🔧 Bohrmaschine kaufen Schweiz 2026

Akkubohrschrauber, Schlagbohrmaschine oder SDS-Bohrhammer? Der vollständige Kaufberater für Schweizer Mietwohnungen, Einfamilienhäuser und Baustellen — mit CHF-Preisen und Mietrechts-Hinweisen.

Aktualisiert Juni 2026 Preise in CHF Mietrecht Schweiz
Kurzantwort: Welche Bohrmaschine brauchen Sie?

Für Holz, Metall und Gipskarton reicht ein Akkubohrschrauber 18V (ab CHF 80). Für Backstein und Kalkstein in Schweizer Altbauten: Schlagbohrmaschine (CHF 100–180). Für armierten Beton — typisch im Schweizer Massivbau der 1950er bis 1990er Jahre — ist ein SDS-Plus-Bohrhammer (CHF 180–350) nötig. Der Typ entscheidet über Erfolg oder Frust an der Wand.

Bohrmaschinentypen im Überblick

Der Schweizer Bau- und Wohnmarkt stellt besondere Anforderungen: Massivbauten aus den 1960er–80er Jahren haben oft überdurchschnittlich harten Beton, während neuere Bauten häufig aus Gipskarton-Ständerwerk bestehen. Die Wahl des richtigen Werkzeugtyps ist entscheidend.

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Akkubohrschrauber

Für Holz, Metall, Kunststoff und Gipskarton. Kabellos, leicht (1–1,5 kg), ideal für Möbelmontage und kleine Reparaturen. Kein Schlagwerk.

Schlagbohrmaschine

Kombiniert Drehen und Schlagen. Für Backstein, Porenbeton und leichtes Mauerwerk geeignet. Günstiger Einstieg für gelegentliches Bohren im Altbau.

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SDS-Bohrhammer

SDS-plus-Aufnahme, echte Meisselfunktion. Für Beton, Naturstein und armierten Untergrund. Unverzichtbar im Schweizer Massivbau. Ab 2 Joule Schlagenergie.

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Kabelbohrmaschine

Konstante Leistung ohne Akkuproblem. Günstig, schwerer. Ideal für längere Einsätze auf der Baustelle. Keine Mobilitätseinschränkung durch Laufzeit.

Wann welcher Typ — nach Material

Die grösste Kauffalle: das falsche Werkzeug für das vorhandene Material. In der Schweiz sind die häufigsten Wandmaterialien je nach Baujahr sehr verschieden.

Holz, Metall und Gipskarton

Ein Akkubohrschrauber mit 30–60 Nm Drehmoment erledigt alle Arbeiten im Holz-Ständerwerk und an Rigips-Wänden. Neubauten ab 2000 haben häufig Leichtbauwände — dort genügt ein einfaches Gerät ohne Schlagwerk. Das Gewicht (oft unter 1,2 kg) macht ihn zur ersten Wahl für Möbelmontage und Deckenarbeiten.

Backstein, Kalkstein und Porenbeton

Ältere Schweizer Wohnhäuser (1920–1970) sind oft mit Backsteinmauern oder Kalksandstein gebaut. Eine Schlagbohrmaschine mit HSS-Schlagbohrern reicht hier gut aus. Typischer Einsatz: Dübel für Bilder, Regale und Lampen setzen. Die Schlagzahl sollte mindestens 40'000 Schläge/Min betragen.

Armierter Beton und Naturstein

Schweizer Massivbauten aus den 1950er–90er Jahren enthalten häufig bewehrten Beton mit hohem Zementanteil. Hier ist ein SDS-Plus-Bohrhammer mit mindestens 2 Joule Einzelschlagenergie Pflicht. Eine normale Schlagbohrmaschine überhitzt und zerstört den Bohrer, ohne nennenswert voranzukommen. Ab 6 mm Lochdurchmesser lohnt SDS-plus immer.

Naturstein-Fassaden und Terrazzo

Historische Gebäude mit Sandstein oder Terrazzoboden verlangen einen SDS-Bohrhammer mit Diamantbohrer. Ohne den richtigen Bohrer entstehen Risse im Material. Immer ohne Schlagwerk bohren, nur Rotation, um Absplitterungen zu vermeiden.

Tipp für die Praxis: Klopfen Sie auf die Wand. Klingt es hohl, ist es Leichtbau — kein Schlag nötig. Klingt es voll und schwer, ist es Massivbau. Ein Nageltest (Nagel mit dem Finger leicht eindrücken) zeigt, ob Backstein oder Beton vorliegt: Backstein gibt leicht nach, Beton nicht.

Schweizer Beton und Mauerwerk — was Sie wissen müssen

Die Bausubstanz der Schweiz ist regional sehr verschieden. Das wirkt sich direkt auf die Werkzeugwahl aus.

Bauperioden und typische Materialien

Unterputzleitungen in der Schweiz

In Schweizer Wohnbauten verlaufen elektrische Leitungen und Wasserleitungen meist senkrecht und waagerecht von Schaltern und Steckdosen aus. Die SN EN 60335 und kantonale Bauvorschriften schreiben Mindestabstände vor. Vor dem Bohren unbedingt ein Leitungsortungsgerät (ab CHF 30 im Fachhandel) einsetzen. Alternativ: Die Immobilienverwaltung oder den Hauswart nach Leitungsplänen fragen.

Verankerungstiefen für Dübel

Standard-Kunststoffdübel (6 mm) in Backstein halten bis 40–60 kg. In Beton sind Metalldübel oder Verbundmörtel-Ankersysteme für Lasten über 80 kg die sichere Wahl. In Rigips-Hohlwände kommen Hohlraumdübel oder Kippdübel; dort sind tragende Lasten über 15 kg pro Befestigungspunkt ohne Stud-Sucher riskant.

Akkusystem und Spannung: 12V vs. 18V vs. 36V

Die Wahl des Akkusystems ist eine langfristige Entscheidung — Akkus und Ladegeräte sind systemgebunden. Ein 18-V-Akku von Bosch passt nicht auf ein Makita-Gerät.

12-V-Systeme

Für leichte Arbeiten und enges Gewicht-Budget. Genug für Möbelmontage und Gipskarton, aber bei harten Materialien schnell am Limit. Geräte sind kompakter (oft 1 kg oder weniger), ideal für Arbeiten über Kopf. Typische Vertreter: Bosch Flexiclick, Makita DF333D.

18-V-Systeme empfohlen

Der Standard für Heimanwender und semiprofessionellen Einsatz. Ausreichend Leistung für alle normalen Bohrarbeiten. Die grösste Gerätauswahl — Akkus passen auf Sägen, Schleifer, Stichsägen und mehr innerhalb des gleichen Systems. Wichtige Plattformen in der Schweiz:

36-V-Systeme und 2×18V

Für intensive Bohrhammer-Einsätze und Kernbohrungen. Bosch und Makita bieten Geräte, die zwei 18-V-Akkus parallel schalten. Deutlich mehr Gewicht, aber volle Baustellen-Performance. Für gelegentliche Heimwerker kaum sinnvoll.

Kapazität (Ah) richtig wählen

Kauftipp: Kaufen Sie lieber ein günstigeres Gerät aus einer etablierten 18-V-Plattform als ein teures Gerät eines Exoten-Herstellers. Die Akkukosten über die Zeit übersteigen oft den Gerätepreis. Starter-Sets mit 2 Akkus + Ladegerät bieten häufig den besten Preis-Leistungs-Wert.

Leistung und Drehmoment — was die Zahlen bedeuten

Das Drehmoment in Newtonmeter (Nm) ist die wichtigste Kennzahl für Bohrschrauber. Die Eingangsleistung in Watt ist bei Akku-Geräten weniger aussagekräftig als das Drehmoment.

Drehmoment-Richtwerte nach Material

Schlagenergie bei Bohrhämmern

Bei SDS-Bohrhämmern gilt die Einzelschlagenergie in Joule (J) als Massstab:

2-Gang-Getriebe — wozu es nützt

Die meisten hochwertigen Bohrschrauber haben ein mechanisches 2-Gang-Getriebe:

Ein Kupplungs-Einstellring (typisch 16–25 Stufen) verhindert das Abreissen von Schraubenköpfen. Je mehr Stufen, desto feiner die Kontrolle — wichtig für Spanplattemöbel und Gipskarton.

Bohrfutter: Zahnkranz, Schnellspann und SDS-plus

Das Bohrfutter bestimmt, welche Bohrer und Bits montiert werden können. Drei Systeme dominieren den Markt.

Zahnkranzbohrfutter

Älteres System, benötigt einen Futterschlüssel zum Spannen. Bietet höhere Haltekraft, weshalb es bei Schlagbohrmaschinen und Kabelgeräten noch zu finden ist. Für präzise Metallbohrungen bevorzugt.

Schnellspannbohrfutter

Standard bei modernen Akkubohrschraubern. Bohrer werden per Hand gespannt — ohne Werkzeug, in Sekunden. Für Bits und Bohrer bis Ø13 mm geeignet. Leicht wackeln bei starkem Schlag, weshalb es selten an echten Bohrhämmern verbaut wird.

SDS-plus-Aufnahme

SDS steht für «Steck-Dreh-Sitz». Der Bohrer hat zwei Nuten und rastet formschlüssig ein — er kann nicht herausrutschen, auch bei hartem Schlag. Ausschliesslich bei Bohrhämmern. SDS-plus-Bohrer sind nicht mit einem normalen Bohrfutter kompatibel (Adapter erhältlich, aber ineffizient). Für Durchmesser bis 26 mm in Beton ausgelegt.

Adapter-Tipp: Ein SDS-plus-auf-13mm-Adapter erlaubt es, normale Schaftbohrer in den Bohrhammer zu spannen — nützlich für gelegentliche Metallbohrungen mit dem gleichen Gerät. Auf Schlagbetrieb dabei verzichten, da die Schneiden sonst brechen.

Mietrecht Schweiz: Dürfen Sie in der Mietwohnung bohren?

Eine der häufigsten Fragen in Schweizer Mietverhältnissen. Die rechtliche Lage ist klarer als vielfach angenommen.

Normaler Gebrauch nach OR Art. 267

Das Schweizer Obligationenrecht (OR) verpflichtet Mieterinnen und Mieter, die Sache «in dem Zustande zurückzugeben, wie er sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt» (Art. 267 Abs. 1 OR). Das Bundesgericht hat klargestellt, dass das Setzen von Dübeln zum bestimmungsgemässen Wohngebrauch gehört. Kleine Bohrlöcher für Bilder, Regale und Garderobenhaken sind ohne Genehmigung zulässig.

Was als normal gilt

Was die Genehmigung der Vermieterschaft erfordert

Achtung: Genehmigungen immer schriftlich einholen (E-Mail reicht). Mündliche Absprachen sind im Streitfall kaum beweisbar. Die Schlichtungsbehörden der Kantone bieten kostenlose Beratung an.

Mietzinshinterlegung und Mängelbehebung

Wer für Bohrarbeiten eine schriftliche Genehmigung besitzt und die Arbeiten fachgerecht ausführt (kein Eindringen in Leitungen, kein Statikschaden), ist im Streitfall gut geschützt. Die Reparaturpflicht beim Auszug beschränkt sich auf das Verschliessen der Löcher — kein Anrecht der Vermieterschaft auf komplette Wandrenovation, wenn nur normale Abnutzung vorliegt.

Preissegmente in der Schweiz: Budget, Mittelklasse, Profi

Die CHF-Preise in der Schweiz liegen meist 10–20 % über deutschen oder österreichischen Preisen, bedingt durch höhere Importkosten, Mehrwertsteuer (8,1 %) und Händlermargen. Der Fachhandel (Baumarkt) schlägt Online-Preise oft um 20–40 % — Preisvergleich lohnt sich.

Segment Preis CHF Für wen Typische Marken
Budget 40–100 Gelegentliche Heimarbeiten, Möbelmontage Einhell, Ryobi, Worx, Lidl PARKSIDE
Mittelklasse 100–250 Regelmässige Heimwerker, kleine Renovierungen Bosch (blau, Heimwerker), AEG, Metabo
Semiprofessionell 250–450 Handwerker, intensive Nutzung, Baustelle Bosch Professional, Makita, DeWalt
Profi 450–900+ Täglicher Handwerker-Einsatz, Baustelle Hilti, Milwaukee, Festool, Metabo

Blaues vs. grünes Bosch

Bosch verkauft zwei Linien: Grün (Heimwerker, günstigere Komponenten, begrenzte Garantie) und Blau (Professional, Industriekomponenten, 3-Jahres-Garantie auf Registrierung). Für Gelegenheitsnutzer ist Grün ausreichend; wer öfter bohrt, profitiert von der Langlebigkeit der Blau-Linie, auch wenn diese teurer ist.

Vergleichstabelle: 5 Bohrmaschinen-Typen im Überblick

Fünf repräsentative Modelle für typische Schweizer Anwendungsfälle — von der Wohnungsrenovation bis zur Baustelle.

Modell / Typ Preis CHF Spannung Drehmoment / Schlag Stärke
Einhell TE-CD 18 Li-i
Budget-Akku-Bohrschrauber
ca. 80 18 V 35 Nm Günstig, 2 Akkus im Set, genug für Holz/Gips
Bosch UniversalImpact 700
Kabel-Schlagbohrmaschine Tipp Altbau
ca. 110 230 V 700 W / 13 mm Stets volle Leistung, kein Akku nötig, Backstein
Bosch PBH 2100 RE
Kompakt-Bohrhammer SDS-plus
ca. 145 230 V 2,0 J Echter Bohrhammer zum Einstiegspreis, bis Ø13 mm Beton
Makita DHP484Z
Akku-Schlagbohrschrauber 18V Heimwerker-Favorit
ca. 175 (Grundgerät) 18 V LXT 54 Nm Kompakt, leicht, LXT-System, für Holz bis Backstein
Bosch GSB 18V-21 Professional
Akku-Kombi-Set (2× Akku + L-Boxx)
ca. 280 18 V ProCore 55 Nm Solides System, Profi-Langlebigkeit, gute Schweizer Verfügbarkeit

Preise sind Richtwerte (Stand 2026, inkl. MwSt.). Akku-Grundgeräte ohne Akku sind oft günstiger — nur sinnvoll, wenn bereits ein kompatibler Akku vorhanden ist.

Zubehör: Bohrer-Sets, Bits und Halter

Das beste Werkzeug bringt wenig, wenn der Bohrer stumpf oder falsch ist. Gutes Zubehör verlängert die Standzeit und liefert saubere Ergebnisse.

Bohrer-Sets nach Material

Bitsets für Bohrschrauber

Sinnvolles Zubehör

Lärm, Vibration und Arbeitsschutz

Bohrarbeiten sind für professionelle Anwender durch die EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und in der Schweiz durch die ArGV 3 (Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz) geregelt. Für Heimwerker gilt die Rücksicht auf Nachbarinnen und Nachbarn sowie die eigene Gesundheit.

Lärmvorschriften in Wohngebäuden

Die städtischen und kantonalen Lärmschutzverordnungen schreiben in der Schweiz in der Regel vor: Lärmige Heimwerkerarbeiten sind werktags von 07:00–12:00 und 13:00–20:00 Uhr erlaubt. Sonntags und an Feiertagen gilt ein generelles Verbot in den meisten Kantonen und Hausverwaltungsreglementen. Im Zweifelsfall: Mietshaus-Reglement konsultieren, das als Anhang zum Mietvertrag gilt.

Gehörschutz

SDS-Bohrhämmer und Schlagbohrmaschinen erzeugen im Betrieb 90–105 dB(A). Ab 85 dB(A) ist Gehörschutz nach Schweizer Recht vorgeschrieben (ArGV 3, Art. 22). Für Gelegenheitsnutzer genügen einfache Schaumstoffstöpsel (SNR 30 dB, ab CHF 1) oder Kapseln. Bei regelmässigem Einsatz lohnen sich professionelle Kapseln mit SNR 25–31 dB.

Vibrationsbelastung

SDS-Bohrhämmer erzeugen erhebliche Handarm-Vibrationen (2–15 m/s²). Die EU-Maschinenrichtlinie schreibt vor, dass Hersteller den ahv-Wert (Schwingstärke, Hand-Arm-Vibration) angeben müssen. Heimwerker mit gelegentlichem Einsatz sind kaum gefährdet; für Berufsanwender gilt nach Schweizer Vorschrift ein Tages-Expositionswert von 2,5 m/s² als Auslösewert.

Schutzkleidung für Bohrarbeiten

Kaufcheckliste: 8 Punkte vor dem Kauf

Gebraucht kaufen: Ricardo.ch, tutti.ch und Co.

Gebrauchte Bohrmaschinen und Bohrhämmer bieten oft ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis — wenn man weiss, worauf man achten muss.

Gute Plattformen in der Schweiz

Worauf achten beim Gebraucht-Kauf

Faustregel: Ein gebrauchter Bosch Professional oder Makita aus seriöser Quelle für 40–60 % des Neupreises ist oft besser als ein neues No-Name-Gerät. Marken-Werkzeuge lassen sich reparieren; Billiggeräte nicht.

Vier Profi-Tipps für bessere Bohrergebnisse

🎯
Ankörnpunkt setzen

Vor dem Bohren mit einem Nagel oder Körner den Startpunkt markieren. Verhindert, dass der Bohrer auf glattem Fliesenglasur oder Metall wegrutscht.

💧
Kühlen beim Metallbohren

Beim Bohren in Metall regelmässig mit einem Tropfen Schneidöl kühlen. Verlängert die Bohrer-Standzeit erheblich und verhindert Anlaufen.

📏
Tiefenstopp nutzen

Für Dübel-Reihen ein Klebeband als Tiefenmarke auf den Bohrer kleben oder den eingebauten Tiefenstopp verwenden. Gleichmässige Lochreihen sehen professionell aus.

🔍
Leitungen immer orten

Leitungsortungsgerät verwenden, bevor der Bohrer ansetzt — besonders bei Wänden unter Lichtschaltern, Steckdosen und in Küche/Bad.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Bohrmaschine brauche ich für Schweizer Beton?

Für armierten Beton — typisch im Schweizer Massivbau der 1950er bis 1990er Jahre — ist ein SDS-Plus-Bohrhammer mit mindestens 2 Joule Einzelschlagenergie die richtige Wahl. Eine normale Schlagbohrmaschine überfordert sich an hartem Beton, der Bohrer stumpft rasch ab und das Schlagwerk leidet.

Als Orientierung: Klopfen Sie mit einem Nagel auf die Wand. Gibt die Wand nicht nach, handelt es sich um Beton oder Naturstein — nehmen Sie den SDS-Bohrhammer. Für weicheren Untergrund (Backstein, Kalksandstein) genügt eine Schlagbohrmaschine.

Darf ich in einer Mietwohnung in der Schweiz bohren?

Kleine Bohrlöcher für Dübel (bis ca. 10 mm Durchmesser) gelten in der Schweiz als normaler Wohngebrauch gemäss OR Art. 267 und bedürfen keiner Genehmigung. Das Bundesgericht hat bestätigt, dass das Befestigen von Bildern und Regalen zum bestimmungsgemässen Gebrauch einer Wohnung gehört.

Grössere Eingriffe (Wanddurchbrüche, strukturelle Bohrungen, Fliesenbohrungen) benötigen die schriftliche Genehmigung der Vermieterschaft. Beim Auszug sind alle Bohrlöcher fachgerecht zu verschliessen — das verhindert Abzüge von der Kaution. Holen Sie im Zweifelsfall Rat bei der Schlichtungsbehörde Ihres Kantons ein (kostenlos).

18V oder 36V — was reicht für den Heimwerker?

Für Heimwerker und Gelegenheitsanwender ist ein 18-V-System vollständig ausreichend. Es bietet die grösste Geräteauswahl innerhalb eines Akkusystems (Bohrschrauber, Schlagbohrmaschine, Säge, Schleifer, Stichsäge) und genug Leistung für alle normalen Heimwerkeraufgaben — einschliesslich gelegentlichem Bohren in Beton.

36-V-Geräte (oder 2×18V-Systeme) sind für intensive Baustellen-Einsätze konzipiert: Kernbohrungen grossen Durchmessers, schwere Abbrucharbeiten, Dauerbetrieb über Stunden. Für die Wohnungsrenovation ist das Mehrgewicht (oft 0,5–1 kg mehr) und der höhere Preis selten gerechtfertigt.

Was kostet eine gute Bohrmaschine in der Schweiz?

Für die meisten Heimwerker liegt die richtige Investition zwischen CHF 100 und CHF 250:

• Ein Akkubohrschrauber-Set mit 2 Akkus und Ladegerät: CHF 80–160 (z. B. Einhell, Ryobi, Bosch Grün).
• Eine Kabel-Schlagbohrmaschine für Altbau-Bohrungen: CHF 90–160 (Bosch, Metabo).
• Ein SDS-Bohrhammer für Beton: CHF 145–300 (Bosch PBH-Reihe, Makita HR-Reihe).
Profi-Geräte von Hilti oder Milwaukee: CHF 400–900.

Gebrauchte Markengeräte von Ricardo.ch für 40–60 % des Neupreises sind oft die klügste Wahl, wenn man nicht täglich bohrt.

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Ausleihen oder kaufen — was lohnt sich in der Schweiz?

Nicht jede Bohrmaschine muss man besitzen. Für einmalige Projekte wie einen Umzug, eine Küchen-Montage oder einzelne Wanddurchbrüche lohnt sich das Ausleihen oft mehr als ein Neukauf.

Wann ausleihen?

Wann kaufen?

Verleihanbieter in der Schweiz

Viele Coop Bau+Hobby und Hornbach-Filialen vermieten Werkzeuge tageweise. Spezialisierte Verleiher wie Cramo und Loxam sind auf Profi-Geräte ausgerichtet und verlangen CHF 25–60 pro Tag für SDS-Bohrhämmer im mittleren Leistungsbereich. Online-Verleih (Peer-to-Peer über lokale Plattformen) ist in der Schweiz noch wenig verbreitet, aber in Städten wie Zürich und Bern wächst das Angebot.

Sicherheit beim Bohren — Unfallverhütung in der Praxis

Bohrarbeiten verursachen in der Schweiz jährlich mehrere tausend behandlungspflichtige Unfälle, vor allem durch wegfliegende Splitter, Quetschen und Stürze auf Leitern. Die SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) empfiehlt folgende Massnahmen:

Vor dem Bohren

Während des Bohrens

Elektrische Sicherheit

Kabelgebundene Maschinen sollten über einen FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) betrieben werden, besonders auf Baustellen und in feuchten Umgebungen. In der Schweiz ist dies für gewerbliche Baustellen nach der Niederspannungsinstallationsnorm NIN 2020 (SN 411000) vorgeschrieben. Heimwerker profitieren von mobilen FI-Steckern (ab CHF 35), die in jede Steckdose passen.

Markenüberblick für den Schweizer Markt

Die in der Schweiz verfügbaren Marken unterscheiden sich in Verbreitung, Servicenetz und Preisniveau erheblich. Hier ein praxisorientierter Überblick:

Bosch — grösste Verbreitung

Bosch ist in der Schweiz am stärksten vertreten, mit Servicestellen in allen grossen Städten und breitem Sortiment in Bau+Hobby, Bauhaus und online. Die grüne Heimwerker-Linie bietet solides Preis-Leistungs-Verhältnis; die blaue Professional-Linie überzeugt bei Langlebigkeit. Das 18-V-ProCore-System zählt zu den am weitesten verbreiteten Akkuplatformen des Landes.

Makita — Liebling der Handwerker

Makita ist unter professionellen Handwerkern in der Schweiz sehr beliebt. Das LXT-18V-System bietet über 200 kompatible Geräte. Makita-Geräte sind oft etwas leichter als Konkurrenzprodukte gleicher Leistungsklasse. Der Kundenservice ist in grossen Städten gut, in ländlichen Gebieten etwas dünner aufgestellt.

DeWalt — stark im Profi-Segment

DeWalt (XR 18V/20V) hat sich besonders im amerikanischen und britischen Markt etabliert, ist aber auch in der Schweiz zunehmend verbreitet. Besondere Stärke: robuste Bauweise, gute Ergonomie, breites Zubehörprogramm. Servicenetz kleiner als bei Bosch, aber wachsend.

Milwaukee — für anspruchsvolle Anwender

Milwaukee M18 gilt in Fachkreisen als einer der besten 18-V-Antriebe auf dem Markt. Hoher Anschaffungspreis, aber sehr lange Standzeiten. Ideal für Installateure, Schreiner und Elektriker, die täglich schwere Aufgaben bewältigen.

Hilti — die Profi-Referenz

Hilti (Vaduz, Liechtenstein) ist die Premium-Referenz auf Schweizer Baustellen. SDS-max-Bohrhämmer von Hilti setzen den Standard. Preise liegen deutlich über dem Wettbewerb; dafür bietet Hilti ein umfassendes Flottenmanagement-System und Reparatur-Garantien. Für den Heimwerker kaum relevant, für Bauunternehmen oft erste Wahl.

Budget-Marken (Einhell, Ryobi, Worx, PARKSIDE)

Für gelegentliche Heimarbeiten leisten Budget-Marken oft mehr als ihr Preis vermuten lässt. Einhell und Ryobi bieten ordentliche 18-V-Ökosysteme. PARKSIDE (Lidl) ist günstig, aber das Servicenetz ist begrenzt. Worx hat mit dem Share-Volt-System eine clevere Lösung für wechselseitig kompatible Akkus verschiedener Spannungen.

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