodaster: G7th, Shubb und weitere

Ein Kapodaster (auch Capo) klemmt über alle Saiten an einem bestimmten Bund und transponiert die Gitarre nach oben — so lassen sich Akkordgriffe in verschiedenen Tonarten spielen. Für Western-Gitarren gibt es zwei führende Marken:

Stimmgerät: Clip-Tuner, Pedal-Tuner oder App?

Gitarrenständer und Wandhalterung

Einfache A-Ständer (CHF 15–30) sind stabil und günstig, nehmen aber Bodenfläche weg. Wandhalterungen (CHF 20–50) sparen Platz und präsentieren die Gitarre schön — aber Achtung: Im Schweizer Winter kann die Zimmerluft auf unter 35 % Luftfeuchtigkeit fallen, was Massivholzgitarren auf dem Ständer stärker belastet als im geschlossenen Koffer. Wer eine Massivholzgitarre besitzt, sollte sie im Winter in den Koffer legen und nur zum Spielen herausnehmen.

Plektren: Dicken von 0,46 bis 1,5 mm

Plektren unterscheiden sich hauptsächlich in Dicke und Material. Dünne Plektren (0,46–0,60 mm) klingen weicher und eignen sich für Strumming-Begleitung. Mittlere Plektren (0,70–0,88 mm) sind der meistgenutzte Kompromiss für Pop und Folk. Dicke Plektren (1,0–1,5 mm) liefern mehr Kontrolle beim Picking und klingen druckvoller — beliebt bei Lead-Gitarristen und Bluegrass-Flatpickern. Material: Zelluloid (warm, klassisch), Nylon (flexibel, haltbar), Delrin/Tortex (griffig, gleichmässig). Preise: CHF 0,50–2,50 pro Stück.

Gitarrenkoffer vs. Gigbag

Eine Gigbag (Softcase) wiegt wenig, ist günstig (CHF 20–60) und passt gut auf dem Rücken für Fuss- und ÖV-Transport. Schutz bei Stössen ist begrenzt. Ein Hartschalenkoffer (CHF 60–200) schützt die Gitarre bei Transporten, ist aber schwerer und sperriger. Für Flugreisen ist ein Hartkoffer Pflicht — im Frachtraum übersteht eine Gitarre im Softcase kaum unbeschadet. Im Alltag und beim SBB-Transport genügt eine gute Gigbag mit ausreichend Polsterung.

Schweizer Zollfreigrenze bei Import: CHF 150

Wer Gitarrenzubehör aus dem Ausland (z. B. bei Amazon.de, Thomann.de oder eBay) bestellt, sollte die Schweizer Zollfreigrenze kennen: Sendungen mit einem Warenwert bis CHF 150 sind von der Mehrwertsteuer befreit und werden zollfrei eingeführt. Ab CHF 150,01 wird die Schweizer MWST von 8,1 % fällig, manchmal zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr. Für Zubehör wie Saiten, Plektren und Capos lohnt es sich daher, mehrere kleine Bestellungen zu bündeln oder den Schweizer Fachhandel zu nutzen, um Überraschungen bei der Einfuhr zu vermeiden.

Gitarre lernen in der Schweiz: Musikschulen, Online-Plattformen und Übungsroutine

Der Kauf einer Gitarre ist der erste Schritt — das Lernen beginnt danach. In der Schweiz stehen verschiedene Wege offen, vom subventionierten Unterricht an städtischen Musikschulen bis zu kostenlosen Online-Kursen. Entscheidend ist vor allem eine konsistente Übungsroutine.

Musikschulen in der Schweiz: Städtisch vs. Privat

Die meisten Schweizer Gemeinden betreiben eigene Musikschulen oder beteiligen sich finanziell an privaten Trägern. Der Kanton übernimmt einen Kostenbeitrag, sodass der Unterricht für Kinder und Jugendliche vergleichsweise günstig wird:

Online-Plattformen: Justin Guitar, Yousician, TakeLessons

Übungszeit-Empfehlungen für Anfänger

Für den Lernerfolg ist Konstanz wichtiger als Dauer: 15–30 Minuten täglich sind für Anfänger wirksamer als 2 Stunden einmal pro Woche. Die Finger brauchen Zeit, Schwielen aufzubauen, und das Muskelgedächtnis festigt sich durch tägliche Wiederholung. Empfohlene Aufteilung in den ersten drei Monaten:

Swiss Music School-Verband (SMPV)

Der Schweizerische Musikpädagogische Verband (SMPV) ist der Dachverband der Schweizer Musikschulen und zertifizierten Musikpädagoginnen und -pädagogen. Lehrkräfte mit SMPV-Mitgliedschaft haben eine anerkannte Ausbildung absolviert. Wer eine Lehrperson sucht, kann die Mitgliederdatenbank unter smpv.ch konsultieren. Der Verband setzt sich zudem für kantonale Subventionierung des Musikunterrichts ein — ein Grund, warum Musikschule in der Schweiz vergleichsweise günstig angeboten wird.

Häufige Fragen

Welche Gitarre empfiehlt sich für Anfänger in der Schweiz?

Für die meisten Einsteiger ist eine Dreadnought-Gitarre mit Stahlsaiten der beste Start — grosse Lautstärke, vielseitiger Einsatz für Pop, Folk und Country. Wer Klassik oder Flamenco spielen will, wählt eine Klassikgitarre mit Nylonsaiten. Budget CHF 150–400. Konkrete Empfehlung: Yamaha FG800 (CHF 250) für Western, Yamaha C40 (CHF 95) für Klassik. Unbedingt die Gitarre vor dem Kauf in einem Laden anspielen oder sicherstellen, dass eine Rückgabemöglichkeit besteht.

Was ist der Unterschied zwischen Mensur 650 mm und 628 mm?

Die Mensur bezeichnet die schwingende Saitenlänge vom Sattel bis zum Steg. Bei 650 mm (Klassik-Standard) liegen die Bünde weiter auseinander und die Saitenspannung ist höher — anspruchsvoller für kleine Hände und Barré-Griffe. Bei 628 mm (Kurzmensur, auch «Short Scale») sind Bundabstände kleiner und die Spannung geringer. Das macht Bends, Barré-Griffe und schnelles Spiel deutlich leichter. Für Kinder, Jugendliche oder Spieler mit kleinen Händen ist die Kurzmensur eine gute Wahl.

Kann man bei einer Akustikgitarre nachträglich einen Pickup nachrüsten?

Ja, das ist problemlos möglich. Die einfachste Variante ist ein Schalloch-Pickup (Soundhole-Pickup) von Dean Markley, Seymour Duncan oder Fishman — einfach ins Schalloch klemmen, ab CHF 30. Für professionellere Ergebnisse empfiehlt sich ein Undersaddle-Piezo, den ein Gitarrenbauer einbaut (CHF 80–200 je nach System und Gitarre). Für regelmässige Auftritte eignen sich Systeme von LR Baggs (Element, Anthem) oder Fishman (Presys, Aura). Diese werden unter dem Steg-Sattel oder als Kombination aus Piezo und Body-Mikrofon montiert.

Lohnt es sich, eine gebrauchte Akustikgitarre zu kaufen?

Ja, gebrauchte Gitarren auf Ricardo.ch oder Tutti.ch können hervorragende Schnäppchen sein — besonders ab CHF 400 aufwärts, wo Massivholz-Instrumente oft zu Halbpreis angeboten werden. Vor dem Kauf prüfen: Risse an Decke, Steg und Zargen; Halsneigung (ein Lineal entlang der Bünde anlegen — der Hals soll gerade oder leicht konkav gebogen sein, nicht nach vorne oder hinten kippen); Bundabrieb (tiefe Rillen in den Bünden = teurer Austausch); Funktion aller Mechaniken. Bei Unsicherheit einen Gitarrenbauer zur Inspektion hinzuziehen — kostet CHF 20–40 und kann vor Fehlinvestitionen schützen.

Preisbereiche in CHF: Was bekomme ich wofür?

Einsteiger
CHF 80–250
Sperrholzkorpus oder Massivdecke, ausreichende Bespielbarkeit, manchmal hohe Saitenlage ab Werk. Yamaha C40 (Klassik, ~CHF 95), Yamaha F310 (~CHF 130), Fender CD-60S (~CHF 220, Massivdecke). Gitarren unter CHF 100 sind oft schwer bespielbar — CHF 50 mehr können entscheidend sein.
Mittelklasse
CHF 300–700
Massivholzdecke + Sperrholz-Zargen, bessere Bünde, niedrige Saitenlage ab Werk, stabile Stimmung. Yamaha FG830 (~CHF 360), Seagull S6 Original (~CHF 380), Taylor Academy 10 (~CHF 450), Fender Newporter (~CHF 400).
Fortgeschrittene
CHF 700–1 500
Vollmassiv oder Massivdecke + hochwertige Zargen, Knochen-Sattel, Qualitätsmechaniken. Taylor 114ce (~CHF 800), Yamaha LL16 (~CHF 1 000), Martin D-10E (~CHF 650), Martin 000-15M (~CHF 1 100).
Profi
CHF 1 500–2 500+
Vollmassiv, Kleinserie oder Handarbeit. Taylor 214ce (~CHF 1 100), Martin D-28 (~CHF 2 400), Gibson J-45 Standard (~CHF 2 000). Wertstabil, klanglich unerreicht, teils sammelwürdig.

Gitarren-Zubehör: Was man beim Kauf gleich mitbestellen sollte

Eine Gitarre allein reicht für den Start nicht ganz. Folgendes Grundzubehör ist sinnvoll und in der Schweiz bei Galaxus, Musik Hug oder oHa musik erhältlich:

Gesamtkosten für Zubehörpaket: CHF 60–120 für Stimmgerät, Gigbag, Ersatzsaiten, Capo, Plektren und Befeuchter. Das Budget gleich von Anfang an einplanen.

Kauf-Checkliste: Was vor dem Kauf prüfen?

Ob im Laden oder bei einem Secondhand-Kauf — diese Punkte sollte man bei jeder Gitarre kontrollieren, bevor man zahlt:

  1. Saitenlage messen: Am 12. Bund zwischen Saitenunterkante und Bundstäbchen-Oberkante messen. Idealwert: 1,5–2 mm (E-Saite hoch), 2–2,5 mm (E-Saite tief) für Western. Mehr als 3 mm = hohes Spielhindernis.
  2. Halsneigung prüfen: Entlang den Bünden schauen — der Hals soll gerade oder leicht konkav (Mitte leicht vertieft) sein. Ein stark nach vorne gebogener Hals zeigt zu wenig Spannung am Trussrod. Ein konvexer Hals zeigt Überspannung oder Feuchtigkeitsschäden.
  3. Bünde kontrollieren: Mit dem Finger über die Bundstifte (quer zum Hals) streichen. Sie sollen alle gleich hoch sein und nicht scharfe Kanten haben. Scharfe Bund-Enden entstehen bei zu trockener Lagerung (Hals zieht sich zusammen).
  4. Stimmstabilität testen: Alle Saiten stimmen, dann kräftig spielen und 2–3 Minuten später nachstimmen. Stark verstimmte Saiten deuten auf schlechte Mechaniken oder eine falsche Saitenlänge hin.
  5. Intonation prüfen: Leerseiten-Ton und Flageolett am 12. Bund vergleichen. Dann die Seite am 12. Bund greifen — der Ton soll exakt eine Oktave über dem Leerseiten-Ton liegen. Starke Abweichungen = Intonationsproblem (oft Steg- oder Sattel-Problem, korrigierbar).
  6. Decke und Korpus auf Risse prüfen: Besonders an der Steg-Platte (Bridge-Plate), an den Ecken der Zargen und entlang der Deckenmitte (am häufigsten bei trockener Lagerung).
  7. Steg-Bonding kontrollieren: Den Steg (Bridge) leicht seitwärts drücken — er soll absolut fest sitzen. Ein abgelöster Steg ist ein teurer Reparaturfall.
  8. Mechaniken testen: Alle 6 Wirbel drehen — sie sollen gleichmässig laufen und nicht klemmen oder Spiel haben. Hochwertige Mechaniken (Grover, Gotoh) sind deutlich smoother als billige OEM-Teile.
Beim Kauf im Fachhandel übernehmen diese Kontrollen die Verkäuferinnen und Verkäufer — ein grosser Vorteil gegenüber Online-Kauf. Bei Bedarf richtet der Fachhandel die Gitarre kostenlos oder gegen Aufpreis ein (Setup).
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Gitarrenunterricht in der Schweiz: Wo anfangen?

Eine gute Gitarre ist der erste Schritt — das Lernen kommt danach. In der Schweiz gibt es verschiedene Wege, Gitarre zu lernen:

Wer mit dem Unterricht beginnt, sollte vorher entscheiden, ob man Noten oder Tabulatur (Tab) lernen will. Noten sind für Klassik unverzichtbar; für Pop, Folk und Rock-Gitarre reicht Tabulatur oft vollständig aus.

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