Das Wichtigste in Kürze
Für einen Schweizer 2–4-Personen-Haushalt mit Keller eignet sich eine Tiefkühltruhe mit 200–300 Litern Volumen und mindestens Klimaklasse SN (subnormal, +10 bis +32 °C) — da Schweizer Keller im Winter oft auf 8–12 °C abkühlen. Achten Sie zusätzlich auf die neue Energieklasse (A ist besser als G) und einen Jahresverbrauch unter 200 kWh.
- Preisspanne: CHF 180 (Einstieg, 100 L) bis CHF 900+ (300 L+, A-Klasse, NoFrost)
- Faustregel Grösse: 30–40 Liter pro Person im Haushalt
- Klimaklasse für Keller: SN oder SN-T — nicht N oder ST!
- Empfohlene Marken CH: Liebherr (in Bulle FR gefertigt), Bosch, Beko
- Normtemperatur CH: −18 °C (Pflicht nach Lebensmittelhygieneverordnung)
Gefriertruhe oder Gefrierbox? — Typen im Überblick
Auf dem Schweizer Markt finden Sie vier Gerätekategorien, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, sich aber in Nutzung und Eignung deutlich unterscheiden.
Standgefriertruhe (klassisch)
Die klassische Tiefkühltruhe ist ein Frontlader — der Deckel öffnet nach oben. Das ist ihr grösster Vorteil gegenüber einem Gefrierschrank: Kalte Luft sinkt nach unten und bleibt beim Öffnen des Deckels weitgehend im Gerät. Dadurch verliert die Truhe weniger Kälteleistung, was langfristig Strom spart. Standtruhen sind in Grössen von 100 bis über 500 Liter erhältlich und kosten ab CHF 200. Sie eignen sich ideal für Keller, Garagen und Wirtschaftsräume.
Tiefkühlbox (mobil, 12V/230V)
Eine portable Kühlbox mit Kompressor kann auf −18 °C kühlen und ist sowohl am 12-V-Anschluss im Auto als auch an der 230-V-Steckdose betreibbar. Sie fasst 15–60 Liter und kostet CHF 150–500. Für Camping, Wandern und Reisen in der Schweiz ideal — aber kein Ersatz für eine Haushaltsgefriertruhe. Marken: Dometic, Engel, BougeRV.
Einbaugefrierschrank vs. Gefriertruhe
Ein Gefrierschrank wird senkrecht beladen und nimmt weniger Bodenfläche in Anspruch — gut für die Küche. Er ist in der Anschaffung meist CHF 50–150 teurer als eine Truhe gleicher Kapazität und verliert beim Öffnen mehr Kaltluft (die nach unten fällt). Für die Küche ist er die praktischere Lösung; für Keller, Garage oder Estrich ist die Truhe wirtschaftlicher und effizienter.
Kombigeräte (Kühl-Gefrier-Kombi)
Ein Kühl-Gefrier-Kombi vereint Kühlschrank und Gefrierfach in einem Gehäuse. Der Gefrierbereich ist meist kleiner (60–120 L) und hat selten Klimaklasse SN. Wer grössere Vorräte einfrieren möchte, braucht eine separate Gefriertruhe als Ergänzung.
Modellvergleich — Liebherr, Bosch, Beko & Co.
Die folgende Tabelle zeigt repräsentative Modelle, die 2026 in der Schweiz erhältlich sind. Preise sind unverbindliche Richtwerte (Stand Juni 2026, Galaxus / Fust CH).
| Modell | Volumen | Klimaklasse | Energieklasse | kWh/Jahr | NoFrost | Preis CHF |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Liebherr GT 3032 Empfehlung | 300 L | SN-T | E | 223 kWh | Manuell | ab CHF 520 |
| Liebherr EFI 2853 | 274 L | SN-T | D | 196 kWh | Manuell | ab CHF 490 |
| Bosch GCM27AW30 | 270 L | SN | E | 218 kWh | Manuell | ab CHF 450 |
| Beko HS221520 | 215 L | SN-T | E | 185 kWh | Manuell | ab CHF 320 |
| Beko RFSA240K30WN | 235 L | SN | D | 178 kWh | NoFrost | ab CHF 480 |
| Gorenje FH25EAW | 250 L | SN | E | 211 kWh | Manuell | ab CHF 380 |
| Exquisit GKT 200-2 A+ | 190 L | N | F | 209 kWh | Manuell | ab CHF 210 |
| Whirlpool WHM31112 | 312 L | SN-T | E | 243 kWh | Manuell | ab CHF 420 |
Hinweis zu den Energieklassen: Seit 2021 gilt in der EU (und in der Schweiz analog) eine neue, strengere Energieskala für Gefriergeräte. Ein Gerät mit alter Bezeichnung «A+++» entspricht heute oft nur noch Klasse D oder E. Die absolute kWh-Zahl ist aussagekräftiger als der Buchstabe allein.
Volumen — welche Grösse brauche ich?
Die Faustregel für Schweizer Haushalte lautet: 30–40 Liter pro Person. Wer viel Fleisch, Gemüse aus dem eigenen Garten oder grössere Vorräte lagert, wählt eher 40 Liter pro Person oder mehr. Folgende Richtwerte helfen bei der Entscheidung:
Bedenken Sie auch die äusseren Abmessungen: Eine 300-Liter-Truhe misst oft 145 × 70 × 85 cm (B × T × H). Messen Sie den Kellereingang und -treppenabsatz im Voraus — manche Keller in älteren Schweizer Mehrfamilienhäusern haben enge Türen von nur 60–65 cm Breite.
4 Kauftipps auf einen Blick
Klimaklasse SN wählen
Für Keller und Garagen in der Schweiz ist SN oder SN-T Pflicht. Klimaklasse N versagt bei Temperaturen unter +16 °C — Ihre Lebensmittel tauen auf.
Jahresverbrauch vergleichen
Schauen Sie auf den kWh/Jahr-Wert, nicht nur auf die Energieklasse A–G. Bei CHF 0.28/kWh (CH-Durchschnitt) ergibt 1 kWh Differenz in 10 Jahren CHF 2.80 — bei 50 kWh Unterschied sind das CHF 140.
NoFrost nur wenn nötig
Manuelles Abtauen einmal pro Jahr genügt für die meisten Haushalte. NoFrost kostet CHF 100–200 Aufpreis und verbraucht etwas mehr Strom — lohnt sich vor allem bei sehr häufigem Öffnen.
Tiefkühlfähigkeit prüfen
Vier-Sterne-Markierung (****) bedeutet −18 °C und eignet sich zum Einfrieren von Frischware. Drei Sterne nur für die Lagerung bereits gefrorener Produkte.
Klimaklasse — wichtig für Schweizer Keller und Garagen
Die Klimaklasse gibt an, bei welcher Umgebungstemperatur eine Gefriertruhe noch zuverlässig arbeitet. Das ist in der Schweiz besonders relevant, weil Keller und ungeheizte Garagen im Winter auf 5–12 °C abkühlen können — und im Sommer auf bis zu 35 °C ansteigen.
| Klimaklasse | Kürzel | Umgebungstemp. | Eignung CH |
|---|---|---|---|
| Subnormal | SN | +10 °C bis +32 °C | Empfohlen für Keller |
| Gemässigt | N | +16 °C bis +32 °C | Nur für beheizte Räume |
| Subtropisch | ST | +18 °C bis +38 °C | Ungeeignet für CH-Keller |
| Tropisch | T | +18 °C bis +43 °C | Ungeeignet für CH-Keller |
| Subnormal–Tropisch | SN-T | +10 °C bis +43 °C | Beste Wahl für CH (alle Lagen) |
Wichtig: Kaufen Sie keine Gefriertruhe mit Klimaklasse N für den Keller. Bei Umgebungstemperaturen unter +16 °C schaltet der Kompressor nicht oder zu selten ein — die Truhe erreicht −18 °C nicht mehr zuverlässig. Dies ist einer der häufigsten Fehler beim Truhenkauf in der Schweiz.
Was passiert in der ungeheizten Garage?
In einer Schweizer Garage können die Temperaturen im Januar auf −5 °C oder tiefer fallen. Selbst Klimaklasse SN ist dann überfordert — die untere Grenze liegt bei +10 °C. In einer ungeheizten Garage ist keine handelsübliche Gefriertruhe für den Dauerbetrieb geeignet — es sei denn, die Garage wird auf mindestens +10 °C geheizt. Alternativ gibt es spezielle Modelle mit eingebautem Heizelement (Garage Ready), die bis −15 °C Umgebungstemperatur funktionieren. Diese sind in der Schweiz selten erhältlich, aber importierbar.
Energieverbrauch und Stromkosten in der Schweiz
Eine Gefriertruhe läuft rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Der Stromverbrauch ist deshalb eine der wichtigsten Kennzahlen beim Kauf — und in der Schweiz mit einem der höchsten Strompreise Europas besonders relevant.
Neue EU/Schweizer Energieskala seit 2021
Seit dem 1. März 2021 gilt eine neu skalierte Energieklasse A–G für Gefriergeräte. Die alte Skala mit A+, A++, A+++ wurde abgeschafft. Viele Modelle, die früher «A+++» trugen, erhalten heute nur noch Klasse D oder E — nicht weil sie schlechter geworden sind, sondern weil die Anforderungen deutlich gestiegen sind. Klasse A bedeutet heute herausragende Effizienz.
| Klasse | Effizienz | Typischer kWh/Jahr (300 L) | 10-J. Stromkosten CHF* |
|---|---|---|---|
| A | Sehr hoch | ~130 kWh | ~CHF 364 |
| B | Hoch | ~165 kWh | ~CHF 462 |
| C | Mittel-hoch | ~195 kWh | ~CHF 546 |
| D | Mittel | ~225 kWh | ~CHF 630 |
| E | Unter Mittel | ~260 kWh | ~CHF 728 |
| F | Niedrig | ~305 kWh | ~CHF 854 |
| G | Sehr niedrig | ~360+ kWh | ~CHF 1'008+ |
* Berechnung: kWh × 10 Jahre × CHF 0.28 (Schweizer Durchschnitt 2026). Tatsächliche Werte je nach Stromanbieter und Kanton unterschiedlich.
Rechenbeispiel: Lohnt sich das teurere A-Klasse-Modell?
Ein Liebherr EFI 2853 (Klasse D, 196 kWh/Jahr) kostet rund CHF 490. Ein vergleichbares A-Klasse-Modell (hypothetisch 130 kWh/Jahr) würde vielleicht CHF 750 kosten. Der Unterschied im Jahresverbrauch beträgt 66 kWh = CHF 18.48 pro Jahr. Die Amortisationszeit wäre 14 Jahre — bei einer Gerätelebensdauer von 15–20 Jahren knapp wirtschaftlich. In der Praxis lohnen sich Klasse-A-Geräte erst bei hohen Stromtarifen oder sehr langer Nutzung. Klasse D und E sind für die meisten Schweizer Haushalte das beste Preis-Effizienz-Verhältnis.
Strompreise je Kanton: Im Kanton Genf zahlen Haushalte CHF 0.33/kWh, in Zürich ca. CHF 0.27/kWh, im Wallis ca. CHF 0.22/kWh (Stand 2026). Je höher Ihr Tarif, desto mehr lohnt eine effizientere Truhe.
NoFrost oder manuelles Abtauen?
In einer Gefriertruhe sammelt sich mit der Zeit Eis an den Wänden — besonders wenn die Truhe regelmässig geöffnet wird und warme, feuchte Luft eindringt. Wie man damit umgeht, ist eine wichtige Kaufentscheidung.
Manuelles Abtauen
Das manuelle Abtauen ist bei Gefriertruhen der Standard. Dabei schalten Sie das Gerät ab, leeren es, lassen das Eis schmelzen und wischen die Truhe trocken. In einer gut genutzten Truhe empfiehlt sich das einmal jährlich. Der Prozess dauert 4–8 Stunden. Ein Ablaufschlauch oder Ablasstopfen (bei vielen Modellen vorhanden) erleichtert das Entfernen des Schmelzwassers erheblich. Ein Plastikschaber gehört ins Zubehör — nie mit Metallgegenständen kratzen.
NoFrost (automatisch)
NoFrost-Gefriertruhen zirkulieren die Luft intern über ein Verdampfersystem und tauen dieses automatisch ab. Das Gerät friert nie zu und muss nie manuell abgetaut werden. Nachteile: Die Truhe verbraucht im Durchschnitt 5–15 % mehr Strom als ein vergleichbares Modell ohne NoFrost. Ausserdem können Lebensmittel an der Oberfläche leicht austrocknen, wenn sie nicht luftdicht verpackt sind.
Frost-Free und Vollautomatik
Manche Hersteller nutzen auch die Bezeichnungen «Frost Free» oder «No Frost» synonym. Beim Kauf lohnt es sich, im Datenblatt nachzusehen, ob es sich um vollautomatisches Abtauen (echter NoFrost) oder lediglich um automatisches Abtauen des Kühlteils bei Kombigeräten handelt.
Fazit NoFrost: Für Haushalte, die die Truhe täglich öffnen oder wenig Zeit für Wartung haben, ist NoFrost komfortabel. Für den klassischen Vorrats-Keller, der nur wöchentlich geöffnet wird, genügt manuelles Abtauen vollkommen — und spart Geld beim Kauf.
Gefriertruhe kaufen — Schweizer Anbieter im Überblick
In der Schweiz können Sie Gefriertruhen sowohl online als auch im stationären Handel kaufen. Die wichtigsten Bezugsquellen:
Entsorgung: In der Schweiz können Sie alte Kühl- und Gefriergeräte kostenlos bei der Gemeinde, einem Recyclinghof oder beim Kauf eines neuen Geräts beim Händler zurückgeben (SENS-Rücknahme). Die Rücknahme ist gesetzlich geregelt (USG Art. 10). Beim Kauf bei Galaxus oder Fust oft kostenlos mit Lieferung kombinierbar.
Liebherr, Bosch, Beko — die beliebtesten Marken in der Schweiz
Nicht alle Marken sind gleich präsent, und nicht alle sind für den Schweizer Markt mit seinen Keller-Anforderungen gleich gut positioniert.
Liebherr — die Schweizer Marke
Liebherr ist in der Schweiz mehr als ein Markenname: Das Unternehmen betreibt in Bulle FR eine Produktionsstätte für Geräte der Kühl- und Gefrierklasse. Liebherr-Geräte sind für ihre Robustheit, präzise Temperaturregelung und exzellente Klimaklassen bekannt. Nahezu alle Liebherr-Gefriertruhen sind mit Klimaklasse SN oder SN-T ausgestattet — ideal für Schweizer Keller. Der Preis ist höher als bei Beko oder Gorenje, die Qualität und Langlebigkeit sprechen aber für sich. Garantie: 2 Jahre (gesetzlich), viele Modelle mit optionaler Verlängerung.
Bosch — zuverlässig und weit verbreitet
Bosch (BSH Hausgeräte, deutsch-schweizerisches Unternehmen) bietet ein breites Sortiment von 166 bis 346 Litern. Die meisten Modelle haben Klimaklasse SN und gute Energiewerte. Der Service ist in der Schweiz gut aufgestellt — Ersatzteile sind auch für ältere Modelle erhältlich. Preis liegt im mittleren Segment (CHF 380–700 für Standardgrössen).
Beko — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
Der türkische Hersteller Beko (Arçelik-Gruppe) hat in der Schweiz in den letzten Jahren stark zugelegt. Viele Modelle bieten Klimaklasse SN-T zu Preisen ab CHF 280. Die Verarbeitung ist solide, die Auswahl gross (100 bis 450 Liter), und NoFrost ist bei ausgewählten Modellen erhältlich. Beko ist bei Galaxus und Interdiscount gut vertreten.
Gorenje — Mittelklasse mit gutem Design
Gorenje (Hisense-Gruppe, Slowenien) bietet geschmackvolle Designlinien in Weiss oder Silber zu CHF 280–500. Die Klimaklassen sind meist SN, die Verarbeitung ordentlich. Eine gute Wahl für jene, die Design und Funktion kombinieren möchten.
Exquisit — Einstiegspreise bei Landi
Exquisit-Gefriertruhen sind die günstigsten auf dem Schweizer Markt (ab CHF 180). Die Klimaklasse ist oft nur N — für Keller und Garagen ungeeignet. Als Ergänzung für einen beheizten Haushaltskeller oder als Zweitgerät für die Küche kann Exquisit eine wirtschaftliche Wahl sein.
Installation und Aufstellung — was es zu beachten gibt
Eine Gefriertruhe stellt man nicht einfach irgendwo hin. Die Aufstellung beeinflusst die Effizienz, Lebensdauer und Sicherheit des Geräts erheblich.
Mindestabstände und Belüftung
Gefriertruhen benötigen um den Verflüssiger (meistens hinten oder unten) herum ausreichend Luft. Als Mindestabstand empfehlen die meisten Hersteller:
- Seiten: jeweils 5 cm
- Hinten: 10 cm zur Wand
- Oben: 20 cm (Deckelöffnung + Wärmeableitung)
Wird die Truhe zu eng eingeklemmt, steigt die Umgebungstemperatur um den Kompressor, das Gerät arbeitet mehr und verbraucht mehr Strom. Im schlimmsten Fall verkürzt sich die Lebensdauer erheblich.
Kelleraufstellung in der Schweiz
Schweizer Keller sind häufig kellergeschossig, kühl und mässig feucht. Wichtig: Die Truhe auf einen Holzrost oder Palette stellen, um Bodenfeuchtigkeit fernzuhalten. Der Boden sollte eben und tragfähig sein (300-Liter-Truhe wiegt voll ca. 180–250 kg). Bei sehr feuchten Kellern kann Kondenswasser am Gerät auftreten — keine direkte Gefahrenquelle, aber langfristig schlecht für den Anstrich und das Gehäuse.
Garage und Aussenbereich
Wie bereits erwähnt: Für ungeheizte Garagen in der Schweiz ist Klimaklasse SN die Mindestanforderung — aber bei sehr kalten Wintern (unter +5 °C) reicht auch SN nicht. Wer die Truhe in der Garage betreiben möchte, sollte entweder ein Garage-Ready-Modell wählen oder sicherstellen, dass die Garage auf mindestens +10 °C temperiert wird.
Abtransport des Altgeräts
Viele Händler (Interdiscount, Fust, MediaMarkt) bieten gegen einen Aufpreis von CHF 20–40 an, das alte Gerät abzuholen und fachgerecht zu entsorgen. Da Gefriertruhen FCKW-freie Kältemittel enthalten, ist eine fachgerechte Entsorgung gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten für die Entsorgung über einen Recyclinghof in der Schweiz sind in der Regel kostenlos — prüfen Sie dies beim Recyclinghof Ihrer Gemeinde.
Fleisch, Gemüse, Vorräte — was darf wie lange eingefroren werden?
Die Schweizer Lebensmittelhygieneverordnung (LHyV, Art. 43) schreibt für tiefgefrorene Lebensmittel eine Kerntemperatur von mindestens −18 °C vor. Das gilt sowohl für Gewerbe als auch für den Haushalt als Richtwert. Bei −18 °C werden die meisten Keime nicht vernichtet, aber in ihrer Vermehrung gestoppt.
| Lebensmittel | Max. Einfrierzeit bei −18 °C | Hinweise |
|---|---|---|
| Rindfleisch, Lammfleisch | 10–12 Monate | Vakuumverpackt hält länger; Qualität leidet nach 12 Mon. |
| Schweinefleisch | 8–10 Monate | Höherer Fettanteil oxidiert schneller |
| Geflügel (ganz/Stücke) | 6–9 Monate | Dicht einpacken, kein Luftkontakt |
| Hackfleisch | 3–4 Monate | Kurze Haltbarkeit wegen Oberfläche; Datum beschriften! |
| Fisch (fettarm) | 6–8 Monate | Lachs / Makrele: max. 3 Monate wegen Fettgehalt |
| Gemüse (blanchiert) | 10–12 Monate | Vor dem Einfrieren kurz blanchieren verlängert Qualität |
| Früchte | 8–12 Monate | Beeren oft ohne Blanchieren, Steinobst entkernen |
| Brot und Backwaren | 3–6 Monate | Scheiben einzeln einfrieren für einfaches Portionieren |
| Fertiggerichte, Suppen | 3–4 Monate | Saucen mit Milch nicht länger als 2 Monate |
| Speiseeis | 2–3 Monate | Qualität nimmt danach ab, bleibt aber geniessbar |
Richtig einfrieren — 5 Grundregeln
- Datum beschriften: Mit wasserfestem Stift das Einfrierdatum auf jede Verpackung schreiben — «First in, first out» (älteste Vorräte zuerst aufbrauchen).
- Portionieren: Nur so viel einfrieren, wie in einer Mahlzeit verbraucht wird. Einmal aufgetaute Lebensmittel dürfen nicht erneut eingefroren werden.
- Kühl einfrieren: Heisse Speisen auf Raumtemperatur abkühlen lassen, bevor sie in die Truhe kommen — sonst steigt die Innentemperatur an.
- Schockfrosten: Viele Liebherr-Modelle haben eine Super-Frost-Taste (−24 °C). Damit werden frische Lebensmittel schnell durchgefroren — schont die Zellstruktur.
- Luftdicht verpacken: Gefrierbeutel, Vakuumiergerät oder dichte Behälter verwenden. Luft begünstigt Gefrierbrand (Gefrierverbrennung) und beschleunigt Qualitätsverlust.
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❄️ Angebote durchsuchenHäufige Fragen zur Gefriertruhe
Welche Klimaklasse brauche ich für den Schweizer Keller?
Für Schweizer Keller und Garagen, die im Winter auf 5–12 °C abkühlen können, benötigen Sie mindestens Klimaklasse SN (subnormal, +10 bis +32 °C) oder noch besser SN-T (+10 bis +43 °C).
Klimaklasse N (+16 bis +32 °C) ist für kalte Keller ungeeignet: Der Kompressor arbeitet bei Umgebungstemperaturen unter +16 °C nicht zuverlässig, die Truhe kühlt zu wenig oder gar nicht. Das ist einer der häufigsten — und teuersten — Fehler beim Truhenkauf.
Liebherr und viele Beko-Modelle bieten Klimaklasse SN oder SN-T als Standard an.
Wie viel Strom verbraucht eine Gefriertruhe pro Jahr in der Schweiz?
Eine typische 250-Liter-Truhe der Energieklasse E verbraucht rund 200–260 kWh pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Schweizer Strompreis von CHF 0.28/kWh ergibt das jährliche Stromkosten von CHF 56–73.
Über 15 Jahre Betrieb kommen so CHF 840–1'100 Stromkosten zusammen. Ein effizienteres Modell der Klasse D (180 kWh/Jahr) kostet CHF 50 weniger pro Jahr — was den Mehrpreis bei der Anschaffung oft rechtfertigt.
- Klasse A (~130 kWh): ca. CHF 36/Jahr
- Klasse D (~200 kWh): ca. CHF 56/Jahr
- Klasse E (~250 kWh): ca. CHF 70/Jahr
- Klasse G (~360 kWh): ca. CHF 101/Jahr
Kann ich die Gefriertruhe in der Garage aufstellen?
Das hängt von der Garaage und der Klimaklasse des Geräts ab. Für ungeheizte Garagen in der Schweiz gilt:
- Sommer (bis +38 °C): Klimaklasse SN-T nötig, reine SN-Geräte können überhitzen.
- Winter (unter +10 °C): Selbst SN-T ist laut Norm nicht für Temperaturen unter +10 °C ausgelegt. Der Kompressor läuft dann zu selten oder gar nicht.
- Frost (-5 °C und kälter): Das Gehäuse und der Kompressor können Schaden nehmen.
Wenn die Garage auf mindestens +10 °C temperiert wird (z. B. durch Wandheizung oder Standortwahl), ist der Betrieb mit SN-T-Klasse problemlos. Im ungeheizten Kaltgarage ist keine handelsübliche Gefriertruhe für den Dauerbetrieb vorgesehen.
Welche Gefriertruhe empfiehlt sich für eine 4-köpfige Schweizer Familie?
Für eine 4-köpfige Familie empfehlen wir eine Truhe mit 200–300 Litern Fassungsvermögen. Bei der Wahl sollten folgende Punkte erfüllt sein:
- Klimaklasse SN oder SN-T (für Keller- oder Garaagenbetrieb)
- Energieklasse mindestens D (neue EU-Skala ab 2021)
- Vier-Sterne-Markierung (****) für eigenständiges Einfrieren auf −18 °C
- Ablasstopfen für einfaches Abtauen
Konkrete Modelle: Liebherr GT 3032 (300 L, SN-T, ab CHF 520) oder Beko HS221520 (215 L, SN-T, ab CHF 320) als günstigere Variante. Wer selten abtauen möchte: Beko RFSA240K30WN (235 L, NoFrost, SN, ab CHF 480).
Weitere Kaufhilfen und Entscheidungshilfen
Gebrauchte Gefriertruhe kaufen — worauf achten?
Auf Ricardo.ch und Tutti.ch finden sich regelmässig gebrauchte Gefriertruhen zu CHF 50–150. Vor dem Kauf sollten Sie folgende Punkte klären:
- Klimaklasse: Im Typenschild (innen am Gerät) oder im Handbuch nachsehen. Nicht vom Verkäufer einfach angeben lassen.
- Alter und Verbrauch: Geräte über 12–15 Jahre alt haben oft deutlich höheren Verbrauch und veraltertes Kältemittel.
- Kältemittel: Ältere Geräte mit R134a oder R404A sind weniger klimafreundlich als neuere Modelle mit R290 (Propan) oder R600a (Isobutan).
- Dichtungen: Die Gummidichtung am Deckel auf Risse oder Verformungen prüfen — eine undichte Dichtung kostet viel Strom.
- Abtransport: Grosse Truhen sind sperrig. Messen Sie Ihren Kellereingang vorab.
Vier-Sterne-Markierung und «Tiefkühlklasse»
Nicht zu verwechseln mit der Klimaklasse ist die Tiefkühlmarkierung durch Sterne:
- * (ein Stern): −6 °C — geeignet nur für Eis am Stiel und kurze Lagerung
- ** (zwei Sterne): −12 °C — max. einen Monat
- *** (drei Sterne): −18 °C — Lagerung, aber kein Neueinfrieren
- **** (vier Sterne): −18 °C und kälter — Einfrieren von Frischware erlaubt
Kaufen Sie für den Haushaltseinsatz immer eine 4-Sterne-Truhe (****). Nur so dürfen Sie frisches Fleisch, Gemüse und Brot selbst einfrieren.
Zubehör, das sich lohnt
Folgendes Zubehör erleichtert die Nutzung der Gefriertruhe erheblich:
- Gefrierkörbe / Einhängeboxen: Unterteilen das Innere in Zonen (Fleisch, Gemüse, Fertiggerichte) und erleichtern das Suchen.
- Gefrierschreiber: Wasserfester Stift, der auf Gefrierbeuteln und Folie schreibt.
- Vakuumiergerät: Verlängert die Einfrierzeit erheblich und verhindert Gefrierbrand. Einstiegsmodelle ab CHF 30 (z. B. Landi, Coop).
- Temperaturalarm / Datenlogger: Ein einfacher Temperaturfühler mit Alarm (ab CHF 15) warnt bei Stromausfall oder versehentlich offenem Deckel.
- Thermometer: Für die gelegentliche Kontrolle, ob −18 °C tatsächlich gehalten wird.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Bei einem Stromausfall hält eine gut gefüllte, gut isolierte Gefriertruhe die Temperatur bei geschlossenem Deckel 24–48 Stunden. Truhen halten Temperatur besser als Gefrierschränke (wegen der nach-unten-sinkenden Kaltluft). Öffnen Sie den Deckel so wenig wie möglich. Wenn nach 24 Stunden kein Strom verfügbar ist: Lebensmittel zu Nachbarn mit Strom oder in einen Kühlraum bringen. Sobald der Strom zurückkommt, überprüfen Sie die Innentemperatur — erst wenn −18 °C wieder erreicht sind, ist alles in Ordnung.