🌲 Decken-Material
Massivholzdecke klingt reicher und reift mit den Jahren. Unter CHF 250 meist Sperrholz — für Anfänger ausreichend, aber ab CHF 280 lohnt sich die Massivdecke.
📏 Saitenabstand prüfen
Am 12. Bund sollten die Stahlsaiten maximal 2,5–3 mm (Tiefe E) Abstand zur Bundstäbchen-Oberkante haben. Höher = schwieriger zu spielen. Ein Gitarrenbauer richtet das für CHF 30–60 ein.
🎵 Stimmstabilität
Günstige Mechaniken verstimmen sich schnell. Grover- oder Gotoh-Mechaniken halten die Stimmung zuverlässig. Beim Kauf kurz prüfen: jede Saite 10 Minuten stimmen und testen, ob sie hält.
🧳 Gitarrenkoffer CH
Schweizer Winter trocknet Luft stark aus. Gitarre im Koffer lagern, nicht auf einem Ständer im Zimmer. Mit einem Soundhole-Befeuchter (CHF 15–25) Rissen im Holz vorbeugen.
Gitarren-Typen: Die 6 wichtigsten Formen im Überblick
1. Dreadnought — der Allrounder
Die Dreadnought ist die meistverkaufte Akustikgitarren-Form weltweit. Ihr grosser Korpus produziert viel Volumen und Bassgrundierung — ideal für Singer-Songwriter, Strumming-Akkordspiel, Folk und Country. Der breite Korpus kann für kleinere Personen beim Sitzen etwas unhandlich wirken, bietet dafür aber den lautesten unverstärkten Klang. Typische Mensur: 648–650 mm.
2. Concert / Orchestra Model (OM) — ausgewogene Fingerstyle-Gitarre
Das Concert- oder Orchestra-Model (OM) hat einen schlankeren Korpus mit eingeschnürter Taille. Es reagiert feinfühliger auf leichten Anschlag und eignet sich sehr gut für Fingerpicking und Solospiel. Die Bassantwort ist weniger dominant als beim Dreadnought, dafür treten Mitten und Höhen klarer hervor. Beliebte Wahl für Folk, Bluegrass und Singer-Songwriter, die auch Fingerstyle-Passagen einbauen.
3. Jumbo — maximales Volumen
Der Jumbo-Korpus ist grösser als ein Dreadnought und erzeugt noch mehr Lautstärke und Tiefbass. Allerdings ist er klobig und für kleinere Spielerinnen und Spieler oder Kinder ungeeignet. Bekannte Modelle: Gibson J-200, Takamine GJ72CE. Im Schweizer Markt eher ein Nischenformat, das Country- und Americana-Spieler schätzen.
4. Parlour — kompakt für Reise und kleine Räume
Die Parlour-Gitarre hat einen kleinen, schmalen Korpus (Körperlänge ca. 470 mm statt 505 mm beim Dreadnought). Sie klingt direkter und mittiger — weniger Tiefbass, mehr Präsenz. Besonders beliebt für Fingerstyle Blues, Reisen und Wohnungen mit empfindlichen Nachbarn. Gewicht und Griffigkeit sind angenehm. Fender, Martin und Taylor bieten je ein Parlour-Modell an.
5. 12-saitige Gitarre — voller Chorussound
Eine 12-saitige Gitarre hat je zwei Saiten pro Ton — eine im Normaltakt, eine eine Oktave höher (bei den tiefen vier Saiten) oder im Unisono (bei den hohen zwei). Das ergibt einen natürlichen Chorus-Effekt, der ohne Elektronik auskommt. Die Bespielbarkeit ist anforderungsreicher, die Saitenspannung höher. Bekannte Modelle: Yamaha FG820-12, Fender CD-60SCE 12-String, Taylor 150e. Preise ab CHF 350.
6. Resonatorgitarre — Charakter für Blues und Slide
Resonatorgitarren ersetzen die Holzdecke durch einen metallenen Resonanzkegel (Cone), der den Klang laut und metallisch verstärkt. Entwickelt in der Ära vor Mikrofonen, heute Symbol des Delta Blues und Slide-Spiels. Bekannte Marken: National, Dobro, Recording King. Preise starten ab CHF 250 für einfache Modelle, hochwertige Metallresonatoren kosten CHF 600–2000. Für Einsteiger ungeeignet, klanglich aber äusserst charaktervoll.
Modellvergleich: 10 empfehlenswerte Akustikgitarren
| Modell | Preis CHF | Decke | Zargen+Boden | Mensur mm | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Yamaha FG800 | ~CHF 250 | Massivfichte | Nato/Agathis (Sperrholz) | 634 | Einsteiger, Fortgeschrittene | Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis seiner Klasse |
| Yamaha FG830 | ~CHF 360 | Massivfichte | Rosenholz-Laminat | 634 | Einsteiger, Fortgeschrittene | Bessere Mechaniken, Knochen-Sattel |
| Yamaha FS800 | ~CHF 250 | Massivfichte | Nato (Sperrholz) | 634 | Einsteiger, kleinere Hände | Concert-Form: schmälerer Korpus, komfortabler im Sitzen |
| Fender CD-60S | ~CHF 220 | Massivfichte | Mahagoni (Sperrholz) | 648 | Einsteiger | Massivdecke für kleines Budget, braced scalloped |
| Fender Newporter | ~CHF 400 | Massivfichte | Mahagoni (Sperrholz) | 628 | Einsteiger bis Fortgeschrittene | Parlour-Form, leicht, Farb-Optionen, eingebauter Pickup |
| Fender Paramount PM-1 | ~CHF 900 | Massivfichte | Mahagoni (massiv) | 648 | Fortgeschrittene, Profis | Vollmassiv, Fishman-Pickup, elegantes Design |
| Taylor Academy 10 | ~CHF 450 | Massivfichte | Sapele (Sperrholz) | 650 | Einsteiger bis Fortgeschrittene | Taylor-Qualität, Armauflage bevel, ideal für Unterricht |
| Taylor 114ce | ~CHF 800 | Massivfichte | Sapele (Sperrholz) | 648 | Fortgeschrittene | Eingebautes ES-B Pickup-System, Cutaway |
| Taylor 214ce | ~CHF 1 100 | Massivfichte | Rosenholz-Laminat | 648 | Fortgeschrittene, Profis | Taylor Expression System, klarer Ton, Bühne |
| Martin 000-15M | ~CHF 1 100 | Massivmahagoni | Mahagoni (massiv) | 632 | Profis, Fingerstyle | Vollmassiv, satin-finish, druckvoller Mittelton |
Preise: Richtpreise Schweiz Stand Sommer 2026. Können je nach Händler variieren.
Tonhölzer erklärt: Decke, Zargen, Boden und Griffbrett
Deckenholz: Fichte vs. Zeder
Klarer, dynamischer Klang mit breitem Frequenzspektrum. Reagiert gut auf lautes Strumming und Flatpicking. Sitka-Fichte (Nordamerika): breit, laut, viel Sustain. Europäische Fichte: etwas feiner, mehr Obertöne. Standard bei Western- und Westerngitarren von Yamaha, Taylor und Martin.
Dunklerer, wärmerer, weicherer Klang. Spricht bei leichtem Anschlag schneller an als Fichte — deshalb ideal für Fingerpicking, klassische Gitarrenmusik und Flamenco. Bei gleichem Spieleinsatz klingt Zeder voller, bei kraftvollem Anschlag aber weniger differenziert als Fichte.
Selten als Deckenmaterial, gibt einen kompakten, mittigen Klang mit weniger Höhenanteilen. Typisch für Parlour-Gitarren im Blues-Stil (z. B. Martin 000-15M). Wirkt direkt und unvermittelt — ideal für rhythmisches Fingerspiel.
Zargen und Boden: Mahagoni, Rosenholz, Sapele
Warm, mittig, mit kompaktem Bassanteil. Gut für Strumming und Singer-Songwriter-Begleitung. Günstig und verbreitet. Weniger komplex in den Obertönen als Rosenholz, dafür fokussiert und klar.
Reich an Obertönen, ausgewogen zwischen Bass, Mitten und Höhen. Klassischer Klangpartner für Fichtendecken. Echter Rosenholz (Dalbergia) ist durch CITES reguliert — viele Hersteller verwenden East Indian Rosewood oder Ersatzhölzer wie Ovangkol und Ziricote.
Mahagoni-ähnlich, etwas heller und mit mehr Glanz in den Höhen. Gutes Preis-Klang-Verhältnis, deshalb beliebt bei Taylor (Academy-Serie) und Fender. Gute Alternative zu Rosenholz für mittlere Preisklassen.
Hell, klar, transparent — kein eigenständiges Grundfundament, lässt dafür die Decke vollständig zur Geltung kommen. Ideal für Spieler, die akkurate Voicings und saubere Akkordarbeit hören wollen. Häufig bei Taylor (200er-Serie) und Guild.
Griffbrett: Ahorn vs. Ebenholz
- Ahorn (Maple): Hell und hart. Griffige Oberfläche, guter Spielfluss für schnelle Passagen. Reaktionsschnell, klar. Typisch bei Fender-Hälsen.
- Ebenholz (Ebony): Sehr hartes, glattes Holz. Gibt dem Ton mehr Brillanz und Anschlagsschnelligkeit. Typisch bei hochwertigen Klassikgitarren und einigen Martin-Modellen. Muss kaum geölt werden.
- Palisander (Rosewood/Dalbergia): Weiches, angenehmes Spielgefühl, nimmt Grifföl gut auf. Standard bei den meisten Westerngitarren im mittleren Preissegment. Regelmässiges Ölen mit Griffbrettöl (alle 6–12 Monate) verlängert die Lebensdauer.
- Richlite / Ovangkol: Hochwertige Kunststoff- oder Holzalternativen, die bei manchen Herstellern CITES-reguliertes Rosenholz ersetzen. Klangliche Unterschiede sind minimal.
Empfehlungen nach Spielstufe
| Spielstufe | Preisrahmen CHF | Konkrete Modelle | Worauf achten? |
|---|---|---|---|
| Anfänger 0–1 Jahr |
CHF 150–350 | Yamaha FG800, Yamaha C40 (Klassik), Fender CD-60S, Stagg SW201 | Niedrige Saitenlage, Massivdecke falls Budget reicht, Gitarre erst im Laden anspielen oder Return-Option nutzen |
| Fortgeschrittene 1–4 Jahre |
CHF 400–900 | Yamaha FG830, Seagull S6 Original, Taylor Academy 10, Fender Newporter Player, Takamine GD51 | Knochen-Sattel und -Steg, Gotoh-Mechaniken, eventuell Pickup-System für Auftritte |
| Profis / Ambitionierte 4+ Jahre |
CHF 1 000–2 500+ | Taylor 214ce, Martin D-10E, Yamaha LL16, Martin D-28, Gibson J-45 Standard | Vollmassiv, sorgfältige Intonation, hochwertiges Pickup-System, Koffer inbegriffen oder separat CHF 80–300 |
Yamaha Akustikgitarren: FG-Serie und FS-Serie
Yamaha ist in der Schweiz einer der meistverkauften Gitarrenhersteller im Einstiegs- und Mittelklasse-Bereich. Die Fertigungsqualität ist für den Preis hervorragend, die Instrumente kommen oft mit einer brauchbaren Saitenlage ab Werk.
Yamaha FG800 — ca. CHF 250
- Massivfichten-Decke, Nato-Zargen/-Boden
- Dreadnought-Korpus, Mensur 634 mm
- Scalloped Bracing für mehr Resonanz
- Ideal für: Anfänger, Fortgeschrittene
- Sehr gute Stimmstabilität, solide Mechaniken
Yamaha FG830 — ca. CHF 360
- Massivfichten-Decke, Rosenholz-Laminat-Zargen
- Dreadnought-Korpus, Mensur 634 mm
- Knochen-Sattel und -Steg, bessere Mechaniken
- Ideal für: Fortgeschrittene Singer-Songwriter
- Hörbar wärmerer Klang als FG800
Yamaha FS800 — ca. CHF 250
- Massivfichten-Decke, Nato-Zargen/-Boden
- Concert-Form (schmaler Korpus), Mensur 634 mm
- Leichter, komfortabler für kleinere Spielende
- Ideal für: Anfänger, Kinder ab 12, Fingerpicking
- Gleiche Klangqualität wie FG800, anderes Format
Fender Akustikgitarren: CD-Serie, Newporter, Paramount
Fender ist vor allem für E-Gitarren bekannt, hat aber eine solide Akustik-Linie aufgebaut. Besonders die CD-60S ist ein beliebtes Einstiegs-Modell, das für den Preis mehr bietet als viele Konkurrenten.
Fender CD-60S — ca. CHF 220
- Massivfichten-Decke, Mahagoni-Laminat-Zargen
- Dreadnought-Korpus, Mensur 648 mm
- Scalloped X-Bracing für mehr Volumen
- Ideal für: Einsteigerinnen und Einsteiger
- Massivdecke zum günstigen Preis — klarer Sieger
Fender Newporter Player — ca. CHF 400
- Massivfichten-Decke, Mahagoni-Zargen (massiv)
- Parlour-ähnliche Form, Mensur 628 mm (Kurzmensur)
- Eingebauter Fishman-Pickup + Tuner
- Farben: Olympic White, Sunburst, Candy Apple Red
- Ideal für: Einsteiger, Bühneneinsatz, kleine Hände
Fender Paramount PM-1 — ca. CHF 900
- Massivfichten-Decke, Mahagoni-Zargen/-Boden (massiv)
- Dreadnought-Korpus, Mensur 648 mm
- Fishman Presys+ Pickup-System
- Mahagoni-Hals, Griffbrett Palisander
- Ideal für: Fortgeschrittene, Liveauftritte
Taylor Akustikgitarren: Academy, 100er- und 200er-Serie
Taylor-Gitarren aus El Cajon (Kalifornien) stehen für konsistente Fertigungsqualität und ergonomische Spielbarkeit. Der «Taylor Neck» ist besonders für grosse Hände und lange Finger angenehm. Im Schweizer Fachhandel findet man Taylor bei Musik Hug und einigen spezialisierten Händlern; Preise liegen etwas über dem deutschen Markt.
Taylor Academy 10 — ca. CHF 450
- Massivfichten-Decke, Sapele-Laminat-Zargen
- Dreadnought-Korpus, Mensur 650 mm
- Armauflage «bevel» für Komfort beim Sitzen
- Kein Pickup (Academy 10e: ca. CHF 550 mit ES-B)
- Ideal für: Anfänger und Gitarrenunterricht
Taylor 114ce — ca. CHF 800
- Massivfichten-Decke, Sapele-Laminat-Zargen
- Grand Auditorium-Korpus mit Cutaway, Mensur 648 mm
- ES-B Pickup-System eingebaut
- Knochen-Sattel, sauber eingestellte Saitenlage ab Werk
- Ideal für: Fortgeschrittene, Auftritte, Singer-Songwriter
Taylor 214ce — ca. CHF 1 100
- Massivfichten-Decke, Rosenholz-Laminat-Zargen
- Grand Auditorium Cutaway, Mensur 648 mm
- Taylor Expression System 2 (ES2) — sehr natürlicher Klang
- Gut geeignet für CH-Markt: lieferbar bei Musik Hug Zürich
- Ideal für: Fortgeschrittene Spieler und Profis
Martin Akustikgitarren: 000-15M, D-10E, D-28
C.F. Martin & Co. aus Nazareth, Pennsylvania, ist die älteste amerikanische Gitarrenmanufaktur (gegründet 1833). Martin-Gitarren gelten als Standard-Referenz für Akustikklang und sind in der Schweiz bei spezialisierten Händlern erhältlich. Sie sind im Vergleich zu Yamaha oder Fender teurer, aber die Verarbeitungsqualität und der Klang sprechen für sich.
Martin 000-15M — ca. CHF 1 100
- Massivmahagoni-Decke, Mahagoni-Zargen/-Boden (massiv)
- 000-Korpus (Concert-Form), Mensur 632 mm
- Satin-Finish, unverfälschter Holzklang
- Kein Pickup — reines Akustikmodell
- Ideal für: Fingerstyle, Blues, Singer-Songwriter
Martin D-10E — ca. CHF 650
- Sitka-Fichte-Decke (massiv), Sapele-Zargen/-Boden
- Dreadnought-Korpus, Mensur 645 mm
- Fishman MXT Mini Pickup-System
- Kompromiss zwischen Preis und Martin-Qualität
- Ideal für: Fortgeschrittene, günstiger Martin-Einstieg
Martin D-28 — ca. CHF 2 400
- Massivfichte-Decke, Massiv-Rosenholz-Zargen/-Boden
- Dreadnought, Mensur 645 mm — das Ur-Modell
- Kein Pickup — reines Akustik-Referenzmodell
- Wertstabil, sammelwürdig, klanglich unerreicht
- Ideal für: Profis, anspruchsvolle Heimspieler
Schweizer Luftfeuchtigkeit: Das grösste Risiko für Ihre Gitarre
Schweizer Heizperioden — typischerweise Oktober bis April — senken die relative Luftfeuchtigkeit in Innenräumen auf 25–35 %. Für Massivholz-Gitarren ist das kritisch: Das Holz schwindet, Decke und Boden können Risse entwickeln, Bünde können über den Halsrand hinausragen und am Finger hängenbleiben. Auch günstige Sperrholzgitarren werden bei extremer Trockenheit dauerhaft beschädigt.
Ideale Bedingungen: 45–55 % relative Luftfeuchtigkeit
- Hygrometer: Ein digitales Hygrometer (CHF 10–15) zeigt den aktuellen Wert an. Im Winter kurz nach dem Aufheizen messen — oft unter 35 %.
- Gitarrenbefeuchter (Soundhole-Befeuchter): D'Addario Two-Way, Oasis, Kyser Lifeguard — diese Geräte hängen im Schalloch und geben Feuchtigkeit ab. Alle 1–2 Wochen mit destilliertem Wasser füllen. Kosten: CHF 15–30.
- Koffer statt Wandständer: Im geschlossenen Koffer hält sich die Feuchtigkeit viel besser als auf einem Ständer im beheizten Zimmer. Der Koffer schützt zudem vor Stössen.
- Raumbefeuchter: Wer mehrere Gitarren besitzt, setzt besser auf einen Raumbefeuchter (CHF 40–150), der den ganzen Raum auf 45–55 % hält.
Anzeichen für zu trockene Lagerung
- Bünde ragen über den Halsrand hinaus — schabt am Finger beim Lagenwechsel
- Die Decke ist am Steg (Bridge) leicht eingesunken statt gewölbt
- Kleine Haarrisse am Lack, besonders entlang der Maserung
- Saitenlage plötzlich tiefer als gewohnt — Hals zieht sich durch
Saitenguide: Dicken, Materialien und Wechselintervall
Saitendicken (Stahlsaiten / Western)
- Extra Light (.010–.047): Sehr leicht zu greifen, weniger Volumen und Sustain. Gut für Anfänger, kleine Hände und Kurzmensur-Gitarren. Weniger Belastung auf Hals und Steg.
- Light (.012–.054): Der beliebteste Kompromiss. Genug Klangvolumen für Strumming und Fingerpicking, noch gut bespielbar. Yamaha, Fender und Taylor liefern Gitarren oft mit Light-Saiten ab Werk.
- Medium (.013–.056): Mehr Druck, mehr Ton, mehr Sustain. Für Bluegrass-Flatpicker und Spielende mit kräftigem Anschlag. Nicht für Gitarren mit Sperrholzdecke empfohlen — erhöhte Belastung.
- Heavy (.014–.059): Nischenanwendung, extrem laut und druckvoll. Für slide-Spieler oder Gitarren, die für schwere Gauge ausgelegt sind. Selten empfohlen.
Saitendicken (Nylonsaiten / Klassik)
- Normal Tension: Standard für die meisten Klassikgitarren. Ausgeglichener Klang, moderate Spannung. Gut für Anfänger.
- High Tension: Mehr Lautstärke und Projektion, mehr Fingerdruck nötig. Für Fortgeschrittene und Konzertgitarristen.
- Low Tension: Leichter zu spielen, weniger Volumen. Gut für Fingerpicker und Fingerspiele-Gitarristen.
Phosphorbronze vs. 80/20 Bronze
- Phosphorbronze: Wärmer, etwas dunkler, länger haltbar. Standard bei den meisten modernen Akustikgitarren. D'Addario EJ16, Elixir Nanoweb Phosphorbronze, Martin SP sind beliebte Marken.
- 80/20 Bronze: Heller, brillanter, klarer — klingt frisch sehr gut, verliert aber schneller seinen Glanz. Beliebt für Country und Bluegrass.
- Coated Strings: Beschichtete Saiten (Elixir, D'Addario EXP) halten 2–3-mal länger als unbeschichtete. Teurer im Kauf, aber günstiger gerechnet auf die Zeit.
Wechselintervall
Als Faustregel gilt: Wer täglich 30–60 Minuten spielt, sollte Stahlsaiten alle 4–6 Wochen wechseln. Nylonsaiten alle 6–10 Wochen. Hände nach dem Spielen mit einem trockenen Tuch über die Saiten wischen — das verdoppelt die Lebensdauer. Anzeichen für alte Saiten: matter Klang, Stimmprobleme an bestimmten Bünden, Rostflecken an den Wicklungen.
Gitarrenpflege: Reinigung, Lagerung und Reisen
Griffbrett ölen
Rosenholz- und Palisander-Griffbretter brauchen alle 6–12 Monate Griffbrettöl (Lemon Oil, Music Nomad, Dunlop 65). Einfach mit einem weichen Tuch einreiben, 5 Minuten einwirken lassen, überschüssiges Öl abwischen. Ahorn- und Ebenholz-Griffbretter brauchen kein Öl — nur mit einem trockenen Tuch abwischen.
Lackreinigung und Körperpflege
Glanzlack-Gitarren mit Gitarrenpolier-Tuch (Mikrofaser) und speziellem Gitarrenpolish (z. B. Dunlop Formula 65) reinigen. Kein Möbelpolitur oder Allzweckreiniger — diese greifen den Lack an. Satin-Finish-Gitarren (Martin, viele Yamaha) nur mit trockenem Tuch reinigen, kein Polish — das würde die matte Oberfläche verändern.
Einlagerung und Aufbewahrung
- Gitarre nach dem Spielen idealerweise in den Koffer legen — schützt vor Staub, Stössen und Temperaturschwankungen.
- Nicht in der Nähe von Heizungen, Klimaanlagen oder direktem Sonnenlicht lagern.
- Bei längerer Nichtnutzung (über 4 Wochen) Saiten leicht lockern, um den Hals zu entlasten.
Reisen: Flug und Zug
Im Flugzeug hat die Gitarre als Handgepäck in einer Gigbag offiziell Vorrang — EU-Recht und die meisten Schweizer Airlines (Swiss, EDELWEISS) erlauben ein Musikinstrument als Handgepäck, wenn es in das Gepäckfach passt. Hartschalenkofferklasse ist für den Bauch-Laderaum geeignet, riskant aber immer (Temperaturextreme, Druck). Mit einem Gitarrenbefeuchter im Koffer und gelockerten Saiten sind die Risiken minimierbar. Im Zug (SBB) gilt die Gitarre als Handgepäck bis 300 cm Länge+Breite+Höhe — problemlos.
Gitarren kaufen in der Schweiz: Anbieter im Überblick
Beim Kauf im Schweizer Fachhandel kann man Instrumente anspielen, bekommt werksseitige Einrichtung (Setup) oft inklusive und vermeidet den Rücksendeaufwand bei Online-Käufen. Die meisten Fachgeschäfte bieten zudem Reparatur und Saitenservice an.
- Musik Hug — Zürich (Hauptbahnhof, Oerlikon), Bern, Solothurn, weitere Filialen Grösstes Schweizer Musikhaus. Breites Sortiment von Einsteiger- bis Profi-Gitarren. Eigene Reparaturwerkstatt. Unterricht-Angebote. musikhug.ch
- Hammer Musik — Bern Zentrale Lage in Bern, gute Auswahl Western- und Klassikgitarren, freundliche Beratung für Anfänger. hammermusic.ch
- oHa musik — Winterthur Spezialist für akustische Instrumente, kuratiertes Sortiment mit Fokus auf Qualität. Gute Anlaufstelle für Fingerstyle- und Klassik-Gitarristen.
- Musicstore (Köln, Online-Versand CH) Deutsches Grossversandhaus mit gutem Sortiment und Versand in die Schweiz. MWST-Thematik bei Bestellungen über CHF 300 beachten. musicstore.com
- Galaxus / Digitec — Schweiz Begrenzte Auswahl, aber günstige Preise. Kein Musikhaus-Service. Gut für günstige Einstiegsmodelle und Zubehör (Ständer, Capos, Saiten, Stimmgeräte). galaxus.ch
- Brack — Schweiz Ähnlich wie Galaxus: begrenzte Gitarren-Auswahl, aber CHF-Preise, schnelle Lieferung, kein Zollaufwand. Gut für Zubehör.
- Ricardo.ch / Tutti.ch — Gebrauchtmarkt Secondhand-Gitarren oft 30–50 % günstiger als Neuware. Vor dem Kauf auf Bilder mit Detailaufnahmen bestehen und Risse, Stegzustand und Halsneigung prüfen. Nur von Privatpersonen oder bewerteten Händlern kaufen.
Gitarren-Zubehör Schweiz: Kapodaster, Stimmgerät, Ständer und mehr
Wer eine neue Gitarre kauft, braucht zwingend einige Zubehörartikel. In der Schweiz sind diese bei Musik Hug, Galaxus, Brack und einigen spezialisierten Online-Versandhäusern erhältlich. Nachfolgend die wichtigsten Kategorien mit konkreten Empfehlungen und Schweizer Preisen.
Kapodaster: G7th, Shubb und weitere
Ein Kapodaster (auch Capo) klemmt über alle Saiten an einem bestimmten Bund und transponiert die Gitarre nach oben — so lassen sich Akkordgriffe in verschiedenen Tonarten spielen. Für Western-Gitarren gibt es zwei führende Marken:
- G7th Performance 3: Britisches Qualitätsprodukt mit Adaptiv-Federmechanismus — übt gleichmässigen Druck auf alle Saiten aus ohne Intonationsprobleme. Preis in der Schweiz: CHF 35–45. Ideal für regelmässigen Einsatz auf der Bühne oder beim Unterricht.
- Shubb Deluxe (C1): Amerikanisches Original mit einfacher Schraubklemme und präziser Druckeinstellung. Langlebig, robust, kein federndes Klappern. CHF 22–30. Standard-Empfehlung für alle, die einen zuverlässigen Capo ohne viel Aufwand suchen.
- Kyser Quick-Change: Federklemme, sehr schnell anzubringen und umzusetzen — praktisch für Live-Auftritte mit häufigem Tonartwechsel. CHF 15–22. Weniger Druckkontrolle als G7th oder Shubb, aber für den Anfang gut geeignet.
Stimmgerät: Clip-Tuner, Pedal-Tuner oder App?
- Clip-Tuner (Snark SN5X, Korg PC-2): Klemmt ans Kopfstück, erkennt Töne über Schwingungen statt Mikrofon — funktioniert auch bei Hintergrundlärm. CHF 10–20. Für Anfänger und alle, die unkompliziert und schnell stimmen wollen, die beste Wahl. Korg-Clip-Tuner sind bekannt für hohe Genauigkeit (±1 Cent).
- Pedal-Tuner (Boss TU-3, Polytune 3): Stummschalt-Tuner für die Signalkette, ideal bei Elektroakustik und Bühnensetups. CHF 50–90. Für Anfänger überdimensioniert, aber unverzichtbar für regelmässige Auftritte.
- Smartphone-Apps (GuitarTuna, Fender Tune): Kostenlos und brauchbar in ruhigen Umgebungen. Kein zusätzliches Gerät nötig. Nachteil: Mikrofon reagiert auf Nebengeräusche; im Proberaum oder auf der Bühne unzuverlässig.
Gitarrenständer und Wandhalterung
Einfache A-Ständer (CHF 15–30) sind stabil und günstig, nehmen aber Bodenfläche weg. Wandhalterungen (CHF 20–50) sparen Platz und präsentieren die Gitarre schön — aber Achtung: Im Schweizer Winter kann die Zimmerluft auf unter 35 % Luftfeuchtigkeit fallen, was Massivholzgitarren auf dem Ständer stärker belastet als im geschlossenen Koffer. Wer eine Massivholzgitarre besitzt, sollte sie im Winter in den Koffer legen und nur zum Spielen herausnehmen.
Plektren: Dicken von 0,46 bis 1,5 mm
Plektren unterscheiden sich hauptsächlich in Dicke und Material. Dünne Plektren (0,46–0,60 mm) klingen weicher und eignen sich für Strumming-Begleitung. Mittlere Plektren (0,70–0,88 mm) sind der meistgenutzte Kompromiss für Pop und Folk. Dicke Plektren (1,0–1,5 mm) liefern mehr Kontrolle beim Picking und klingen druckvoller — beliebt bei Lead-Gitarristen und Bluegrass-Flatpickern. Material: Zelluloid (warm, klassisch), Nylon (flexibel, haltbar), Delrin/Tortex (griffig, gleichmässig). Preise: CHF 0,50–2,50 pro Stück.
Gitarrenkoffer vs. Gigbag
Eine Gigbag (Softcase) wiegt wenig, ist günstig (CHF 20–60) und passt gut auf dem Rücken für Fuss- und ÖV-Transport. Schutz bei Stössen ist begrenzt. Ein Hartschalenkoffer (CHF 60–200) schützt die Gitarre bei Transporten, ist aber schwerer und sperriger. Für Flugreisen ist ein Hartkoffer Pflicht — im Frachtraum übersteht eine Gitarre im Softcase kaum unbeschadet. Im Alltag und beim SBB-Transport genügt eine gute Gigbag mit ausreichend Polsterung.
Schweizer Zollfreigrenze bei Import: CHF 150
Wer Gitarrenzubehör aus dem Ausland (z. B. bei Amazon.de, Thomann.de oder eBay) bestellt, sollte die Schweizer Zollfreigrenze kennen: Sendungen mit einem Warenwert bis CHF 150 sind von der Mehrwertsteuer befreit und werden zollfrei eingeführt. Ab CHF 150,01 wird die Schweizer MWST von 8,1 % fällig, manchmal zusätzlich eine Bearbeitungsgebühr. Für Zubehör wie Saiten, Plektren und Capos lohnt es sich daher, mehrere kleine Bestellungen zu bündeln oder den Schweizer Fachhandel zu nutzen, um Überraschungen bei der Einfuhr zu vermeiden.
Gitarre lernen in der Schweiz: Musikschulen, Online-Plattformen und Übungsroutine
Der Kauf einer Gitarre ist der erste Schritt — das Lernen beginnt danach. In der Schweiz stehen verschiedene Wege offen, vom subventionierten Unterricht an städtischen Musikschulen bis zu kostenlosen Online-Kursen. Entscheidend ist vor allem eine konsistente Übungsroutine.
Musikschulen in der Schweiz: Städtisch vs. Privat
Die meisten Schweizer Gemeinden betreiben eigene Musikschulen oder beteiligen sich finanziell an privaten Trägern. Der Kanton übernimmt einen Kostenbeitrag, sodass der Unterricht für Kinder und Jugendliche vergleichsweise günstig wird:
- Städtische/kommunale Musikschulen: Tarife je nach Kanton zwischen CHF 20 und CHF 55 pro 45-Minuten-Stunde. In der Regel lange Wartelisten, besonders in Städten wie Zürich, Bern und Basel. Anmeldung möglichst frühzeitig (oft Anfang August für das Schuljahr September).
- Private Musikschulen: Flexible Termine, kürzere Wartezeiten, individuellere Förderung. Tarife CHF 50–100 pro Stunde ohne Kantonssubvention. Qualität variiert stark — auf Ausbildung und Erfahrung der Lehrperson achten.
- Privatstunden bei freischaffenden Lehrpersonen: CHF 40–90 pro Stunde. Annoncen auf Todos.ch, Superprof.ch oder über Empfehlungen der lokalen Musikschule. Sehr flexibel, kein fixer Stundenplan.
Online-Plattformen: Justin Guitar, Yousician, TakeLessons
- Justin Guitar (justinguitar.com): Kostenlose, englischsprachige Plattform mit strukturiertem Kurs vom absoluten Anfänger bis Fortgeschrittene. Gilt als eine der besten Gratis-Ressourcen weltweit — klare Lernpfade, viele Song-Lektionen. Ideal für selbstdisziplinierte Lernende.
- Yousician: Gamifizierter Lernansatz mit Echtzeit-Mikrofon-Feedback — die App hört, ob man die richtigen Töne spielt. Kostenlose Version begrenzt; Abo CHF 12–20/Monat. Gut für Einsteiger, die Spielspass und Struktur kombinieren wollen.
- TakeLessons: Plattform für Online-Einzelstunden mit zertifizierten Lehrpersonen per Videokonferenz. Preise variieren nach Lehrperson (USD 15–60 pro Stunde). Echtzeit-Feedback wie beim Präsenzunterricht, ortsunabhängig — praktisch für abgelegene Schweizer Gemeinden.
Übungszeit-Empfehlungen für Anfänger
Für den Lernerfolg ist Konstanz wichtiger als Dauer: 15–30 Minuten täglich sind für Anfänger wirksamer als 2 Stunden einmal pro Woche. Die Finger brauchen Zeit, Schwielen aufzubauen, und das Muskelgedächtnis festigt sich durch tägliche Wiederholung. Empfohlene Aufteilung in den ersten drei Monaten:
- 5 Minuten Aufwärmen (Chromatische Übungen, langsame Tonleitern)
- 10–15 Minuten Akkordwechsel üben (C, G, D, Em, Am — die häufigsten Gitarrenakkorde)
- 5–10 Minuten ein konkretes Lied üben (Motivation aufrechterhalten)
Swiss Music School-Verband (SMPV)
Der Schweizerische Musikpädagogische Verband (SMPV) ist der Dachverband der Schweizer Musikschulen und zertifizierten Musikpädagoginnen und -pädagogen. Lehrkräfte mit SMPV-Mitgliedschaft haben eine anerkannte Ausbildung absolviert. Wer eine Lehrperson sucht, kann die Mitgliederdatenbank unter smpv.ch konsultieren. Der Verband setzt sich zudem für kantonale Subventionierung des Musikunterrichts ein — ein Grund, warum Musikschule in der Schweiz vergleichsweise günstig angeboten wird.
Häufige Fragen
Welche Gitarre empfiehlt sich für Anfänger in der Schweiz?
Für die meisten Einsteiger ist eine Dreadnought-Gitarre mit Stahlsaiten der beste Start — grosse Lautstärke, vielseitiger Einsatz für Pop, Folk und Country. Wer Klassik oder Flamenco spielen will, wählt eine Klassikgitarre mit Nylonsaiten. Budget CHF 150–400. Konkrete Empfehlung: Yamaha FG800 (CHF 250) für Western, Yamaha C40 (CHF 95) für Klassik. Unbedingt die Gitarre vor dem Kauf in einem Laden anspielen oder sicherstellen, dass eine Rückgabemöglichkeit besteht.
Was ist der Unterschied zwischen Mensur 650 mm und 628 mm?
Die Mensur bezeichnet die schwingende Saitenlänge vom Sattel bis zum Steg. Bei 650 mm (Klassik-Standard) liegen die Bünde weiter auseinander und die Saitenspannung ist höher — anspruchsvoller für kleine Hände und Barré-Griffe. Bei 628 mm (Kurzmensur, auch «Short Scale») sind Bundabstände kleiner und die Spannung geringer. Das macht Bends, Barré-Griffe und schnelles Spiel deutlich leichter. Für Kinder, Jugendliche oder Spieler mit kleinen Händen ist die Kurzmensur eine gute Wahl.
Kann man bei einer Akustikgitarre nachträglich einen Pickup nachrüsten?
Ja, das ist problemlos möglich. Die einfachste Variante ist ein Schalloch-Pickup (Soundhole-Pickup) von Dean Markley, Seymour Duncan oder Fishman — einfach ins Schalloch klemmen, ab CHF 30. Für professionellere Ergebnisse empfiehlt sich ein Undersaddle-Piezo, den ein Gitarrenbauer einbaut (CHF 80–200 je nach System und Gitarre). Für regelmässige Auftritte eignen sich Systeme von LR Baggs (Element, Anthem) oder Fishman (Presys, Aura). Diese werden unter dem Steg-Sattel oder als Kombination aus Piezo und Body-Mikrofon montiert.
Lohnt es sich, eine gebrauchte Akustikgitarre zu kaufen?
Ja, gebrauchte Gitarren auf Ricardo.ch oder Tutti.ch können hervorragende Schnäppchen sein — besonders ab CHF 400 aufwärts, wo Massivholz-Instrumente oft zu Halbpreis angeboten werden. Vor dem Kauf prüfen: Risse an Decke, Steg und Zargen; Halsneigung (ein Lineal entlang der Bünde anlegen — der Hals soll gerade oder leicht konkav gebogen sein, nicht nach vorne oder hinten kippen); Bundabrieb (tiefe Rillen in den Bünden = teurer Austausch); Funktion aller Mechaniken. Bei Unsicherheit einen Gitarrenbauer zur Inspektion hinzuziehen — kostet CHF 20–40 und kann vor Fehlinvestitionen schützen.
Preisbereiche in CHF: Was bekomme ich wofür?
Gitarren-Zubehör: Was man beim Kauf gleich mitbestellen sollte
Eine Gitarre allein reicht für den Start nicht ganz. Folgendes Grundzubehör ist sinnvoll und in der Schweiz bei Galaxus, Musik Hug oder oHa musik erhältlich:
- Stimmgerät / Clip-Tuner: Günstige Clip-Tuner (z. B. Snark SN5X, D'Addario NS Micro) kosten CHF 10–20 und hängen am Kopfstück der Gitarre. Auch Smartphone-Apps (GuitarTuna, Fender Tune) sind brauchbar für den Anfang, aber ein physischer Clip-Tuner ist schneller und zuverlässiger.
- Gitarrenständer: Ein einfacher A-Ständer kostet CHF 15–30. Wichtig: Im Winter Gitarre lieber in den Koffer legen (Feuchtigkeit), auf dem Ständer ist sie der Zimmerluft stärker ausgesetzt.
- Ersatzsaiten: Immer ein Set Ersatzsaiten auf Vorrat. Bei Einsteigern reisst oft schon beim Aufziehen die hohe E-Saite. D'Addario EJ16 (Phosphorbronze Light) für Western, D'Addario EJ45 für Klassik, je CHF 8–15 pro Set.
- Gitarrenkoffer oder Gigbag: Viele Einsteigermodelle werden ohne Koffer geliefert. Eine einfache Gigbag gibt es ab CHF 20, ein Hartschalenkoffer ab CHF 50. Für Reisen und den Transport auf der Bahn lohnt sich die Investition.
- Capo: Ein Kapodaster ermöglicht es, Akkorde in verschiedenen Tonarten mit denselben Griffen zu spielen. Günstige Modelle (Kyser Quick-Change, D'Addario NS Capo) ab CHF 12. Unverzichtbar für Singer-Songwriter und Liedbegleitung.
- Plektren: Für Western-Gitarren nötig oder zumindest nützlich. Anfänger starten mit mittlerer Stärke (0,7–0,8 mm). Dünne Plektren (0,46 mm) klingen sanfter, reissen leichter. Dicke Plektren (1 mm+) liefern mehr Kontrolle. Preis: CHF 0,50–2 pro Stück.
- Gitarrenbefeuchter: Besonders im Schweizer Winter unverzichtbar für Massivholzgitarren. Oasis OH-1, D'Addario Two-Way Humidipak: CHF 15–30. Verhindert Trockenrisse.
- Griffbrettöl: Für Rosenholz- und Palisander-Griffbretter alle 6–12 Monate nötig. Music Nomad F-ONE, Dunlop 65 Lemon Oil: CHF 8–15.
- Notenständer: Für den Unterricht und das Üben nach Noten. Günstige Faltmodelle ab CHF 15. Stabile Orchesterständer ab CHF 35.
Kauf-Checkliste: Was vor dem Kauf prüfen?
Ob im Laden oder bei einem Secondhand-Kauf — diese Punkte sollte man bei jeder Gitarre kontrollieren, bevor man zahlt:
- Saitenlage messen: Am 12. Bund zwischen Saitenunterkante und Bundstäbchen-Oberkante messen. Idealwert: 1,5–2 mm (E-Saite hoch), 2–2,5 mm (E-Saite tief) für Western. Mehr als 3 mm = hohes Spielhindernis.
- Halsneigung prüfen: Entlang den Bünden schauen — der Hals soll gerade oder leicht konkav (Mitte leicht vertieft) sein. Ein stark nach vorne gebogener Hals zeigt zu wenig Spannung am Trussrod. Ein konvexer Hals zeigt Überspannung oder Feuchtigkeitsschäden.
- Bünde kontrollieren: Mit dem Finger über die Bundstifte (quer zum Hals) streichen. Sie sollen alle gleich hoch sein und nicht scharfe Kanten haben. Scharfe Bund-Enden entstehen bei zu trockener Lagerung (Hals zieht sich zusammen).
- Stimmstabilität testen: Alle Saiten stimmen, dann kräftig spielen und 2–3 Minuten später nachstimmen. Stark verstimmte Saiten deuten auf schlechte Mechaniken oder eine falsche Saitenlänge hin.
- Intonation prüfen: Leerseiten-Ton und Flageolett am 12. Bund vergleichen. Dann die Seite am 12. Bund greifen — der Ton soll exakt eine Oktave über dem Leerseiten-Ton liegen. Starke Abweichungen = Intonationsproblem (oft Steg- oder Sattel-Problem, korrigierbar).
- Decke und Korpus auf Risse prüfen: Besonders an der Steg-Platte (Bridge-Plate), an den Ecken der Zargen und entlang der Deckenmitte (am häufigsten bei trockener Lagerung).
- Steg-Bonding kontrollieren: Den Steg (Bridge) leicht seitwärts drücken — er soll absolut fest sitzen. Ein abgelöster Steg ist ein teurer Reparaturfall.
- Mechaniken testen: Alle 6 Wirbel drehen — sie sollen gleichmässig laufen und nicht klemmen oder Spiel haben. Hochwertige Mechaniken (Grover, Gotoh) sind deutlich smoother als billige OEM-Teile.
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Gitarrenunterricht in der Schweiz: Wo anfangen?
Eine gute Gitarre ist der erste Schritt — das Lernen kommt danach. In der Schweiz gibt es verschiedene Wege, Gitarre zu lernen:
- Musikschule / Konservatorium: Strukturierter Unterricht mit ausgebildeten Lehrpersonen. Die meisten Schweizer Gemeinden subventionieren Musikschulen (Gemeindefachschulen). Kosten: CHF 30–80 pro 45-Minuten-Stunde. Auf eine staatlich anerkannte Musikschule (SMPV) achten — dort sind die Lehrpersonen zertifiziert.
- Privatunterricht: Flexible Zeiten, individuelles Tempo. Annoncen auf Ricardo.ch, Tutti.ch oder der Gemeinde-Schwarzen-Brett. Preis: CHF 40–100/h je nach Erfahrung der Lehrkraft und Wohnort.
- Online-Plattformen: Yousician, TakeLessons, JustinGuitar (kostenlos, englisch) oder Lessgram (Deutsch) — gut für selbstmotivierte Lernende. Kein Korrekturfeedback in Echtzeit, dafür flexibel und günstig.
- YouTube / kostenlos: Für viele Grundlagen reicht YouTube vollständig aus. Kanäle wie «Major Minor» (Deutsch) oder «JustinGuitar» (Englisch) bieten professionelle Tutorials gratis.
Wer mit dem Unterricht beginnt, sollte vorher entscheiden, ob man Noten oder Tabulatur (Tab) lernen will. Noten sind für Klassik unverzichtbar; für Pop, Folk und Rock-Gitarre reicht Tabulatur oft vollständig aus.
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